Zukunft

Futurität

Auch die Zukunft der Menschheit kann groß sein: Zukunft ist die Zeit, die subjektiv der Gegenwart folgt. Die Horizonte verdunkeln sich, die Zukunft scheint erschöpft. Zukünftig in Deutschland: Wie wir im Jahr 2037 wohnen werden

Was haben wir in 20 Jahren gemacht? Wir haben Zukunftsforscher diese Fragen gefragt. Auch die Zukunft der Menschen kann groß sein: Durch die digitalisierte Medizinaltechnik werden wir viel besser und älter werden, eine Artificial Intelligence entlastet uns von lästiger Haushalts- und Berufsarbeit, und wenn wir wollen, gehen wir auf Abenteuerreisen in virtuelle Erlebniswelten.

Was wird der tägliche Lebensstil der Zukunft sein? Dazu wird die 25-jährige Magdalena an einem für sie charakteristischen Tag im Jahr 2037 begleitet Dieses Zukunftsbild haben wir zusammen mit Zukunftsforscherinnen des Linzer Zukunftslabors entwickelt. Das ist eine ausdrücklich optimistische Sicht auf die Zukunft, die nicht unbedingt die realistische ist.

Natürlich ist auch die digitale Erfassung mit Risiken verbunden - zum Beispiel im Hinblick auf den Schutz der Daten. Dabei wollen wir nur die Möglichkeiten betrachten, die die Zukunft bieten - und die in einem Industrieland wie Deutschland Realität werden können. Dies ist keine unbegründete Phantasie, sondern beruht auf dem derzeitigen Forschungsstand: Wir haben vorhandene Verfahren in die Zukunft erweitert und weiter gedacht.

Also trauen wir uns, einen Einblick in unser Jahr 2037 zu werfen: "Guten Morgen Mia, du hattest eine gute Zeit! Er ist eine artifizielle lntelligenz, er wohnt in der Wolke und ist mit vielen Apparaten in Mias Haus verbunden. Der Armreif kontrolliert Mias Schlaf. "Es wird bis 2037 Standard sein, den ganzen Tag von einer Artificial Intelligence (KI) wie Ben betreut zu werden", sagt Christopher Lindinger, Futurologe am Ars Electronica Futurelab in Linz.

Solche Anlagen können sich jedoch sehr gut auf eine einzelne Aktivität spezialisiert haben, wie zum Beispiel den Vergleich vieler Datensätze in sehr kurzen Zeiträumen", sagt Lindinger. Die Herzfrequenz von Mia wird in den kommenden Tagen von ihrem Handgelenkband erfasst und an den Doktor gesendet. Wie Mia ihren Organismus beobachtet, könnte in nächster Zeit für alle Menschen ganz selbstverständlich sein.

Futurologe rechnen mit einem Sensor in unserer Bekleidung, auf unserer Außenhaut und in den Objekten, mit denen wir unsere Lebensparameter ab 2025 erfassen. "Ärztinnen und Ärzte werden als Diagnostikerinnen überflüssig, weil die digitalen Systeme besser und billiger werden", sagt Maria Pfeifer, Futurologe im Ars Electronica Futurelab. Mit künstlicher Intelligenz können Anomalien unmittelbar mit millionenfach vorhandenen medizinischen Aufzeichnungen und Krankheitsfortschritten verglichen werden - eine viel größere Informationsgrundlage als ein einzelner Arzt sie in seinem Speicher haben kann.

"Künftig können sich Mediziner auf die gesellschaftlichen Belange ihres Berufes konzentrieren", sagt Pfeifer. "Nur wenn jeder Mensch Zugang zu seinen eigenen Informationen hat und selbst entscheiden kann, mit wem er seine Informationen teilt, ist die neue medizinische Welt funktionsfähig", sagt Pfeifer. Im Bioreaktor wurde das Kunstfleisch kultiviert.

"Mia' s Mittagessen, ein aus Kunstfleisch hergestelltes Rindersteak, wird ebenfalls sehr wahrscheinlich bis 2030 serviert werden. Von den Fenstern von Mias Appartement geht der Ausblick nach draussen über Wolkenkratzer, die von weiten Balkonbändern umgeben sind, auf denen Gemüsesorten, Büsche und Blüten blühen. Mobilität und Stadtforschung erarbeiten daher völlig neue Zukunftskonzepte.

"Der Bedarf an solchen Systemen und der technische Entwicklungsstand deuten darauf hin, dass solche Anlagen bereits in den 2030er Jahren Wirklichkeit werden", sagt der Futurologe Martin Zimmermann. "Wenn sich dieses Bild als richtig erweist, würde das auch dazu führen, dass die Stadt grüner wird und mehr Raum für Fussgänger bleibt", sagt er. "Die Menschen müssen sich auf einen Prozess des lebensbegleitenden Lernens vorbereiten", sagt Futurologe Pfeifer.

"Mein Wunsch wäre, dass die Menschen deshalb weniger Arbeit haben und ihre Zeit für Weiterbildung und Freiwilligenarbeit verwenden können", sagt Pfeifer. Mia' Job als menschliche Übernahmefahrerin ist ein Beispiel für einen ganz neuen Berufsstand. Den Abend verbringen Mia und ihre Freunde, sie setzen sich auf Mias Couch im Salon und wollen auf Entdeckungsreise gehen.

Die Zukunft, in der Menschen in der digitalen Umgebung unterwegs sind, ist nicht mehr fern: "In fünf bis zehn Jahren wird es möglich sein, virtuelle Ferien zu machen", sagt der Futurologe Martin Zimmermann. "Sie werden vom Anwender benutzt und er erkennt naturgetreue Darstellungen vor sich, die nicht mehr von der Wirklichkeit zu trennen sind", sagt er.

In Zukunft können die User aber auch mit ihren Freundinnen und Bekannten in die Welt reisen: Auf diesen Rundfahrten ist alles bestens aufgehoben. "Man kann etwas erfahren, was man in der Wirklichkeit nie wagt, oder weltkulturelle Stätten hautnah miterleben. Wir werden nach ein paar Minuten schnell merken, dass es kein richtiges Leben ist", sagt Pfeifer.

Wer im wirklichen Leben nicht zurechtkommt, kann sich in der digitalen Umgebung verirren und davon abhängig werden. Wie wir Menschen mit der Verwischung der Grenze zwischen realem und virtuellem Lebensraum umzugehen haben, ist noch vollkommen vage. "Wie bei anderen Massenmedien - ob nun im Bereich des Films, der Musik oder der sozialen Netzwerke - wünsche ich mir, dass die Menschen die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen fiktiver und realer Wirklichkeit in der Virtual Reality entwickeln", sagt Pfeifer.

Mia' Alltagsleben macht uns deutlich, dass unser künftiges Alltagsleben viel leichter sein wird als heute: Dank vernetzten Geräten müssen wir keine lästigen Hausarbeiten mehr erledigen - wir haben dann mehr Zeit für wirklich wichtige Sachen wie z. B. für unsere Mitmenschen. Mit künstlicher Intelligenz könnte unser tägliches Handeln weiter vereinfacht werden und uns helfen, gesünder zu werden.

Innovationen wie In-vitro-Fleisch und autonome Autos könnten die Umwelt umweltfreundlicher, umweltverträglicher und attraktiver machen. Welche Wirklichkeit im Jahr 2037 wirklich sein wird, liegt an den bisherigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Absichten. Doch der Forschungsstand belegt, dass es genügend Anhaltspunkte gibt, um an eine spannende und glänzende Zukunft zu denken.

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