Was macht ein Geistheiler

Und was macht ein spiritueller Heiler?

AL: Was macht einen ernsthaften Heiler aus - und was macht einen guten Heiler aus? In der Regel beinhaltet die mentale Heilung keine psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung. Die Phänomene der geistigen Heilung - Wesendanger beim WDR

HW: Das sagen jedenfalls viele, die solche Messinstrumente entwickelt, verkauft und nutzt. Derartige Änderungen können die spirituelle Heilung mehr oder weniger oft mit sich bringen - aber sie sind es gewiss nicht. So lange die physikalische Grundlagen der spirituellen Heilung im Dunklen liegen, wissen wir nicht, was wir wollen; wir wissen nicht, welche Art von Messgeräten wir für was bauen müssen.

Falls wir einen Heilpraktiker oder seinen Patient oder beide während der Therapie mit Messgeräten verbinden, können wir kurzfristig Änderungen feststellen. HW: Der Energiefluss: nein; unter den wenigen Forschern, die sich mit dem Thema im Detail beschäftigen, besteht eher ein breiter Konsens, dass spirituelle Heilung überhaupt nicht auf "Energien" basiert, sondern einem anderen physischen Grundsatz folgen.

Daß spirituelle Heilung funktioniert, wird aber auch von den härtesten orthodoxen Ärzten nicht mehr angezweifelt, sondern das Warum ist kontrovers. HW: Natürlich sind immer viele psychische Aspekte an der täglichen Heilung beteiligt: die Wahrnehmung, Überzeugung und Erwartung des Kranken; die Vorschläge des Heilenden, sein Aussehen, sein Ausstrahlungsvermögen, die Kommunikation mit dem Kranken; die Umwelt, in der er den Kranken erhält.

Welches sind die Geschlechterverhältnisse der Heiler? HW: Etwa 2 zu 1, wie ich nach vielen tausend Patientenbefragungen und Treffen mit Heilerinnen und Heiler einschätze. AL: Sind sie offener für alternative Heilungsmethoden, einschließlich spiritueller Heilung? HW: Das bekräftigt das Voreingenommenheit, dass in Zweifelsfällen der Mann seiner Vernunft, die Frau seiner Eingebung nachgeht.

Der hell erwachte Geist behindert die spirituelle Heilung - sowohl für denjenigen, der ihn benutzt, als auch für denjenigen, der ihn in sich selbst aufnimmt. Massenverarbeitung jeglicher Couleur ist für mich ziemlich abstoßend, und was mich höchstpersönlich abstößt, ist die störende Redekunst, die grobe Anregung, die Scheinheiligkeit, die Selbstgefälligkeit und auch der Geschäftssinn vieler Heiler.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die tief bewegt sind von der einzigartigen, emotionalen Stimmung eines solchen Massenereignisses - und das kann durchaus selbstheilende Prozesse in Bewegung setzen, die unter keinen anderen Bedingungen stattfinden würden. AL: Was macht einen ernsthaften Heilpraktiker aus - und was macht einen starken Heilpraktiker aus?

HW: Ein Heilpraktiker ist ernst, wenn er bestimmte moralische Mindestvoraussetzungen im Kontakt mit Menschen, die Hilfe suchen, einhält. Mein Heilpraktiker hat sich einem Verhaltenskodex verschrieben, der unter anderem fordert: - Ein ernsthafter Heilpraktiker verheißt nichts - keine Erleichterung oder gar Genesung. - Nie drängt er Menschen, die Hilfe suchen, um mit mir eine Therapie zu starten oder fortzuführen.

  • Was das Honorar angeht, setzt er auf offene Karte, d.h. er vereinbart explizit und unmissverständlich mit denjenigen, die Hilfe über Leistungen und Überlegungen suchen, bevor die Therapie anläuft. Nun, die bloße Feststellung, dass ein Heilpraktiker moralische Integrität hat, ist keine Garantie dafür, dass er etwas tun kann. Wie wird der gute Heilpraktiker vom Patienten erkannt?

Auf den ersten Blick nichts zu überprüfen - schon gar nicht auf melodiöse Titel und Diplome, denn man kann sie in Heilschulen und Heilvereinen mit lächerlichem Mehraufwand kaufen. Der gute Heilpraktiker wird auch nicht an speziellen Gefühlen erkannt, die während der Therapie auszulösen sind: Er ist ein guter Heiler:

Kann ich Sie kurieren? Daher sind die Hilfesuchenden darauf angewiesen, dass andere, vertrauensvolle Einrichtungen vorab einen Heilpraktiker unter die Lupe genommen haben: z.B. mit einem stellvertretenden Schnitt seiner Patientinnen und Patienten zu prüfen, wie viel er wirklich erreicht. Genau das versucht der IVH, bevor er die Firma an andere weiter empfiehlt. WDR: Und wie viele gute Heilpraktiker gibt es?

AL: In den letzten 20 Jahren habe ich über tausend so genannte Heilpraktiker getroffen. Hochgerechnet auf die mehr als 10.000 Menschen, die heute in Deutschland als "Heiler" auftauchen, würde ich sagen: Rund 100 sind wirklich hervorragend qualifiziert, nicht mehr - zumindest weit unter 1 Prozentpunkt. Mir sind einige unerhörte Beispiele bekannt - aber im Vergleich zu den Millionen und Millionen von Treffen pro Jahr zwischen Heilpraktikern und Kranken sind sie sehr wenig schwer.

In Zweifelsfällen obliegt die Last des Beweises immer dem Kranken - und weil meist ein Zeuge fehlt, ist es wortwörtlich, also wäre es sinnlos, Anklage zu erheben. Daher rate ich lieber zu verhindern: Wenn es den kleinsten Verdacht gibt, sollte man nicht allein, sondern immer in Gesellschaft zu einem Heilpraktiker gehen. AL: Wie hoch ist die Erfolgsquote der Heilpraktiker?

Können Patientinnen und Patienten realistisch ein "Wunder" wie z. B. eine spontane Remission oder eine generelle Steigerung der Lebenssituation erhoffen? Seit den 1960er Jahren wurden ein gutes Jahrzehnt lang allein im deutschen Sprachraum Befragungen unter Menschen durchgeführt, die bereits bei einem Geistheiler waren. Insgesamt wurden rund 7000 Patientinnen und Patienten aufgenommen.

Die Ergebnisse waren erstaunlich: Zwei Drittel der Patientinnen gaben an, dass sich ihre Symptome dann mehr oder weniger merklich entspannt hätten; etwa jeder Zehnte fühlte sich seitdem völlig verheilt; außerdem sorgen 90% dafür, dass sich ihr Allgemeinzustand, ihr psychischer Zustand und ihre Lebenssituation gebessert haben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass je älter eine Krankheit ist und je mehr Organe beschädigt wurden, umso schlimmer ist die Erfolgsgeschichte der Heiler.

Zweitens: In nahezu allen Untersuchungen wurden die beteiligten Heilpraktiker sorgfältig vorselektiert: Die haben überdurchschnittliche Erfahrung und einen besonders hohen Bekanntheitsgrad. Da gibt es einfach keine "die" spirituellen Heilpraktiker, noch gibt es "die" Journalistinnen, "die" Künstlerinnen, "die" Ärzte. Es gibt wie in jedem Metier nur wenige hervorragende Heilpraktiker, viel Mittelmäßigkeit und viele Nietstellen.

Es ist eigentlich recht klein, durch spirituelle Heilung zu helfen. AL: Ist die Erfolgsquote der Heilpraktiker größer als der Placebo-Effekt? Dies zeigen zum einen mehrere qualitativ hochstehende Untersuchungen, in denen der Patient "geblendet", d.h. im Dunkeln darüber stehengeblieben ist, ob er therapiert wurde oder nicht. Auch damals erreichten einige Heilpraktiker noch signifikante Effekte - zum Beispiel bei Angina pectoris und anderen Herzerkrankungen, Schmerzen, unerfüllter Wunsch, Kinder zu bekommen, auch in fortgeschrittenem Stadium von HIV.

Andererseits deuten viele aufregende Laboruntersuchungen darauf hin, dass einige Heilpraktiker in der Lage sind, niedrigere Tier- und Pflanzenarten, Schimmelpilze und Keime, einzelne Zell- und Zellkomponenten, Fermente, DNA, ja gar Wässer und anderes mineralisches Ausgangsmaterial zu beeinfluss en.

AL: Welche Bedeutung haben die Erwartungen und Einstellungen des Pflegebedürftigen für den Heilungserfolg? Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Pflegebedürftiger in der Regel mehr von Spiritual Healing hat, wenn er von Anfang an für diese Art der Heilung offen ist, dem Heilenden traut und an seine Chancen glaubte. AL: Gibt es Patientinnen und Patienten, die aufgrund von bestimmten mentalen Gebilden oder ähnlichem nicht zu einem Heilpraktiker gehen sollten?

Für manche Patientinnen und Patienten kann sich die qualvolle Idee herausbilden, dass der Heilpraktiker ihnen "negative" Energie schickt, sie mit ihnen verfolgt und sie möglicherweise verletzt. Manche Heilpraktiker schaffen es, solche Sorgen sensibel zu beseitigen - andere tanken sie unglücklicherweise immer noch, zum Beispiel durch magische Allmacht oder spiritualistische Umkehrversuche. Geht man in der Regel bei den ersten Krankheitszeichen oder erst nach einer schulmedizinischen Therapie zum Heilpraktiker?

HW: Es sind keinesfalls nur die eingefleischten Diebe, die zu den Heilerinnen und Heilmethoden gehen, aber auch die Kranken aus allen Lebensbereichen, einschließlich der Ärztinnen und Ärzte, geben es am wenigsten zu. Spirituelle Heilung ist dann der Schlussstrich unter dem Motto: "Was kann ich sonst noch verlier? "Das bedeutet, dass nur sehr wenige Menschen zum Heilpraktiker gehen, weil sie denken, dass sie bereits wissen, dass er mithelfen kann.

AL: Sind die aktuellen rechtlichen Bestimmungen ausreichend, um die Behandlungsqualität für die Betroffenen sicherzustellen? Damals, im MÃ??rz 2004, stellte das BVerfG Geistige Heilpraktiker von der Pflicht zur Ablegung einer HeilpraktikerprÃ?fung frei - zu Recht, weil diese Auferlegung verfassungswidrig war. Seitdem kann aber jeder in diesem Land unkontrolliert als "Heiler" agieren, der die Hilfesuchenden darüber informiert, dass er medizinische Massnahmen nicht ersetzt.

In dieser Hinsicht ist spirituelle Heilung etwas, was in erster Linie die Heilungsszene selbst braucht. Solche Auswahlkriterien sind weder der Besuch von Heilkursen, noch das Bestehen von Pseudo-Tests, noch der Ausschlag von verdächtigen Messgeräten. Es müsste eher anhand einer Repräsentativprobe von Patienten eines Heilpraktikers geklärt werden: Kann er den Gesundheitszustand und die Befunde wirklich positiv beeinflußen?

AL: Wäre eine ärztliche Basisausbildung für spirituelle Heilpraktiker erwünscht? Dies beruht aber auf einem verzerrten Bild der spirituellen Heilung: Ein Heilpraktiker "zielt" nicht mit unklaren Strahlungen auf gewisse Organe oder gestörte Funktion. Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker heilen nicht in erster Linie Erkrankungen, sondern erkrankte Menschen: Sie geben ihnen als Ganzem Anstöße, die bestenfalls selbstheilende Prozesse in die Wege leiten.

AL: Wäre eine psychische Heilung bei der Krankenversicherung in Deutschland denkbar, ja sogar erwünscht? Außerdem macht es die Humanmedizin etwas humaner. Wäre "mentale Heilung" der Titel einer Tablette, die in den Forschungslaboren von Bayer, Ciba oder Novartis entstanden wäre, wäre sie schon lange zugelassen. AL: Warum verursacht das einfache Stichwort "spiritueller Heiler" bei vielen Menschen Angst?

Manchmal gibt sogar das Schlüsselwort "Geist" Anlass zur Sorge. Es ist kein Zufall, dass mich die Patientinnen und Patienten immer wieder fragen, was ich von den so genannten "Geistheilerinnen" denke - als ob ich bereit sein müsste, mit einer unheimlich spirituellen Welt umzugehen, wenn ich mich mit spiritueller Heilung beschäftige.

AL: Wäre eine wissenschaftlichere Untersuchung des Problems der spirituellen Heilung nach dem derzeitigen Wissensstand gerechtfertigt oder erwünscht?

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