Streit in der Partnerschaft

Auseinandersetzung in der Partnerschaft

Doch keine Panik, Experten sagen: Streit ist viel wichtiger, als die meisten Paare denken. von ANGELA MEIER-JAKOBSEN. zusammen gibt es immer die Momente, in denen man seinem Partner den Hals umdrehen will.

Stable Partnership: Wie richtige Streitigkeiten die Beziehungen sichern

Wenn man lange mit einem Lebenspartner zusammen lebt, muss man unweigerlich viele Probleme ausräumen. Bei vielen Männern und bei vielen Menschen, die in einer stabilen Partnerschaft erfolgreich sind, gibt es von Anfang an einen Vorteil: Sie haben in der Regel eine Person an ihrer Seite, die ihnen in gewisser Weise sehr nahe steht, wie zum Beispiel ihre eigenen Ansichten, Zielsetzungen oder Wertvorstellungen zu teilen.

Nichtsdestotrotz argumentieren auch Ehepaare, deren Verhältnis zueinander intakt ist. Zahlreiche Streitigkeiten entstehen durch Kinderbetreuung und Bildung, den partnerschaftlichen Umgang untereinander und die Aufgabenteilung im Haus. Der US-Psychologe John Gottman hat erforscht, wie heftig die Diskussionen das Glücksgefühl von Ehepaaren beeinflussen. Seine ernüchternde Schlussfolgerung: "In laufenden Streitigkeiten schaffen es die Gesellschafter kaum, konstruktiv vorzugehen.

Das heißt aber nicht, dass Ehepaare alle Konflikte vermeiden sollten. Ausschlaggebend für die Güte und Kontinuität einer Partnerschaft sei jedoch nicht das Resultat einer Streitigkeit, sondern die Form, in der sie geführt werde, so Gottman. Seiner Meinung nach sind vier Verhaltensmuster in einem Konflikt besonders gefährlich: ungegenständliche Vorwürfe.

Das Missfallen wird von den Gesellschaftern als allgemeiner Tadel formuliert, z.B. "Du machst nie die Kueche sauber, ich muss immer alles machen" statt "Die Kueche ist nicht ordentlich, das macht mir Sorgen. Die Gesellschafter antworten auf Kritiken lediglich mit Abwehr - ein Ansatz, der nahezu immer Angriffskaskaden und Gegenangriffe zwischen den Beteiligten anstößt.

Dass sie sich gegenseitig wenig achten, zeigt sich zum Beispiel durch pejorative Äußerungen, Spott oder Demütigung. Eine der Partnerinnen entzieht sich der Konfliktsituation, indem sie sich weigert zu reden, demonstrierend zuhört, sich begierig einer Tätigkeit widmet oder gar den Saal verläßt. Langzeit zufriedene Paare hingegen können diese vier Verhaltensmuster in einem Konflikt weitestgehend ausblenden.

In Streitfällen werten sie sich nicht gegenseitig ab - und sie zeigen die räumliche Distanz zur anderen Partei an (oft noch während des Streits): Man umarmt sich gegenseitig, macht lustige Äußerungen oder betont, dass man die Sorgen des anderen versteht. Dieses Verhalten ist für Gottman unerlässlich, um eine langfristige Geschäftsbeziehung zu pflegen. Laut seinen Untersuchungen müssen die Gesellschafter durchschnittlich fünf gute Erfahrungen machen, um beispielsweise eine negative, eine Beleidigung oder eine schmerzhafte Fahrlässigkeit auszugleichen.

Fünftens: Dieses Konfliktrezept nennen die Beziehungswissenschaftler heute die "Gottman-Konstante". Diejenigen, die ihre Lebenspartner ausbilden wollen, ernten in der Regel nur heftigen Widerstand. Glückliche Ehepaare wollen daher nicht jeden Unterschied in ihrer Partnerschaft überwinden:

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