Spiritismus

Spiritismus

Spiritismus (lat. spiritus, spiritus) stellt eine ideologische Variante des Okkultismus (lat. occultus, verborgen, geheim) dar. Spiritismus ist eine Religion, die sich auf die Beschwörung von Geistern konzentriert.

Evolutionäre Zentralstellen für Weltanschauungsfragen in der Schweiz - Encyclopedia

Spiritismus (lat. spiritus, spiritus) ist eine ideologische Form des Okultismus (lat. occultus, versteckt, geheim). Letzteres basiert auf der Präsenz von unsichtbaren, geheimnisvollen und übernatürlichen Kräften und Effekten des Natur- und Geisteslebens und beinhaltet als Oberbegriff unterschiedliche ideologische Ströme und Praxen wie Zauberei, Pendlerverkehr oder Wahrsagerei. Der Kern des Spiritualismus, der zwischen einer materiell-sichtbaren und einer unsichtbaren geistigen Umwelt trennt, ist die Kommunikationstechnik mit den Seelen und den Toten.

Der Spiritualismus in Europa hat im Laufe einer neuen Erwartung nach einer religösen Erneuerung der Erde viele Veränderungsprozesse durchlebt. Im Spiritualismus als Weltbild gibt es verschiedene Wege und Ausprägungen. Die Idee ist von der Idee geleitet, dass die sichtbaren Welten als physisch-materielle Welten von einer reinen spirituellen Welten zu trennen sind, die von Seelen oder den Toten "bewohnt" werden.

Im Allgemeinen sind die Befürworter dieser Weltsicht davon überzeugt, dass eine Verständigung mit dem Jenseits möglich ist. Spiritismus stellt eine Trichotomie der Ethnologie dar: Der Mensch setzt sich aus dem physischen Leib, dem Astralkörper und dem Verstand zusammen. Aus spiritueller Sicht wird Jesus Christus als Brückenschlag zwischen der physischen und der ätherischen Umwelt betrachtet. Letztendlich wird Christus als Modell und Impulsgeber einer neuen Unterweisung angesehen.

Der Mensch kann nach der spiritualistischen Ansicht seine Erlösung letztendlich selbst realisieren. Die Anfänge des modernen Spiritualismus werden traditionell mit dem Erscheinen mysteriöser Klopfgeräusche im Hause des Methodisten John Fox in Hydesville (USA) im Jahre 1848 in Zusammenhang gestellt. Einige Jahre später (1853/54) begann in Deutschland eine spiritualistische Bewegung mit dem sogenannten Table-Backing.

Der bereits ein gutes halbes Jahrtausend früher entstandene Magnetismus wird in der Ideengeschichte als Vorreiter des modernen Spiritualismus angesehen. Das Weltbild, das auf den Mediziner Franz Anton Mesmer (1734-1815) zurückgeht, basiert auf den Erkenntnissen von Heilmagnetiseuren und "Magnetikern": Der Spiritismus blühte in den USA etwa drei Dekaden lang auf. Auch in der zweiten Hälfte seines Lebens hat er in Europa Fuss gefasst.

Bald kristallisieren sich zwei Linien der Tradition heraus: Der Spiritismus stößt nicht nur in kleinen bürgerlichen Verbänden, sondern auch - mit einem wissenschaftlichen Claim - im Großstadtmilieu von München und Berlin auf Anklang. Die moderne Spiritualität war von Beginn an keine Einheitsbewegung. Es gibt neben dem kardizistischen Spiritismus auch den sogenannten bandistischen Spiritismus.

Eine weitere wichtige Unterscheidung zwischen den beiden Seiten ist die Erkenntnis, dass der nordamerikanische Spiritualismus im Gegensatz zum Typus der Romanik der Vorstellung der Wiederverkörperung fern ist. Laut Schätzung beträgt die Anzahl der spirituellen Befürworterinnen und Befürworter auf der ganzen Welt 100 Mio. Menschen. In der Deutschschweiz sind folgende Manifestationen zu unterscheiden: I Vulgärer Spiritismus: Im Mittelpunkt steht die kritiklose Vermutung der geistigen Manifestationen, die - so die Ansicht - durch unterschiedliche okkulte magische Praxis erreicht werden kann (siehe unten).

Experimental Spiritism: Der Schwerpunkt liegt auf der Forschung zu einzelnen Phänomenen, die als wissenschaftliche Forschung verstanden wird; einer davon ist der 1975 in Braunschweig gegründet worden. Offenbarungsgeist: Dazu zählen Weltbilder und Gebräuche, die sich an der Verkündigung von höheren Lebewesen oder Behörden (Gott, Jesus, Engelswesen) ausrichten und Spiritualität und christlichem Glaube zu einem "spirituellen Christentum" verknüpfen wollen.

Dazu gehört die Greberbewegung, deren Anhängerschaft sich im Kreis um die spirituellen Werke des früheren Pfarrers Johannes Greber (1874-1944) versammelt oder sich der geistlich-christlichen Gemeinde mit Hauptsitz in Kindenheim/Pfalz anschließt. Gespenster können sich auf unterschiedliche Art und Weisen manifestieren: durch den Medienmund (Sprachmedien), durch automatisierte Übungen (automatisches Beschreiben, Zeichnen, Komponieren) oder vor allem durch die mechanischen Methoden:

Spirituelle Praxen wie Glasrücken oder Pendlerverkehr im Rahmen des Jugend-Okkultismus erfuhren in den 80er Jahren in Deutschland einen wirtschaftlichen Aufschwung und verstärkten den Bedarf an Beratung in Fachbüros. Spirituelle Praxis spielt heute in der esoterischen Szene eine große Bedeutung, wird aber - wie das PhÃ?nomen des Channelings beweist - auch mehrfach verÃ?ndert.

Es geht also weniger um geistige Kontakte für die Erkundung des jenseitigen Lebens, sondern darum, Botschaften des höheren Bewusstseins oder Engelswesen (Kryon) für den geistigen Himmelfahrtsprozess der Menschen zu empfangen. Im Jahr 2003 wurde in Berlin die "Vereinigung der deutschen Spiritistengruppen " (D. S.V., bis 2005) mit dem Zweck der Verbreitung von Kardec' Überlegungen und Texten ins Leben gerufen.

Die Selbstverständlichkeit der "spiritualistischen Lehre" wird unter anderem von zwei Überlegungen geleitet: "Der Spiritismus ist eine Lehre, die sowohl die Art, den Ausgang und das Geschick der Seelen als auch ihre Beziehung zur materiellen Umwelt untersucht.... Spiritismus erkennt, was Jesus über den verheißenen Trostspender gesagt hat: Wissen über die Sache, indem er dem Menschen erläutert, woher er kommt, wohin er geht und warum er auf Erden ist; er beruft den Menschen zu den wahrhaftigen Grundsätzen des Gottesgesetzes und trösten ihn durch Glaube und Hoffen.

"Gott wird daher als die größte lntelligenz angesehen, Jesus als Weg und Beispiel. Spiritismus kann aufgrund des zeitgenössischen historischen Kontexts seiner Entstehungsgeschichte als ein modernes Erscheinungsbild verstanden werden. Sie ist in ihrer ideologischen Form eine Kritik an der Enttäuschung der Weltöffentlichkeit und letztendlich eine Demonstrationsbewegung gegen eine ausschließlich materialistische Sicht.

In Deutschland konnte er auf virulenten Vorgängertraditionen aufbauen (christlich-mystischer Spiritismus, Faszination, Gedanken Emanuel Swedenborgs). Auf das ungelöste Todesproblem will er empirische Lösungen liefern und verspricht Einsichten in die Jenseitsregion. Wenn der christliche Glauben sich auf das Kreuz und die Wiederauferstehung und das gegenseitige Vertauen bezieht, geht es im Spiritismus um Geborgenheit, beweiskräftige Macht und letztendlich um die Gewißheit, daß der Tode nicht das Ende von allem ist, das durch angebliche Erklärungen aus dem Jenseits gespeist wird.

Der Spiritualismus will im Gegensatz zum Christentum, das auf ein dem Gläubigen offenbartes unendliches Weiterleben im Kreuze und in der Wiederauferstehung Jesu Christi setzt, die Postmortemzukunft des Menschen durch empirische Beweise objektivieren. Spiritismus läuft darauf hinaus, das irdische Reich im Verhältnis zu den Ebenen des Jenseits abzulegen.

Spirituelle Erscheinungen werden immer noch anders bewertet: Gerade für junge Menschen hat das Ausprobieren spiritueller Übungen seinen Charme. Auch wenn sich gewisse Erscheinungen natürlich erklären und "entzaubern" lassen, sollte im Gespräch mit den Betreffenden klargestellt werden, welche Beweggründe zu einer Auseinandersetzung mit spirituellen Praxen führten. In einer langfristigen und besonders intensiv okkulten Praxis droht je nach Beschaffenheit der Persönlichkeit ein Abhängigkeits- und Realitätsverlust.

Vom kirchlichen Standpunkt aus betrachtet, fordert uns die Vielfalt des Spiritualismus auf, die von Christus verheißene Nachricht von der Totenauferstehung und die berechtigte Erwartung des ewigen Lebens in der Predigt und Erziehungsarbeit wieder aufzugreifen.

Auch interessant

Mehr zum Thema