Skatspiel Karten

Skat Spielkarten

3 Mitspieler, 32 Karten und 200 Jahre Historie Eine besonders deutsche Variante? Und wer weiß es nicht - in Pubs und Cafes gibt es immer wenigstens einen Platz, an dem eine Dreierrunde Eislauf oder " Schlittschuhlaufen ", wie es in manchen Gegenden genannt wird. 3 Mitspieler, 32 Karten und ein ausgeklügeltes Reglement, das zahllose Spielvariationen erlaubt - vielleicht ist das der Grund für den Anreiz.

Seit etwa 1810 wird das Skatspiel betrieben - zunächst als Version des alten Schafkopfs, der sich in Deutschland schnell großer Beliebtheit erfreute. Deutsche gelten oft als nicht in der Lage, ihre freie Zeit ungeordnet zu gestalten und streben daher nach Vereinen: Derzeit gibt es in Deutschland rund 600.000 Clubs, 44% der Bundesbürger geben an, Mitglieder zu sein!

Das Skatspiel ist eines der am weitesten verbreiteten Spiele in Deutschland und wird - im Unterschied zu vielen anderen Partien - nicht nur in Privatkreisen, zu Hause oder in Pubs und Cafes, sondern auch in einem offiziellen Umfeld gespielt. 1899 heißt das Jahr der Gründung und ist auch heute noch tätig, auf seiner Internetseite werden über 20 Mio. Skatspieler genannt!

Ähnlich ist es aber mit anderen Spielen wie Mau-Mau oder dem in Deutschland sehr populären Rummy. Schlittschuhlaufen als Philosophengegner? Nicht alle waren vom Triumph des Skatsports in Deutschland begeistert: Während in vielen Orten mehr oder weniger gut organisiert Skatclubs gegründet wurden, übte der Denker Arthur Schopenhauer scharfe Kritik an dieser neuen Art des Zeitvertreibs: "Das Spiel ist der deklarierte Konkurs aller Gedankens.

Die 1788 lebenden Denkenden meinten wahrscheinlich, dass diejenigen, die Karten tauschten, keine Ideen hatten. Naja, vielleicht ist es zu viel, um zu fragen, dass jeder "die ganze Erde als Willen und Phantasie" betrachtet - die Menschen waren auf der Suche nach der schweren Arbeit des Tages und sind auf der Suche nach Erholung und das mit Freude im Poker!

Schiller könnte auch mit seinem wohlbekannten Ausspruch erwähnt werden, dass der Mensch "nur dort ganz Mensch ist, wo er spielt". Denn dieses wurde im Ersten Weltkrieg in den Gräben errichtet, in denen sich die Bundeswehrsoldaten während des Waffenstillstands erholt und mit Kartenspielen abgelenkt haben. Entsprechend wurde das Stück auch in vielen Kriegsgeschichten unsterblich gemacht - allen voran "Nothing New in the West" von Erich Maria Remarque.

Mehrmals wurde der 1898 gebürtige Autor für seine unerbittliche Schilderung des schweren Alltags der gewöhnlichen Frontsoldaten beanstandet - und seine realitätsnahe Schilderung des unverständlichen Zusammenlebens von Kriegshorror und Langweiligkeit, von Angriffen, Artilleriebeschuss und Retreat neben Chats und Kartenspielen faszinieren den Betrachter noch heute: Im Schützengraben und auf den Toiletten wird Rollschuhen geschlittert, ein Margarinendeckel fungiert als Spieltisch, die Zeit läuft fast unendlich und im Hintergund kann man das Dröhnen des Vordergrunds hören.

Im Krankenhaus wird auch geskatet, die Verletzten werden mit Polstern unterstützt und die Idiome schweben durch den Saal - eine groteske Idylle für Männer! Das Skatspiel war für die Berichterstattung über den Krieg ein populäres Thema, um den anscheinend sorglosen Arbeitsalltag der Frontjäger denjenigen zuhause vorzuführen: "Wir haben uns für den Skatsport entschieden: Unzählige Bilder zeigten die Soldatinnen und Soldaten während des Waschtages oder beim Kartenspiel, das tatsächliche Kriegsereignis war nur ein entfernter Untergrund.

Nicht nur die konventionellen Blättchen in den vier wohlbekannten Farbtönen wurden verwendet, sondern auch besondere Patriotenspiele mit Illustrationen des Imperators und seiner Generäle: Tirpitz, Ludendorff, Hugenberg. Diese Partien wurden ausgedruckt und an das Publikum verteilt, die " Kriegskarte " in Hunderttausenden von Stücken; sie wurden unentgeltlich an die Militärs verteilt.

Eine besonders deutsche Variante? Die Skatpartie bewegte sich nicht nur mit den Bundeswehrsoldaten in die Gräben des Ersten Weltkrieges, sondern auch in der weimarischen Teilrepublik. Manche betrachteten es sogar als Symbol des Deutschtums: "Wenn es dem Deutschtum gut geht, dann wird er nicht singen.

Danach geht er Schlittschuhlaufen. Wie so oft schlägt der Bericht das Deutschtum mit einer pointierten Formel so treffend wie kaum ein anderer Dichter. Also ist das Skatspiel wirklich ein besonders gutes Beispiel für eine deutschsprachige Spielweise?

Besitzt der Rollschuh also wirklich den Status eines "immateriellen Weltkulturerbes" aus Deutschland? Als Tucholsky im gleichen Jahr sein Bon-Mot auf ein Blatt legte, kümmerte sich auch ein anderer Artist des Skatspieles um sich selbst: So hat er gezeigt, wie eine der von Tucholsky genannten Skatrunden aussah: In seinem Gemälde "The Scat Players" hat Otto Dix eine geisterhafte Runde von Männern auf dem Gemälde festgehalten: Es wurde Teil einer Reihe von vier Gemälden, die die durch den Zweiten Weltkrieg Behinderten darstellen und als wichtige Arbeiten des früh-verism....

Es gibt drei Skater mit grotesker Deformation, mit gelähmten oder fehlende Gliedmassen, mit Metallbacken, Holzgelenken, verdrehten Hörrohren, Holzbeinchen, die beinahe im Wirrwarr von Stuhl- und Tischbeinen versinken, und anderen unsinnigen Zahnersatz, und mit Militärbefehlen, die in diesem Lichte ziemlich abwegig sind. Wie die Enkelkinder auf der ihm geweihten Internetseite berichteten, konnte der 1864 in München gebürtige Musiker nur richtig abblenden.

Das Skatspiel hat er in eine seiner Arbeiten integriert. Im zweiten Teil in Wien, wo er für ein musikalisches Verlobungsgespräch unterwegs war, setzt er sich zum Skat: Das Piano begleitet das Kartenschieben, Storch preist seine fröhliche Hochzeit.... - als gerade das Telegramm seiner Ehefrau Christine kommt: "Wir sind für immer getrennt!

"Die Arbeit wird als eine der am meisten verkannten Klanggedichte Strauss' angesehen und relativ wenig aufgeführt - aber das liegt sicher nicht am aufregenden Skatspiel! Der Ausflug in die Kulturhistorie des Skatens wird nun im folgenden Abschnitt wieder etwas dunkler: Wer sich mit der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit nach 1945 beschäftigt, kommt an Günter Grass und seiner Zinntrommel nicht vorbei - und auch hier wird Schlittschuhlaufen betrieben!

Einer der wichtigsten Schauplätze ist die nationalsozialistische Besetzung der Gdañsker Pfosten - am Tag des Zweiten Weltkriegs, dem Tag des Überfalls auf Polen, am Tag des Ausbruchs. "Oskar verrät seinem Kumpel Jan Bronski in dieser Situation, dass er reden und skaten kann!

Allerdings verliert das Spielgeschehen durch äußere Einflüsse die Kontrolle, Jan Halluzinationen, errichtet ein Haus aus Karten und die später von Oskar gefundene Skat-Karte verrät den Mordort. Günter Grass' Skatspiel hat diese dunkle Symbolkraft - und der große Autor hat es auch genossen, ein privates Skatspiel zu spielen!

Aber nicht nur im Belagerungspostamt in Danzig, sondern auch in den Zügen der Militärs, in den Positionen und später auch in den Kriegsgefangenenlagern des Zweiten Weltkrieges hatten die Bundeswehrsoldaten immer ihre Tickets dabei. Bei einer Vielzahl von Werken, die sich mit dem Kriegsalltag der Kriegssoldaten beschäftigen, kommt neben den neben den Kämpfen erhaltenen privaten Freiplätzen immer wieder das Thema des Skatspieles zum Vorschein.

Ein Erfahrungsbericht aus der Region Varranger, Norwegen, beschreibt den Lebensalltag der Marinesoldaten: "Naja, aber so bist du wieder an Board gekommen, andere Leute haben nach der Arbeit Schlittschuhlaufen gespielt" Das Kartenspiel mit den 32 Karten hat die Soldatinnen nicht nur nach Norwegen, sondern auch nach Nordafrika begleitet, so der Maschinenkorporal Günter Hille, # No.

Meistens haben wir im Festzelt Schach oder Skaten verbracht. "Auch die in ihrer Heimatregion zurückgelassenen Zivilpersonen verloren ihre monotonen Wartezeiten bei Bombenanschlägen, Nachtwache und dergleichen. Die beiden hatten Schlittschuhe und waren erst später in ihre Betten kriechen. Noch vor wenigen Augenblicken haben sie noch Schlittschuhlaufen getrieben.

"Unter dem Bildtitel "Skat unterm Stacheldraht" wurde 2009 ein dokumentarischer Film mit dem MDR koproduziert, der seinen Anfang in einem bekannten Zwischenfall fand: 1981, während der Arbeit am Grenzband, kam es zu Gesprächen zwischen Bauarbeitern und Grenzschutzbeamten - und dann zum Mitspielen. Eine Partie wurde rasch zu wiederholten Begegnungen - weg von der großen Politk, weg von den Politikdiskussionen, weg von der angeblich unüberwindlichen Opposition zwischen Orient und Okzident.

Skat ist auch ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Außenpolitik - jedenfalls als attraktiver Freizeit- und Geistessport für die politische Auslese. Ist es ein glücklicher Umstand, dass zwei deutsche Präsidenten als leidenschaftliche Skater angesehen werden? Johannes Rau, der 1999 in das oberste Bundesamt gewählt wurde, war auch dafür bekannt, drei Mal pro Woche in einer Gaststätte in seiner Geburtsstadt Wuppertal Skat zu spielen - es sei denn, er war durch seine politische Tätigkeit daran verhindert und auf Reisen. 2.

Zu den bekanntesten Skatern der Bundesrepublik zählen Klaus Töpfer, Oskar Lafontaine, Bernhard Vogel und Gerhard Schröder - obwohl dieser im Skatspiel ein ziemlich moderater Strategen ist! Bei unserer Rundfahrt durch die Kulturhistorie des Skatsports darf natürlich der bekannteste Repräsentant des bürgerlichen Deutschtums nicht fehlen:

Loriot, der eigentlich Viktor von Bülow heißt, hat die Besonderheiten des Bundesbürgers mit einem unbestechlichen Gesichtsausdruck erkannt und mit Liebe mitgenommen. Die Kurzskizze, in der Herr Vogel und Herr Dr. G. Striebel vom Skatspiel von Herr Moosbach in die reine Hoffnungslosigkeit gestürzt werden? Am Anfang des Dramas steht der von den Zuschauern oft zitierte Dialog: "Spielst du Skat" " "Nicht im Moment" Ob du einen guten Unterschied zwischen Jungen und Frauen machen kannst, ob du selbst einen Jungen hast und auch den Schnitt kennst - all das kann man nicht in textlicher Form zurückgeben, du musst das Orginal ansehen und zuhören.

Zum Schluss wollen wir jedoch den klugen Spruch von Loriot in seinen liebend gern gemalten Figurenköpfen zitieren: "Spielen - richtig verstehen - ist etwas Schönes".

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