Rituale

Bräuche

Die Rituale haben gemeinsam, dass sie ohne viele Worte für sich selbst sprechen und das ausdrücken, was schwer mit Worten auszudrücken ist: Meistens sind es Gefühle. Hier erfahren Sie, welche positiven Auswirkungen Rituale im (Tages-)Leben haben und wann Rituale in Frage gestellt werden sollten. Die Rituale geben Sicherheit, denn diese entsteht auch durch Wiederholungen und Muster, auf die sich das Kind verlassen kann. Die Rituale geben uns Sicherheit und Geborgenheit. Im Abschnitt "Zwischen Welten - Rituale" erfahren Sie mehr über Sinn und Zweck von Ritualen.

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Eine Rituale (von lateinischen ritualis'über das Ritual', rituell) ist ein formaler und oft feierlicher Akt mit einem hohen symbolischen Gehalt, der sich nach bestimmten Richtlinien vollzieht. Eine feste Zeremonie (Ordnung) von Riten oder rituelle Aktionen wird als ritueller Akt beschrieben. Die Rituale sind ein Wechselwirkungsphänomen mit der Umgebung und können als regulierte Kommunikationsprozesse beschrieben werden (vgl. Walter Burkerts Definition[1] des Begriffs rituelles Handeln).

Gleichzeitig finden sich Rituale oder Rituale auch auf der Stufe des Individualverhaltens (persönliche Rituale, Autismus, Zwangshandlungen). Gewöhnlich ist ein solches rituelles Ereignis kulturbedingt. Laut Carel van Schaik und Kai Michel sind die rituellen Handlungen hauptsächlich veränderte Alltagsaktivitäten, die sich um das Ernten und Füttern, den Austausch oder das Fest drehen.

2] Durch die gemeinsame Ausführung haben viele Rituale auch einen einigenden und integrierenden Charakter und unterstützen den Zusammenhalt der Gruppe und das Verständnis zwischen den Subjekten. Rituale unterstützen und orientieren durch vorgegebene Aktionssequenzen und bekannte Symbolik. Der Ritus erleichtert die Auseinandersetzung mit komplexen Lebensweltsituationen, indem er "hochgeladene, krisenartige Geschehnisse durch Wiederholung in Routineprozesse verwandelt"[3].

Rituale machen es leichter, mit der Umwelt umzugehen, zu entscheiden und zu kommunizieren. Rituale beschreibt der Philosoph Christoph Türcke in diesem Kontext als Repetitionsstrukturen und sprach von "geronnener, abgesetzter Wiederholung"[4], die es dem Menschen erlaubt, die Umwelt aufmerksam zu verstehen. Dies schliesst nicht aus, dass Rituale zweideutig oder fehlerhaft interpretiert werden können.

Die Rituale erlauben auch die sinnbildliche Behandlung grundlegender Fragen der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Strebens nach Geborgenheit und Ordnung, des Wissens um die eigene Mortalität oder des Glaubens an eine überirdische Realität (z.B. durch Freundschafts- und Zustandsrituale, Bestattungsrituale, Bestattungsgegenstände). Solche Rituale sind daher Ausdrücke für die Bedingung des humanen, des Selbstvertrauens, der sinnbildlichen Konstitution menschlicher Handlungen und, nach Ansicht einiger Anthropologen (wie Helmuth Plessner[5]), einer gewissen "Prädisposition" (um es kurz zu sagen) der Menschenreligion.

Rituale beziehen sich in der Ritualverehrung der Göttlichkeit (besonders in der regelmäßigen Wiederholung von Opfern) auf das menschliche Verlangen, eine als bedroht empfundene existentielle Welt und Ordnung wiederherzustellen. Rituale haben neben ihrer Symbolfunktion auch instrumental-pragmatische Aufgaben, d.h. zielgerichteten Charakters (z.B. Rituale der Herrschaft, des Rechts, der Befriedung). Cyclische Rituale, die dem Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreskalender entsprechen (z.B. das Aufwachritual, die Sonnenwende, etc.); Lebenszyklus-Rituale, z.B. Einführungsrituale ("Initiationsrituale") (bei Geburt, Männlichkeit, etc.).

Rituale, die in gewissen Krisensituationen (z.B. Todesfall, Hunger, etc.) eingesetzt werden; Wechselwirkungsrituale, die im Zusammenhang mit gewissen Interaktionsmustern wie dem Begrüßungsritual, Ritualen der Körperdistanz oder dem Teetrinken (z.B. der japanischen Teezeremonie) wirksam werden.

Rituale sind oft an Plätze und Plätze geknüpft. Bei der Durchführung des Gottesdienstes sind neben bestimmten Abzeichen, Kleidungsstücken und Sprachen auch gewisse Bewegungsformen, non-verbale Zeichen, Gesten usw. von Bedeutung. Einige Rituale sind in ihrem Verlauf äußerst formell und bestimmt, andere hingegen sind durch eine höhere Offenheit für Formen gekennzeichnet. Rituale, die nur von den "Eingeweihten" begriffen oder geübt werden können, können auch dazu beitragen, die "Unwissenden" auszuschließen oder zu kontrollieren.

Besonders die magischen Rituale und Sekten oder geheimen Lehren sind von solchen elitär oder geheimnisvoll geprägten Praktiken durchdrungen. Aber auch die in vielen Kulturkreisen geübten schamanischen Rituale, um die Seelen von Tier, Pflanze oder Totem anzurufen oder zu beschwören, sind meist nur ausgesuchten Schamaninnen oder Heilerinnen bekannt. Die modernen Berufe nutzen auch rituelle Formen der Kommunikation.

Rituale wirken bisweilen negativ, werden als abgenutzt, veraltet, bedeutungslos oder unproduktiv wahrgenommen und anschließend einer kritischen Prüfung unterzogen. Wenn Rituale durch gegensätzliche rituelle Handlungen gelöscht oder abgebrochen werden, wird von einer Invertierung des jeweiligen Kultes gesprochen. Menschliches Opfer und ritueller Mord sind eine Form des Ritualmordes. Der katholische Kirchengottesdienst in Riga: als Ritualbau ist speziell dafür konzipiert (Lichteffekte, Mobiliar etc.).

Das Verfahren des Potenzierverfahrens in der Homöopathie, das eine gezielte Erhöhung der gewünschten Effekte fordert, aber wissenschaftlichen Befunden und dem Grundsatz der Evidenz-basierten Heilkunde widerspricht, folgt einem genau definierten Verfahren und wird als "Ritual" bezeichnet. 11 ] Somit ist sowohl die Produktion als auch die alltägliche Aufnahme von Kügelchen eine alternative medizinische Behandlungsmethode, bei der Rituale ein wesentlicher Teil sind.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis mit seinen definierten wechselseitigen Erwartungshaltungen, Aufgaben, Prozessen, Hintergründen und Zeichen hat einen übergreifenden rituellen Charakter, dessen Einfluß in der Placebo-Forschung festgehalten wird. Rituale sind Gegenstand einer Vielzahl von Gesellschaftswissenschaften, darunter Völkerkunde, Sozialwissenschaft, Soziologie, Pädagogik, Religions- und Politikwissenschaft. Historische Forschung beschäftigt sich mit der systematischeren Erforschung historischer Rituale unter dem Stichwort Symbolik.

Völkerkundlich wahrnehmbare Rituale sind oft eine Einführung in das Studium von Stammes-Kulturen. Rituale können in allen Kulturen beobachtet werden. Rituale der Macht, der Unterwerfung oder des Kampfes erlauben es zum Beispiel, soziale Rankings zu klären oder zu festigen und zugleich verlustbehaftete körperliche Konflikte innerhalb der Gemeinschaft zu verhindern (vgl. Ritualisation im Tierreich). Übergangsrituale werden verwendet, um den Zugang zu übergeordneten Ebenen innerhalb einer sozialen Rangordnung zu regeln.

Rituale unterliegen einem stetigen Wechsel. Auf diese Weise können beispielsweise die modernen sozialen Rituale in sozialen Zusammenhängen wie z. B. in den Bereichen des Sports, des Personenkults, der Jugendkultes und der Werbebranche erkannt werden. Die Rituale sind Kommunikationshandlungen innerhalb einer Gemeinschaft, bei denen die Betroffenen in der Regel Absender und Adressat der mündlichen Beiträge sind (Autokommunikation).

Die Rituale haben im vielschichtigen Gefüge der verschiedenen sozialen Interaktion in der Krippe oder im Kita die Aufgabe, dem Kleinkind Schutz und Schutz zu geben. Die Rituale gliedern den Arbeitsalltag im alltäglichen Leben. Die neuere Pädagogik, vor allem in der Primarschule, arbeitet immer häufiger bewußt mit Riten, um den Schulunterricht zu gestalten und lebendiger zu gestalten.

Rituale waren in der Vergangenheit auch im Schulleben üblich (z.B. Stehen, wenn der Kursleiter das Klassenzimmer betreten hat; Morgengebet). Rituale haben auch in der politischen Praxis immer eine wichtige Bedeutung gehabt. Jahrhundert: die Umzüge in Moskau am I. Mai, der " Salut der Römer " der Italiener, die " Fahnenweihe " der Nationalsozialisten am I. Nov. und vieles mehr.

In seinem Klassiker der Politikkommunikationsforschung hat der amerikanische Politikwissenschaftler Murray Edelman (1919-2001) die Bedeutung der Rituale für die politische Kommunikation hervorgehoben[14], der Ansicht, dass die modernen Demokraten Rituale auch für Propagandazwecke nutzen. Dabei geht es vor allem um die "mythisierende" Verwendung von Zeremonien, d.h. den Austausch des tatsächlich erforderlichen oder geforderten Politikgeschehens durch rituelle (Schein-)Maßnahmen und Diskussionen, die nur den Anschein vermitteln, dass etwas passiert, obwohl die zugrundeliegenden Fragen in der Realität nach wie vor ungeklärt sind.

Damit können Wahlberechtigte durch "rein symbolische" Rituale (im Sinn von öffentlichen Auftritten, Verlautbarungen und fiktiven Handlungen) erreicht oder davon überzeugen werden, auch wenn die eigentliche Wahlpolitik ihren eigenen Belangen nicht oder nicht in dem vermuteten Umfang gerecht wird. So wird das "Ritual" in Edelmans Begriffsbestimmung zu einer Form von "Selbstzweck" der politischen Arbeit.

Für Gregor Goethals ist der Fernseher eine Form der Anonymisierung. Das Rituale im Alter Europa 800-1800. Verzeichnis zur Sonderausstellung vom 21. Sept. 2008 bis einschl. 17. Januar 2009 im Kunsthistorischen Museum Magdeburg. Die Ritualwelt: Claus Ambos, Stephan Hotz, Gerald Schwedler, Stefan Weinfurter (Hrsg.).

Wissenschaftsbuchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-18701-6 Andréa Belliger, David J. Krieger (Hrsg.): Ritual-Theorien. Der Westdeutsche Verlagshaus, Deutschland 1998, ISBN 3-531-13238-5 und Peer Pasternack (Hrsg.): Rituale. Sinnbildliche Übung an Universitäten. Leipziger Künstler John Marshall Carter, Arnd Krüger (Hrsg.): Ritual und Rekord: Sportliche Rekorde und Quantifizierung in vormodernen Gesellschaften.

Greenwood, 1990. ISBN 0-313-25699-3. Burckhard Dücker: Rituale. Einführungskurs in die Ritualwissenschaften. Maria Douglas: Ritual, Symbolismus, Tabus und Körper. St. Fischer, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-10-815601-2 Marian Füssel: Gelehrte Kultur als Symbolik. Rank, Ritual und Konflikte an der Hochschule der Neueren Zeit. Der Ritus und die Darstellung von Macht in den Künsten und der Massekultur, in: Theorien.

Einführungshandbuch, Andréa Belliger und David Krieger (Hg.), Ueli Hostettler, Judith Hangartner, Anja Sieber Egger, Angelica Wehrli (Hg.): Alltag und Ritual: Statusübergänge und Ritualisationen in gesellschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen. Der Seismo Verlag für soziale wissenschaften und gesellschaften fragen, Zurich 2012, ISBN 978-3-03777-117-4 Daniel B. Lee: Ritual and the Social Meaning and Meaninglessness of Religions.

Sozialwelt 56 (2005), H. 1, ISSN 0038-6073, S. 5-16 Lukas Radbruch, Rituale und Gehirnforschung. In : Leidenfaden, Jahresgang 2, 2013, S. 10-13 Royal A. Rapaport: Rituel und religiöse Bildung der Menschheit. Die Cambridge University Press, Cambridge et al. 1999, ISBN 0-521-22873-5. Victor Turner: Das Kult.

Ritual und Ausdruck. Die Beziehung zwischen Reden und Tun in Bräuchen. 1984. in Tübingen 1984. in: Michaela Bauks, Klaus Koenen (ed.), Das Wissenschaftliche Buch ellexikon im Netz (WiBiLex) 2010. ? in: W. Burkert: Homo necans (1972), p. 31-39. ? The diary of mankind. Media - Ritual - Glaube.

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