Phasen einer Krise

Krisenphasen

Selbst der beste Plan und das spannendste Projekt ist vor ihm nicht sicher: die Krise. Phasen einer Krise Der schöpferische Prozess steht in engem Zusammenhang mit dem Ablauf einer Krise, da es wie in einer Krise darum geht, eine Blockade aus Furcht aufzulösen, indem man dem Altem, it loslässt, entkommt, um neue Möglichkeiten und Möglichkeiten zu entdecken, die dann in der Regel zu einer Bewusstseinserweiterung führen.

Wie der kreative Prozess lässt sich auch die Krise in vier Phasen einteilen, die sich in unterschiedlichen Krisenformen nur geringfügig voneinander abheben. Die Phasen gehen bei über aufeinander zu und sind aufgrund ihrer Überlappung oft nicht eindeutig voneinander zu trennen. Und es kommt vor, dass sich Phasen wiederholt, als ob man die selbe Stufe ein zweites Mal auf einer höheren Ebene erlebt.

Nachfolgend werde ich die Phasen einer Krise am Beispiel der trauernden Krise vorstellen (Kast, 1989, S. 101f): I. Etappe des ânicht wahren Wollensâ Oft wird diese Etappe danach kaum noch in Erinnerung behalten, ihre Länge schwankt zwischen Stunde, Tag und Woche. - Dieser Abschnitt ist schwierig zu verkraften, da die Gefühle, die man nicht gewöhnt ist und vorher abgetrennt hatte, nun wie eine Woge über zusammen stürzen.

Man muss das Durcheinander dieser Gefühle ertragen und nicht auf verdrängen gehen, um die Krise an bewältigen zu richten. Die Überwindung des Höhepunkts der Krise erscheint als der ausschlaggebende Faktor, der viel Stärke abverlangt. Aber auch nach dieser und der dritten Stufe stellt die vierte Stufe Ansprüche an den Betreffenden, die nicht immer leicht zu erfüllen sind.

Eine Krise ist also nur eine Gelegenheit für eine rasante Weiterentwicklung, die es zu nutzen gilt. Andere Verfasser teilen die Krise ebenfalls in vier Phasen ein, wie zum Beispiel Cullberg (1978). Die Krise wird von ihm als ein aus vier Phasen bestehender Prozeß dargestellt, der weitgehend den Phasen von Frau Kast entspricht:

Fünf Phasen der Krise

An die fünf Phasen der Kummer von Elisabeth Kübler-Ross? Der schweizerisch-amerikanische Psychiater hatte in den 1960er Jahren mit 200 Toten gesprochen und fand heraus, dass Menschen immer wieder dieselben fünf Geisteszustände durchlaufen, wenn sie sich verabschieden müssen: Auf Wiedersehen sagen: eins - Unwissenheit, zwei - Wut, drei - Verhandlung, vier - Depressionen, fünfte Duldung.

Wie wenn Deutschland um seine schließlich verloren gegangene "Homogenität" trauert, geht der gesellschaftliche Dialog in einer Form kollektiver Selbstbehandlung durch. Vom Ärger über die Verhandlung bis zur Niedergeschlagenheit ist alles vertreten: Eine wirkliche Anerkennung der Lage ist nicht in Aussicht. Gerade zu Beginn der Krise wurde oft behauptet, die Fluechtlinge seien nicht unser Thema, sondern nur das der Anrainerstaaten.

Das Dublin-Verfahren sollte lediglich angewendet werden, indem Fluechtlinge nach Griechenland und Italien zurueckgeschickt werden. Glücklicherweise haben wir diese Etappe anscheinend allmählich abgeschlossen: Den meisten Menschen ist klar, dass die Fluechtlinge nirgendwo hingehen. In der nächsten Etappe ist es aber nicht schöner. Mittendrin sind wir noch in dieser Zeit. Die Verhandlung ist die Domäne des Bundeskanzlers und zumindest ein ganzer Schritt vorwärts.

Doch auch Elisabeth Kübler-Ross weist darauf hin: "Verhandlungen sind nur eine Strategie im Umgang mit der überstrapazierten Seele - eine elegante Selbsttäuschung. Bisher lief es wie folgt: "Wenn wir bis zum nächsten Jahr überleben können, wird sich das durchsetzen. "In der Zwischenzeit haben wir jedoch festgestellt, dass die Fluechtlinge unseren Gespraechen mit uns selbst nicht zuhören.

Man kann mit anderen Menschen handeln, aber man muss den Menschen eine andere Möglichkeit einräumen. Andere Staaten wollen uns keine Fluechtlinge wegnehmen. Gibst du das Versagen aller Taktiken zu, erkennst du deine eigene Ohnmacht, kommt das Werfen, wie Heidegger sagt, zwangsläufig zur Niedergeschlagenheit. Aber auch diese Etappe ist gefährlich: Depressionen lähmen und blockieren den Blick auf andere Handlungsmöglichkeiten.

Aber auch die Asylbewerber werden einmal ihre Kräfte einbüßen, wenn sie so langsam weiterbearbeitet werden, dass sie nach monatelanger Arbeit immer noch im Haus sind. Kummer, anders als Depressionen, kann reinigen: so ist es besser für alle, eine Weile zu weinen und ihre Empfindungen auf eine gesundheitsfördernde Wirkung zu entfalten. Wir werden es dann eines Tages bis zur letzten Etappe durchziehen.

Akzeptieren heißt, einen tiefen Atemzug zu nehmen, zuzugeben, was die neue Lage mit sich bringen wird und nicht gegen ihre Konsequenzen zu rebellieren.

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