Pendeln Lernen Kostenlos

Kostenloses Pendeln

Pendel-Orakel der Spiritualität. Esozialismus, kulinarische Genüsse und Photoshop Die Ausrüstung dafür bekamen wir bei den Oberwilern in einem Shuttlekurs - und stießen dabei auf sympathische und lebendige Bänke. Dazu habe ich mich für einen der beiden Lehrgänge in Oberwil eingeschrieben. Weil ich pendeln kann und natürlich nur von den Besten im Dienste eines begründeten Journalisten lernen will.

Seit 40 Jahren arbeitet Anton Styler, ein Baumeister aus Oberägeri, auf diesem Gebiet - er ist eine Art Meister der Tensoren und des Rutenlaufs. Die Firma ist bekannt für die Erkennung von Wasservenen oder magnetischen Störfeldern im Haushalt und findet manchmal ein fehlendes Jungtier. Mir stehen ein Drehbuch und ein Spannmittel gegenüber: eine Messingspirale mit Drahthalter.

Erste Aufgabe: Wir pendeln Objekte. "Die Leiche ist auf alles eingestellt", sagt Anton Stiger. Ich lege die Messingspirale zwischen die Hände und das Objekt und stelle fest, in welche Richtungen der Sensor auslenkt. Das Trennen von Ausschlägen in der Vertikalen zeigt an, dass er sie nicht bräuchte. Industrielles Flaschenmineralwasser ist abgestorben und wird vom Organismus kaum jemals gutgeschrieben.

Allerdings lenkt der Sensor wieder horizontal ab: Wahrscheinlich, weil ich ihn am Morgen am Wasserhahn gefüllt habe, "immer noch der Beste", so Styger. Er reißt und trennt sich. Praktisch am Pendeln ist, dass es leicht ist, einen Anlass zu finden, wenn das Ergebnis unvorhergesehen ist. Letzteres kann behoben werden: Styger rät uns, kurz auszusteigen und uns hineinzureden.

Jetzt redet er über geomantische Verhältnisse, über Wasservorkommen und magnetische Felder, die die Welt wie ein Gitter bedecken. Damit man sie sehen kann, schnappt er sich ein gebogenes Drahtstück: "Es ist leichter mit der Stange", sagt er und läuft im Klassenraum herum, die Stange ruckelt alle paar Zentimeter heraus. Warum aber pendeln wir mit dem Messingsensor, wenn ein Drahtstück genügt?

"Bei der Tensorik geht es genauso", sagt Styger. Man müsste sich nur fragen, ob magnetische Felder vorliegen, und das entsprechende Schwingen des Pendels. In den Kursen in der Region wird ein bunter Veranstaltungsmix zu den Themen Genuss, Lebensfreude, Vermittlung, Psychologie, Vermittlung und Umwelt geboten. Streng genommen bezieht sich "Oberwil Courses" auf das Seminar- und Lehrangebot der Freizeiteinrichtung in der Nähe von Zürich.

Jetzt wird versucht, einen höheren Wissensstand zu erlangen und zum "mentalen Pendeln" überzugehen. Wir haben den hölzernen Griff am Sensor gegen einen Messing-Griff ausgetauscht. Man fragt sich zum Beispiel, ob unser Organismus zu wenig Sauerstoff hat oder ob wir eine Beziehung zu unseren Vorfahren haben. Wir haben diese Fragestellungen im Drehbuch gedruckt und tragen eine Form von aktuellem Tester, der mit dem Sensor verknüpft ist, auf der Textpassage.

Laut Styger hat das Schriftliche Kraft - was ich als Schriftsteller natürlich gerne glaube. Um die Frage beantworten zu können, müssen wir den Sensor in eine Fundamentalschwingung bringen. Die Problematik beginnt mit der Kalibrierung des Messpendels. Man lernt, wie man seine Chakren schwingt oder wie man mögliche Rückenbeschwerden interpretiert.

Er kann auch Zauberei und Geister erkennen. Fasziniert lauschen die neuen Pendler aus dem Züricher Unterland und aus dem St. Galler Rheintal, wie Anton Styger von seinen Treffen in der Mittelwelt berichtet und zeigt rund um Bilder, auf denen Teufel in Blasenform und Lichtblitzen als Wanderseelen zu betrachten sind.

Ein Universum christologischer Versatzstücke, Wiedergeburtsglauben und esoterischer Konzepte öffnet sich, das sich in mehreren Bücher ausbreitet, mir aber vollkommen unbekannt ist. Es wird mir zu farbenfroh und ich spiel den Partyknaller, indem ich eine öde Anfrage über Wasservorkommen und Mangelfelder sende. Und dann ist die Sache vorbei.

Balance: Ich habe das physische Pendeln nach dem Einsteigerkurs unter Kontrolle, das geistige Pendeln wollte nicht richtig ablaufen. Mit den einführenden Wörtern, die Martin Meier, Leiter der Oberwil Courses, zu Anfang der Tagung an uns Teilnehmer richtete, tröstet es mich: Pendeln ist wie Klavier spielen, sagte er.

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