Mitleidskrise

Krise des Mitgefühls

Als Midlifecrisis bezeichnet man einen psychologischen Unsicherheitszustand im Alter von etwa 40, 45 bis zum Beginn von 50 Jahren. Anders als bei Geisteskrankheiten (siehe Geistesstörung ) im engen Sinn gibt es keine klare Unterscheidung zum natÃ?rlichen, heilen Leben der Seele auf der einen Seite und zu spezifizierten GeistesstÃ?rungen des Erwachsenseins auf der anderen Seite.

1957 prägte der kanadische Analytiker Elliott Jaques den Ausdruck "Midlife Crisis" und meldete der British Psycho-Analytical Society über Erkrankte, die mit 30 Jahren feststellten, dass sie die Nahrungskette überquert hatten. Ich befand mich in der Hälfte meines Lebenszyklus in einem finsteren Wald, weil ich mich auf dem richtigen Weg verloren hatte; die Werke der Publizistin Gail Sheehy waren für die Weiterverbreitung des Begriffes aus den 1970er Jahren, darunter das in viele Fremdsprachen übertragene 1974 "In the middle of life", von Bedeutung Da der Ausdruck nicht als Geisteskrankheit zu bezeichnen ist, ist der Fachausdruck "Symptome" hier nicht wirklich angebracht.

Ganz andere Symptome werden als Zeichen einer Midlife-Crisis genannt. Das Risiko, dass sich die Zeichen einer Midlife-Crisis mit den Zeichen einer Geisteskrankheit im wahrsten Sinn des Wortes überschneiden, ist hoch (siehe unten). Wenn aus dem Stress keine Geisteskrankheit entsteht, verlassen die meisten Menschen diese Lebensphase mit dem Eindruck verstärkter Innenreife und bewussterer Lebenseinstellung.

Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Menschen sich in einer seelischen Lebenskrise befinden, die man als Midlife-Crisis bezeichnen könnte. In Ermangelung von standardisierten und allgemeingültigen Maßstäben und der unzureichenden Unterscheidung von normalem und pathologischem Geisteszustand können die epidemiologischen Daten nicht mit Sicherheit erhoben werden. Weil der Ausdruck oft analog und bis zu einem gewissen Grad von den Menopausen bei der Frau im Zusammenhang mit biologischer Veränderung in der Nahrung abgegrenzt wird, ist die alltägliche Verwendung des Begriffs sehr auf das Männergeschlecht ausgerichtet.

Das Konzept der Midlife Crisis basiert auf der Vermutung, dass die meisten Menschen ihre Existenz auf ein Ziel des Lebens gründen. Trotz aller individueller Unterschiede werden die Möglichkeiten, das eigene Lebensinhalt in der Ernährung zu erreichen, oft überdacht, was auch zu Unzufriedenheit und Unsicherheit über die eigene Persönlichkeit (Rolle in Haushalt, Arbeit, Soziales etc.) im Sinn des Wortes führt.

Mitten im Leben " kommen oft stressige Lebensgeschehnisse (eingeschränkte physische und psychische Leistung, Erfahrungen von Trennung und Verlust, siehe unten) zusammen. Auf der anderen Seite, besonders in der relativ gesehenen Zeit, ist die Lebensmittelmitte ein Wendepunkt: Während sich der Jugendliche seine restliche Lebensspanne als ein Vielfaches des bereits Erlebten vorstellen kann, wird die Idee der Restspanne in Bezug auf die bereits gelebte Zeit in der Nahrung deutlich gekürzt.

Ein möglicher Grund für eine Midlifecrisis kann aber auch der nun eindeutig erkennbare physische Alterungsprozess sein. Noch nicht so anschaulich wie in der Kindheit und Jugend sind die Entwicklungsphasen der Mentalentwicklung im Erwachsensein von Wissenschaftlern beschrieben worden. Er faßte die Bereiche Konfliktintimität vs. Isolierung im jugendlichen Erwachsensein, Fruchtbarkeit vs. Selbstverkapselung im Mittelalter und Integrität vs. Hoffnungslosigkeit im höheren Lebensalter als psychologische Aufgabe zusammen, die in jedem Lebensabschnitt zu bewältigen ist.

Die Phasen der psychologischen Entwicklungsphase im Erwachsensein lassen sich aus heutiger Perspektive jedoch trotz aller Bemühungen nicht so zuverlässig unterscheiden, wie es mit der Psychobiologie des Kindes möglich ist, da der Rhythmus weniger von begrenzten biologischem als von offenem sozialpsychologischem Zustand abhängig ist und die Reifeprozesse der Erwachsenenpersönlichkeit auf sehr unterschiedliche Weise in sehr unterschiedlicher Weise ablaufen.

Ein häufiges Thema in der Auseinandersetzung mit dem Thema Midlife Crisis und in der Psychologieforschung zur Erwachsenenbildung sind auch Rollen- und Identitätsveränderungen von Menschen (nach Erreichung des Status eines Menschen ab etwa zwanzig Jahren). Bislang wurde der Ausdruck in der Klinikpsychiatrie und ihren Diagnosesystemen nicht verwendet. Anders als bei den meisten eingestuften Geisteskrankheiten ist die Begriffswahl eine von Experten umstritten diskutierte Zuordnung zu Beginn, Verlauf und Erkrankung.

Therapeutisch gesehen ist es unerlässlich, zwischen klassifizierbaren und behandelbaren psychischen Erkrankungen zu unterscheiden, die in jedem Alter des Betroffenen auftritt. Nichtsdestotrotz darf eine Abkehr vom Konzept der Midlife Crisis nicht darüber hinweg täuschen, dass viele medizinisch gut geschilderte seelische Erkrankungen auch im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lebenslage bewertet werden müssen, d.h. auch die Zustände der Mitte der Lebensphase müssen gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Beispielsweise kann ein schützender Schutzschild für weibliche Sexualhormone bei bestimmten seelischen Erkrankungen als erwiesen angesehen werden. Demgegenüber sind die verfügbaren Daten über den Effekt eines langsameren Rückgangs des Testosterons bei Männern in mittlerem Lebensalter nicht ausreichend aussagefähig, um die Erheblichkeit einer bestimmten mentalen Verfassung nachzuweisen. Die in diesem Lebensabschnitt immer häufiger auftretenden Prozesse der Entmischung und Loslösung (Trennung von Kindern, Entbindung vom Lebenspartner, Todesfall oder schwerwiegende Erkrankung der Eltern) sowie der Stress der eigenen körperlichen Erkrankung oder der Dauerarbeitslosigkeit sind jedoch für viele Menschen dieses Alters mit Anzeichen von seelischen Beeinträchtigungen verbunden.

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