Lebenskrise mit 50

Die Lebenskrise mit 50

Wir haben mit 50 Jahren statistisch noch 40 Jahre vor uns. Weshalb Frauen über 50 in Krisen wachsen. Anfang der 50er Jahre geht es wieder bergauf.

"Für eine Frau beginnt das ganze Jahr mit 50" - News Leben: Kameradschaft

Das ist mehr eine Anhäufung von Augenblicken. Wenn ich einmal ein Werk veröffentlicht hatte, hatte ich das Gefuehl, dass ich fuer immer gluecklich sein wuerde. Auf der einen Seite stand das in der Schweiz immer noch sehr verbreitete Hausfrauen- und Mütterideal. Ich hatte das Gefuehl, dass wir keine Chancen hatten. Die" Schlampe" war diejenige, die sich entschuldigt, ich tue, was ich kann, aber es ist nicht genug für ein Vorbild.

Deshalb halte ich die Mitte des Lebens für etwas zu hoch. Bei einer klassischen Midlifecrisis war das bisher viel einfacher. Ich habe schon immer nicht zu starr gelebt. Damals hatte ich das Gefuehl, dass alles noch vor mir lag. Ich bin völlig verknallt.

Ich habe am Freitag, den 14. September, mein Skript eingereicht, und am Sonntag, den 14. September, habe ich mich verknallt und bin sehr zufrieden. Immer wenn ich mich verliebte, fühlte ich, dass es das jetzt ist, für immer und ewig. So. lch glaube, ich könnte wieder Großmutter werden.

Früher sagte sie, das Frauenleben beginnt wieder mit 50. Das ist kein großer Pluspunkt. Es ist sehr schön für uns Weiber, darüber hinwegzukommen. Es ist das erste Mal, dass ich in einer Partnerschaft bin, in der die Kids nicht mitspielen.

Ziemlich erlöst. Das ist mehr so, als würde ich zu etwas zurückkehren, von dem ich immer wusste, dass es noch nicht zu Ende ist. Als ich in der Schweiz war, wurde mir klar, dass ich in der Schweiz wohnen kann. Ein sehr gutes Feeling. Überall kann ich mich orientieren, mich wohlfühlen, Kontakte aufbauen, mich in die Gemeinschaft eingliedern.

In Santa Fe ist es jetzt noch mehr. Das ist wie zu Haus in einem Pyjama zu sitzen. Ist es für Sie leicht, sich in Santa Fe zu etablieren? Doch Santa Fe ist ein harter Ort, sogar vom Wetter her. Das Verhältnis zu den US-Bürgern ist immer sehr bindend, aber man kultiviert sie nicht wie in der Schweiz.

Was ist mit deinen Freunden in der Schweiz? Weitere freundschaftliche Beziehungen sind vertieft worden, durch das Verfassen von Texten, durch Reisen, durch intensives Zusammensein. Und deine Freundinnen? Man sagt: "Wow, das wage ich irgendwann mal". In der Schweiz ist der Perfektionismus schon beängstigend. In Santa Fe ist es schwierig, besonders wenn es um die Sozialversicherung geht.

Ich bin in der Schweiz mit schwächeren Klassen tätig. Die Schule in Santa Fe ist eine Desaster. Im Ranking steht Santa Fe an letzter Position in den USA. Was wird es für Sie sein, in den USA zu wohnen, wenn Obama nicht mehr amtiert? Das ist so, als würde man sagen: "Wie kann man in der Schweiz wohnen, wo es einen Mr. Blucher gibt?

Warum haben Sie jetzt ein neues Werk über Ihre Reisen und Ihre Auswanderungsentscheidung nach Amerika verfasst? "Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass das Heft jetzt so viel Beachtung findet. Worin besteht die Aufgabe eines autobiographischen Buches? In autobiographischen Schriften ist die Wahl dessen, was ich beschreibe und was nicht, viel bewusst.

Einer deiner Freunde in dem Büchlein sagt, dass das Schriftliche heilt. Es ist mehr eine Eile oder eine Reise. Ich habe verhältnismäßig wenig Einfluss auf das Verhalten der Charaktere. Es ist eine Lebensweise. Ohne ein bißchen Witz kann ich nicht durchs ganze Land gehen, vor allem nicht ohne über sich selbst zu spotten.

Ihre vielen Krisensituationen sind keine Kekse, kein stilistisches Mittel für das Werk? Nein, so ist das eben. lch glaube, ich habe mehr Pech als andere, und dazwischen liegt was. Das ist mehr meine Einstellung. Aber ich denke wirklich, dass mein ganzes bisheriges Verhalten nicht drastisch genug ist. Schrift ist eine Art der Verständigung.

Wem schreibst du? Du sagst, du schreibst gern, aber du magst es nicht mehr, Schriftstellerin zu sein. Doch im vergangenen Jahr auf der Leipziger Messe hatte ich auf einmal das Gefuehl, dass ich das alles schon einmal gemacht hatte. Es war ein beängstigender Augenblick, dass ich mir jetzt gar nicht mehr ganz klar bin, ob mich das noch erfülle.

Der Brief verbleibt.

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