Krisenbegleitung

Notfallhilfe

Bei aller Fachkompetenz, die Krisenmanager im Laufe der Zeit aufbauen, ist eine bewusste Einstellung zur Arbeit unerlässlich. Jede Person kann in emotionale Krisen geraten. Unterstützung in der Krise - Projekt in Entwicklung.

Der generelle Aufbau einer Krisendiskussion setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:

Aus diesen Einzelschritten ergibt sich der generelle Handlungsrahmen einer Krisendiskussion: Wenn man das Gebot annimmt, dann "hört gut zu", "wiederholt die Umstände, das Gefühl und die Empfindung des Betroffenen"[dies bedeutet für den Betreffenden, dass er seine Aussagen ernst nehmen, sie annehmen und verstehen kann]. Es geht nicht an, den Betreffenden mit seinen eigenen Inhalten zu beschäftigen oder ihn mit ihnen "abzulenken".

Es ist auch "unzulässig", die aufgetretene Lage der betreffenden Personen anzulasten oder sie "trösten" zu wollen oder die Lage mit eigenen Wertvorstellungen zu bewerten oder sich im Namen der betreffenden Personen oder einer anderen Seite zu stellen. Zur Abwägung des Ausmaßes des Krisenfalls werden dem Betreffenden "offene Fragen" vorgelegt, die ihn ermutigen, umfassender über seine Lage und die von ihm wahrgenommenen Gefahren zu informieren.

Der Betreffende wird sanft befragt, was er jetzt tun kann. Wenn der Mensch nur Hemmnisse erkennt, wird ihm geboten, sich in Frieden um die Situation zu kümmern. Man lehrt die Menschen, dass es jetzt wichtig ist, die prioritären Massnahmen zu ergreifen und alles zu verschieben, was nicht dringend ist.

Zur Festlegung dieser Schwerpunkte wird der Mitarbeiter unterstützt. Ein Karussell von Gedanken oder Gefühlen des Betreffenden sollte vermieden werden, in dem ein zeitnahes, eindeutiges Datum für die Vorbereitung einer Überblicksplanung angegeben wird. Der Betreffende wird ermutigt, die Aufgaben nicht zeitgleich, sondern schrittweise zu erledigen.

Die zu großen Stufen werden in kleine Folgen aufgeteilt, die zu kleinen, wenn nötig ängstlich in einen grösseren Aktionsrahmen gestellt. Wird der Betroffene bei der Durchführung der Massnahmen behindert, wird er mässig gemahnt oder - nur wenn absolut notwendig - unmittelbar kontrolliert. Zu diesem Zweck ist es notwendig, mit der betreffenden Persönlichkeit genau zu vereinbaren, was bis wann von ihr initiiert worden sein muss.

Der Betroffene wird nicht von der Haftung für sich und seine Massnahmen befreit. Bei Zweifeln an der Umsetzbarkeit der Person, ggf. aufgrund schwerer psychologischer Beeinträchtigung, muss diese Bewertung von einer befähigten Persönlichkeit durchgeführt werden. Bei aller Fachkompetenz, die Krisenmanager im Laufe der Zeit entwickeln, ist eine bewußte Einstellung zur Arbeit unerlässlich.

Wenn ich Sie darum ersuche, mir zu zuhören und Sie versuchen, mir einen Rat zu geben, dann haben Sie nicht begriffen, um was ich Sie bat oder was ich jetzt bräuchte. Als ich dich darum ersuche, mir zu zuhören und du versuchst mir zu sagen, dass ich mich nicht so fühle, dann steigst du auf meine Gefühle.

Als ich dich darum bat, mir zu zuhören und du versuchst, meine Aufgaben zu erfüllen, dann hast du mich nicht begriffen und bist weit weg von mir. Hört mir zu! Hört mir zu! Alles, was ich will, ist, dass du mir nichts sagst und jetzt nichts tust, hör mir nur zu.

Also, hör mir zu. Wenn du dann reden willst, versprech ich dir, dass ich dir zuhöre. Gerald F. Jacobson entwickelte das Prinzip der sechs Stufen der Krise. Die Ursache der Krise nachvollziehen. Die Krisenberaterin [-Therapeutin, -Coach....] leitet zunächst ein Sondierungsgespräch mit der betreffenden Person und ggf. weiteren Referenzpersonen, um die Fokussierung auf die gegenwärtige Lage und deren Hintergrund zu steuern.

Entwickeln Sie eine gemeinschaftliche "Krisendefinition". Zur eindeutigen Abgrenzung der von der massiven Belastung nicht tangierten Bereiche des Lebens erarbeitet der Krisenberater eine verständliche Definition des Problems mit dem Betreffenden und ggf. weiteren Betreuern. Oft wird versucht, die von einer Krisensituation betroffene Bevölkerung von ihren Empfindungen fern zu halten, zum Teil aus dem Wunsch heraus, die betroffene Bevölkerung zu beschützen, in der Regel aber im Zusammenhang mit ihrer eigenen Besorgnis, mit den Aussagen der betreffenden Personen selbst nicht umgehen zu können.

Ausgebildete Krisenberater regen die Debatte über Ärger, Kummer, Beleidigung, Schande, Furcht oder Schuldfrage an und machen es so möglich, mit ihnen konstruktiv umzugehen. Allmählich wird der Krisengefährte nun die Menschen ermutigen und ermutigen, dem Alltag eine neue Ordnung zu verleihen, dringende Maßnahmen zu ergreifen, frühere angenehme Verhaltensmuster wiederzubeleben, auf die körperliche Unversehrtheit zu achten und mit Menschen, die sich wirklich nahestehen, zu sprechen.

Wenn bestehende Resourcen oder menschliche Lebensverhältnisse als nicht hilfsbereit oder instabil eingestuft werden, wird der Krisenberater auf eine nachhaltige Verbesserung der Situation hinwirken. Rückblickend auf die Kooperation werden der Krisenberater und sein Mandant einige wenige Wochen später den Stand der Dinge nach der Überwindung der Krise betrachten, um zum einen weitere vernünftige Anpassungen vorzunehmen und zum anderen aus einer präventiven Sicht die möglichen zukünftigen Lasten zu beleuchten und die Betroffenen zu ermutigen, sich auf diese vorzubereiten.

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