Hilfe bei Depressionen

Bei Depressionen helfen

Zögern Sie nicht, sondern suchen Sie Hilfe: Wo sind Depressionen therapiebedürftig? Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle gibt Tipps zur Selbsthilfe bei Depressionen. Ermuntern Sie Ihre Familie, Hilfe zu suchen. Forschungsstand: Depressionen werden auch durch eine langfristige stressbedingte Störung des vegetativen Nervensystems verursacht.

Ratschläge für Verwandte Depressionen

Depressionen können eine Person komplett ändern. Verwandte zeigen in ihrer Ohnmacht gegenüber Depressionen oft ein Schuldgefühl oder gar Wut über den Patienten. Wenn die Depressionsphase etwas andauert, können Verwandte überanstrengt und erschöpft sein, weil sie den Betreffenden von einer Fülle von Alltagsaufgaben entlasten müssen.

Die Selbsthilfegruppe für die Angehörigen kann eine große Hilfe für die betroffene Familie sein. Der folgende Hinweis gilt vor allem für Verwandte von stark depressiven Patienten: Depressionen als Krankheit annehmen! Weil depressive Kranke oft die eigene Krankheit beschuldigen und nicht an eine Krankheit glauben, erachten sie einen Besuch beim Arzt oft nicht als notwendig.

Da die Ausweglosigkeit ebenso ein Teil der Depressionen ist wie die Erkältung ein Teil der Erkältung, sind viele Menschen der Meinung, dass ihnen überhaupt nicht zu helfen ist. Vielen Patienten mangelt es auch an der nötigen Stärke, um zum Doktor zu gehen. Deshalb ist es oft sehr hilfreich, Angehörige bei ihrem Besuch beim Hausarzt zu unterstützen. Zahlreiche depressive Kranke beschweren sich und verzweifeln und entziehen sich oft ihrer Umgebung.

Zeigt mit dem Betreffenden Ausdauer. Erinnere ihn immer daran, dass Depressionen eine Krankheit sind, die vorbei geht und leicht zu heilen ist. Versuch nicht, den Kranken von der Unbegründetheit seiner Schuld zu überreden. Lassen Sie die physischen Beschwerden und Ängste vor Depressionen nicht als überzogen oder "nur psychologisch bedingt" abtun, weil depressive Kranke ihre Erfahrungen nicht inszenieren.

Depressionen sind es, die selbst geringe Beschwerden auf ein fast unerträgliches Maß steigern. Wende dich nicht von deinem kranken Familienmitglied ab, egal wie feindselig sie dir erscheinen mögen. Wenn eine Person monatelang deprimiert ist, kann die Erkrankung auch für Sie als Angehörige eine Belastung sein. Baue ein Netz von Kontakten auf, um dich zu unterstützen oder Hilfe auf andere Art und Weisen zu leisten.

Die Bundesvereinigung Psychiatrischer Menschen (BApK) steht neben den sozialen Psychiatriediensten und anderen Einrichtungen des Psychiatrie-Systems für Hilfe, Rat und Pflege von Familienangehörigen und deren kranken Familienangehörigen zur Verfügung. Eine depressive Erkrankung macht keinen Sinn, wenn man einem depressiven Menschen rät, sich auszuschalten oder für ein paar Tage zu reisen, da eine ausländische Umwelt den Betroffenen in der Regel zusäzt.

Empfehlen Sie dem Betreffenden nicht, sich zu "treffen" - eine kranke Person kann diese Anforderung nicht einhalten. Andererseits sollten Sie Ihren Liebsten immer begleiten, wenn er oder sie Initiative erbringt. Seien Sie sich immer bewußt, daß die depressiven Menschen die Wirklichkeit in vielerlei Hinsicht durch eine "depressive Brille", d.h. eine verzerrte, wahrnehmen und somit eine Entscheidung fällen können, die sie, nachdem sie die Erkrankung überlebt haben, ganz anders beurteilen können.

Es ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen von Bedeutung, sich rechtzeitig, z.B. durch Fachliteratur, über die Krankheit ausführlich zu unterrichten. Der Schwerstkranke findet seine Lage gelegentlich so aussichtslos, dass er nicht mehr weiterleben will.

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