Heilung durch Glauben

Heilen durch Glauben

Die Überzeugung ist sicher, etwas zu ändern, indem man betet. Gesund- heit: Glauben und das PhÃ?nomen der Selbstheilungskunst

Von Wunderheilungen wird berichtet. Vieles deutet darauf hin, dass die Patienten sich erholen konnten, indem sie sich auf die Hände legten oder den Zaubertrank aus einer gewissen Menge tranken. Unstrittig ist jedoch, dass beispielsweise schamanistische Heilungsrituale, die vor über hunderttausend Jahren durchgeführt wurden, im Erfolgsfall Anstöße zur Selbsterneuerung gegeben haben und dass der Glaube ein großes Heilkraftpotenzial besitzt.

Die konventionelle Heilkunde versucht in behutsamen Maßnahmen die Grenzen zur Alternativmedizin zu überwinden und alles menschliche Wissen zur Heilung zu nützen. "Glauben kann heilend wirken", sagt Gerhard Schurz von der Uni Düsseldorf. "Man muss nicht an Gott glauben, es reicht, an die spirituelle Heilkraft zu glauben", ergänzt der Dozent.

Dies könnte zum Beispiel der Shamanismus in den natürlichen Religionen oder der geheimnisvolle Glauben an spirituelle Mächte sein. Wo immer ein starkes inneres Bekenntnis und Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten besteht, gibt es oft eine gewisse positive Wirkung, sagt Schurz und benutzt in diesem Kontext den wohlbekannten Ausdruck Placebo-Effekt.

Mit Schmerzmitteln wurden mehr als 30 % der Versuchspersonen allein dadurch entlastet, dass sie glaubten, ein Schmerzmittel eingenommen zu haben. Den evolutionären Grund dafür nennt er die Tatsache, dass lebende Wesen seit jeher eine Vielzahl von selbstheilenden Kräften haben. "Sie wirken in allen Heilungsprozessen und können durch geistige Vorgänge ausgelöst werden.

"Aber es gibt auch deutliche Einschränkungen ", beschränkt er. "Als Beispiel nennt er alle stressbedingte Erkrankungen, bei denen sich gezeigt hat, dass eine gute Selbsthaltung einen großen Einfluß auf den Heilungsprozeß hat. Hieraus folgt, dass die Hoffnungen auf die Heilkraft des Vertrauens nicht zum Verzicht auf eine konventionelle medizinische Versorgung geführt werden dürfen, betonte er.

Zum Placebo-Effekt gehört auch das Patientenvertrauen, denn viele ärztliche Massnahmen haben auch heute noch das primäre Anliegen, die Eigenheilungskräfte eines Menschen zu aktivier. Auch leugnet er nicht grundlegend die Ausübung des Auflegens. "Falls der Pflegebedürftige meint, dass das Auflegen auf die Hände helfen kann, tritt ab und zu ein Placebo-Effekt auf.

Die Macht des Vertrauens ist es, die einen Unterschied macht, indem sie auf die Hände legt oder spricht oder an einen liebenswürdigen, schützenden Gott glaubt. "Über die Vorgänge beim Auflegen der Hände gibt es unterschiedliche Thesen, aber dieser Raum ist größtenteils nicht erforscht. "Wenn die Hände aufgelegt werden, gibt es keinen Beweis dafür, dass eine Wirkung jenseits von Plazebo vorliegt, und es gibt auch keinen Grund zu der Annahme, dass eine solche Wirkung nicht eintreten kann.

"Der generalisierende Placebo-Effekt tritt auch bei Versuchstieren auf", erklärt er.

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