Fernbehandlung Heilpraktiker

Heilpraktiker für Fernbehandlung

Nach dem HWG dürfen Heilpraktiker nicht für eine Fernbehandlung werben. Geistige Heilung, Kinesiologie, Blockaden und Traumalösung, Fernbehandlung, Meditation. Ferngesteuerte Behandlung durch Heiler und spirituelle Heiler. Die Heilpraktikerin darf keine kostenlosen oder schriftlichen Behandlungen anbieten (Fernbehandlung). Die folgenden Aktivitäten sind für Heilpraktiker verboten:

Konsultationen per Telefon.telefax.e-mail - Heft 4/2013

Die Telefonberatung ist seit jeher integraler Teil der Praxis von Heilpraktikerinnen und -praktikern. Die Honorarliste für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker reflektiert dies in der "Beratung, ggf. auch telefonisch inklusive einer Kurzuntersuchung". Zunehmend werden auch Konsultationen über die modernen Kommunikationstechnologien (Fax und E-Mail) durchgeführt. Die Fernbehandlung ist illegal, obwohl es keine Differenzen zwischen Medizinern und Heilmedizinern, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten gibt.

Aus der Perspektive eines Fachanwaltes kann festgestellt werden, dass alles, was keine Fernbehandlung ist, rechtlich erlaubt ist. Infolgedessen darf es auch keine unzulässigen Fernbehandlungen geben. Ein unzulässiger Fernzugriff würde nur dann erfolgen, wenn aufgrund der Hinweise auf der Startseite ein Therapeut angerufen wird, seine Beschwerde beschreibt und dann über eine Therapie informiert wird.

Eine Betreuung von Patientinnen und Patienten, die sich bereits in der Therapie mit ihrer Erkrankung befinden, ist ohne Probleme möglich. Für akute und chronische Erkrankungen können telefonisch, per E-Mail und Fax eine kostengünstige und wirksame Möglichkeit zur genauen Verlaufskontrolle, Dosierungsanpassung etc. sein. Eine solche Patientenversorgung ist ein Zeichen sorgfältiger und gewissenhafter Pflege.

Lediglich der direkte Patientenkontakt verringert das Behandlungsrisiko. Immer dann, wenn es Hinweise in Telefon-, Fax- oder E-Mail-Kontakten gibt, die auf ein mögliches neues klinisches Bild oder eine alarmierende Krankheitsentwicklung hindeuten, muss der Betroffene gebeten werden, sich selbst in der Arztpraxis zu präsentieren.

Alle Heilpraktiker sollten aus Haftungsgründen im Zweifelsfall die Patientinnen und Patienten aufsuchen. Aufgrund der Besonderheiten der Telefon-, Fax- und E-Mail-Kommunikation während der Therapie ist es ratsam, über die übliche Dokumentation nachzudenken. Tritt ein Vorfall ein, muss der Behandler sich selbst befreien und nachweisen, dass er den Patient zur Beratung angewiesen hat.

Wurde die vorherige Konsultation per Fax oder E-Mail durchgeführt, sollte der Wunsch des Pflegebedürftigen, die Konsultation zu besuchen, auf diese Weise ebenfalls in schriftlicher Form übermittelt werden. Während vorangegangener Telefongespräche sollte ein Arzt den Patient zudem telefonisch aufsuchen. Dies sollte auch in die Unterlagen eingehen, ebenso wie der Übermittlungsbericht mit einem Druck des Antrags auf Praxisbesuch in die Patientenakte einfließen.

Kann der Patient über einen langen Zeitabschnitt ( "sechs Monate") ohne Arztbesuch versorgt werden? Würden sorgfältige, gut ausgebildete Heilpraktiker die Telefon-, Fax- oder E-Mail-Behandlungen fortführen oder aufgeben? Vom Standpunkt eines Fachanwaltes wird das Prinzip empfohlen: Im Zweifelsfall sollte man sich für die Unbedenklichkeit der Therapie entschließen und diese aufheben.

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