Depression Ursachen

Ursachen von Depressionen

Angaben zu den möglichen Ursachen von Depressionen, wie Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren, genetische Faktoren, Stoffwechselfaktoren etc. Nahezu jeder Fünfte leidet unter Depressionen in seinem Leben. Welche Ursachen und Auslöser von Depressionen kennen wir eigentlich? Inwiefern entsteht eigentlich eine Depression? Auch die Behandlung von Depressionen hängt von der Ursache und Form der Depression ab.

Gründe und Ursachen von Depressionen

Im Gegensatz zu einem Armbruch kann eine Depression in der Regel nicht auf eine einzelne Grundursache oder einen einzelnen Trigger zurückgeführt werden. Sie entsteht aus dem Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren. Zum einen gibt es Gründe, die zu einer Prädisposition, d.h. einem höheren Krankheitsrisiko für Depressionen, beitragen. Darüber hinaus gibt es Stromauslöser, die bei Menschen mit dieser Neigung zu Depressionen neigen können.

Häufig wird gefragt, ob eine Depression eine physische oder eine "psychische" Krankheit ist. Ähnlich wie bei einer Ordensmedaille gibt es bei jeder depressiven Person zwei Seiten: die der psychosozialen und die der neurobiologischen Sicht. Beide Gebiete - psychosoziales und neurobiologisches - schliessen sich nicht aus, sondern sind komplementär.

Depressionen haben also weder physische (neurobiologische) noch psychosoziale Ursachen, sondern können immer auf beiden Seiten nach Ursachen recherchiert und therapiert werden. Wie bei einer Ordensmedaille, die immer von zwei Seiten ersichtlich ist.

Gründe und Ursachen der Depression Neurobiologie

Deshalb hängt das Nachdenken, Empfinden und Agieren von der Funktionsweise unserer Gehirnzellen ab. Über Verlängerungen der Zelle wird die innerhalb einer Zelle auftretende Tätigkeit wie bei einem Seil auf andere Zellen übertragen. Es gibt jedoch keine unmittelbare Beziehung zwischen den einzelnen Zellen. Zur Übertragung des Reizes auf die nächste Zelle müssen so genannte Messengersubstanzen (Neurotransmitter) in den Synapsenspalt (den Zwischenraum zwischen zwei Nervenzellen) am Ende der Zelle freigesetzt werden.

Durch die von der stromaufwärts gelegenen Zellen freigesetzten Stoffe werden Kontaktpunkte (Rezeptoren) in der stromabwärts gelegenen Zellen aktiviert. Dies führt beispielsweise zu einem neuen Stimulus, der bis zum Ende der Zellausdehnung migriert und in die nächste synaptische Spalte auslöst. Durch die Aktivität in den Nervenzelle werden also Stoffe freigesetzt, über die die Nervenzelle im Hirn untereinander "kommunizieren".

Mit den Botenstoffen werden Reize von den Nervenzellen auf die Nervenzellen übertragen. Dies ist ein grundlegender Vorgang für die verschiedenen Hirnfunktionen, die unserer Tätigkeit, unseren Launen und unserer Wahrnehmung zugrundeliegen. Bei einer Depression werden viele Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Es handelt sich um viele Kuriersubstanzen, insbesondere um Noradrenalin und Serotonin, denn sie können als Antidepressivum eine wichtige Funktion bei der Depressionsentwicklung haben.

Bei einer Depression wird der Metabolismus, also der Botenstoffaustausch zwischen den Nervenzelle, beeinflusst. Antidepressivums wirken sich auf diese Vorgänge in den Nervenzelle aus, so dass die für die Reizübertragung und -verarbeitung notwendigen Kuriersubstanzen wieder ins Lot kommen. Aufgrund der komplizierten Interaktionen und Rückmeldungen ist ein genaues Verstehen der Störung der Botschaftersubstanzen bei Depressionen und der exakten Wirkungsweise von antidepressiven Mitteln problematisch.

Untersuchungen haben auch ergeben, dass nicht-medikamentöse Therapien wie z. B. psychotherapeutische, therapeutische Schlafmangeltherapie (sleep deprivation therapy) und elektrokonvulsive Therapie (ECT) diese Substanzen ebenfalls beeinflussen. In Verbindung mit der Fragestellung nach den Ursachen der Depression stellt sich oft die Fragestellung nach der Vererbung der Krankheit. Es ist gut dokumentiert, dass eine genetisch bedingte Prädisposition eine wichtige Voraussetzung für die Depressionsentwicklung ist.

Man kann davon ausgehen, dass es vielfältige Genveränderungen gibt, die das Krankheitsrisiko nur in einer widrigen Situation vergrößern. Viele Untersuchungen (z.B. Zwillings- und Adoptionsforschung) zeigen, dass eine Frau im Verlauf ihres Leben dreimal häufiger an Depressionen leidet, wenn ihre Mutter oder ihr Bruder an Depressionen leiden.

In monozygotischen Zweigen, d.h. bei Menschen mit gleichem Erbgut, sind beide in etwa 50% der Fällen depressiv erkrankt.

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