Christliche Spiritualität Definition

Definition der christlichen Spiritualität

Der Studientag zu Definition und Profil. Der Begriff der Spiritualität wird oft mit vielen Bedeutungsnuancen verwendet. evangelischen Zentrum für Weltanschauungsfragen- Werkstoffservice (Protestant Centre for Worldview Issues)

Die Charakteristika der christlichen Spiritualität und geeignete meditative Praktiken sind seit langem umstritten1 - nicht nur in akademisch-theologischen Reden, sondern vor allem in der Konkretisierung von Angeboten der Ruhe und Meditation in den Gemeinden. Selbstverständlich empfinde ich ein stilles Zuhause vor allem im ostdeutschen Raum, wo es nicht so viele Christinnen und Christen gibt, als einen evangelischen sehr gut.

Sicher kann auch die protestantische Gemeinde, die als Oberhaupt gilt, einige Marienverehrung verwenden - ein marianischer Altar soll dort wieder aufgebaut werden (Luther war vermutlich auch ein großer Marienverehrer). lst das evangelikale Spiritualität? Finsternis, Zweifeln, Kämpfen und Herausforderung haben in der Öffentlichkeit wenig mit Spiritualität zu tun, obwohl sie tatsächlich in engem Zusammenhang stehen.

Heute werden Spiritualität und Gruppierungen, die versuchen, Herausforderungen zu meiden, einen Boom erleben. Wellness-Kultur hat die Spiritualität für sich selbst gefunden. "Charakteristisch für die heutige, weltliche Spiritualität ist der absolute Rahmen der eigenen Erlebnisse. Davon unterscheidet sich Michael Plattig, dessen Münsteraner Institution selbst die 3-jährige Weiterbildung "Theologie der Spiritualität "18 anbietet: "Willigis Jäger bezieht sich auf C.

Der Spiritualitätshunger in den protestantischen Gemeinden wird durch verschiedene Ursachen unverkennbar befriedigt. Die protestantischen Gemeinden finden zum einen die Kräfte der klösterlichen Überlieferung wieder (Christusbruderschaft Selbitz; Gemeinde Castellering Schwanberg, Michailsbruderschaft Kirchberg, Gemeinde Koinonia Hermannsburg, Ansverus-Communität Lauenburg); dieser Entwicklung wird auch durch die protestantische Neuentdeckung der "geistigen Begleitung" Rechnung getragen. Auf der anderen Seite boomt die protestantische Meditation, die bewußt die buddhistischen und esoterischen Aspekte einbezieht.

In christlichem Zusammenhang gibt es heute eine Anzahl von Zen-Meditationshäusern, die auch in den protestantischen Raum ausstrahlen, wie St. Franziskus in Dietfurt (seit 1978) oder St. Benedikt in Würzburg (seit 1980), das Lassalle-Haus in der Schweiz oder das von einem protestantischen Pastor und Zen-Meister geleitete Haus bei Hannover (seit 1988).

In der meditativen Übung war das Erscheinungsbild der protestantischen Betrachtung in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand intensiver Diskussionen in den jeweiligen nationalen Kirchen. Erst durch einen objektiven Austausch zwischen mystisch - interreligiösen und klösterlich - kontemplativen Herangehensweisen gelingt es uns, die Kräfte des kulturellen Protestantismus und des Protestantismus der Offenbarung zu vereinen und die Umrisse protestantischer Spiritualität zu schärfen.

Vor allem bei der Diskussion des evangelischen Profils im Rahmen des Dialogs zwischen den Religionen sind eindeutige Vorgaben unabdingbar. Es ist bekannt, dass viele Mißverständnisse daraus resultieren, daß der Ausdruck Spiritualität sowohl in anthropologischer als auch in pneumatischer Hinsicht verständlich ist. In pragmatischer Weise erklärt die WHO im Rahmen des Themas der palliativmedizinischen Medizin, dass jeder Mensch geistlich ist, weil er existentielle Fragestellungen gestellt und Erfahrung im Umgang mit ihnen im Angesicht des Sterbens machen muss.

Die Spiritualität wird daher aus medizinisch-anthropologischer Perspektive als Reflektion der Erfahrung im Umgang mit existentiellen Fragestellungen begriffen. Hier ist jedoch die Unterscheidung wichtig: "Spiritualität wird in theologischer Hinsicht unzulänglich als Suche nach Selbst-Transzendenz bezeichnet, weil eine solche Entschlossenheit das aus christlicher Perspektive Entscheidende systematisch ausschließt: die effektive Gegenwart des Heiligen Geistes Christi.

"In ihrer ausführlichen Monografie zu diesem Themas hat Corinna Dahlgrün vier Merkmale hervorgehoben, um die christliche Spiritualität von anderen spirituellen Praktiken zu unterscheiden:26 die Erkenntnis der eigenen Realität und des gesellschaftlichen Umfeldes, den Bezug zu Gott und die Orientierung an Christus. Die persönliche Beziehung zu Christus wird damit als wesentliches Differenzierungskriterium hervorgehoben.

Zusammengefasst lassen sich drei Kernaufgaben nennen, die zur Erweckung eines Lebensgefühls der Christen beitragen: - die erfahrungsmäßige Praxis und personale Inbesitznahme der grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums, insbesondere die theoretische Reflektion des Erfahrenen im Sinn einer "aufgeklärten Mystik", die auch ihre linguistische Mediation zu denen anderer Religionen möglich macht, - die Differenzierung des Christen in einer spirituell-religiösen, farbigen Umwelt.

S. Werner Thiede, All talk about "spirituality", in: MD 12/1997, 353-364; Michael Utsch, Kampf um christliche Betrachtung, in: MD 3/2002, 81-83; dess. Die evangelikale Church in Germany (Ed.), Evangelical Spirituality, Gütersloh 1979; Hans-Martin Barth, Spirituality, Göttingen 1993; Gerhard Ruhbach, Geistlich lebend. Pfade zur Spiritualität im Alltagsleben, Giessen 1996; Manfred Josuttis, Glaube als Kunsthandwerk, Gütersloh 2002; Georg Gremels, Meine Zeit liegt in Ihren Händen. 2.

Die sieben Pfeiler der evangelischen Spiritualität, Göttingen 2003; Christian Möller, Der heilsame Ris. Impulsreformatorische Spirituality, Stuttgart 2003; Peter Zimmerling, Göttingen 2003; Maria Jepsen (Ed.), Evangelische Spiritualität heute, Stuttgart 2004; Hansgünter Ludewig, Experiencing God's Presence. Herzgebet Prayer with Gerhard Dersteegen, Giessen 2005; Hans Krech / Udo Hahn (Ed.), Lutheran Spirituality - Living Faith in Everyday Life, Hannover 2005; Fulbert Steffensky, Schwarzbrot Spirituality, Stuttgart 2005; Volker Leppin, Die christliche Mystische, Munich 2007; Corinna Dahlgrün, Christian Spirituality.

Umrisse einer geistigen practice in semiotic perspective, Göttingen 2010. 4 Cf. Sabine Hermisson, Spiritualität in der Ausbildung zum Pfarrberuf, in: 10 (2011), 225-251. 5 Peter Zimmerling, in: Peter Zimmerling, in: Plädoyer für eine neue Einheit und Spiritualität, in: Pastoraltheologie 97 (2008), 1385. 6 Cf. Jörg Zink, God Perception. Pathschrift: Religious Experience, Gütersloh 2009; Werner Thiede, Mitglied, Frankfurt a. M. 2009, especially 26-30 (Faith and Experience).

Rutishauser, aufgeschlossen und verwurzelt. Christentum zwischen Wissen und Erleben, in: Herder Korrespondenz 62/2008, 535-538. 8 Hans-Martin Barth, Dogmatik. in. Evangelikaler Faith in the Context of World Religions, Gütersloh 2003, 82nd 9 Andreas Schönfeld, Integrationsspiritualität, in: Spirit and Life 1/2007, I. Oktober 2007, I. Oktober 2000, Institute for Spirituality Münster (Hg.), Basic Course Spirituality, Stuttgart 2000, I. 11 Gerhard Ruhbach, Geistlich lebend.

Pfade to a spirituality in everyday life, Giessen 1996, 41-47. 12 Cf. Reinhard Deichgräber, Mit den Ohren des Hertzens lauschen. Instruktionen für Meditationen of Biblical Texts, Göttingen 1999; Norbert Dennerlein et al. (Ed.), Evangelischer Lebensbegleiter, Gütersloh 2007; Jens Martin Sautter, Spiritualität lernen, Neukirchen-Vluyn 2007; Wolfgang Bittner, Hör auf die stille.

Meditationspraxis, Göttingen 2009; Andrea Diederich, Evangelisches Retreat, Göttingen 2009; Sabine Bayreuther, Medizin. Skizzen einer spirituelle Praktik in einer semiotischen Sichtweise, Göttingen 2010; Silke Harms, Practising faith. Baselines einer evangelikalen Theorie der geistigen Praktiken und ihrer praktischen Entwicklung, Göttingen 2011. 13 Peter Zimmerling, improvisieren und experimentieren. Einsichten in die Spiritualität evangelikaler Gemeinschaften, in: evangelikale Gesichtspunkte May 2011, www.pth-muenster.de/view.php? nid=109 ((3.12.2011).

Ein Überblick von evangelical practice, Leipzig 2011. 21 Cf. Würzburg School of Contemplation: www.wsdk. de; Wegegemeinschaft Via Cordis: www.viacordis. ch; Weltgemeinschaft für christliche Meditation: www.wccm.de. 23 Cf. Ursula Baatz, Zen and Christian Spirituality, in: Karl Baier (Ed.), Handbook Spirituality, Darmstadt 2006, 304-325; Bernhard Grom, Christian Zen? in: Voices of the Time 6/2007, 661f; Christian Rutishauser, Zen und Christenheit.

Zum sachkundigen Interreligious dialogue, in: Geiste und Lebens 1/2008, 9-16; Bernhard Grom, "Inständige" Götterbündner. Über die meaning of representational Meditation, in: Spirit and Life 4/2010, 272-285. 23 Cf. Michael Beintker, Christliche Spiritualität - Versuch einer Kriteriologie, in: Hans Krech / Udo Hahn (Ed.), Lutheran Spirituality - Living Faith in Everyday Life, Hannover 2005, 39-62.

25 Simon Peng-Keller, Theology of Spirituality as Hermeneutics of Spiritual Life, in: Spirit and Life 84/2011, 236-249, here 239. 26 Compare Corinna Dahlgrün, Christian Spirituality. Form und Tradition der Suche nach Gott, Berlin 2009, 529-532 27 Cf. Werner Thiede, Slg.

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