Sendschreiben

 


Das Ziel Gottes ist die humane Gesellschaft auf Erden und die Erlösung von "oben".

2000 Jahre Christentum und noch immer Kriege, noch immer Unterdrückung, und zwar nicht nur in der Welt, in der sich die Botschaft Christi noch nicht durchgesetzt hat, sondern leider auch bei den Christen selbst. Demnach hat sich das Christentum in der Welt nur in einer veräußerten Form durchsetzen können. Angefangen von den frühesten Zeiten der Völkerwanderung, weiterwirkend durch die Zeiten des Mittelalters und der Neuzeit sieht man die europäischen Völker in Kriegen verflochten, in Stammeskriegen, in Völkerkriegen, in Wirtschaftskriegen. Ob es die Kämpfe der Völkerwanderungszeit waren, oder ob es das Ringen der europäischen Völker im Mittelalter oder der Neuzeit war, immerzu leben diese Völker im gegenseitigen Kampf und Streit. Und nicht nur auf politischen, auf wirtschaftlichen Gebiet sieht man das unentwegte Kriegsringen, auch im Geistigen bekämpfen diese Menschengemeinschaften sich.

Und so gibt es auch immerzu Verfolgungen von Christen. So sind heutzutage - insgesamt betrachtet - circa 80 Prozent der Menschen, die wegen ihres Glaubens weltweit verfolgt werden, Christen. Das heißt: 200 bis 300 Millionen Christen werden auf dieser Welt als Minderheit diskriminiert ... und dies wiederum bedeutet: 100.000 tote, verfolgte und vertriebene Christen pro Jahr: Alle fünf Minuten stirbt ein Christ aufgrund der religiösen Verfolgung, die zwar die Ankunft des Reiches Gottes nicht verhindern kann, aber dennoch Gottes Antlitz für die Menschen in der Welt unkenntlich macht. Jesus selbst gibt - bezüglich der Diskriminierung der Christen in der Welt - folgende Anweisung an Seine Jünger ( Matthäus 5, 43-48 ): "Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde ( tut Gutes denen, die euch hassen ) und betet für jene, die euch verfolgen ( und verleumden )!



"Stumm die Stimme erheben" - Flashmob für verfolgte Christen

So werdet ihr Kinder eures himmlischen Vaters, der über Gute und Böse seine Sonne aufgehen lässt und Gerechten und Sündern Regen spendet. Denn wenn ihr nur jene liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr davon? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr bloß eure Freunde grüßt, was tut ihr da Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!" In diesem Sinne hat also Gott den Menschen die Verantwortung für Seine Schöpfung anvertraut. Das heißt: In der Bestimmung des Menschen liegt auch die gegenseitige Verantwortung.

Was ist aber hier mit Verantwortung gemeint? Im Buch der Offenbarung des Johannes heißt es ( Offenbarung 14, 13 ): "Ihre Werke folgen ihnen nach." Demnach folgen den Menschen alle Werke, die guten und die schlimmen, nach bis in die Ewigkeit. Das heißt: Verantwortung bedeutet in der Konsequenz, dass eine Person für die Folgen eigener oder fremder Handlungen einmal Rechenschaft ablegen muss. Schließlich ist der Mensch als Stellvertreter Gottes in der Schöpfung eingesetzt und mit der Gabe der Freiheit ausgestattet, so dass er die behebbaren Übel in der Welt bekämpfen kann.



Dabei sollte eines jedem klar sein: Kein Mensch, der in sich noch im Widerstreit mit der Lebensordnung Gottes befindet, kann in den Himmel oder das Reich Gottes eingehen. Denn der Gott-Widerstrebende tut nur eins durch sein Verhalten: Er fügt sich selbst und seinen Mitmenschen Leid - oft unsagbares Leid - zu, bis er verstanden hat, dass er alleine verantwortlich für sein freies Leben ist. Und nur er alleine kann seinem Leben eine Richtung geben, welche dieses - sein eigenes - Leiden und das seiner Mitmenschen beenden kann.

Denn Gott will die Menschen zu Seinen Mitarbeitern machen - für die Liebe, den Frieden, das Glück, die Menschlichkeit in der Welt. Wer dagegen die Welt oder die Menschen mit Gewalt verbessern will, endet nicht im Guten, sondern in der Tyrannei. Paulus sagt hierzu ( Römer 14, 17 ): "Das Reich Gottes ist ... Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist."

Und in der Neuoffenbarung - empfangen durch Jakob Lorber ( 1800 - 1864 ) - heißt es: "Als Ich ( Jesus Christus ) im Fleische auf der Erde wandelte, konnte und durfte Ich nicht tun, was Ich wollte, sondern was Der wollte, der Mich gesandt hat. Dieser war zwar in Mir, wie Ich in Ihm; aber Er war der Geist Gottes als Vater von Ewigkeit, Ich aber war und bin dessen Seele. Diese besitzt zwar Ihre eigene Erkenntnis und Fähigkeit, als die höchste Seele und die vollendetste Seele aller Seelen; aber dennoch durfte diese Seele nicht tun, was Sie wollte, sondern nur, was Der wollte, von Dem Sie ausgegangen ist." ( Die Erde, Kap. 70, V. 8 )

Und Emanuel Swedenborg ( 1688 - 1772 ) schreibt hierzu, dass das Böse und das Gute nicht beisammen sein können. Denn sie halten es nicht miteinander aus. So ist das Gute nur zu erlangen, indem man das Böse in sich entfernt. Das heißt, indem man Gutes denkt und dementsprechend handelt, zieht man die geistige Sphäre des Guten an ... und verbreitet sie rings umher. Durch diese geistigen Ausströmungen werden dann die Guten von den Bösen geschieden.

Dass das Böse entfernt werden muss, bevor man das Gute erkennt, wahrnimmt und liebt, kann man auch in der natürlichen Welt entdecken. Man nehme nur folgendes ( einfaches ) Beispiel: Es kann keiner zu einem anderen in dessen Raum treten, wenn dieser einen Leoparden in seinem Zimmer verwahrt, der darauf auf ist, einen zu fressen. Man wird sich nur dann sicher fühlen, wenn dieser vorher das wilde Tier entfernt hat. Und genauso gilt: Wer zur Tafel des Königs und der Königin geladen ist, wird sich vorher erst das Angesicht und die Hände waschen, bevor er sich hin begibt. Denn wer sondert nicht das Unkraut von der Weizenernte, bevor er diese in die Scheune bringt?

Dass der Mensch sich selbst vom Bösen reinigen, und nicht erwarten soll, dass der Herr dies unmittelbar tut, ist vergleichsweise so, wie wenn ein Knecht mit Ruß besudeltem Gesicht und Kleid einhergehend zu seinem Herrn träte, und sagte: "Herr, reinige mich." Würde nicht der Herr zu ihm sagen: "Törichter Knecht, was sprichst du da? Siehe, hier ist Wasser, Seife und ein Handtuch. Hast du nicht Hände und Kraft in dir? Wasche dich selber ab!"

In der Neuoffenbarung heißt es hierzu weiter: "Ich gebe euch den Acker, den Pflug, den Weizen, und bestelle die Schnitter; aber arbeiten müsst ihr dann selbst ... Für euch arbeiten kann und darf Ich ewig nicht! Und würde Ich das, so hättet ihr für die Freiheit und Selbständigkeit eures Lebens keinen Nutzen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 77, V. 6-7 ) Demnach kann Gott erst dann den Menschen "wahrhaft" reinigen, wenn dieser sich hierzu innerlich bereit erklärt. So lehrt es Jesus auch selbst ( Matthäus 23, 25-26 ): "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voll Raub und Gier! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird!"



Dirk Müller über unser Geldsystem

Vom rein materialistischen Standpunkt aus betrachtet müsste eine solche innere Reinigung auch eine gerechtere Verteilung der Besitztümer in Deutschland hervorbringen. Denn zur Zeit konzentriert sich hierzulande der Besitz und das Kapitaleinkommen auf nur eine kleine Schicht: Im Jahr 2007 besitzt zum Beispiel das reichste eine Prozent der Bundesbürger 23 Prozent des gesamten Vermögens in Deutschland. Die obersten fünf Prozent verfügen über 46 Prozent. ( Im Jahr 2012 besitzen sogar die reichsten zehn Prozent in Deutschland zwei Drittel des Nettovermögens. Die in etwa gleiche Vermögensverteilung findet man in diesem Jahr übrigens auch in Österreich und der Schweiz. ) Hier die Vermögensverteilung in Deutschland ( im Jahr 2012 ):


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10 Prozent der Deutschen besitzt 67 Prozent des Nettovermögens

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40 Prozent der Deutschen besitzt 32 Prozent des Nettovermögens

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50 Prozent der Deutschen besitzt 1,4 Prozent des Nettovermögens


Für die Mehrheit der Bevölkerung bleibt da also nicht mehr viel übrig. Es ist sogar zu vermuten, dass eine solche Gesellschaft den Menschen wenig Chancen lässt, ihr eigenes Leben oder das ihrer Umwelt zu verändern. Abgesehen von kleinen Ablenkungen müssen diese Menschen das Spiel mitspielen oder sie bekommen die rote Karte.



Requiem für den amerikanischen Traum

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum zwar viele Menschen in Amerika den Wert der Demokratie immer wieder betonen, aber die Zahl der Nichtwähler erschreckend hoch ist? Der Präsident der Vereinigten Staaten etwa wird regelmäßig von nur etwa einem Viertel der erwachsenen US-Amerikaner gewählt. Bei Umfragen erklären viele, dass sie deswegen nicht zur Wahl gehen, weil sie ohnehin nicht die Macht haben, das System zu ändern, oder weil sie keinen echten Unterschied zwischen den Kandidaten sehen. Egal wer die Wahl gewinnt - so ein häufiges Argument -, eigentlich werden die Entscheidungen der Regierung von machtvollen Lobbys getroffen, von wirtschaftlichen Interessen und multinationalen Konzernen, die mehr Macht haben als die meisten Regierungen. Aus denselben Gründen verzichten die Menschen darauf, Briefe an ihre Abgeordneten zu schreiben oder sich in Bürgerinitiativen zu engagieren.

Frage: Ist das nun der "alleinseligmachende" ( christliche ) Fortschritt - ein Fortschritt, bei dem die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, während die Mittelschicht schrumpft? Wohl kaum. Denn bei dieser Sichtweise betrachtet man nur den materiellen Fortschritt in der Welt.


"Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!"
( Markus 16, 15 )



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Der wahre Fortschritt im Sinne einer Höherentwicklung auf eine jenseitige Vollendung hin ist die fortschreitende christliche Erziehung des Menschengeschlechts hin zur Erlösung von "oben". Der Kirchenlehrer Irenäus von Lyon ( 135 - 202 ) schreibt hierzu: "Gottes Ruhm ist der lebendige Mensch; das Leben des Menschen aber ist die Anschauung Gottes." Und nach Bonaventura ( 1221 - 1274 ) besteht die Verbindung des Menschen zu Gott in der Wahrheit. Jesus sagt ( Johannes 18, 37 ): "Wer aus der Wahrheit ist, der hört Meine Stimme." Gott selbst ist die Wahrheit ( Johannes 14, 6 ) und Er ist den Menschen gegenwärtig als die in einem zu vernehmende Wahrheit, die alles Gute liebt. Das heißt: Überall da, wo in einem die Wahrheit spricht, spricht Gott zur Seele des Menschen.

In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "Gott, der Herr Himmels und dieser Erde, hat einem jeden nach der Wahrheit strebenden Menschen ein Gefühl in sein Herz gelegt hat, das die Wahrheit noch viel eher erkennt und erfasst als ein noch so durchgebildeter Verstand. In diesem Gefühle weilt auch die Liebe zur Wahrheit, die sie als solche wahrnimmt." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 177, Vers 5 )

Diese Wahrheit verlangt nach Klarheit ... und nicht ohne Grund hatten im Urchristentum - nach dem Zeugnis der Didache ( Lehre der zwölf Apostel ) und anderer Glaubensquellen ( zum Beispiel Paulus: 1. Korinther 12, 28 ) - Apostel und Propheten die eigentlichen geistigen Ämter inne. Nicht dem Priester ( Presbyter ) oder dem Bischof ( Episcopus ) stand also ursprünglich die geistige Führungsrolle zu. Ihre Aufgabe war hauptsächlich organisatorischer Art, die allerdings in dem Maße wuchs, wie die Gemeinden sich vergrößerten. Als dann schließlich mit der Verstaatlichung und Vermassung der Kirche die charismatischen Gaben immer seltener wurden, rückte von selbst eine durchorganisierte Priesterhierarchie an die oberste Stelle der Christenheit. Lehre und Verkündigung war nun beinahe ausschließlich denen überantwortet, die nicht mehr unmittelbare Empfänger des Wortes Gottes waren, wie einst Propheten und Apostel.

Der Sündenfall ist demnach der Verlust der Wahrheit: Dass Adam und Eva der Schlange mehr Glauben schenkten als der Wahrheit, lag nicht daran, dass sie es nicht hätten besser wissen können oder getäuscht worden wären. Durch bloße Vorspiegelung und Phantasie erwachte in ihnen vielmehr der Hochmut und das Begehren. Da ließen sich die beiden vernunftbegabten Geschöpfe Gottes durch den rein am Irdischen haftenden Blick verleiten.

In der Neuoffenbarung spricht Jesus über diesen Verlust der Wahrheit zu den Schriftgelehrten: "Ihr hattet in euren Herzen keinen Glauben und somit auch keine Lebenswahrheit mehr, und darin liegt der Grund, aus dem ihr Mich nicht erkennen mochtet und an Mich auch keinen Glauben fassen konntet; denn wo keine Wahrheit und kein Leben ist, da kann sich auch keine noch so helle Wahrheit mit ihrem Leben eine Aufnahme und eine bleibende Wohnung verschaffen. Wo aber noch eine Wahrheit mit ihrem Leben in einem Menschenherzen wohnt, da greift denn auch bald und leicht eine höhere Wahrheit Platz und erzeugt den lebendigen Glauben und dessen Kraft." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 77, V. 6-7 )

Demnach tun sich zwei Sichtweisen auf: Ein Leben nach den irdischen Maßstäben oder nach der geistigen Führung. Die eine Sichtweise stellt allein den irdischen Vorteil in den Vordergrund, während die andere sich an der Wahrheit orientiert, die als Gewissensstimme in jedem Menschen klar empfunden oder "gehört" werden kann ... Die materialistische Sichtweise versucht in jedem Menschen, die Wahrheit zu verdrängen, so dass der Mensch entgegen der Gewissensstimme handeln soll. Oder anders gesagt: Das, woran man sein Herz hängt, das wird sein Gott.

Jesus sagt hierzu ( Johannes 15, 19 ): "Die Welt wird euch hassen." Doch woher kommt dieser Hass? Es ist, weil die Bösen nicht ertragen, dass es Gute gibt. Man will die Boten der Wahrheit töten, um diese lästige Botschaft zu ersticken. Von daher passt an dieser Stelle der aufmunternde Satz vom Kardinal Lustiger von Paris ( 1926-2007 ): "Das Christentum in Europa steckt noch in den Kinderschuhen. Seine große Zeit liegt noch vor uns."

Ist damit "Die große Zeit der Zeiten", wie es in dem Neuoffenbarungswerk "Die Erlösung - Pathiel" heißt - die Zeit der Wiederkunft Christi - gemeint? Zumindest ist es heutzutage ein Kennzeichen der Endzeit, dass das lebendige Bewusstsein für die Welt der Werte erlischt. Mit Pontius Pilatus ( dem ehemaligen Statthalter der Provinz Judäa ) fragt man sich in dieser Zeit ( Johannes 18, 38 ): "Was ist Wahrheit?" und relativiert auf diese Weise alle geistigen Werte.

Damit einhergehend tritt an die Stelle des geistigen Lebens nun der äußere Reichtum, welcher die Menschen ganz erblinden lässt für das Reich der übersinnlich-göttlichen Welt: Denn die meisten Menschen wollen nunmehr reich werden - auch wenn sie am Sonntag dafür arbeiten müssen, wo es doch gar nicht nötig wäre - und dann natürlich so schnell wie möglich - wenn nicht auf geraden, dann auf krummen Wegen. Doch die Dinge, die von den Menschen der Welt geschätzt werden, sind das Gegenteil von denen, die Jesus Christus als wertvoll betrachtet. Oder um mit den Worten des Neuen Testaments zu sprechen ( Lukas 16, 15 ): "Was unter den Menschen hoch ist, ist ein Gräuel vor Gott."

Um Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, wird von den Deutschen ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen: Eine Studie aus dem Jahr 2013 ( von Forsa und CosmosDirekt ) zeigt, dass über die Hälfte der Deutschen ( 52 Prozent ) auch in ihrer Freizeit, am Wochenende oder im Urlaub für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte erreichbar sind. Davon gestört fühlen sie sich laut der Studie jedoch meist nicht. Unter denen, die erreichbar sind, bevorzugt nur jeder Dritte ( 32 Prozent ) eine klarere Trennung von Beruf und Privatleben. Für mehr als zwei Drittel ( 68 Prozent ) der befragten Erwerbstätigen ist es normal, nach Feierabend Anrufe entgegenzunehmen oder berufliche E-Mails zu beantworten.

Dabei haben die Deutschen heute ein Drittel mehr Freizeit als vor hundert Jahren: Im Jahr 1825 arbeiteten die Deutschen in einer 7-Tage-Woche durchschnittlich 82 Stunden pro Woche, heute in einer 5-Tage-Woche "nur" noch 38 Stunden. Abzüglich sieben Stunden Nachtruhe bleiben pro Woche immer noch 81 Stunden "freie" Zeit übrig ... Und dennoch beklagen sich die Menschen darüber, dass sie keine Zeit mehr haben.

Die historische Entwicklung der Wochenarbeitszeit in Deutschland:

bullet1825: 82 Stunden
bullet1875: 72 Stunden
bullet1900: 60 Stunden ( in 6 Tagen )
bullet1913: 57 Stunden
bullet1918: 48 Stunden ( 8-Stunden-Tag )
bullet1932: 42 Stunden
bullet1941: 50 Stunden ( Verlängerung im Zweiten Weltkrieg )
bullet1950: 48 Stunden
bullet1956: Übergang zur 5-Tage-Woche
bullet1965: 40 Stunden
bullet1967: 40 Stunden
bullet1984: 38,5 Stunden
bullet1995: 35 Stunden




Die Gemeinwohl-Ökonomie

Der Grund für den oben genannten heutigen Stress ist meines Erachtens die verborgene "Zeitfalle": Viele Dienstleistungen wurden heutzutage verlagert. So führte früher noch zum Beispiel der Bankangestellte eine Überweisung aus, heute machen dies die Menschen am PC selber. Die Wirtschaft verkauft das als Zeitersparnis, aber tatsächlich raubt es einen nur die Zeit. Denn man muss sich im System erst einarbeiten und die Software auf den neuesten Stand halten ... Und wenn der Rechner dann einmal nicht funktioniert, bricht der große Stress aus.

So befinden sich die Menschen in der heutigen Zeit an einem historischen Wendepunkt: Einst wurde mit dem technischen Fortschritt der Industrialisierung die optimale Ausnutzung beziehungsweise Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft durch Zentralisierung der Arbeit in Fabriken und der Aufteilung routinemäßiger Arbeitsabläufe, die Arbeitsteilung, notwendig. ( Die dafür erforderliche strenge Organisation durch starre Arbeitszeiten wurde schließlich möglich durch die Erfindung der Uhr und das elektrische Licht, was erlaubte, auch ohne Tageslicht zu arbeiten. ) Und heute? Heute werden Routinearbeiten immer mehr von Maschinen übernommen und Menschen können und müssen sich den kreativen Aufgaben zuwenden. Gleichzeitig startete mit dem Internet das Informationszeitalter und die Möglichkeit, erstmals den Kontakt über große räumliche Entfernungen aufrecht zu halten. Diese Neuerungen führten Schritt für Schritt weg von starren Arbeitsprozessen und -zeiten, hin zu mehr Identifizierung mit der notwendigen Erwerbsarbeit und zu mehr "Arbeitslust" ... und mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke können Mitarbeiter nunmehr Ideen teilen, Antworten finden und sehen, woran ihre Kollegen gerade arbeiten.

So wird der Spruch: "Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes" umgekehrt in: "Trachtet zuerst nach dem Irdischen". Das heißt: Die Orientierung in dieser Welt hat sich drastisch gewandelt: In einer Umfrage gaben 90 Prozent der Jungen aus einer achten Hauptschulklasse als oberstes Lebensziel an, "einen Haufen Geld zu verdienen". Nicht die Liebe des Lebens zu finden, eine Familie zu gründen, nicht irgendetwas Neues zu erfinden oder zu entdecken, nicht die Geheimnisse der Natur zu erforschen, nicht die Welt zu verbessern, nicht ein Heiliger zu werden, sondern schlicht und einfach "Geld zu machen", das an sich überhaupt kein "Produkt" ist. Es macht die Seele nicht satt ... und man opfert dafür vieles. Zum Beispiel: Das Bibelstudium und - wie eben schon erwähnt - auch oft den Sonntag: Man muss ja schließlich die guten Gelegenheiten, "Geld zu machen", mitnehmen, sagt man.

Will der Mensch wirklich nichts anderes aus den Möglichkeiten seines einzigen Lebens machen? In der hochtechnisierten Gesellschaft sind heutzutage immer mehr Menschen allein damit beschäftigt, "Geld zu machen": Sie wechseln die Jobs wie das Hemd, springen gar von einer Karriere in eine ganz andere, alles mit dem Ziel, noch mehr "Geld zu machen". Sie haben wenig bis gar keine Beziehung zu den Dingen, die sie herstellen, oder den Dienstleistungen, die sie anbieten. Geld ist nicht nur das Endergebnis, sondern der gesamte Inhalt ihrer Beschäftigung. Dabei werden sie zwar äußerlich reich, aber auch innerlich arm, oft bettelarm. Das heißt: Sie haben äußerlich die Form der Gottseligkeit, aber innerlich führen sie ein fruchtloses Glaubensleben ... und können nur noch durch Katastrophenschicksale aufgerüttelt und für Geistiges erweckt werden. Das heißt: Die Liebe Gottes zeigt sich in solchen Zeiten der Blindheit reiner "Diesseitsmenschen" nur noch als Zorn Gottes.

Am Ende dieser Zeit wird dann der Herr des Lebens stehen und einen fragen: "Was hast du mitgebracht? Was hast du in deinen Händen? Hast du deine Hände gefüllt mit wertlosem Tand oder mit Schätzen, die in die Ewigkeit hinüberdauern?" Denn darauf kommt es schließlich in diesem Leben an. Jesus sagt hierzu ( Matthäus 6, 19-20 ): "Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen."

Durch das Denken, das sich nur am irdisch-sichtbaren, an der Materie orientiert, verfällt der Mensch, mehr und mehr dem Materialismus. Man kettet sich freiwillig an rein irdische Ziele ( wie zum Beispiel: das Streben nach maximalen Gewinn, Macht- und Ansehen ) ... und wird dabei zunehmend unfähig, das Gewissen in sich zu vernehmen beziehungsweise zu "erhören".

Mit Jesus wurde diese Gewissensstimme, der unsichtbare Gott, für jedermann auf Erden sichtbar. Denn mit Ihm kam das Licht der Wahrheit, das im Konflikt stand mit denjenigen Menschen, die ihrer eigenen Überzeugung nach auf realem Boden stehen - aber hier in Wirklichkeit nur ein arg beschränktes Begriffsvermögen haben: Diese Menschen waren zur Zeit Jesu gerade die Mehrzahl derer, die die Macht vertraten, also obrigkeitliche und religiöse Gewalt in den Händen hatten. Aufgrund Ihrer ausgeprägten Vorliebe für das Irdische hofften sie, das Werk Jesu zu unterbinden, da sie es nicht verstanden beziehungsweise verstehen wollten. Denn Ihr ganzes Trachten war auf Prestigegewinn ausgerichtet.

In dem großen prophetischen Lobgesang, dem "Magnificat", hört man von Maria, dass es drei große Hindernisse für das Kommen des Reiches Gott gibt: Prestige, Macht und Besitz. Mit Marias Worten ( Lukas 1, 51-53 ): Die "im Herzen voll Hochmut sind", die "gewaltigen auf ihrem Thron" und die "Reichen". Alle diese, so sagt sie, werden "zerstreut", "gestürzt" und "leer davongeschickt". ( Dieses großartige Gebet Marias wurde 1980 von der argentinischen Regierung für derart subversiv gehalten, dass sie verbot, es bei Protestmärschen zu singen. )

Die Anhänglichkeiten an Prestige, Macht und Besitztümer sind Hindernisse für das Kommen Gottes. Aus diesem Grund lieferten zum Beispiel jene Schriftgelehrten, die eigentlich dem Volk die Schrift und Propheten richtig auslegen hätten sollen, Jesus Christus ans Kreuz, anstatt in Ihm den angekündigten Messias zu erkennen. Sie folgten den irdischen Zielen nach Geld und Ansehen, anstatt Kontakt zu der inneren Stimme zu halten und sich nach ihr zu richten.

In diesem Sinne schreibt auch Gottfried Mayerhofer ( 1807-1877 ) an einen Weltreisenden, der im hohen Alter von seinen vielen Reisen zur Ruhe gekommen ist: "Jetzt drängt es mich, dir diesen Weg zu öffnen, o schenke meinen Worten Gehör, lass jetzt, wo die Außenwelt dir genug unvergessliche Eindrücke zurückgelassen hat, lass jetzt dir deine Goldgrube im Innern durch mich eröffnen, damit auch du, der du in so manchen Dingen mit mir gleich denkst und fühlst, auch in diesem reinen, heiligsten und erhabensten Punkte mit mir übereinstimmen mögest! ... Lasse dich von Ihm ziehen, und du wirst sehen, dass, wohin Er dich führt, dich der Weg nicht gereuen wird; denn wie ich und viele andere dir bezeugen können, dieser Weg führt zum einzigen Glück, das dem Menschen zu erreichen auf dieser Welt möglich ist - zum Glück, sich selber und seinen Schöpfer als Vater kennen zu lernen!" ( Schöpfungsgeheimnisse, "Taifun" )



Die Gemeinwohl-Ökonomie

Die Herrschenden zur Zeit Jesu fanden keinen "Geschmack" an den Forderungen Jesu, weil sie von alten Gewohnheiten nicht loslassen wollten. Dabei war die Forderung Jesu klar: Statt die Aufmerksamkeit nach "draußen" zu wenden, sollten sie eigentlich die Aufmerksamkeit auf Gott ( in sich selbst ) richten, um dort, in sich selbst, die Wahrheit zu erkennen. ( Dazu muss man natürlich wissen, was in einem vorgeht und darauf achten, was man gerade mit den Sinnen wahrnimmt, wie es mit den eigenen Gefühlen aussieht und schließlich, was einen an Ideen, Vorstellungen und Gedanken durch den Kopf gehen: Wie definiert man sein Leben, wenn man nicht arbeitet, nicht einkauft, wenn man sich keine Sorgen macht ... und wenn man kein ökonomischer Mensch ist? Wer ist man dann? )

Die Autoritäten zur Zeit Jesu warteten lieber auf Äußerlichkeiten als sich auf das innere Wesen des Gottesreiches hinzubewegen. Doch diese Einstellung war ihr Irrtum: Denn es sollte durch die Lehre Jesu nicht vordergründig die sichtbare Ordnung aufgehoben werden, sondern das gottgleiche Wort wollte mit Seinem Eintritt in den irdisch-menschlichen Bereich alle heilswilligen Menschen zu "Kindern Gottes" machen, um sie an der "Fülle der Gnade und Wahrheit" teilnehmen zu lassen. So liebten Ihn alle, die mit Ihm in persönlichen Verkehr traten. Nur diejenigen lehnten Ihn ab, die in Hab-, Ehr- und Herrschsucht verfallen waren.

Zu dieser Ablehnung der Stimme Gottes weiß man aus der Psychologie, dass ein Kind alle Verhaltensregeln als durch Menschen ( zunächst durch die Erzieher, dann auch durch andere Autoritäten ) verfügte Norm auffasst, deren Übertretung Strafe nach sich zieht. Man geht davon aus, dass ein Verhalten beispielsweise zu 20 Prozent biologisch bedingt ist und zu 80 Prozent kulturell. Das heißt: Das Verhalten wird durch die Kultur geformt. Selbst viele Erwachsene kommen zeitlebens nicht über die kulturelle Moralvorstellung hinaus: Sie orientieren sich in ihrem Verhalten an dem, was "man" tut; sie meiden nur das, was "Sanktionen" nach sich zieht: Strafe von Seiten des Staates, gesellschaftliche Missbilligung oder Ächtung und andere derartige Nachteile. Aus diesem Grund wird auch der Weg zum Glauben nicht mehr von Umkehr, Bekehrung, Verwandlung oder Erleuchtung bestimmt, sondern von der Übernahme einer von der Gesellschaft anerkannten und belohnten Lebensinterpretation. Und in Folge dessen hängen dann 60 - 90 Prozent der christlich aufwachsenden Kinder ihren Glauben im frühen und mittleren Erwachsenenalter an den Nagel. Hauptgrund: Vorgelebte Heuchelei. ( Sie neigen dann dazu, Gott einfach zu vergessen und mit Ihm ihre so genannte religiöse Sozialisation, also die Summe der Erfahrungen in Elternhaus, Schule, Religions-, Kommunions- oder Konfirmationsunterricht. Sie wollen es - in einer aufgeklärten und oft areligiösen Zeit - gar nicht mehr wahrhaben, dass sie einmal gläubig und hoffnungsvoll im Gebet waren. )

Zur Überprüfung dieser Studien wurden in einer weiteren Studie über 40 Jahre lange 698 im Jahr 1955 geborene Einwohner der Hawaii-Insel Kauai beobachtet. Man interessierte sich insbesondere für jene 210 Kinder, die in ärmlichen oder gewalttätigen Verhältnissen, mit ungebildeten oder alkoholabhängigen Eltern aufwuchsen. Zwei Drittel dieser Kinder fanden nicht den Weg in ein erfolgreiches Leben, sondern wurden aggressiv, drogenabhängig oder sogar straffällig. Nur ein Drittel der Kinder entwickelte sich trotz der widrigen Umstände, in denen sie aufgewachsen waren, zu ausgeglichenen und zuverlässigen Menschen. Sie hatten sich hierzu Lehrer oder andere Bezugspersonen als Vorbilder gewählt.

Mit dieser Studie wird leider auch offensichtlich: Wem die Liebe in früher Kindheit versagt wird, der wird auch als Erwachsener nicht anders handeln als seine Eltern. Das heißt: Der Erwachsene gibt seine Defizite an seine Kinder weiter und das Muster wird sich wiederholen: Noch eine Generation von Eltern, die nicht wissen, wie man Vater und Mutter ist, wird heranwachsen. Eltern, die ihren Kindern nicht das geben können, was ihre Eltern ihnen auch nicht gegeben haben.

In diesem Zusammenhang zeigten in den USA Untersuchungen nach den Präsidentschaftswahlen von 2004, dass Menschen, die in einem autoritären Elternhaus oder mit einem strafenden Gottesbild aufgewachsen waren, auch eine stark militärische Außenpolitik befürworten. Wähler, die im Elternhaus oder in der Religion einen eher auf Dialog aufbauenden, gütigeren Stil erlebt ( oder gelernt ) hatten, stimmten mit höherer Wahrscheinlichkeit für einen Kandidaten, der gewaltfreie Ansätze zur Lösung nationaler und internationaler Probleme befürwortetet. Das heißt: Die Eltern prägen hier oft das Bild sowohl von Gott als auch von der Regierung und zwar im Guten wie im Schlechten. Und aus diesem Grund warnte schon Jesus Christus vor der fehlenden Liebe der Eltern gegenüber ihren Kindern ( Matthäus 18, 6+10 ): "Wenn aber jemand, eines dieser Kleinen, die an Mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an sein Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet, denn Ich sage euch, dass ihre Engel in dem Himmel allezeit das Angesicht Meines Vaters schauen, der in dem Himmel ist."



Phänomen der Teleportation

Passend hierzu hat die deutsche Psychoanalytikerin Alice Miller ( 1923-2010 ) eine Fallstudie über einen Mann geschrieben, der als Kind misshandelt worden war. Für die geringste Regelverletzung, ob echt oder eingebildet, wurde er von seinem Vater verprügelt. Der Vater rief seinen Sohn noch nicht einmal beim Namen. Wenn der Junge zu ihm kommen sollte, pfiff er nach ihm, als wäre er ein Hund. Hass brodelte in dem Jungen, aber er konnte seinen Zorn nicht an seinem Vater abreagieren. Er behielt ihn in sich und kultivierte ihn. Einige Zeit später hörte er, dass sein Großvater ( von dem er wenig wusste ) wahrscheinlich Jude gewesen war. Sein verzerrtes Denken machte ihn glauben, dass dieses jüdische Blut der Grund für das Verhalten des Vaters gewesen sei. Der Name des Jungen war Adolf Hitler ( 1889-1945 ). Den Rest seiner destruktiven Geschichte ist allgemein bekannt.

Mit dieser Studie wird meines Erachtens auch das Wesen des Unglaubens beschrieben: Es ist die beharrliche Weigerung, sich der inneren Stimme ( und damit der geistigen Führung Gottes ) zuzuwenden. Denn nach meiner Überzeugung sind die Menschen zu etwa einem Drittel von ihrer Natur ( den Genen, den körperlichen und seelischen Voraussetzungen ) geprägt, zu einem Drittel von ihrem ( äußeren ) kulturellen Umfeld ( der Bildung und Erziehung, der finanziellen und sozialen Lage, der Konstellation des Mondes und der Sterne ) und zu einem Drittel von dem freien Willen ( das heißt: Die Hinwendung zur geistigen Führung Gottes ): Durch nichts wird Gottes Wirken auf dieser Welt stärker gehemmt als allein durch die Leugnung dieses letzten Drittels, der geistigen Führung Gottes ... Stattdessen folgt der Mensch einer ( selbstgenügsamen ) Lüge, von der er annimmt, dass sie die Wahrheit ist ... nur hat diese Lebenseinstellung einen gravierenden Nachteil, den der deutsche Dichter Matthias Claudius ( 1740 - 1815 ) folgendermaßen beschreibt: "Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, sondern wir müssen uns nach ihr richten."

Durch dieses Verhalten der Menschen resultiert die entscheidende Frage, die die meisten Menschen beschäftigt, nach dem Sinn des Lebens. Und so ist es auch das "existentielle Vakuum", das Sinnlosigkeits- und Leeregefühl, das die Menschen zum Psychiater führt.

Viele werden heute krank, seelisch und körperlich, weil sie ihr Leben als sinnlos verstehen, weil sie keine Antwort wissen auf die Frage nach dem Sinn ihres Lebens. Viktor Frankl ( 1905-1997 ), Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, der Begründer der Logotherapie, erklärt, dass das "existentielle Vakuum", das Gefühl der Sinnlosigkeit und der Leere, heute viele Menschen zum Psychiater und zum Neurologen führt. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer Art Massenneurose und charakterisiert sie des Näheren als eine "noogene Neurose", bei deren Entstehung neben Sinnverlust auch Gewissenskonflikte, Wertverluste beziehungsweise Wertkollisionen eine Rolle spielen. Mit Nachdruck weist er darauf hin, dass es in den psychologischen Beratungsstellen für Jugendliche primär um die Sinnfrage geht.



Wie werde ich eine reife Persönlichkeit?

Um diese Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten, muss also die wesentliche Frage, die man sich stellt, nicht lauten: "Was erreicht man "wie" in dieser Welt?", sondern es müsste vielmehr heißen: "Für welche Aufgabe hat Gott einen in dieser Welt vorgesehen?". Und um diese Frage zu beantworten, gilt es auf die innere Stimme zu hören und dem Gefühl mehr Aufmerksamkeit zu schenken als dem Verstand. Denn nur wer Gottes Willen in sich erkennt, wirkt nach außen authentisch und im wahren Sinne "ganz bei Gott".

Als Ausgangsgrundlage hat jeder Menschen von Gott ganz bestimmte Eigenschaften erhalten. So ist zum Beispiel der eine Mensch mehr extrovertiert und kontaktfreudig ... und der andere mehr introvertiert und zurückgezogen. Wenn aber der mehr introvertierte Mensch sich mit Rhetorikkursen und Selbstsicherheitstraining dahingehend schult, auch vor großen Menschenmengen eine Rede zu halten, so wird er daran höchst wahrscheinlich nie so viel Freude haben wie jemand, der extrovertiert auf die Welt gekommen ist und es sowieso ganz toll findet, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.



Aus diesem Grund ist es wichtig, Gottes Willen in sich zu suchen und nicht den Ansprüchen der Welt zu verfallen. Denn gerade schüchterne Menschen haben oft den Eindruck, dass sie nicht dem gesellschaftlichen Ideal entsprechen, dass man dauernd auf Achse sein und sich überall durchsetzen müsse, um anerkannt zu werden. Da braucht es für diese Menschen schon ein gewisses Maß an Rückgrat, um zu sagen: So bin ich nicht, und so stimme ich auch nicht mit dem Willen Gottes überein: In einer Welt, wo scheinbar jeder seines Glückes Schmied ist und alles machbar scheint, darf man sich nicht dermaßen unter Druck setzen lassen. Denn sonst sieht man sich selbst noch als schuldig oder als Versager an, da man nicht das "Optimale" aus sich herausgeholt hat.

Es kann demnach niemand abgenommen werden, das Heil seiner Seele von innen her zu suchen und den Pfad des Heils, den "schmalen Weg" zu betreten und zu gehen ... und dies in einer Welt, in der man von klein auf enormen Leistungsansprüchen ausgesetzt ist. Hier gilt es, in Ruhe herauszufinden, was im Leben zu einem persönlich passt ... beziehungsweise: Was Gott für einem vorgesehen hat. Denn nur so erlangt man wahre Selbstsicherheit und größeres seelisches Wohlbefinden als Menschen, denen der Kontakt mit Gott noch fehlt. Hierzu sagt auch Jesus ( Johannes 8, 31-32 ): "Wenn ihr euch an Mein Wort haltet, seid ihr Meine echten Jünger; dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

In diesem Sinn liegt die Ursache für die oben beschriebene Krise der Menschheit vor allem in einem Mangel an Gebet ... also in der fehlenden Zeit, die sich die Menschen ( oft mit leitender Funktion ) für die Offenbarung Jesu in ihrem Leben nehmen. Denn nach Jesu Auffassung beruht die Leitung in der Gesellschaft nicht auf Herrschaft und Aktionismus, sondern vor allem auf "Diene-Mut" ( Demut ). Aus diesem Grund wurde auch im Neuen Testament das griechische Wort für Diener ( diakonos ) die wichtigste Bezeichnung für den geistlichen Dienst der Christen.

Der Apostel Petrus schreibt hierzu in seinem ersten Brief über die Demut an die Ältesten der Gemeinde ( 1. Petrus 5, 2-3 ): "Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe, nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid!" Und Jesus sagt ( Matthäus 20, 25-27 ): "Ihr wisst, die Fürsten der Völker gebieten über ihre Untertanen und die Großen üben Gewalt über sie aus. Unter euch soll es nicht so sein; wer vielmehr unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer der Erste unter euch sein will, der sei euer Knecht." Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Wer andere bessern will, der bessere zuerst sich und lebe gerecht, - so werden die anderen ihm nachfolgen, wenn sie den Vorteil ersehen werden." ( Die Erde, Kap. 63, V. 27 )

Dem Vorbild Jesu kann sich keiner entziehen: Denn obwohl Sein Reich niemals untergeht und Er über alle herrscht ( Psalm 103, 19 ), ist Er dennoch allen gegenüber sanftmütig und von Herzen demütig ( Matthäus 11, 29 ) ... und Sein Reich tritt überall dort hervor, wo die Menschen sich für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Demnach bedarf der Arme in der Welt nicht nur des Mitleids und des Mitgefühls, sondern vor allem, dass ihm Recht widerfahre. Diesem christlichen Streben steht jedoch in dieser Welt gegenüber: Lieblosigkeit, Unrecht, Unterdrückung und Ausbeutung der Mitmenschen und der Schöpfung.

Es ist demnach aussichtslos, den Frieden in äußeren Dingen zu suchen ... oder ihn von der Erfüllung materieller Wünsche zu erwarten. Es ist vielmehr so, wie es Gottfried Keller ( 1819-1890 ) schön und treffend formuliert hat:


"Nicht im Feld und auf den Bäumen,
in den Herzen muss es keimen,
wenn es besser werden soll."



Demnach hängen Glück und Zufriedenheit weniger von dem ab, was man hat, sondern vielmehr von dem, was man ist und namentlich zur Freude und zum Wohlergehen der Mitmenschen getan hat. Denn innere Leere, Unruhe und Friedlosigkeit können mit keinen materiellen Gütern und durch keine Vergnügungen beseitigt werden. Der Mensch sucht deshalb umsonst, wenn er den Frieden nicht in sich hat.

In einer anderen Studie wurde übrigens noch ein ganz anderer Zusammenhang beleuchtet: An Hand der Geburtsdaten von Menschen, die in ihrem Beruf außergewöhnlich erfolgreich waren, stellte man fest, dass einzelne Planeten zu diesem Geburtsdatum eine bestimmte Position eingenommen hatten. So schien zum Beispiel bei Ärzten, die alle eine hervorragende Stellung erreicht hatten, eine ( unerklärliche ) Häufung von ( oder soll man sagen: seltsame Vorliebe für ) Geburtsdaten vorzuliegen, wenn Mars und Saturn sich gerade am Horizont zeigten oder aber im Meridian kulminierten. Das heißt: Es bestand unleugbar ein Zusammenhang zwischen der Geburt zu einer Zeit, wenn Mars oder Saturn aufgingen oder kulminierten und der Wahrscheinlichkeit, ein bekannter Arzt zu werden. Die gleichen verblüffenden Forschungsergebnisse erhielt man übrigens auch mit den Berühmtheiten anderer Berufsgruppen ( zum Beispiel: Schauspieler, Sportler, Wissenschaftler, Schriftsteller ). Das heißt: Die Kapazitäten in den verschiedenen Berufen bevorzugten oder vermieden es, geboren zu werden, wenn bestimmte Planeten in diesen Bereichen des Himmels auftauchten.

Besitz, Verdienst, Talente und kosmische Einflüsse ( wie zum Beispiel der Einfluss der Position der Planeten zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen auf dessen Charakter ) werden demnach dem Menschen zu einem anvertrauten Pfund im Dienste des Schöpfers und zur Verbesserung der menschlichen und insbesondere der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse gegeben. Dagegen trennen beziehungsweise verfeinden Selbstsucht, Eigennutz und Habsucht die Menschen untereinander. Dem stehen Wohlwollen und Selbstlosigkeit gegenüber: Diese beiden verbinden und bauen auf.

Jesus hat genau dieses selbstlose Leben für Gott vorgelebt. Für Ihn besteht der Grundauftrag des Menschen darin, seine Seele ( und seinen Körper ) zu vergeistigen und nach Gottes Willen zu handeln. Dadurch bietet sich der Mensch an, dass Gott durch ihn ein Zeugnis von Seiner Gegenwart in dieser Welt abgeben kann ... mit dem Ziel, dass das Glaubenswissen der Menschen sich mehre und die Urteilskompetenz gefördert wird.

So lebt der Mensch nur dann glaubwürdig und wirklich evangelisch, wenn er sich in erster Linie nicht nach dem Zeitgeist ausrichtet, sondern nach der Wahrheit des Evangeliums. Ein solcher Mensch macht hier die Erfahrung, die zeitgleich viele andere mit ihm gleich einem Noah machen, der einst seine Mitmenschen auf die Wahrheit und auf die bevorstehende Sintflut aufmerksam zu machen versuchte, jedoch kein Gehör fand und ganz besonders wegen dem Bau der Arche ausgelacht und als Narr angeprangert wurde.

Jesus erlitt dagegen den Kreuzestod, weil Er als Gottes Sohn bei der göttlichen Wahrheit blieb und die anderen ihre selbst gewählte falsche Lebenseinstellung, ihre Auflehnung gegen Gott nicht aufgeben wollten. Der Geist dieser Menschen war viel zu sehr von sich selber eingenommen, als dass sie die Botschaft Christi noch ungetrübt entgegennehmen konnten. Mit der Kreuzigung lehnten sie den Gottessohn als den erwarteten Messias ab. Darum sagte Jesus ( Lukas 23, 34 ): "Vater vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!"

Christus wurde gekreuzigt als lästiger Wahrheitsbringer um Seiner Lehre und Taten willen. Denn die Wahrheit war den damaligen Religionsführern unbequem, ein Ärgernis, weil sie ihren Einfluss stark erschütterte. Deshalb musste der Wahrheitsbringer verdächtigt und verfolgt werden ... und als es trotz aller Mühe nicht gelang, Ihn lächerlich zu machen, suchte man Ihn als unglaubwürdig hinzustellen. Deshalb musste die irdische Vergangenheit als Zimmermannssohn dazu dienen, Ihn als ungelehrt abzustempeln. ( Nach Johannes 7, 15 hatte Jesus keine rabbinische Schule absolviert. )

Ähnlich erging es im Alten Testament Moses: Er lehnte die Karriere als Prinz ab, die ihm als Sohn einer Tochter des königlichen Hauses erwartete und zog bewusst vor, einer der Israeliten zu sein, die nach seinem Glauben nicht ein Volk von Sklaven, sondern das Volk Gottes waren, das heißt: Ein Volk, dessen Schicksal in besonderer Weise von Gott abhängig ist. Das bedeutete für ihn, den Frondienst seines Volkes zu teilen anstatt zum Preis des Abfalls von Gott kurzlebigen Komfort und Luxus am ägyptischen Hof zu genießen: Er wollte lieber Leid ertragen als sündig vor Gott dazustehen.

Mit dem Blick auf den höchsten Lohn, den Gott in Aussicht stellte, kam Moses zu der Überzeugung, dass Schmach um Gottes willen zu erleiden größeren Gewinn bringen würde als der Reichtum Ägyptens, der ihm zum Greifen nahe war. Solche Schmach ist die "Schmach Christi", weil sie das typische Los der Gesalbten des Herrn auf dieser Welt ist. Sie ist aber auch das Los derer, die Ihm als Sein Volk verbunden sind.

Im Laufe der ersten 300 Jahre nach Christi Geburt hielt das Volk Gottes in unbezwingbarer Standhaftigkeit an ihrer Wahrheit fest, ohne dafür äußerliche Anerkennung zu finden, durchlitt Gefängnis und Qualen, musste fliehen und in der Fremde umherziehen: Befreiung von diesen Widerwärtigkeiten auf Kosten der Verleugnung der Wahrheit kam für dieses Volk nicht in Frage. Denn sie wussten: Das Wort "Wahrheit" fängt mit einem "W" an, das heißt: Die Wahrheit tut weh ... und wehtuende Wahrheit lieben auch die meisten Gläubigen nicht. So ernteten sie - die Propheten, Apostel und alle wahren Knechte - in Zeiten religiösen und sittlichen Niedergangs für das Verkünden der christlichen Wahrheit wenig Dank ... Ja, sie wurden sogar stattdessen - nicht gerade selten - gesteinigt beziehungsweise hingerichtet.

Und wenn ( auch heute noch ) von vornherein klar ist, dass sich der irdisch-orientierte Blick vieler Menschen nicht ändern wird, so gilt es doch - in Hoffnung auf eine bessere Zukunft hin - durch Aufklärung und religiöse Bildung das rein materielle und machtorientierte Denken in dieser Welt zum Verstummen zu bringen. Denn das Ziel Gottes ist die Erlösung in einer friedlich-humanen Gesellschaft, in der Gerechtigkeit herrscht und Liebe sich ausbreiten kann ... wo man dem Mitmenschen Gutes gönnt und die Liebe für den anderen da ist: Denn das eigene Glück ist das Glück des anderen.

In diesem Sinne heißt es auf die Frage: "Was können die Menschen vor Gott tun?" in der Neuoffenbarung: "Nichts, - nichts können sie tun, als nur lieben Ihn aus allen den von Ihm den Menschen gegebenen Kräften und dankbar fröhlich genießen jegliche Gabe der ewigen Liebe aus Ihm!" ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 2, Kap. 25, V. 43 ). In stiller, inniger Wonne gilt es demnach den Willen Gottes zu erfüllen und den Menschen, die zu Gott kommen wollen, den Weg dorthin zu weisen.

Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Jeder Mensch hat ein doppeltes Erkenntnisvermögen: Ein äußeres, das ist der Kopf- oder eigentliche äußere Seelenverstand. Mit diesem Erkenntnisvermögen lässt sich nie das göttliche Wesen erfassen und begreifen ... Die Seele hat aber noch ein anderes Vermögen, das nicht in ihrem Kopfe, sondern in ihrem Herzen wohnt. Dieses Vermögen heißt inneres Gemüt und besteht aus einem ganz eigenen Willen, aus der Liebe und aus einer diesen beiden Gemütselementen entsprechenden Vorstellungskraft. Hat diese einmal den Begriff vom Dasein Gottes in sich aufgenommen, so wird er dann sogleich von der Liebe umfasst und durch ihren Willen festgehalten, - welches Festhalten dann erst "glauben" heißt.

Durch diesen Glauben, der lebendig ist, wird der wahre Geist erweckt. Der beschaut dann seinen Erwecker, erkennt und ergreift ihn sogleich, richtet sich darnach auf wie ein mächtig Licht aus Gott und durchdringt dann die Seele und umwandelt in ihr alles ins Licht. Und dieses Licht ist dann der eigentliche Glaube, durch den jede Seele selig werden kann." ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 1, Kap. 35, V. 2-4 )


"Wer die Wahrheit tut, kommt ans Licht."
( Johannes 3, 21 )

Demnach erfolgt alles vor Gott nach dem gleichen ( einfachen ) Prinzip, das sich sowohl im geistigen als auch im natürlich-kreatürlichen Bereich des Lebens anwenden lässt: Wer Bohnen steckt, wird Bohnen ernten, wer Weizen sät, wird Weizen ernten. Diese Wahrheit ist so banal, dass sie noch keinen vom Hocker reißt. Was einen aber innerlich aufhorchen lassen muss, ist, dass dieses kausale Gesetz von Saat und Ernte alle Lebensbereiche betrifft: Wer Liebe sät, wird Freundlichkeit ernten und wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Dies bedeutet aber auch: Wer ernsthaft nach der Wahrheit strebt, dem fehlt nicht die Liebe. Denn eine solche Liebe sehnt sich nicht nach Selbstsucht, Eitelkeit und Bequemlichkeit. Sie schaut auf das, was dem anderen dient und nützt ... und will keinen Wucher, keine Armut und keinen Aberglauben. Denn wer die rechte Herzenseinstellung zu Gott hat, wird auch seinem Nächsten gegenüber brüderliche Liebe empfinden.

Ohne diesen Hang zur Wahrheit empfindet der Mensch das niederdrückende Gefühl der Leere. Mal empfindet er es mehr, mal weniger. Der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus ( 354-430 ) schreibt hierzu: "Du hast uns zu Dir hin erschaffen, o Gott, und das Herz des Menschen ist ruhelos, bis es Ruhe gefunden hat in Dir." In diesem Sinne ist der Hauptzweck des Menschen die geistige Wiedergeburt ( in das Reich Gottes, in dem es gilt, die Gesellschaft und das Irdisch-Bestehende zu verschönern beziehungsweise zu veredeln ... und zwar mit gesundem Blick und geschickter Hand - zum Nutzen für den Einzelnen wie auch für die Allgemeinheit. )

In einem solchen Bemühen um eine christliche Gesellschaft wird es immer einzelne Menschen oder kleine Gemeinschaften geben, die mit der Gnadenhilfe Gottes, Frieden stiften und Gerechtigkeit üben. Aber das werden niemals Bastionen sittlichen Fortschritts sein, die unangefochten sind. Sie sind vielmehr wie Inseln, die in der Gefahr stehen, von der Brandung der Ungerechtigkeit und des menschlichen Egoismus überspült zu werden beziehungsweise unterzugehen.

Demnach müssen alle Menschen, die auf der Erde leben, durch die Versuchung hindurchgehen, müssen die Proben bestehen, die Luzifer ihnen bereitet, der sie mit hineinziehen will in seine falsche Dynamik, in seine Los-von-Gott-Bewegung, in seine Rebellion gegen Gott ( vergleiche Johannes 8, 44-45 ). In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "Die Erde kann unmöglich ein Paradies sein, da sie ein Prüfungsboden für jeden in das schwere Schandfleisch des Menschen gelegten Geist für alle Zeiten verbleiben muss, ohne dem kein Geist ein vollkommenes ewiges Leben erreichen könnte." ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 1, Kap. 85, V. 10 )



"Macht euch die Erde untertan und herrscht über sie, ...
dass ihr sie bebaut und bewahrt."
( 1. Mose 1, 28 + 2, 15 )

Herrschen und Bebauen haben demnach die Menschen inzwischen gelernt. Mit dem Bewahren bleibt ihnen aber noch viel zu tun! Denn Gott hat die Menschen die Erde zur Verwaltung und Pflege anvertraut. Er hat ihnen das Leben mit allen seinen Möglichkeiten geschenkt ... und somit sind sie Ihm gegenüber dafür verantwortlich, was mit Seiner Schöpfung geschieht ... Die Menschen sind die Verwalter einer Schöpfung, in der die Liebe Gottes die Menschen in eine sittliche Gemeinschaft führen will, die durch gegenseitiges Handeln aus Liebe realisiert wird ... in eine Gemeinschaft ohne Mangel und Leid ... in eine Gemeinschaft des Friedens und der Gerechtigkeit. Die Menschen sind dazu aufgerufen, die Schöpfung zu bewahren und zugleich dafür zu sorgen, dass sie sich zum Wohle der Menschen weiterentwickelt.

Gott gab dem Menschen die Vollmacht, sich die Schöpfung untertan zu machen und sie zu beherrschen - sie zu gebrauchen, aber nicht zu missbrauchen oder zu misshandeln. Demgegenüber steht aber das Hauptziel der materiell orientierten Gesellschaft: Der Konsum materieller Dinge. ( Das heißt: Die materielle Befriedigung ist das oberste Kriterium aller Entscheidungen. ) Und dieses Ziel beruht auf zwei Annahmen, dass nämlich zum einen die Wünsche ( im Unterschied zu den Erfordernissen ) grenzenlos sind - "je mehr man hat, desto mehr will man" -, und dass zum anderen unbegrenzte Ressourcen zur Befriedigung dieser Wünsche zur Verfügung stehen ( ... und genau an dieser Stelle muss es zwangsläufig zu einem Konflikt kommen zwischen denjenigen, die die natürlichen Ressourcen ausbeuten wollen, und den Umweltschützern. ) Die heutige Umweltkrise wird auf diese Weise durch die Habgier, die Selbstsucht und Achtlosigkeit des Menschen verursacht.

Wenn demnach heute viele Politiker beim Thema "Umweltverschmutzung" darüber nachdenken, was die Menschen tun können, um diese Erde auch für kommende Generationen zu bewahren, so ist es doch genauso wichtig, zunächst einmal über das Thema "Inweltverschmutzung" bei den Menschen nachzudenken ... Es müsste vielmehr die Frage lauten: Wie nutzen die Menschen die ihnen gegebenen Fähigkeiten und Ressourcen ... und in welcher Beziehung steht ihr Leben zu dem Willen Gottes?

 
 

Aus der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber:

"Die Menschen sind versehen mit verschiedenen Vermögen und Talenten ... Durch die wahre Demut und Liebe zu Mir kann jeder sein angeerbtes Talent erhöhen bis ins völlig geistige Leben! - Jedoch hat keiner etwas vor dem anderen voraus, sondern dass er mit seinem besonderen Talente seinen Brüdern in aller Liebe dienen könne und solle - darum wird jedem auch Besonderes gegeben!"

( Himmelsgaben, Bd. 2, Kundgabe v. 31.05.1842, V. 1-2 )

 
 

Und dennoch: Auch wenn wir lokal versuchen, rücksichtsvoll mit allem Leben, vernünftig mit der Technik und sorgfältig mit der Umwelt umzugehen, so bleibt nach der Neuoffenbarung die Erde ein Jammertal und die wahre Heimat der Christen der Himmel. Das heißt: Vom Standpunkt des Glaubens her wird die eigentliche Sünde in der Welt nicht durch Aufklärung oder religiöse Bildung überwunden, sondern allein durch die Erlösung Gottes.

Weder politische Mittel noch Waffen, sondern nur vorgelebte Liebe Gottes und Gebet helfen daher letztlich und bringen den verheissenen "Frieden auf Erden den Menschen, die guten Willens sind" ( Lukas 2, 14 ). Der schwerste Kampf wird demnach wider einen selbst sein ... und zwar: Immer wieder in die Stille hineinzugehen und nach Gott zu fragen, um Vergebung und ewiges Leben zu erlangen.

An Belehrungen und Wegweisungen hierzu hat es aus dem Jenseits nicht gefehlt: Gott hat es zu keinem Zeitpunkt unterlassen, den Menschen Seine Wahrheiten zu vermitteln. Denn es heißt ( Amos 3, 7 ): "Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass Er Seinen Knechten, den Propheten, zuvor Seinen Ratschluss offenbart hat." So erweckte Gott immer wieder neue Boten ( wie zum Beispiel Jakob Lorber und Emanuel Swedenborg ), die die Menschen - getreu Seiner Verheißung - an all das erinnern, was Er ihnen einst auf Erden ( in der Person Jesus Christus ) gelehrt hatte, um sie "in alle Wahrheit zu leiten" ( Johannes 16, 13 ).

Nicht wenige dieser Gottesboten der letzten Jahrhunderte erging es aber wie Jesus Christus selbst: Ihre Offenbarungen wurden nicht angenommen, verschwiegen, lächerlich gemacht, unterdrückt oder vernichtet. Vor diesem Hintergrund befindet sich auch folgende Inschrift in einer Kathedrale in Lübeck: "Christ, unser Meister, so zu uns spricht: Ihr nennet Mich Meister und gehorchet Mir nicht! Ihr nennet Mich Licht und suchet Mich nicht. Ihr nennet Mich Weg und gehet Mich nicht. Ihr nennet Mich Leben und verlanget Mich nicht. Ihr nennet Mich weise und folget Mir nicht. Ihr nennet Mich ewig und suchet Mich nicht. Ihr nennet Mich gnädig und vertrauet Mir nicht. Ihr nennet Mich herrlich und dienet Mir nicht. Ihr nennet Mich mächtig und ehret Mich nicht. Ihr nennet Mich gerecht und fürchtet Mich nicht. Werd' Ich euch verdammen, verarget Mir's nicht."

 

Das Wunder von Fatima ( 1917 ):
"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet."
( Offenbarung 12, 1 )

 

In dieser Inschrift drückt sich meines Erachtens die Erwartung des machtvollen Handelns Gottes aus, das die Welt und die Geschichte radikal verwandelt. Diese Erwartung des endzeitlichen Handelns Gottes steht in der Tradition der neu- und alttestamentlichen Texte ... und anderer, nicht-biblischer Schriften des Judentums. Hinzu kommen aktuelle Prophezeiungen - zum Beispiel sagt die Mutter Gottes in der lange zurückgehaltenen und jetzt der Öffentlichkeit übergebenen dritten Botschaft von Fatima nach dem so genannten Sonnenwunder zu den drei Seherkindern ( am 13. Oktober 1917 ): "Über die ganze Menschheit wird eine große Züchtigung kommen. Nicht heute ( 1917 ), selbst nicht morgen, aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts."

Seit dieser Zeit ( ab circa 1915 ) weht ein besonderer Wind des Geistes über die Erde. Denn das, was gegenwärtig in der Welt passiert, kann kein zufälliges Ereignis, keine planlose oder willkürliche Begebenheit und auch nicht blinde Schicksalsschläge sein, sondern die Entwicklung auf ein kommendes Ziel hin. Vor diesem Hintergrund bin ich sogar der Meinung, dass man das 20. Jahrhundert nicht verstehen kann, wenn man nicht die Botschaften von Fatima kennt. Die Mutter Gottes, die den drei Seherkindern vom Mai bis zum Oktober 1917 sechs Mal erschienen war, sagte damals: Wenn man nicht aufhört, weiterhin den Herrn zu beleidigen, wird Russland seine Irrlehren über die ganze Welt verbreiten.

Ich bin der Meinung, dass diese Prophezeiung Marias im Laufe des Jahres 1917 eigentlich noch niemand richtig verstehen beziehungsweise einordnen konnte. Denn die Revolution in Russland fand erst zum Ende des Jahres ( im Oktober ) 1917 statt ... Und heute? Heute kennt mittlerweile jeder die Folgen dieser Revolution: 60 bis 80 Millionen Menschen mussten in dieser Zeit wegen dem atheistischen Kommunismus ihr Leben lassen ( ... und bei dieser Zahl sind die Millionen Weltkriegstoten noch nicht mitgezählt. ) Die Mutter Gottes sagte aber in Fatima auch ( Hoffnung gebend ): Wenn man meine Bitten erfüllt, wird sich Russland bekehren ... und diese Prophezeiung trat ( für mein Empfinden ) Ende des 20. Jahrhunderts ( mit der "Perestroika" und dem Fall der Berliner Mauer ) ein.

Hinter allen Ereignissen in der Welt verbirgt sich demnach eine geistige Macht, die durch das Geschehen in der Welt auf ein bereits vorbestimmtes und erhabenes Ende hinarbeitet. Hierzu spricht auch der Herr in einer Kundgabe durch Gottfried Mayerhofer: "Dahin zielt Mein Streben mit euch, dahin treiben euch alle die Ereignisse, um die Wiedergeburt eures Jesus in eurem Innern zu vollführen, damit Er dort als Ausdruck von Weisheit ( Emanuel Swedenborg ) und Liebe ( Jakob Lorber ) euch führe und leite, bis in kurzer Zeit eben dieser Schöpfer alles Sichtbaren, der Herr aller Heerscharen als Vater gepaart mit Weisheit in Person wieder sichtlich auf Erden tritt." ( Weihnachten, "Weihnachtspredigt", Kundgabe v. 11.12.1871 )

Laut der Neuoffenbarung ist damit das große, reinigende Feuer der Endzeit gemeint, das die Wiederkunft Christi vorbereiten soll. Es ist dieser Wind des Geistes, der über die Erde fegt, neuordnend, neuschaffend und neugestaltend im dreifachen Charakter: Als ein geistiges, seelisches und naturmäßiges Feuer. Im zweiten Petrusbrief heißt es hierzu ( 2. Petrus 3, 10 ): "Es wird der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht, an dem die Himmel vergehen mit großem Getöse und die Elemente schmelzen werden vor Hitze." Es ist der Wind des Geistes, der über die Erde weht und alle falschen Lichter löschen wird. Die wahren und heiligen Lichter werden jedoch heller leuchten und fortdauern.

Wenn man hierzu die Texte der Neuoffenbarung über die Läuterungsfeuer durchliest ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 185-186 ), kann man die Parallelen zu der heutigen Zeit nicht mehr leugnen. Beruhigend aber ist, dass es sich um "Läuterungsfeuer" handelt, das heißt, dass sie der Klärung und Reinigung dienen und nicht vorwiegend der Zerstörung. Der evangelische Theologe Friedrich Heiler ( 1892-1967 ) spricht in diesem Fall nicht von "Vernichtung", sondern von "Vernichtigung". Denn die Naturwissenschaft sagt schon jedem Menschen, dass es in der gesamten Schöpfung keine völlige Vernichtung, sondern nur eine Veränderung und Umwandlung gibt. Es geht somit nichts völlig verloren. ( In dem Fall der "Vernichtigung" heißt dies: Der Mensch verwandelt sich von seiner gottfeindlichen Ich-Bezogenheit zum Diener Gottes ).

Friedrich Heiler wählt dafür ein besonderes Wort. Denn Gott ist kein "Vernichter", sondern das Leben ... und Er sorgt dafür, dass die menschliche Existenz nicht verloren geht, sondern nach und nach auf höhere Stufen geführt wird, um so Seine Wiederkunft vorzubereiten. Der Zeitpunkt dieser Wiederkunft wird in der Neuoffenbarung immer wieder auf "nahe an 2000 Jahre" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 46, Vers 3 ) - von den Lehrjahren Jesu an gerechnet - angegeben: "In einem künftigen, großen Weltgerichte, will Ich der Hure Babel ein völliges Ende bereiten, in einem Gerichte wie zur Zeit Sodoms und Gomorrhas.

Es werden große Zeichen geschehen auf der Erde, dem Meere und am Himmel. Und Ich werde Propheten aufstehen lassen, die werden aus Meinem Worte weissagen und mehrfach das kommende Gericht verkünden. Aber der Hochmut der Menschen wird ihrer spotten und wird sie als Narren verlachen. Dies jedoch wird das sicherste Zeichen sein, dass das große Gericht bald eintreffen und durch das Feuer alle Täter des Übels verzehren wird. Auch werden in der selben Zeit so manche Jünglinge Gesichte haben und Mägde weissagen von den Dingen, die da kommen. Wohl denen, die sich dadurch bessern und wahrhaft bekehren." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 6, Kap. 174, V. 1-3 )

Im zweiten Petrusbrief heißt es hierzu ( 2. Petrus 3, 3-4 ): "Wisset vor allen Dingen, dass in den letzten Zeiten Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Gelüsten wandeln und werden sagen: Wo bleibt denn die Verheißung von der Wiederkunft des Herrn? Seht, es bleibt doch alles, wie es seit Urbeginn der Schöpfung war!" Diese Spötter werden und wollen dann auch nicht erkennen, dass die göttliche Ordnung auf Erden durch den Menschen gestört wurde ... und als Folge dessen immer größere Katastrophen auftreten: Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme: Die Anzahl und Heftigkeit von Naturkatastrophen nimmt kontinuierlich zu ... und dabei sind all diese Katastrophen nichts weiter als Funktionen von Ursachen, die im menschlichen Verhalten ihren Ursprung haben. Es folgen: Hungerskatastrophen, kriegerische Ereignisse, gesellschaftliche Krisen, hohe Staatsverschuldung, Währungsverfall, unbekannte Krankheiten, Glaubensverlust, Weltwirtschaftskrise und so weiter.

Man muss hier aber unterscheiden zwischen der biblischen Endzeit im weiteren und der biblischen Endzeit im engeren Sinne. Unter der biblischen Endzeit im weiteren Sinne hat man die gesamte Zeit von der Geburt und Himmelfahrt Christi bis zu Seiner Wiederkunft zu verstehen. Die biblische Endzeit im engeren Sinne meint hingegen die letzte Zeit, die der Wiederkunft Christi vorausgeht und unter bestimmten Zeichen steht, die die Bibel vor allem im Neuen Testament prophezeit. Wenn man diese "Zeichen der Zeit" ( Matthäus 16, 3 ) deutet, leben die Menschen heute in einer Zeit, die Petrus als die Zeit der "letzten Tage" ( 2. Petrus 3, 3 ) bezeichnet.



Etwa 800 Jahre vor Christi Geburt fragte eine Stimme aus Seir den Propheten Jesaja ( 21, 11-12 ): "Wächter, wie weit ist es in der Nacht?" Die Bibel bezeichnet die alttestamentliche Zeit vor Christi Kommen und die neutestamentliche Zeit seit Christ Verwerfung mit Nacht. Paulus schreibt ( Römer 13, 12 ): "Die Nacht ist weit vorgerückt und der Tag ist nahe herbeigekommen." Wenn schon 800 Jahre vor Christi Geburt man wissen wollte, wie weit man sich in der Nacht befindet und Paulus betont, dass die Nacht weit vorgerückt sei, wievielmehr sollten die heutigen Menschen dann fragen: "Wächter, wie weit ist es in der Nacht?" Welche Zeit ist es an der Weltenuhr Gottes?

Der genaue Zeitpunkt für die Wiederkunft Christi wird von dem oben bereits erwähnten Kirchenlehrer Irenäus von Lyon auf das sechste Jahrtausend nach der Schöpfung der Erde angesiedelt. Allgemeines Gedankengut ist hierzu seine These: "In wieviel Tagen die Welt geworden ist, in so viel Jahrtausenden wird sie auch vollendet." Das heißt: Wie die Weltschöpfung sieben ( biblische ) Tage dauerte, so vollzieht sich auch die ganze Weltentwicklung in sieben großen Weltentagen.

Interessant ist hierzu auch, dass ein deutliches Charakteristikum des Johannes-Evangeliums das häufige Vorkommen der Zahl "Sieben" ist. So hatte zum Beispiel Jesus Christus zur siebten Stunde dem königlichen Beamten gesagt: "Dein Sohn lebt." ( Johannes 4, 52-53 ) Und genau zur selben Stunde war der Sohn in Kapernaum geheilt worden, und das Fieber verließ ihn.

Passend wäre hier auch die Interpretation des Weinwunders auf der Hochzeit zu Kana. Denn es waren dort genau sechs Wasserkrüge, die zur Reinigung anstanden. Es heißt ( Johannes 2, 6 ): "Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße." ( Hinweis: Eine Maßeinheit entspricht in etwa 40 Litern. Jeder dieser Wasserkrüge fasst demnach rund 100 Liter. ) Diese leeren sechs Wasserkrüge lässt Jesus Christus mit neuem Wasser ( gemeint ist hier: Die Lehre der Neuoffenbarung in der Endzeit ) auffüllen und verwandelt dieses Wasser dann in den besten Wein ( gemeint ist hier: Die Wiedergeburt des Geistes ). In der Neuoffenbarung sagen die Hochzeitsgäste hierzu: "Dieser Wein ist nie irgendwo auf der Erde gekeltert worden, sondern kam, wie einst das Manna, aus den Himmeln." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 11, V. 6 ) Frage: Ist dieser Rückgang des Wassers in den Krügen zu Kana nicht auch ein Bild für die heutige Glaubensverflachung in der Welt? ( Denn heutzutage entsteht immer mehr eine Kluft zwischen Lehre und Praxis: Die Menschen sind so sehr von der ihrer Selbstsucht gefangen, dass ihnen wohl das Wissen vermittelt werden kann, aber es wird kein Glaube und keine Liebe mehr entzündet. ) Und ist dieser "Himmelswein" auf der Hochzeit zu Kana nicht auch ein Vorbild für die in der Bibel angekündigte Wiederkunft Christi ( nach 6000 Jahren, um die erkaltete Welt wieder durch die Liebe zu erwärmen )?



Und sagt man nicht in einer Redensart über die Endzeit: "Es sei fünf Minuten vor zwölf?" Hierzu sollte man wissen, dass 12 Uhr "die sechste Stunde" ( Johannes 4, 6 ) bei den Juden zur Erdenzeit Jesu war. Denn nach jüdischem Verständnis dauerte ein Tag von Abend ( Sonnenuntergang ) bis zum nächsten Abend, mit der Unterteilung von abends sechs Uhr bis morgens sechs Uhr und von morgens sechs Uhr bis abends sechs Uhr. Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Punkt 12 Uhr mittags, was damals die sechste Stunde war."( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 25, V. 11 )

Weiterhin interessant ist die Geschichte mit der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen im vierten Kapitel des Johannesevangeliums ( Johannes 4, 1-42 ). Sie war bereits fünf Mal verheiratet. Jeder ihrer rechtmäßigen Ehemänner starb bereits nach einem Jahr. Der jetzige Mann, mit dem sie zusammenlebt, ist nicht mit ihr verheiratet ( Johannes 4, 18 ). Ist dies nicht auch eine Metapher für die sechs Jahrtausende der Menschheit im biblischen Heilsplan, wo der heutige Mensch ( im sechsten Jahrtausend ) ohne feste Verbindung zum Glauben lebt? In der Neuoffenbarung sagt hierzu Jesus Christus zur Samaritanerin: "Denn sieh, Meine Liebe, fünf Männer hast du bereits gehabt, und da deine Natur ihrer Natur nicht entsprach, so wurden sie bald krank und starben; denn über ein Jahr hielt es keiner aus mit dir. In deinem Leibe ist ein arges Gewürm, und wer mit dir zu tun bekommt, der wird von deinem Gewürm bald getötet. Der Mann aber, den du nun hast, ist nicht dein Mann, sondern nur dein Buhlknecht - zu seinem und deinem Verderben!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 27, V. 2 )

Demnach ist in diesem ( sechsten ) Stadium der menschlichen Entwicklung Jesus Christus ( wie heute die Neuoffenbarung ) ein "Prophet" ( Johannes 4, 19 ) für die Samaritanerin, über die es in der Neuoffenbarung heißt: "Weib, Ich kenne wohl deine Armut, deine Not und deinen schlechten Leib; aber Ich kenne auch dein Herz, das gerade nicht das beste, aber auch nicht schlecht zu nennen ist, und sieh, das ist der Grund, dass Ich nun mit dir rede. Wo aber das Herz nur einigermaßen gut ist, da ist auch noch jegliche Hilfe möglich!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 27, V. 5 ) Die Sendung Jesu ( und heute der Neuoffenbarung ) geschieht demnach mit dem Ziel, denen Wasser zum ewigen Leben zu bringen, die anders keinen Zugang dazu mehr haben. Und so kündigt Jesus Christus - wie ein Prophet ( wie dies auch heute die Neuoffenbarung tut ) - eine neue Zeit an, wo die Menschen weder auf dem Berg Garizim noch im Tempel zu Jerusalem Gott anbeten werden, sondern "im Geist und in der Wahrheit" ( Johannes 4, 21 ).



Ein ähnliches Beispiel in der Bibel wäre auch mit der Eroberung von Jericho ( Josua 5, 13 - 6, 27 ) zu nennen: Sechs Tage lang zogen die Israeliten einmal am Tag um die Stadt. Am siebten Tag zogen sie siebenmal um die Stadt. Als die Priester die Widderhörner bliesen, erhoben die Israeliten ein großes Kriegsgeschrei. Die Mauer stürzte in sich zusammen, und das Volk Gottes konnte in die Stadt einziehen. ( Hinweis: Jericho war eine befestigte Stadt, aber ihre Mauern und Tore dienten nur dazu, ihre Einwohner zum Gericht drinnen zu behalten - sie konnten das Volk Gottes jedenfalls nicht draußen halten. Topografisch gesehen lag die Stadt sehr tief ( etwa 270 m unter dem Meeresspiegel gelegen ), aber auch moralisch war sie tief gesunken. Sie war dem Untergang geweiht, weil sie auf Gottes Land stand, dessen rechtmäßige Besitzer gekommen waren, um ihr Eigentum in Besitz zu nehmen. )

In diesem Zusammenhang ist auch auffällig, dass Jesus Christus den Sohn des Königlichen in der siebenten Stunde heilt. Es heißt hierzu im Neuen Testament ( Johannes 4, 52 ): "Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber."

Und ähnlich heißt es auch im Brief des Barnabas, einem Schriftzeugnis der ersten Christen ( circa 100 n. Chr. ): "Der Herr schuf in sechs Tagen die Werke Seiner Hände, und am siebten Tage hatte Er sie vollendet, und Er ruhte an diesem Tage und heiligte ihn. Merket auf Kinder, was bedeutet das? In sechs Tagen vollendete Er sie. Das heißt, dass in sechstausend Jahren der Herr alles vollenden wird. Denn der Tag bedeutet bei Ihm tausend Jahre. Er selbst bezeugt mir das, wenn Er sagt: Siehe, ein Tag des Herrn wird sein wie tausend Jahre. Also Kinder, in sechs Tagen, in sechstausend Jahren wird alles vollendet sein. Und am siebten Tage ruhte Er. Das heißt: Wenn Sein Sohn kommt und der Zeit des Bösen ein Ende machen und die Gottlosen richten und die Sonne, den Mond und die Sterne umändern wird, dann wird Er ruhmvoll ruhen am siebten Tage." Gemäß dieser chiliastischen Erwartung, der Erwartung eines tausendjährigen Friedensreiches, wird der alte Traum von einem goldenen Zeitalter wahr: Christus wird persönlich auf der Erde regieren. Er wird die Erde erneuern und zur paradiesischen Herrlichkeit führen. Danach erfolgt der Schlusskampf mit dem Satan, in dem dessen Macht endgültig vernichtet wird. Daran schließt sich das Jüngste Gericht an.

Ein solcher Vergleich ( "Ein Tag des Herrn wird sein wie tausend Jahre" ) von den sieben Tagen mit den siebentausend Jahren findet man übrigens auch in der Neuoffenbarung, wo es heißt: "Wir haben der Wahrheiten und der Wunderdinge hier in den etlich sieben Tagen in solcher Menge erlebt, dass, sie auf siebentausend Jahre verteilt, auf ein jedes Jahr ein tüchtiger Teil käme ..." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 169, Vers 1 ) Und des Weiteren findet man in der Neuoffenbarung auch die Erläuterung, dass sich in der Geschichte der Lebewesen auf der Erde die "Geschlechter gewöhnlich von 7000 Jahren zu 7000 Jahren einander ablösten." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 198, Vers 3 )


Der evangelisch-freikirchliche Pastor Gert Hoinle predigt über das "Das Zweite Kommen Jesu".

Teil 1

Teil 2

Teil 3


Der Terminus "Chiliasmus" leitet sich her von dem griechischen "chilioi", das für die Zahl 1000 steht. Im Lateinischen steht für die Zahl 1000 "mille". Deshalb spricht man statt vom Chiliasmus auch vom Millenarismus. Man erwartet hier gewissermaßen einen Vorsabbat vor der Vollendung der Weltgeschichte, vor dem ewigen Sabbat Gottes. Man geht dabei - vor dem Beginn des Milleniums - von einem Kampf der Bösen gegen die Guten aus, dem das Weltgericht ( als Weltende ) folgen wird.

Im Christentum begründete man diesen Chiliasmus mit der Offenbarung des Johannes 20, 2-4: "Und er ( der Engel ) ergriff den Drachen, die alte Schlange, den Teufel, den Satan, und band ihn für 1000 Jahre, und er schickte ihn in den Abgrund, er verschloss ihn und versiegelte ihn, damit der Teufel die Völker nicht mehr verführe, bis die 1000 Jahre vollendet sind. Danach aber muss er noch einmal für eine gewisse Zeit losgelassen werden. Und ich sah Throne, und darauf saßen sie, und es wurde ihnen das Richteramt übertragen. Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses für Jesus und um des Wortes Gottes willen ermordet worden waren, die nicht das Tier und sein Bild angebetet hatten, die nicht dessen Zeichen auf der Stirn oder an ihren Händen erhalten hatten, die den Sieg davongetragen hatten und nun 1000 Jahre mit Christus herrschen."


"Das siebente Jahr, das Erlassjahr, ist nahe."
( 5. Mose 15, 9 )


"Wir Heiden nehmen vor dem ausgebildeten Dasein der Erde und des Himmels einen chaotischen Stoff an, aus dem dann irgend uns unbekannte mehr oder weniger intelligente Kräfte, die später von den phantasiereichen Menschen zu Göttern gemacht wurden, die Erde mit allem, was sie trägt, und auch den Himmel nach und nach geformt haben; ihr ( Juden ) aber lasset alles von dem einen Gott in sechs Tagen oder etwa Zeitperioden aus nichts erschaffen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 10, V. 9 )


Wenn man die Zeitrechnung der Neuoffenbarung zugrunde legt, kommt man auf die heutige Gegenwart als dem Ende der "Weltzeit". Denn nach der Neuoffenbarung trat bisher auf der Erde circa alle zweitausend Jahre eine große Veränderung ein ( siehe: Gr. Ev. Joh., Bd. 6, Kap. 76, Vers 10 und Naturzeugnisse, Der Fels am Schlossberg, Kundgabe v. 26.07.1840 ). Über das genaue Geburtsdatum Jesu heißt es in der Neuoffenbarung: "Dieser Jesus aus Nazareth, geboren zu Bethlehem nach eurer Rechnung im 4151. Jahre nach der Entstehung Adams, und zwar im Monat Januar am siebenten Tage in der Mitternacht, ist der äußeren Geburt nach sicher so gut ein Jude, wie ihr es seid!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 86, V. 3 ) Des Weiteren spricht Jesus Christus in Seiner Lehramtzeit vor ca. 2000 Jahren: "Menschen, wie sie nun der Boden der Erde trägt, bestehen numerisch wirklich erst etwas über viertausend Jahre." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 197, V. 2 ) Demnach ergibt sich folgender Zeitablauf:


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0 - 2000 ( = 4000 - 2000 vor Chr. ): Von der Schöpfung bis zu Abraham

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2000 - 4000 ( = 2000 - 0 vor Chr. ): Von der Zeit der Patriarchen bis zur Geburt Jesu

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4000 - 6000 ( = 0 - 2000 nach Chr. ): Von der Geburt Jesu bis zur Wiederkunft Christi




Den Affenmenschen hat es nie gegeben

Anmerkung: Das Datum für den Schöpfungsbeginn ( 4.000 vor Christus ) ist - laut der Neuoffenbarung - keine biblische Symbolzahl. Auch wenn heutzutage durch die moderne Forschung auf dem Gebiet der Geologie, der Paläontologie und der Kernphysik bewiesen ist, dass das Auftreten der Menschheit auf der Erde selbst in ihrer physischen Gestalt ( hier: Der Urmensch - vereint unter dem Gattungsbebegriff "homo ..." ) nicht circa 4.000 Jahre vor Christus begann, sondern mindestens 200.000 bis 2.500.000 Jahre vor Christi Geburt, heißt es in der Neuoffenbarung: "Vor den erwähnten ersten wahren Menschen ( Adam und Eva ) gab es ... Wesen, die mit den gegenwärtigen Menschen der äußeren Form nach eine sehr bedeutende Ähnlichkeit hatten." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 198, V. 2 ) Das heißt: Der Mensch lebt erst seit ca. sechs Jahrtausenden und seine Vorfahren reichen zurück bis in eine Zeit vor Hunderttausenden von Jahren. Die Entwicklung der Hominiden begann vor fünfzig Millionen Jahren in Afrika. Es handelte sich dabei um den Australopithecus, aus dem sich - laut der Evolutionstheorie - der Homo erectus und später der heutige Homo sapiens entwickelte.

In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "Dass es aber auch schon lange vor Adam menschenähnliche Wesen gegeben hat, das ist ganz sicher und wahr." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 7, Kap. 221, V. 5 ) Der Unterschied zwischen beiden ist, das "der wahre Mensch sich selbst bis zur vollen Gottähnlichkeit heranbilden kann ... Der gewisse Tiermensch wird aber dazu niemals imstande sein." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 7, Kap. 221, V. 6 )



Die Bibel beweist sich in der Prophetie selbst

An anderer Stelle in der Neuoffenbarung ( kundgegeben ca. 1852 - also sechs Jahre vor der Veröffentlichung des Werkes "Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe ums Dasein" von Charles Darwin und den damit beginnenden Darwinismus in der Welt ) heißt es hierzu: "Das große Tiergeschlecht samt seiner Vorschöpfung verschwand zum größten Teile schon lange vorher von der Erde, als der erste Mensch mit seiner gottähnlichen Majestät die weite Erde begrüßte. Aber dessenungeachtet werden sich noch zu allen Zeiten Überreste von dieser Vorbewohnerschaft auf und in der Erde vorfinden; aber die Menschen werden nicht wissen, was sie daraus machen sollen.

Die Weisen aber werden nach und nach dennoch dadurch auf die Spur geführt werden, dass die Erde älter ist als die kurze Zeit der mosaischen Rechnung nur, und Moses wird dadurch auf eine Zeitlang sehr in Misskredit gelangen. Aber da werden von Mir aus wieder andere Weise erweckt werden, durch die Moses erst in sein vollstes Licht gesetzt werden wird; und von da an wird es nimmer lange währen, dass das volle Reich Gottes auf der Erde Platz greifen und der Tod von der erneuten Erde für immerdar verschwinden wird.

Aber es wird zuvor noch viel Ungemach über den Boden der Erde kommen. Ja, der Boden der Erde wird zuvor noch vielfach durch das Blut und Fleisch der Menschen durchgedüngt werden müssen, und aus solch einem neuen geistigen Humus erst wird dann die auch leiblich unsterbliche Epoche für diese Erde beginnen, so wie zu Adams Zeiten die Epoche begonnen hatte, in der aus dem fetten Lehmhumus die Seele sich einen vollkommenen Leib in ihrer Gottform bilden konnte.

Aber die Menschen, die hier im Geiste schon völlig wiedergeboren worden sind in ihrem sterblichen Leibesleben, werden dann für immer über diese neue Epoche als reine Geister und Engel herrschen, und sie wird ganz ihrer Führung anvertraut werden. Hingegen Menschen dieser Zeit, die da keine geistige Vollendung erreicht haben, werden in dieser neuesten Epoche der Erde zwar wohl mit unsterblichen Leibern auf die Erde gesetzt werden, aber in großer Armseligkeit, und werden sich sehr auf das oft sehr harte Dienen verlegen müssen, was ihnen sehr bitter munden wird, weil sie sich ihres früheren sehr glücklichen Zustandes in ihren sterblichen Leibern nur zu klar erinnern werden. Diese Epoche wird dann sehr lange währen, bis endlich alles in ein rein geistiges Sein übergehen wird nach dem ewigen Plane Gottes. Und siehe, das ist der Gang der Ordnung Gottes, aller Dinge, alles Werdens, Bestehens und Seins!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 2, Kap. 215, V. 13-16 )

Aus Sicht der Neuoffenbarung ist diese Welt somit eine evolutive Welt. Das heißt: Die niederen Formen gehen den höheren zeitlich voraus. Dennoch spricht die Neuoffenbarung nicht von einer Evolution sondern eher von einer evolutiven Schöpfung, bei der zum Beispiel die Fische älter sind als die Säugetiere.

Man geht in der Wissenschaft heute davon aus, dass das Weltall vor 10 oder maximal 15 Milliarden Jahren entstanden ist, dass unser Planetensystem, einschließlich der Erde, vor circa vier Milliarden Jahren entstanden ist, dass die ältesten Lebewesen sich seit ungefähr einer Milliarde Jahren oder seit 600 Millionen Jahren auf der Erde befinden, dass es die Säugetiere und Vögel seit ungefähr 100 Millionen Jahren gibt, dass die Hominisation, die Entwicklung zum „Homo sapiens“, vor 50 Millionen Jahren begonnen hat, dass man jedoch vom Menschen erst seit 650.000 Jahren sprechen kann. Der Neandertaler lebte vor 100.000 Jahren. Seit 60.000 Jahren begegnet man künstlerischen Ansätzen, und die ältesten Kulturen, die man in der Paläontologie erreicht, sind 10.000 Jahre alt.



Das Geheimnis des Marcelino ( 1954 )

Wie die neuere Astronomie seit Nikolaus Kopernikus ( 1473-1543 ) die räumliche Enge des antiken Weltbildes gesprengt hat, so hat die Evolutionstheorie durch Charles Darwin ( 1809-1882 ) die zeitliche Enge des ( wortwörtlichen und buchstabengetreuen ) biblischen Weltbildes gesprengt. In beiden Fällen stieß die "moderne" Wissenschaft zunächst auf Ablehnung durch religiöse Dogmen und fundamentalistischer Ansichten, so dass man sich heute fragen muss, ob nicht auch die Lehre der Neuoffenbarung eines Tages eine "moderne" Deutung erhalten wird. Denn was passiert wohl, wenn die räumliche und zeitliche Ausweitung des Weltbildes es auch fordert, dass - laut der Neuoffenbarung - eine Weitung des Bewusstseins zu einer übersinnlichen Geistesschau in Betracht gezogen werden muss, die ins Überräumliche und Überzeitliche vorzudringen vermag und das Geschaute in Symbolen, Bildern und Gleichnisse darzustellen versucht?

Über diese Bedeutung der Neuoffenbarung für die heutige Zeit spricht der Herr in einer Kundgabe über Gottfried Mayerhofer, der das "Innere Wort" ab 1870 - also kurz nach dem Tod von Jakob Lorber - bis zu seinem Heimgang am Karfreitag 1877 in sich vernahm: "So wie dort vor Meinen Lehrjahren sich alle diese Ereignisse zugetragen und Johannes als Vorläufer in der Wüste predigte, so ist es auch jetzt, ehe Mein wirkliches Darniederkommen erfolgt. Meine direkte Kundgebung an einzelne ist wieder Mein Vorläufer." ( Predigten des Herrn, Predigt Nr. 2 ) Doch die Ankunft des Messias wird heute wie vor circa 2000 Jahren wahrgenommen, wo Jesus Christus zu einem Römer über das Volk Gottes spricht: "Markus, Ich sage dir, diesem Volke ward es gegeben von Anbeginn her, und die große Verheißung, die ihm gegeben ward, hat nun ihre vollste Erfüllung erreicht. Da aber dieses Volk also verstockt ist und nicht erkennen will die große Zeit seiner Heimsuchung, sondern sein Heil sucht im Pfuhle dieser Welt, die vergehen wird gleich einem Traumbilde, so wird es zugelassen werden, dass es voll mache das Maß seiner Greuel, dass es töte seinen Gott und Herrn!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 2, Kap. 182, V. 2 )

Dementsprechend heißt es auch zu Beginn des Johannes-Evangeliums ( Johannes 1, 1-11 ): "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, dass er von dem Licht zeugte, auf dass sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern dass er zeugte von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in Sein Eigentum und die Seinen nahmen Ihn nicht auf."

Johannes der Täufer wurde also vor Jesus hergesandt, damit er die Wege ebne und das Volk der Juden zur Aufnahme der Lehre Jesu ( und der von Ihm verheißenen geistigen Wiedergeburt ) vorzubereiten. Über Gottfried Mayerhofer spricht der Herr deshalb: "Ein Schritt wie der Meinige musste vorbereitet werden. Wie den Blinden nach Erlangung ihrer Sehkraft das Licht des Tages erst in Form des Zwielichts oder der Dämmerung gezeigt wird, da sie den hellen Sonnenschein nicht gleich ertragen können, so war auch Johannes der Täufer der Erwecker und Bearbeiter der Herzen, um sie für Edleres empfänglich zu machen ... In jetziger Zeit, als dem Vorabend Meiner zweiten und letzten Ankunft auf diesem Erdball, ... wird das Wort wieder Fleisch werden, aber vergeistigtes Fleisch, und wird von den Lebenden in Seiner Herrlichkeit erkannt und begriffen werden, und von Seiner Fülle werden sie alle Gnade um Gnade nehmen." ( Predigten des Herrn, Predigt Nr. 3 )

Über diese ( sichtbare ) Wiederkunft Christi spricht der Herr an anderer Stelle in einer Kundgabe über Gottfried Mayerhofer: "Bei Meiner künftigen Darniederkunft, welche natürlich nicht wie einst als Kind, sondern im Mannesalter anfangen wird, wird es auch viele Zweifler geben, und Ich werde vielen Mein Gottsein durch Wunder beweisen müssen, weil die Kraft des Wortes allein bei ihnen nichts ausrichten würde." ( Predigten des Herrn, Predigt Nr. 6 ) Und an anderer Stelle heißt es, dass der "Schöpfer alles Sichtbaren, der Herr aller Heerscharen ... in Person wieder sichtbar auf die Erde treten und zum zweiten und letzten Mal" ( Predigten des Herrn, Predigt Nr. 5 ) den Menschen erscheinen wird.



Die ( unsichtbare ) Wiederkunft Christi im Wort ( der Neuoffenbarung ) ist somit vergleichbar mit dem Dienst des Johannes des Täufers vor der ( sichtbaren ) Ankunft des Herrn.

Die nahe bevorstehende Wiederkunft Christi ist die Hoffnung aller Christen. Sie findet sich in vielen Abschnitten des Neuen Testaments, von denen die folgenden nur einige sind:


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Lukas 12, 36: "... ihr seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten."

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Römer 8, 23: "Wir ... erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes."

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1. Korinther 11, 26: "Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis Er kommt."

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2. Korinther 5, 2: "Denn in diesem freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden."

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Galater 5, 5: "Wir nämlich erwarten durch den Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit."

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Philipper 3, 20: "Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten."

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Philipper 4, 5: "Der Herr ist nahe."

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Titus 2, 13: "... indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten."

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Hebräer 9, 28: "... so wird auch der Christus, nachdem Er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die Ihn erwarten."

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Jakobus 5, 7-9: "Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn! ... Habt auch ihr Geduld, ... denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen ... Siehe, der Richter steht vor der Tür."

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1. Petrus 4, 7: "Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge."

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1. Johannes 3, 3: "Und jeder, der diese Hoffnung auf Ihn hat, reinigt sich selbst, wie Er rein ist."

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Judas 21: "... indem ihr die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus erwartet zum ewigen Leben."

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Offenbarung 3, 11: "Ich komme bald."

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Offenbarung 22, 12: "Siehe, ich komme bald ..."

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Offenbarung 22, 20: "Ja, ich komme bald. Amen, komm, Herr Jesus."


Diese ( sichtbare ) Wiederkunft Christi steht - laut der Neuoffenbarung - vor dem Beginn des siebenten Jahrtausend der Menschheit bevor. In diesem Sinne lehrt auch schon der Talmud ( das nach dem Tanach – der Heiligen Schrift – bedeutendste Schriftwerk des Judentums ), dass diese Welt genau sieben Jahrtausende Bestand haben wird:


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2000 Jahre ist die Welt ohne Gesetz

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2000 Jahre wird sie unter dem Gesetz stehen

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2000 Jahre werden die Tage des Messias sein

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1000 Jahre ( das siebente Jahrtausend ) wird der Sabbat des Herrn sein


Demnach entsprechen vor Gott die siebentausend Jahre den sieben Tagen einer Woche. Es heißt hierzu in der Bibel ( Psalm 90, 4 und 2. Petrus 3, 8 ), dass ein Tag vor dem Herrn wie 1000 Jahre ist ( ... und 1000 Jahre wie ein Tag ). Dies ergibt dann folgende Parallele zwischen den sieben Schöpfungstagen und der 6000jährigen Menschheitsgeschichte:


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Von Adam bis Abraham waren es ca. 2000 Jahre = 2 Tage,

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von Abraham bis Jesus   waren es ca. 2000 Jahre = 2 Tage,

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von Jesus bis heute          waren es ca. 2000 Jahre = 2 Tage.

        -------------------------------------------------------------------------
        Dies waren insgesamt in Summe ca. 6000 Jahre = 6 Tage.


Der Bibelübersetzer Martin Luther ( 1483-1546 ) schrieb deshalb um das Jahr 1540: "Also leben wir jetzt in der zweiten Hälfte des sechsten Jahrtausend der Welt, welches nicht voll werden wird, wie auch Christus nicht volle drei Tage im Grabe lag, sondern um die Mitte des dritten Tages auferstand, also können wir wissen, dass das Ende der Welt nahe ist."


Der Wandel der Welt aus dem All betrachtet


Zu dieser Zeitangabe Martin Luthers, dass bereits 5000 Jahre vergangen sind, spricht ein Offizier in der Neuoffenbarung: "Wir rechnen aber jetzt wenigstens fünftausend Jahre, während welchem Zeitraum auf der Erde wenigstens zwei- bis dreimalhunderttausend Millionen Menschen gelebt haben - und wie viel noch darauf leben werden, das wird unser lieber Herrgott wohl am besten wissen." ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 2, Kap. 238, V. 9 ) Zu dieser Schätzung zur Weltbevölkerung ( "200 - 300 Milliarden Menschen" ) ist anzumerken, dass diese Kundgabe der Neuoffenbarung im Jahr 1850 erfolgte und laut den Zahlen der Vereinten Nationen zu diesem Zeitpunkt circa 1,262 Milliarden Menschen auf der Erde lebten.


Bevölkerung in Millionen im Jahr: 1750 1800 1850 1900 1950 1995 2000
Welt 791 978 1262 1650 2520 5716 6158
Afrika 106 107 111 133 224 728 832
Asien 502 635 809 947 1403 3458 3736
Lateinamerika 16 24 38 74 166 482 524
Nordamerika 2 7 26 82 166 293 306
Europa 163 203 276 408 549 727 730
Ozeanien 2 2 2 6 13 29 31

Zum künftigen Wachstum der Weltbevölkerung liegen von internationalen Organisationen errechnete Prognosen vor. Es ist demnach mit einem weiteren Anwachsen der Weltbevölkerung auf knapp acht bis neun Milliarden Menschen bis circa 2030 auszugehen.



Das Wachstum der Weltbevölkerung in den Jahren 1 - 2050

Dieser Zuwachs ist besonders erschreckend, wenn bekannt ist, dass - nachweisbar durch Knochenfunde - seit circa 600.000 Jahren Menschen auf der Erde leben. Da stellt sich einem doch die Frage: Was bedeuten angesichts solcher Zeiträume die oben genannten geschichtlichen Aufzeichnungen seit etwa 5000 Jahren? Dieser Kontrast lässt sich bildlich folgendermaßen darstellen: Wenn der Zeitraum von 600.000 Jahren vorgestellt würde als sechzig Minuten, dann wären 5000 Jahre eine halbe Minute. Zeitlich gesehen ist damit diese Geschichte wie die erste Minute eines neuen Geschehens, das gerade eben erst begonnen hat ... So betrachtet wird die ganze Geschichte zu einer kleinen, noch keimhaften Welt innerhalb des Lebens der Menschheit, fast verschwindend innerhalb des unermesslichen Weltenraumes und der endlosen Zeit.

Und hier stellt sich einem die weitere Frage: Wird der Mensch der Neuzeit zu seiner eigenen Plage? ... Diese Frage stellt sich vor allem angesichts der grenzüberschreitenden Umweltprobleme: So bereitet neben der Grundversorgung der Menschen mit Wasser und den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln die ansteigende Belastung der Umwelt die größten Sorgen. Denn nur eine intakte Umwelt ( saubere Luft, sauberes Wasser und unbelastete Böden ) ermöglicht ein gesundes Leben.


Die Ursachen der globalen Wirtschaftskrise


Doch die Wirklichkeit sieht seit langem anders aus, wobei insbesondere die großen Städte immer wieder für Schreckensmeldungen sorgen. So kommen beispielsweise allein in Indiens Zwölf-Millionen-Hauptstadt Neu-Delhi Jahr für Jahr 10.000 Menschen allein aufgrund der massiven Luftverschmutzung in der Stadt ums Leben. Verursacher sind in erster Linie die Kohlekraftwerke, Papierfabriken, die chemische Industrie sowie die Zweitaktmotoren der Roller und Motor-Rikschas, deren Emissionen dazu führen, dass allein die krebserregenden Benzole zwölffach über den in europäischen Großstädten zulässigen Grenzwerten liegen.

Nicht allein die unzureichenden Filteranlagen oder die vernachlässigte Handhabung bestehender Umweltschutzvorschriften ermöglichen solche Entwicklungen, sondern vor allem der im Gefolge des Weltbevölkerungswachstums ansteigende Energiebedarf, der zudem durch einen weltweit zu beobachtenden rapide ansteigenden individuellen Verbrauch gleichsam explodiert. Solche Entwicklungen sind nicht nur in Indien, sondern weltweit zu beobachten, wie eine im Frühjahr 1998 vorgelegte UN-Studie besagt. Danach sterbe in den ärmsten Ländern der Welt jedes fünfte Kind wegen umweltbedingter Krankheiten vor seinem fünften Geburtstag. Weltweit sterben allein an den Folgen der Luftverschmutzung jährlich vier Millionen Kinder.

Zunehmendes Müllaufkommen und steigende Umweltbelastung, weitere Erwärmung der Atmosphäre und Intensivierung des Treibhauseffektes, Welternährungsprobleme und Hunger, Verschlechterung des Gesundheitszustandes durch Wassermangel, Städtewachstum/Megastädte ( die UN schätzt, dass 2030 rund 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden ), internationale und interkontinentale Migrationsbewegungen, weitere Ausdehnung der Steppen und Wüstenflächen ... Sind das die "Zeichen der Zeit", von denen Jesus im Endzeit-Kapitel Matthäus 24 spricht? Nun, Er nennt hier zum Beispiel folgende Zeichen: Kriege, Aufstände, Seuchen, Hungersnöte, Erdbeben, Christenverfolgung ( die Christen sind heute - wie oben geschildert - die meistverfolgte religiöse Gruppierung ), religiöse Verführung, Gesetzlosigkeit und Hartherzigkeit.

Bestimmte biblische Voraussagen gehen auch von der Rückkehr des Volkes Israel ins eigene Land aus. Das trifft seit 1948 zu; sie betreffen also die heutige Zeit. Zu diesen Prophezeiungen gehört auch, dass - nach dem Bibelübersetzer Martin Luther - die oben genannten sieben Jahrtausende vergleichbar sind den sieben Tagen einer biblischen Woche: Die ersten sechs Jahrtausende stellen die Werktage einer Woche und das siebente Jahrtausend ( das angekündigte "Tausendjährige Reich" ( Offenbarung 20, 3-8 ), auch "Millenium" genannt ) stellt den Sabbat oder Ruhetag dar: Nach der 6000jährigen Arbeitswoche bricht die Zeit des 1000jährigen Königreiches an ... Und in der Neuoffenbarung heißt es ( im Jahr 1850 ) hierzu: "Es wird diese alte Schlange ( Luzifer ) wohl noch etliche beißen und vergiften, aber dann wird der Herr ( Jesus Christus ) Selbst zu den Sterblichen kommen und wird der Schlange das Handwerk legen ... Und so wird von nun an jeder Schritt Luzifers auf sehr kurze Zeit von großer Bedeutung sein für die Erde ... Ja, es soll dir ( Luzifer ) nun der letzte Kampf ... zugelassen werden." ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 2, Kap. 185, V. 6 und Kap. 187, V. 1 + 7 )

Diese Weltentwicklung über sieben Jahrtausende spiegelt sich auch im siebenten Kapitel des Johannes-Evangeliums wieder. Dort geht es um das "Fest des Einsammelns" ( 2. Mose 23, 16 ), das Laubhüttenfest der Juden, das sieben Tage lang andauert und an den Aufenthalt Israels in der Wüste erinnert. ( Das Laubhüttenfest wurde zur Erntezeit gefeiert und erinnerte an die Tatsache, dass die Juden in behelfsmäßigen Zelten oder Hütten lebten, als sie aus Ägypten flohen. Es war ein feierlicher, freudiger Feiertag, der auf den Tag hinwies, an dem der Messias die Herrschaft übernehmen würde und das gerettete jüdische Volk in Seinem Land in Frieden und Wohlergehen leben würde. Das Laubhüttenfest stand somit zeitlich am Ende der Erntesaison und schaute prophetisch - aus messianischer Sicht - voraus auf die Zeit, in der Israel unter der Herrschaft Jesu Christi ( "Tausendjähriges Reich" ) wieder im Land versammelt sein wird. Es begann am 15. Tag des siebten Monats und endete am 22. Tag desselben Monats mit einer "heiligen Versammlung" am "achten Tag" ( 3. Mose 23, 33-39 ), an deren Ende das Volk entlassen wurde. Diese Entlassung trat zum Beispiel zur Zeit Salomos am nächsten Morgen, dem 23. Tag, in Kraft ( 2. Chronik 7, 8-10 ). )

Zu dem Laubhüttenfest erscheint Jesus Christus in aller Öffentlichkeit als es zur Hälfte vorüber war, also erst zur Mitte der Woche ( Johannes 7, 14 ). Die Hälfte von sieben beziehungsweise acht Tagen ist dreieinhalb beziehungsweise vier: Jesus erscheint also erst am vierten Tag offen im Tempel. Vorher blieb Er im Verborgenen. Es heißt hierzu ( Johannes 7, 10 ): "Als Seine Brüder zum Fest hinaufgezogen waren, ging auch Er hinauf, nicht öffentlich, sondern heimlich." Jesus Christus plante zu diesem Zeitpunkt keinen großartigen Auftritt in Jerusalem. Dazu war die Zeit noch nicht reif. Wenn Er gehen würde, dann in aller Stille und mit so wenig Aufsehen wie möglich.

Die hier genannten Zeitangaben sind symbolisch ( wie die sieben Planeten der ptolemäischen Reihe ) zu verstehen: Die sieben Tage des Laubhüttenfest deuten auf die sieben Tage, in denen Gott die Welt geschaffen hat, und auf die sieben Epochen der ganzen Weltentwicklung ( bis zur Wiederkunft Christi ). In der Mitte dieser Weltentwicklung, am vierten Weltentage, erscheint der Weltenheiland und tritt offen im Tempel auf. Vorher war Er nur im Verborgenen anwesend: Erst in der vierten Weltentwicklungsepoche erscheint Christus, als Mensch im Leibe auf der Erde, das Wort wird Fleisch. Christus geht ein in den Tempel des Leibes. Vorher war Er nur geistig in der Menschheitsentwicklung anwesend, noch nicht verkörpert auf Erden.

Auch nach der Neuoffenbarung erscheint der Weltenheiland in der Mitte der Zeit: Jesus Christus wird nach dieser Chronologie ca. 4000 Jahre nach Adam geboren. Die 4000 stellt die Mitte der Weltentwicklung dar, die sich nach der Neuoffenbarung in sieben Jahrtausenden vollzieht.

Eins dividiert durch sieben ergibt übrigens eine besondere Zahl hinter dem Komma:

1 : 7 = 0, 14285714 28571428571 428571428 5714285 7142857142 857142857142857 ...

also: 0,142857 Periode. Und aus dieser Zahl lässt sich folgendes bilden:

142857 x 2 = 285714
142857 x 3 = 428571
142857 x 4 = 571428
142857 x 5 = 714285
142857 x 6 = 857142
142857 x 7 = 999999



Ich bin bei dir

Zur Zeit Jesu leidet die Welt unter der Gottesferne. Die Menschen jener Zeit kapseln sich ab gegen das Einströmen des lebendigen und heilenden Gotteslichtes. Sie halten sich an das äußere Gesetz und gehen nicht mehr in sich. Es kommt bei ihnen zu keiner Sinneswandlung und zu keiner Buße. Ihr Gemüt ist und bleibt verhärtet. Sie haften in starrer Gesetzlichkeit am Äußeren und lehnen in pharisäischer Selbstgerechtigkeit jede Buße ab. Und so wollen die Menschen, die zur damaligen Zeit sehr am starren Gesetz und an ihren Traditionen haften, Jesus wegen Sabbatschändung zum Tode verurteilen, statt das neue Licht anzunehmen. Deshalb sagt Jesus zu ihnen ( Johannes 7, 33 ): "Ich bin noch eine kurze Zeit bei euch, und dann gehe Ich zu dem, der Mich gesandt hat."

Alle diese Ereignisse spielen sich ab am vierten Tage, in der Mitte des Laubhüttenfest. Vom sechsten Tage des Festes wird im Johannesevangelium nicht gesprochen. Erst am siebenten, am letzten Tag des Festes - es war ein Fest der Freude und Danksagung - erscheint Jesus wieder im Tempel. Es heißt ( Johannes 7, 37 ): "Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf." Kurz bevor die Juden nach Hause reisten, "an dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief" ihnen etwas zu. Er lud sie ein, zu Ihm zu kommen, um bei Ihm geistliche Befriedigung zu erlangen. Denn sie werden "Ströme" geistlichen Segens erhalten.

Jeder, der konnte, kam zu diesem Erntefest jedes Jahr nach Jerusalem. Zum Tempelgottesdienst an diesem Festtag gehörte eine Wasserschöpf-Prozession - das rituelle Ausgießen von Wasser vom Teich Siloah, auch Schiloach ( hebräisch: Sender, Leitungskanal ) genannt, ein Symbol für die Gebete um Winterregen. Zu dieser Zeit war es, als Jesus ausrief ( Johannes 7, 37 ): "Wenn jemand dürstet, so komme er zu Mir und trinke." Der Heiland lud die Durstigen ein, zu Ihm zu kommen, nicht zur Kirche, zum Pfarrer oder Prediger, zur Taufe oder zum Tisch des Herrn. Jesus Christus sagte ( Johannes 7, 37 ): "Er komme zu Mir und trinke."

Der siebente Tag entspricht demnach symbolisch der Weltvollendung: Der ( sichtbaren ) Wiederkunft Christi und dem Ende der Endzeit. Dies entspricht auch der Angabe von den sieben Ankünften Gottes in der Neuoffenbarung: Die Ankünfte eins bis drei beschreiben die Zeit vor der Fleischwerdung des Wortes, die Ankünfte vier bis sechs sind alle auf die Zeit des Christentums zu beziehen.

Demnach lässt sich die Geschichte der Menschheit ( bis zur Wiederkunft Christi ) in sieben Zeitperioden unterteilen: Die erste begann mit Adam ( und der Schöpfung ) und endete mit Noah ( und der Sintflut ). Die zweite begann mit der Rettung der Familie Noahs und endete mit Moses und dem Empfang der "Zehn Gebote". Die dritte begann mit der Landnahme Kanaans unter Joshua ( Joshua = "Gott ist Hilfe" bzw. "Heil" oder "Rettung". Davon ist auch die griechisch-lateinische Namensform Jesus abgeleitet. ) und endete mit der Geburt Jesu. Die vierte begann demnach mit der Menschwerdung Gottes ( in Jesus Christus ) und der Verkündigung der Frohbotschaft und endete mit der Aufhebung der Christenverfolgung und dem Verbot der heidnischen Kulte im römischen Reich. Die fünfte Zeitperiode begann mit der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion ( die konstantinische Zeitenwende im 4. Jahrhundert ) und endete mit dem Ausgang des Mittelalters. Die sechste Zeitperiode begann mit der Renaissance und endet heutzutage mit der Endzeit, die vorbereitet wurde durch große Kundgaben des Herrn ( Emanuel Swedenborg, Neuoffenbarung ). Des Weiteren wurde sie begleitet durch zahlreiche Erscheinungen Marias ( zum Beispiel: 1846: La Salette, 1917: Fatima, 1961-1965: Garabandal ) und wird enden mit einer weltweiten Erweckungsbewegung bei der ( sichtbaren ) Wiederkunft des Herrn.

Die darauf folgende ( siebente ) - etwa 1000 Jahre dauernde Epoche ( Millennium ) - wird beginnen mit der glorreichen ( sichtbaren ) Wiederkunft des Herrn und wird enden mit dem letzten Ansturm Luzifers und dem Jüngsten Gericht. ( Passend hierzu ist der siebte Tag der Woche, der Sabbat: Er ist ein Bild der Ruhe, die die Gläubigen in einer erlösten Schöpfung, dem Tausendjährigen Reich, genießen. ) Die anschließende ( achte ) Zeitperiode beginnt mit dem Jüngsten Gericht. Danach wird es nur noch eine ( ewige ) Zeitperiode geben. Denn es wird sein eine zeitlose Ewigkeit in der Herrlichkeit des Herrn, was gleichbedeutend ist mit dem Ende aller von Menschen geschaffenen Herrschaftssysteme. Recht und soziale Gerechtigkeit werden alle Aspekte des Lebens durchdringen, woraus Friede, Ruhe, Sicherheit und Zuversicht entspringen.



La Salette: Geschichte und Botschaften

Wenn man die Bibel so deutet, dann befindet sich die Welt heute in der Phase der biblischen "Zeit der Heiden" ( Lukas 21, 24 ): Luzifer, der "Fürst dieser Welt" ( Epheser 2, 2 ) und seine Genossen beherrschen das Leben in dieser sechsten Weltepoche. So ist die "Zeit der Heiden", das Reich dieser Welt unter seiner Herrschaft. Doch mit der Wiederkunft Christi wird Luzifer, der die ganze Welt verführt hat, für tausend Jahre gebunden und in den Abgrund geworfen. Das heißt: Das Verkehrte in dieser Welt wird dann verschwinden ... und in diesem Sinne heißt es hierzu in der Neuoffenbarung: "So Ich ( Jesus Christus ) aber zur Erde komme, kann Ich nur zu den Armen kommen."( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 2, Kap. 190, V. 8 ) Und an anderer Stelle heißt es: "Ich bin die Liebe Selbst und bin durchgehends um keinen andern Preis als nur wieder um Liebe zu haben. Durch Liebe habe Ich euch alle erkauft; daher fordere Ich von euch allen wieder Liebe. Wer Mir daher dienen will, der diene Mir in der Liebe." ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 1, Kap. 2, V. 11 )

So gesehen erleben allein die wirklich Gottsuchenden heutzutage - auch astrologisch betrachtet - hautnah die so genannte "Wendezeit" mit. Denn große Ereignisse stehen der Menschheit bevor: Die "Reinigung" der Erde, die Wiederkunft Christi und das Tausendjährige Reich. Immer wieder weist der Herr durch Seine Begnadeten auf diese alles umgestaltenden Ereignisse hin ... und durch diese beglückende Wiederkunft Christi wird die "Neue Zeit" ( das "Neue Jerusalem" ) eingeleitet, in welchem das "Fische-Zeitalter" endet und die 2000jährige Wassermannperiode beginnt. ( Ungefähr zur Zeit der Geburt Christi - in Wirklichkeit etwa 150 Jahre früher - begann das ( astronomische ) Weltenjahr ( des Präzessionsrythmus ) der Fische, dem in heutiger Zeit - nach etwa 2100 ( genau: 2160 ) Jahren - das Weltenjahr des Wassermanns folgte. Das vorherige "Widder-Zeitalter" dauerte von 2250 ( genau: 2310 ) v. Chr. bis 150 v. Chr. ). In einer Prophezeiung von Nostradamus ( 1503-1566 ) heißt es ( für die heutige Zeit ): "Wenn der Fisch übergeht zum Wassermann und der Wassermann die Macht den Platz übernimmt, finden die Menschen den Schlüssel für die Tür und die Tür wird geöffnet."

Wenn man astrologisch davon ausgeht, dass große Planetenkonjunktionen eine Bedeutung auf allgemeine, geistige oder politische Bewegungen unter den Völkern haben, so ist es vielleicht auch interessant zu wissen, dass sich zur Zeit der Geburt Jesu Christi eine Jupiter-Saturn-Konjunktion in den Fischen ereignete. Die Astrologen im Orient der damaligen Zeit konnten dadurch die Ankunft Christi in den Sternen ermitteln ... und wie ist es heute? ( Schon der berühmte spanische Astrologe Rabbi Abarbanel ( 1437-1508 ) versucht den ganzen Gang der Weltgeschichte auf den Perioden der Jupiter-Saturn-Konjunktionen aufzubauen. Er berechnete solche für die Geburt Moses und Mohammeds ( 570-632 ), wie auch für jene Alexander des Großen ( 356-323 v. Chr. ). )

Kurzer Exkurs in die Lehre von den Zeitaltern: Diese Lehre knüpft an die altbabylonische Sternkunde an, die die Sonnenlaufbahn in zwölf Sektoren aufteilte und diese nach den jeweils der Sonne zugeordneten Sternbildern, den Tierkreiszeichen, bezeichnete. Damit hatte man eine Einteilung des Jahres gefunden. Auf dieser Einteilung des Jahres baut die astrologische Welt- und Lebensdeutung auf. Nun ordnet man den einzelnen Sternbildern aber nicht nur Abschnitte des Jahres, sondern auch Weltzeitalter zu. Dabei beruft man sich darauf, dass sich die Erde nicht nur um die Sonne, sondern auch um die eigene Achse dreht und dabei eine Präzessionsbewegung durchführt. Das heißt: Während sich die Erdachse um sich selbst dreht, bewegt sie sich gleichzeitig wie ein Kinderkreisel auf einem gedachten Kegelmantel. Das bedingt die Tatsache, dass sich die Tierkreiszeichen gegenüber den alten astrologischen Kalendern verschoben haben, dass beispielsweise der Widder- oder der Frühlingspunkt heute im Sternbild der Fische liegt oder dass der Polarstern nicht immer Polarstern gewesen ist. Die Erdachse wandert also längs der Ekliptik und kehrt nach ungefähr 25.000 Jahren zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Jeweils etwa 2000 Jahre ist sie dann im Einflussbereich eines der zwölf Sternbilder, denn ungefähr 2000 Jahre dauert die Wanderung der Erdachse von einem Sternbild zum anderen. In der Zeit des Wirkens Jesu von Nazareth war sie im Bereich des Sternbildes der Fische. Jetzt wandert sie in das Sternbild des Wassermanns hinein. Demgemäß spricht man von Weltenjahren und Weltenmonaten und versteht die Weltenmonate jeweils als Zeitalter.

Jesus selber ist im Übergang vom "Widder-" ( oder: Lamm ) zum "Fische-Zeitalter" geboren - den beiden Sternbildzeichen, die Anfang und Ende des Tierkreis darstellen. Des Weiteren ist Jesus Christus selber Anfang und Ende der ganzen Weltenentwicklung und wurde von jeher im Symbol des Lammes oder des Fisches dargestellt. Sehr richtig sagt auch der Schweizer Psychologe C. G. Jung ( 1875-1961 ): "Insofern Christus als neuer Äon aufgefasst wurde, war es jedem der Astrologiekundigen klar, dass Er einerseits als erster Fisch des "Fische-Zeitalters" geboren wurde und andererseits als letzter Widder ( arnion, neutestamentlich: "Lamm" ) des abtretenden Äons sterben musste." )

Das "Fische-Zeitalter" mit 2100 ( genau 2160 ) Jahren kann in zwölf Abschnitte von je 175 ( genau: 180 ) Jahren unterteilt werden. Diese zwölf Abschnitte lassen sich dann wieder den zwölf Tierkreiszeichen zuordnen, wobei der zuletzt durchlaufende Zwölferabschnitt des "Fische-Zeitalters" dem Zeichen des Widders untersteht. ( Das "Widder-Zeitalter" vor dem "Fische-Zeitalter" zeichnet sich dadurch aus, dass fast alle großen geistigen Formungen, von denen die Menschheit seitdem lebt, in dieser Widderzeit geschaffen wurden: Das Alte Testament, das Tao-te-king, die buddhistischen Schriften, die Weltphilosophie in China, Indien und Griechenland, die großen Epen, voran die homerischen, die hohe Mathematik und Geometrie, die Astrologie. )

Der Widdermensch tritt - ganz besonders in der heutigen Zeit - in den Gegensatz zur Gemeinschaft und unterliegt der Gefahr der geistigen Hybris. Somit stellt dieser letzte Widder-Abschnitt ( die letzten 180 Jahre im "Fische-Zeitalter" ) den Übergang vom Weltalter der Fische zum Weltalter des Wassermanns dar, dass mit dem Jahr 1950 ( genau: 2010 ) einsetzte. ( Diese letzten 180 Jahre können als Initialzündung des Individuums, die Geburt des ichbewussten ( Widder- ) Menschen, der sich in seinem Wagemut vor nichts fürchtet, angesehen werden. Der ( Fische- ) Mensch dagegen - Hinweis: Als erster Weltmonat mit dem Tierkreiszeichen "Fische" beginnt das "Wassermann-Zeitalter" - gilt in der Astrologie als das sensible Wesen, das die Welt in medialer Aufgeschlossenheit gleichsam mit dem ganzen Körper wahrnimmt. )



Aquarius - Age of Evil

Dieser letzte Zwölferabschnitt des Widderzeichens, der sich durch die Widdermentalität: Optimismus und Wagemut auszeichnete, erfolgte demnach von 1775 bis 1950 ( genau: 1830 bis 2010 ) und deckt sich in etwa mit der Epoche der Neuzeit, die circa mit den Idealen der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit eingeleitet wurde. Mit dem Wechsel vom Zwölferabschnitt Widder des "Fische-Zeitalters" zum Zwöferabschnitt Fische des "Wassermannzeitalters" verlagerte sich die geistige Ausrichtung: Engel und Menschen werden im neuen Zeitalter in engere Berührung zueinander kommen. Darum heißt der Wassermann auch der Engelmensch - der wissende Mensch im Zeitalter der Information und Datenverarbeitung.

Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte waren so vielen Menschen so viele Informationen zugänglich, um sie auszuwerten und anzuwenden. Dies ist ein ein Privileg, das bisher nur wenigen Menschen vorbehalten war. Denn es ist über ein halbes Jahrtausend her, seit Johannes Gutenberg ( 1400-1468 ) den Buchdruck erfand, durch den es überhaupt erstmals gelang, Wissen und Information in größerer Zahl zu verbreiten. Vor der Erfindung des Buchdrucks mussten die Bücher, die ganze geistige Tradition der Menschheit, immer wieder mühselig von Hand kopiert werden. Ein Mönch in seiner Zelle schrieb vielleicht sein ganzes Leben lang an ein bis zwei Büchern. Dies führte dazu, dass das Produkt solcher Arbeit nur für sehr wenige wirtschaftlich Begünstigte überhaupt erwerbbar war.



"Aquarius" aus dem Rock-Musical "Hair" ( 1968 )

Liedtext:
( deutsche Übersetzung )


Der Mensch der Zukunft wird in diesem begonnenen Zeitalter der Information ( ... und der damit verbundenen Inspiration - dem kommenden Zeitalter des Geistes ) den spirituellen Fähigkeiten mehr Vertrauen schenken: Ein neuer Pfingstgeist wird auf der ganzen Erde wach, der alle trennenden, sprachlichen, nationalen und kulturellen Schranken von oben her überwindet und die Menschen im Geiste eint. Das intuitive Denken tritt dabei im Rahmen einer Wissenschaft, in der das Wissen frei zugänglich und weit verbreitet sein wird, in den Vordergrund. Das Ziel ist nunmehr der Mensch auf der Stufe der Vollendung, auf dem Weg zum Geistmenschen: Jeder Mensch hat hier die Möglichkeit, selber "geistlich" zu werden: Eine ganz neue, geistig orientierte Wissenschaft von Menschen wird so geboren werden.

Während im letzten Zwölferabschnitt des Widderzeichens die Lebensimpulse des Menschen zur kämpferischen Selbstbehauptung drangen ( und damit im ungezügelten Fortschrittsglauben einer technischen Massenwelt entgegen zogen ), wird im nun begonnenen Zwöferabschnitt Fische des "Wassermann-Zeitalters" die Vielschichtigkeit der Menschennatur wissenschaftlich erkannt. ( Das Symbol dieses neuen "Wassermann-Zeitalters" soll symbolisch der Regenbogen sein, wie das Symbol des christlichen "Fische-Zeitalters" das Kreuz war. Der Regenbogen soll als ein Symbol des Friedens, den das neue "Wassermann-Zeitalters" bringen soll, den Brückenschlag des "natürlichen" Menschen zum "vergeistigten" Menschen symbolisieren. Das bringt die "New Age"-Bewegung dadurch dann zum Ausdruck, dass sie den Delphin, in der Mythologie ein Wesen von hoher Intelligenz, als ihr Kulttier versteht. )

In der Neuoffenbarung heißt es über das abgelaufene Äon ( "Fische-Zeitalter" ), das ungefähr mit der Geburt Christi begonnen hatte: "Es hat schon mit Meiner Geburt das Gericht der Heiden ( das heißt die Aufklärung der Ungläubigen ) allerorten begonnen und dauert nun in stets erhöhterem Maße fort und wird noch bis zum Volllichte unter den Menschen auf dieser Erde fortdauern - nahe an zweitausend Jahre." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 46, Vers 3 )



Mit der Geburt Jesu Christi beginnt eine neue Zeitrechnung ( vierte Zeitperiode ) und mit Seiner Wiederkunft wird die sechste Zeitperiode beendet sein. Diese Wiederkunft wird nicht das Ende der Welt sein, sondern der Beginn des letzten und dritten Reiches ( siebente Zeitperiode ). Es wird das Reich des Heiligen Geistes sein, wie Joachim von Fiore ( 1130-1202 ) es verkündete. Es wird das letzte Reich und der letzte Zeitabschnitt sein, von dem Jesus sprach ( Offenbarung 21, 5 ): "Seht, Ich mache alles neu."

Es ist das Reich des Heiligen Geistes, das auch schon angekündigt wird in der trinitarischen Formel ( Offenbarung 1, 8 ): "Der da ist, der da war, der da kommt." "Der da ist", der ewig gegenwärtige, im "Ich-bin" erlebte, ist der Sohn. "Der da war", das geht auf den Vater. "Der da kommt" meint den kommenden Tröster, den Heiligen Geist. Dieser Geist ist für das menschliche Auge zwar unsichtbar, und doch hat Er sich bereits der Menschheit im göttlichen Wort der Neuoffenbarung offenbart.

Während also folgende biblische Prophezeiungen:


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die im Alten Testament ( Daniel 8, 14 ) für das Jahr 1843 angekündigte unsichtbare Wiederkunft Christi ( im Wort ) und

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das im Neuen Testament ( Offenbarung 14, 6 ) angekündigte "Ewige Evangelium" in der "Endzeit"


bereits mit den beiden Schriften der Neuoffenbarung:


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Die Jugend Jesu ( 1843/44 ) und

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Das Große Evangelium Johannes ( 1851-1864 )


in Erfüllung gingen, wird zur Zeit die in der Bibel und in der Neuoffenbarung angekündigte sichtbare Wiederkunft Christi, mit der ein "neuer Himmel und eine neue Erde" ( Jesaja 65, 17, Offenbarung 21, 1 ) entstehen, vorbereitet - wie es auch in der Neuoffenbarung heißt: "Der Herr wird kommen auf die Erde, und zwar zuerst nur durchs Wort aus dem Herzen und Munde der Weisen, die Er erweckt hat und deren Er noch mehrere erwecken wird. Dann aber, so die Erde wird geläutert sein, wird Er auch kommen in Seiner allerheiligsten Person zu all denen, die Ihn lieben und eines reinen, erbarmenden Herzens sind!" ( Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum, Bd. 2, Kap. 207, V. 4 )

Wohlgemerkt: Es ist dieselbe Person ( Jesus Christus ), die schon einmal - vor Ihrer ersten Ankunft auf Erden - 4000 Jahre lang von allen Propheten des Alten Testaments in leuchtenden Farben angekündigt wurde ... und der man dennoch nicht glaubte, als Sie auf Erden wandelte. Das heißt: Man wollte es einfach nicht wahrhaben beziehungsweise glauben. Und aus diesem Grund kam einst auch der Sohn Gottes nicht in einer reichen Herberge, sondern an dem erbärmlichsten Ort der Erde, dem Stall, dem Platz der Abgewiesenen und Verspotteten auf die Welt.

In welcher Weise nun die zweite Ankunft ( in Form der sichtbaren Wiederkunft Christi ) stattfinden wird, ist im Neuen Testament deutlich beschrieben worden ( Matthäus 24, 29-30 ): "Bald nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne sich verfinstern, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen. Alle Völker auf Erden werden wehklagen und werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen."

In der Neuoffenbarung gibt es hierzu eine Deutung, die, der allegorischen Schriftauslegung ähnlich, mehr aufs Allgemeine und Symbolische hinzielt. Demnach ist das Zeichen des Menschensohnes darin zu erblicken, dass innerhalb der Menschheit die geistige Strahlung immer mehr zunimmt. Die große Zahl der Erweckten wird dann eines Tages ganz von selber über die materiell gesinnte Menschheit obsiegen. ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 48, Vers 3 ) Und in der Bibel heißt es hierzu weiter ( Matthäus 24, 31 ): "Er wird Seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von Ihm Auserwählten aus allen vier Himmelsrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum anderen."

Und im Alten Testament heißt es zu diesem einmaligen Ereignis der Wiederkunft Christi ( Daniel 7, 13-14 ): "Siehe, es kam Einer in des Himmels Wolken wie eines Menschen Sohn und kam bis zu dem Altbetagten und ward vor Sein Angesicht gebracht und Er gab Ihm Gewalt und Ehre und das Reich, dass alle Völker, Geschlechter und Zungen Ihm dienten. Seine Gewalt ist ewige Gewalt, die nicht genommen wird und Sein Reich ein Reich, das nicht zerstört wird." Und an anderer Stelle heißt es ( Zephanja 2, 11 ): "Alle werden Ihn anbeten von ihren Orten aus, alle Inseln der Heiden."

Über diese Wiederkunft Christi wird im Neuen Testament prophezeit, dass mit ihr der Gläubige mit Christus vereint sein wird ( 1. Thessalonicher 4, 17 ): Die göttliche Vereinigung, die unio mystica, mit deren Hilfe der Gläubige von neuem das Angesicht Gottes in der Welt widerspiegelt. Diese unio mystica ist somit das Geschenk Gottes, das Er den Menschen anbietet, weil Er sie liebt. Der durch sie Erlöste ist Gott gehorsam, weil er von nun an in ( und aus ) der Liebe Gottes lebt: Er trägt Gottes Geist in sich. Die Verheißung Gottes lautet hierzu ( Maleachi 3, 10 ): "Prüft Mich, spricht der HERR Zebaoth, ob Ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle."

In dieser christlichen Hoffnung, die wesentlich jenseitig ausgerichtet ist, tut der Gläubige gut daran - trotz aller nüchternen Skepsis dem menschlichen Leistungsvermögen gegenüber -, sich und seine Gemeinde zu Werken der Gottesliebe aufzurufen, die, wenn sie die Welt auch nicht bleibend und endgültig verwandeln können, so doch die Sehnsucht nach der persönlichen Erlösung durch Gottes Gnade wachhalten. Denn Gott "will nicht, dass jemand verloren geht, sondern dass sich alle bekehren" ( 2. Petrus 3, 9 ).

Neben der persönlichen Erlösung gibt es noch die allgemeine Erlösung, die nach dem christlichem Verständnis dadurch geschah, dass Christus sich erniedrigt hat, in die Leiblichkeit des Menschen hinabgestiegen und sein Bruder geworden ist, um ihm den Weg zum Vater zu zeigen: Jesus sagt ( Johannes 5, 30 ): "Ich kann nichts von Mir selbst tun ... denn Ich suche nicht Meinen Willen, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat." Alles, was Jesus getan, gesagt und gelitten hat, war dazu bestimmt, den gefallenen Menschen zu retten und wieder in seine Berufung als Kind Gottes zu versetzen. Er gebrauchte dabei die Dinge der Welt, ohne sich an sie zu verlieren. Alles war dem übergeordneten Ziel der Offenbarung Gottes in dieser Welt untergeordnet. So war Sein Leben ein einziges großes Gebet, ein direkter Dialog Gottes mit den Menschen ... ein Dialog, der der Kern aller Theologie der Gnade und aller mystischen Versenkung innerhalb des Christentums ist.

Dieses ständige Gebet Christi um die innere Erleuchtung der Welt bedeutet, dass das Verständnis der Heiligen Schrift von der Gnade abhängt: Durch den göttlichen Gnadenbeistand fällt das Schriftverständnis dem Menschen, der im Gebet um Erleuchtung bittet, quasi ohne sein Zutun in den Schoß. Aus diesem Grund schreibt schon zur Zeit der frühen Christen Justin der Märtyrer ( 100-165 ) über die Wirkung der Taufe in seinem Werk "Erste Apologie" ( Kap. 61 ): "Sie ( die Getauften ) werden neu geboren. Sie erleben eine Wiedergeburt, wie wir sie alle selbst an uns erfahren haben ... Das Bad heißt bei uns Erleuchtung, weil die, die dieses an sich erleben, im Geiste erleuchtet werden."

Diese Selbstoffenbarung Gottes in der Taufe schließt die vorherige Mitwirkung des Menschen nicht aus: Menschliches Bemühen wird von Jesus befürwortet, wobei es Ihm jedoch nicht allein auf die Menge der Schrifterkenntnisse ankommt, sondern vor allem auf das Verlangen des Suchenden. Denn Gott will nicht nur, dass man Sein Wort liest und versteht, sondern dass man es auch lebt. In diesem Sinne wurden auch die sieben Wochen, welche zwischen Ostern und Pfingsten liegen, ursprünglich erlebt: Als ein ( mystisches ) Hindurchgehen durch die sieben Stufen der Verklärung. Denn das ist der ( geistige ) Weg von Ostern über Himmelfahrt nach Pfingsten: Der Aufstieg in den Himmel und der Empfang der Gnade.

Mit dieser Gnade ist es möglich, dass Gerechtigkeit und Liebe zu tragenden Konstruktionen innerhalb der Gesellschaft werden, die immer stärker in das Gefüge der Welt hineinwachsen und so Stufen menschlichen Fortschritts markieren. Dieser Frieden kann jedoch - aufgrund der oben genannten irdisch-orientierten Ausrichtung einzelner Menschen - nicht dauerhaft institutionalisiert werden: Was bleibt, ist ein ständiges Bemühen um diesen Frieden, um Gerechtigkeit und Liebe in der Welt ... Zu diesem Bemühen kann man auch das Gebet zählen: Denn jeder kann jederzeit Gott alles sagen, was sein Herz bewegt und Gott in seine Lebensplanung mit einbeziehen ... Gott hört einen, ob man allein im Zimmer betet, an der Arbeitsstelle oder in der Kirche ist. Wichtig ist, dass man Ihm sagt, was man auf dem Herzen hat und es aufrichtig meint.


Stille ist ein Schweigen, das den Menschen die Sinne öffnet für eine andere Welt.

Demnach können die hier beigefügten Sendschreiben auch nicht den Anspruch erheben, das Heil zu bewirken. Das tut Christus. Aber sie können ein wenig dazu beitragen, dass in dieser Welt geistige Anregungen zum Heil in Jesus Christus vermittelt werden. Schließlich soll der Mensch nicht beim Glauben stehen bleiben, sondern auch Gott erkennen. Paulus schreibt ( 1. Timotheus 2, 4 ): "Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen."




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