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Liebe Leserin, lieber Leser, Jesus stieg in den Himmel hinauf ( Christi Himmelfahrt ) und erfüllte zu Pfingsten seine Verheißung, die Er den Jüngern gegeben hatte ( Johannes 14, 16 ): "Ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Beistand geben." Die Jünger blieben ( in Jerusalem ) und erwarteten die Ankunft des Heiligen Geistes. Mit dem neutestamentlichen Pfingstereignis geht aber neben der Geistzusage des Auferstandenen auch die alttestamentliche Geistverheißung des Propheten Joel in Erfüllung ( Joel 3, 1 ): "Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch", das heißt: Über alle Menschen. Der Geist kam herab, um die Apostel mit Kraft zu bekleiden und sie zu taufen. Denn der Herr nennt die lebenschaffende Gabe des Heiligen Geistes: "Ströme lebendige Wassers" und sagt ( Apostelgeschichte 1, 5 ): "Ihr werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft". So kam an diesem Tag der Heilige Geist herab und wirkte das, was Begreifen und Denken übersteigt: Die Apostel empfingen die Gnade der Neugeburt, die Einheit mit dem verklärten Christus. Es heißt ( Apostelgeschichte 2, 4 ): "Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist ..." Durch den Heiligen Geist haben die Apostel die bleibende Gewissheit Seiner Erlösung erhalten – wie auch der Apostel Paulus schreibt ( Römer 8, 16-17 ): "Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit Ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden." Paulus spricht hier von dem Vorrecht, den Heiligen Geist empfangen zu haben, und vom Engelsdienst, die Herrlichkeit Gottes vor allen Menschen zeugen zu dürfen. Während das Taufwasser die Apostel nur von außen umflossen hatte, taufte nun der Geist ihre Seele von innen her, d.h. die Jünger wurden vollständig getauft: Leib und Seele wurden mit dem göttlichen und heilbringenden Gewand bekleidet. Sie empfingen die Heilsgewissheit und die damit verbundene Liebe zum Sohn Gottes, "denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist" ( Römer 5, 5 ). Die durch den Heiligen Geist ausgegossene Liebe Gottes ließ sie als erstes erkennen, dass Gott sie liebt. Der Herr sagt ( Jeremia 31, 3 ): "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe Ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." Die Erlösten haben durch den Heiligen Geist die stete Gewissheit, dass der Herr sie liebt! Jesus sagt ( Johannes 15, 9. 11-14 ): "Wie mich Mein Vater liebt, so liebe Ich euch auch. Bleibt in Meiner Liebe! Das sage Ich euch, ... damit eure Freude vollkommen werde. Das ist Mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie Ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was Ich euch gebiete." Viele Menschen sagen hier, dass sie keine Zeit haben, um sich mit "solchen Dingen" zu beschäftigen. Darauf kann ich nur antworten: "Die Woche hat 168 Stunden. Wenn du nicht eine Stunde für den Dienst Gottes freimachen kannst ( vergleiche Matthäus 26, 40 ), dann zeigst du, dass dir an Gott nichts liegt." Als Gott am Sinai gebot, den siebten Tag zu heiligen, sprach Er ( 2. Mose 20, 9-10 ): "Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten; der siebente aber ist Ruhetag zu Ehren des Herrn, deines Gottes. An ihm sollst du keine Arbeit verrichten, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch der Fremde, der innerhalb deiner Tore wohnt." Dies ist das dritte der Zehn Gebote. Die Sonn- und Feiertage sollen Ruhetage sein. An diesen Tagen sollen wir uns von der Werktagsarbeit frei machen. Gröbere körperliche Arbeiten ( "knechtische Arbeiten" ) sind am Sonntag verboten. Sie dürfen nur dann verrichtet werden, wenn sie dringend notwendig sind. An den Sonn- und Feiertagen sollen wir neue Kraft schöpfen. Unser Leib und unser Geist sollen sich erholen, unsere Seele soll sich zu Höherem erheben: Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird dann auch bald entdecken, wie nötig wir Menschen es haben, aus der Tiefe zu leben. Der Lärm und die Hektik, der schnelle Lebensrhythmus, die Welt der Reklame, die Überflutung durch Worte und Angebote – das alles könnte uns im Leben entwurzeln und zu einem Spielball der sich pausenlos ändernden Meinungen machen. Ein Geist, der sich aber nicht nach außen hin zerstreut und sich nicht durch die Sinne an die Welt verliert, kehrt zu sich selbst zurück und erhebt sich von allein zum Gedanken an Gott; und darin besteht Gottes Wohnen in uns, dass wir Ihn in uns wohnen lassen durch das beständige Denken an Ihn. "Von innen her leben" bedeutet also, jeden Tag innezuhalten, sich Zeit zunehmen für Ihn, sich in Seine heilende und liebende Gegenwart einhüllen zu lassen und Ihm als Hörende gegenüberzutreten, bereit zu sein, Seine Liebe zu empfangen, um sie weiter- zuschenken und wachsen zu lassen, hinaus in eine Welt, die von Hektik, Stress und "Lärm" geprägt ist. Wollen wir also an einem Ruhetag etwas von Gott hören, so lösen wir uns von unserem Tun, machen uns frei von den leiblichen Sinnen, verlassen geistig die Erde, und schwingen uns empor über den Äther, wo der Geist wohnt, der den Menschen allein heiligt. So ist das Gebet der Aufstieg des Geistes zu Gott ... und nichts anderes tat Jesus. Er pflegte abseits von den Jüngern zu beten; das tat Er um ihnen die Lehre zu geben, beim Gebet Ruhe und tiefe Stille zu suchen. Denn das Gottesreich kann sich nur dort ausbreiten, wo die Sünde getilgt und die Freiheit geschenkt ist. Somit besteht unsere Lebensaufgabe - in dieser verlorenen Welt - im Gebet und im Zeugendienst. Dies löst uns von der Welt, führt uns zum Himmel und macht uns zu einem leuchtenden Engel, einem Boten Gottes. In diesem Sinne hat es uns auch Jesus vorgelebt und Er sandte Seinen Jüngern den Heiligen Geist, damit sie in diesem Geiste Sein Werk, zu dem Ihn der Vater gesandt hat, weltweit fortführen und den Menschen Gottes Heil vermitteln. Es heißt ( 1. Johannes 5, 14-15 ): "Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach Seinem Willen, so hört Er uns. Und wenn wir wissen, dass Er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von Ihm erbeten haben." Die Verheißung Jesu Christi, dass uns alles gegeben wird, wenn wir im Glauben darum bitten, ist unantastbare Wahrheit. Doch unser Glaube ist nicht eine persönliche Errungenschaft oder gar eine Fertigkeit. Paulus lehrt, dass der wahre Glaube eine Gabe ist, die von Gott gewirkt wird ( vergleiche 1. Korinther 12, 9 ). So werden jene gesegnet, "die das Wort Gottes hören und es befolgen" ( Lukas 11, 28 ). Erst zu diesen kann Jesus sagen ( Matthäus 21, 22 ): "Alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen." Denn im Grunde genommen, betet Er nunmehr in ihnen. Christus sagt ( Johannes 15, 16 ): "Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in Meinen Namen, Er’s euch gebe." Im Namen Jesu beten, heißt, in Übereinstimmung mit Seinem Willen beten. Die tiefe und ungetrübte Gemeinschaft mit Ihm ist die Voraussetzung für Beten in Seinem Namen, für erhörliches Beten, zu dem uns Jesus stets ermuntert hat ( vergleiche Matthäus 7, 7 ). Der vom Heiligen Geist erfüllte Gläubige wird also vor allem an der Geistesfrucht erkannt ( Galater 5, 22-23 ): "Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit." Diese Geistesfrucht wirkt sich im Alltagsleben, im Umgang mit unseren Mitmenschen aus ( Galater 5, 24-26 ): "Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden." Wenn jeder nur das für sich nimmt, was er zur Befriedigung seines Bedürfnisses braucht, das übrige aber den Bedürftigen überlässt, dann wäre nicht der eine reich und der andere arm. Zu den größten Verbrechen zählt daher Hesekiel, Zinsen zu nehmen und sich zu bereichern ( Hesekiel 22, 12 ), und das Gesetz untersagt ausdrücklich ( 5. Mose 23, 20 ): "Du sollst von deinem Bruder und deinem Nächsten nicht auf Zinsen leihen." Es ist ja in der Tat ein Höchstmass an Unmenschlichkeit, wenn der, dem es am Lebensnotwendigen mangelt, zur Linderung seiner Lage ein Darlehen sucht, der Verleiher sich aber nicht mit der Rückzahlung des Kapitals begnügt, sondern darauf aus ist, sich aus der Not des Armen noch Gewinn und Vermögen zu schaffen. Die Pflicht wäre es dagegen gewesen, des Menschen Armut zu lindern, und nicht die Not zu vergrößern. Wenn der Verleiher Gewinn erwarte, so begnüge er sich mit dem Lohn Gottes. Er wird für die Armen den Zugewinn zahlen. Denn hier gilt des Apostels Paulus Wort, dass kein Auge, kein Ohr, kein Herz jemals vernahm, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben ( 1. Korinther 2, 9 ). Somit sind nicht äußere Kennzeichen ( Berufsstand, religiöse Zugehörigkeit, gutes Einkommen oder Leben als Einsiedler ) ausschlaggebend für das ewige Leben, sondern allein die rechte Gesinnung. Das heißt: Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, kommt allein aus dem Glauben an Jesus Christus, der da sagt ( Johannes 15, 4-5 ): "Bleibt in Mir, dann bleibe Ich in euch. Wer in Mir bleibt und in wem Ich bleibe, der bringt reiche Frucht."
In Liebe
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