Homepage Sendschreiben Gnadenquelle Gebetsbuch Gebetsforum Geistheilung Gästebuch Feedback Über mich

 


Dieses Werk ( 10 Bände je 450 Seiten, entstanden: 1851-64 ) bildet
das Herz- und Hauptstück der Gottesbotschaft durch Jakob Lorber.




Vorwort
Band 1
Band 2
Band 3
Band 4
Band 5
Band 6
Band 7
Band 8
Band 9
Band 10
Nachwort

Zurück
[Vorwort] [Band 1] [Band 2] [Band 3] [Band 4] [Band 5] [Band 6] [Band 7] [Band 8] [Band 9] [Band 10] [Nachwort] [Zurück]

Das Große Evangelium Johannes, Band 9:

Im neunten Band wird betont, dass die natürlichen Dinge aus dem Geistigen hervorgehen. Dies ist auch der Grund, warum zwischen den natürlichen und den geistigen Dingen eine Entsprechung besteht und die Wahrheit den Menschen nur verdeckt gegeben werden.

Es heißt: "Es besteht Entsprechung zwischen dem, was des Geistes und was der Materie ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 11, Vers 2 ) Laut der Neuoffenbarung ist alles das, was der Mensch sieht und hört, eine Entsprechung der himmlischen und geistigen Welt. Die sinnliche und übersinnliche Welt sind nicht getrennt, sondern die diesseitige Welt ist nichts anderes als die Erscheinung der jenseitigen Welt. So gibt es zum Beispiel als Abbild des himmlischen Königs und Seines Engelsheeres auf Erden ein irdisches Regierungsoberhaupt mit seinen Untergebenen. Das heißt: Das Regierungsoberhaupt kann nie isoliert betrachtet werden, sondern nur im Zusammenhang mit der jenseitigen Welt. Sein Handeln unterliegt Gesetzen, die der geistigen Welt entstammen.

Um diese Zusammenhänge jedoch zu erkennen, muss der Mensch danach trachten, seinen Geist durch die Beachtung der göttlichen Gebote zu wecken. Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Wer an Mich glaubt, Meinen Willen tut und Mich liebt über alles und seinen Nächsten wie sich selbst, zu dem werde Ich Selbst kommen und Mich Ihm treulich offenbaren." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 37, Vers 3 )

Es gibt demnach Menschen, die es vorgezogen haben, schlicht und von den Verlockungen der Welt abgezogen zu leben. Über sie spricht der Herr: "Ihre Freude und der Gegenstand ihrer Gespräche bin Ich, weil der Mund davon übergeht, wes das Herz voll ist. Dies sind fürwahr keine Waisen. Denn Ich bin ja mitten unter ihnen und lehre sie Selbst. ( Johannes 14, 18 )

Diese hören allzeit Meine Stimme und erkennen sie als die des rechten Hirten und nicht als die eines Mietlings, der sie nicht folgen, weil sie die Stimme eines falschen Propheten ist. Diese sind es auch, für die Mein Wort gestellt ist." ( Schrifttexterklärungen, Kap. 19, V. 20-21 )

Laut der Neuoffenbarung ist die Seele von Geburt an in einem Kerker ( des materiellen Körpers ) gefangen, der sie an ihrem geistigen Leben hindert. Von daher ist Jesus Christus auch "als Herr und als der Besieger des Todes" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 62, Vers 13 ) auf die Welt gekommen. Denn den Tod gilt es zu überwinden, um in das wahre Leben einzutreten. ( Mit dem Tod ist hier gemeint: "Lüge, Betrug, Neid, Geiz, Fraß und Völlerei, Stolz, Hass, Zorn, Unzucht, Hurerei und Ehebruch und Gottesleugnung." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 67, Vers 30 )) Das heißt: Die Welt des Guten ist immer da und greifbar, nur eine dünne Wand trennt die Menschen von ihr. Allein über das Gefühl und das Empfinden der himmlischen Wärme ( zum Beispiel in Träumen ) wird die Nähe zur jenseitigen, geistigen Welt erlebt. Von daher heißt es: "Darum bleiben wir nun denn auch ganz ruhig ... und horchen in der Stille, was Er irgend ... sagen wird." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 126, Vers 3 )

Die Verkündigung (Tiziano)Die himmlische Bürgschaft kann sich demnach der Mensch dadurch erwerben, indem er schon auch auf Erden dem himmlischen König und Seinem Engelsheer folgt. Hierzu heißt es: "Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in eine Not und in ein Elend verfallen. Wenn ihr sonach auch in euren Nachkommen stets in und bei Mir im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleiben werdet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen; denn des Leibes Krankheiten sind allzeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen allzeit klar ausgesprochen gegebenen Gebote." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 35, Vers 5-6 )

Zum himmlischen König empor bewegt sich der Mensch auf geistigem Wege durch die Kontemplation. Es heißt hierzu: "Siehe aber an das Gemüt eines Menschen, das oft in eine völlig sorglose Ruhe versinkt, bei der sich der Mensch ganz glücklich und selig fühlt!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 196, Vers 11 ) ... Und dienen tut der Mensch dem himmlischen König auf materiellem Wege ( also hier auf Erden ) durch ein Leben nach den himmlischen Gesetzen. Es heißt hierzu: "Wahrlich sage Ich euch: Wer Mich wahrhaft lieben und Meine Gebote halten wird, zu dem werde Ich kommen und Mich ihm selbst offenbaren, und es wird sich dann ein jeder überzeugen können, dass er sich nicht als Waise in der Welt befindet! Wem Ich Mich aber also offenbaren werde, der behalte das nicht für sich, sondern teile solchen Trost auch seinen Brüdern mit, auf dass auch sie dadurch getröstet und gestärkt werden." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 74, Vers 15 )

Die Tätigkeit des Menschen wird also dadurch vollkommen, wenn er Gutes tut und durch sein Tun Gutes ( bei anderen ) bewirkt. So erkennt man die "wahren Nachfolger pur an den Werken der uneigennützigsten Nächstenliebe." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 39, Vers 13 ) Und an anderer Stelle heißt es: "So ihr aber aus Liebe zu Mir in einer Gemeinde ein Haus erbauen wollet, so sei das ein Schulhaus für eure Kinder, und gebet ihnen auch Lehrer nach Meiner Lehre hinzu! Also möget ihr auch ein Haus erbauen für Arme und Kranke und Bresthafte! Versorget solch ein Haus mit allem, was zur Pflege der darin wohnenden Menschen nötig ist, und ihr werdet euch dadurch Meines Wohlgefallens allzeit zu erfreuen haben! ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 44, Vers 5 )

Die Krönung der Jungfrau Maria (Giovanni Lanfranco)

Doch woran erkennt der Nachfolger Christi die geistige Gegenwart des Herrn? Ja, woran kann er erkennen, dass er sich im Reich Gottes schon hier auf Erden bewegt?

Die Kennzeichen hierfür sind laut der Neuoffenbarung folgende: "Erstens, dass ihr Mich mehr liebet denn alles in der Welt! Denn so jemand irgend etwas in der Welt mehr liebt denn Mich, der ist Meiner nicht wert; wer Mich aber wahrhaft liebt über alles, der ist eben durch solche wahre Liebe in Mir, und Ich bin in ihm.

Ein zweites Zeichen Meiner Gegenwart bei euch sei auch das, dass ihr aus Liebe zu Mir eure Nächsten und Nebenmenschen, jung und alt, ebenso liebet wie euch selbst; denn wer seinen Nächsten nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott in Mir lieben, den er nicht sieht? Wenn ihr Mich auch jetzt sehet und höret, so werdet ihr Mich in dieser Welt fortan doch nicht mehr sehen! Und so ihr Mich nicht sehen werdet, wird eure Liebe also bleiben, wie sie nun ist, da ihr Mich sehet? Ja, es wird bei euch die Liebe wohl bleiben; aber sehet auch, dass sie bei euren Nachkommen also bleiben wird! Denn so Mich jemand wahrhaftig im Herzen über alles lieben wird dadurch, dass er leben und handeln wird nach Meinem ihm geoffenbarten Willen, zu dem werde Ich Selbst wie persönlich im Geiste kommen und werde Mich ihm als vollends gegenwärtig offenbaren.

Ein drittes Zeichen Meiner Gegenwart bei, in und unter euch wird auch das sein, dass euch allzeit alles gegeben wird, um was ihr den Vater in Mir in Meinem Namen ernstlich bitten werdet. Aber es versteht sich von selbst, dass ihr Mich nicht um dumme und nichtige Dinge dieser Welt bittet; denn so ihr das tätet, da zeigtet ihr ja doch offenbar, dass ihr derlei Dinge mehr liebtet denn Mich, und das wäre dann wahrlich kein Zeichen Meiner Gegenwart bei, in und unter euch.

Ein viertes Zeichen Meiner mächtigen Gegenwart bei, in und unter euch wird auch das sein, dass so ihr den leiblich kranken Menschen aus wahrer Nächstenliebe in Meinem Namen die Hände auflegen werdet, es mit ihnen besser werden soll, wenn das Besserwerden zum Heile ihrer Seelen dienlich ist. Es versteht sich aber auch da von selbst, dass ihr dabei allzeit saget im Herzen: Herr, nicht mein, sondern nur Dein Wille geschehe! Denn ihr könnet es nicht wissen, ob und wann das Besserwerden des Leibes einer Seele zum Heile dienlich ist, und ein ewiges Leben auf dieser Erde im Leibe ist keinem Menschen beschieden!

Daher kann das Händeauflegen auch nicht allzeit und jedem Menschen von seinen Leibesübeln Befreiung verschaffen. Aber ihr werdet dennoch keine Sünde dadurch begehen, so ihr jedem Kranken die euch angezeigte Liebe erweiset; den Helfer werde schon Ich machen, so es zum Seelenheile des Menschen dienlich ist, - was Ich allein nur wissen kann.

So ihr irgend aus der Ferne vernommen habt, dass da ein oder der andere Freund von euch krank daniederliegt, da betet über ihn, und leget im Geiste die Hände auf ihn, und es soll auch besser werden mit ihm! Dabei aber bestehe das im Herzen nur auszusprechende Gebet in folgenden wenigen Worten: "Jesus, der Herr, wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!" So ihr das voll Glauben und Vertrauen zu Mir über einen noch so ferne von euch sich irgendwo befindenden kranken Freund - oder Freundin - aussprechen und dabei über ihn im Geiste eure Hände halten werdet, so wird es mit ihm zur Stunde besser werden, wenn das zu seinem Seelenheile dienlich ist.

Die Taufe Christi (Sebastiano Ricci)Ein noch fünftes Zeichen Meiner Gegenwart bei, in und unter euch aber wird auch noch das sein, dass ihr, so ihr Meinen Willen allzeit tuet, in euch des Geistes Wiedergeburt erreichen werdet. Das wird sein eine wahre Lebenstaufe, da ihr dabei mit Meinem Geiste erfüllt und dadurch in alle Weisheit eingeführt werdet. Nach diesem fünften Zeichen aber strebe ein jeder vor allem! Denn an dem sich dieses Zeichen gewärtigen wird, der wird schon in dieser Welt das ewige Leben haben und wird das tun und schaffen können, was Ich tue und schaffe; denn er wird da sein eins mit Mir." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 43, Vers 3-11 ) Dieser Kontakt mit Christus wird über das Gebet mit reinem und aufrichtigem Herzen aufgebaut, wozu es hierzu in der Neuoffenbarung heißt: "Da wurden sie stille und hörten mit der gespanntesten Aufmerksamkeit." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 8, Vers 8 ) ... und in dieser Stille erfahren sie die wahre Lebenstaufe, die Gnade Gottes, indem sie vom Geist Gottes wie "von einem Feuer durchströmt" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 3, Vers 6 ), wie von einem Blitz, der alle Fibern des Leibes durchfährt ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 162, Vers 5 ), "wie von einem Lebensfeuerstrom durchdrungen und erfüllt" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 82, Vers 12 ) beziehungsweise "durch den gewaltigen Regenerguss der Liebe und Erbarmung" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 48, Vers 10 ) erweckt werden. Es heißt: "Der Tag Meiner abermaligen ( persönlichen ) Wiederkunft wird gleich sein einem Blitze, der vom Aufgange bis zum Niedergange oben am Wolkenhimmel fährt und über alles leuchtet, was unter dem Himmel ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 70, Vers 5 ) Der genaue Zeitpunkt dieser ( persönlichen ) Wiederkunft kann in der Neuoffenbarung nicht genannt werden. Denn Jesus sagt: "Das Jahr, den Tag und die Stunde kann Ich euch darum nicht fest bestimmen, weil das ja alles auf dieser Erde von dem vollkommen freien Willen der Menschen abhängt." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 70, Vers 2 )

Aufgrund dieses Erweckungserlebnisses wird klar, dass die Haupttätigkeit von Johannes dem Täufer "Predigt und Taufe" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 67, Vers 13 ) war ... und Gott durch eine Taufe allen anwesenden Menschen offenbarte, dass Jesus von Nazareth "der Gesalbte Gottes" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 76, Vers 8 ) ist. Dementsprechend besteht auch bei den von Gott ausgesandten Jüngern die "Hauptarbeit und Beschäftigung" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 60, Vers 13 ) darin, dass sie im Namen Jesu "die Ankunft des Reiches Gottes auf der Erde unter den Menschen" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 60, Vers 13 ) verkünden und ihnen predigen, worin das Reich Gottes "besteht, und was sein Wesen ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 62, Vers 1 )

In der Neuoffenbarung wird ausgesagt, dass die von Christus ausgesandten Jünger "gleich den Propheten" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 62, Vers 2 ) sind. Und weiterhin sagt Jesus: "Das Wort des Propheten ist ein getreuer Wegweiser und zeigt dem Menschen, wie er zu dem lebendigen Worte aus Meinem Munde gelangen und durch dasselbe ins Leben des Geistes übergehen kann." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 56, Vers 6 ) Und an anderer Stelle heißt es: "Es muss dem Menschen von außen her der Weg gezeigt werden durch das Gotteswort, das da kommt aus den Himmeln zum Menschen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 72, Vers 10 ) Denn "alles Leben wird von außen her angeregt und geweckt." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 72, Vers 12 )

Die Taufe Christi (Juan de Flandes)Wie im achten Band so wird auch im neunten Band von der ( allgemeinen ) Wiederkunft Christi "und somit auch von der Ankunft des Reiches Gottes auf dieser Erde" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 72, Vers 4 ) gesprochen. Über den Zeitpunkt dieser ( allgemeinen ) Wiederkunft heißt es: "Es kann das noch eher geschehen, als da nach Mir, wie Ich nun leiblich unter euch bin, zwei volle Tausende von Erdenjahren verrinnen werden." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 71, Vers 5 ) Und in der Bibel heißt es ( Amos 3, 7 ): "Der Herr tut nichts, Er offenbare denn Seinen Ratschluss zuvor den Propheten, Seinen Knechten."

Nach der Neuoffenbarung wird Jesus Christus bei Seiner ( allgemeinen ) Wiederkunft "nicht mehr aus einem Weibe irgendwo wieder als ein Kind geboren werden." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 2 ) Vielmehr wird Er "zuerst unsichtbar kommen" und anfangen, sich "den Menschen zu nahen durch wahrhaftige Seher, Weise und neuerweckte Propheten, und es werden in jener Zeit auch Mägde weissagen und die Jünglinge helle Träume haben, aus denen sie den Menschen Meine Ankunft verkünden werden, und es werden sie viele anhören und sich bessern." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 3 )

Der "nordische Seher" und große Vorläufer der Neuoffenbarung Emanuel Swedenborg ( 1688-1772 ) predigte - wie Johannes der Täufer - den Beginn eines neuen religiösen Zeitalters - die Ankunft einer "Neuen Zeit": So sah er im 18. Jahrhundert, dass eine neue Epoche bevorsteht, die die Menschen heutzutage die "Neuzeit" nennen. Das Programm dieser Epoche beinhaltet die Beherrschung der Welt durch Naturwissenschaft und Technik und die rationale Gestaltung der menschlichen Gesellschaft auf der Basis des Rechtes und der Soziologie.

Nach der Lehre von Swedenborg begann diese "Neue Zeit", nachdem im Jahre 1757 in der geistigen Welt das Jüngste Gericht gehalten wurde, dessen unmittelbare Folge auf Erden die geistige Freiheit war. In seinem Werk über das Jüngste Gericht im Jahre 1758 schreibt Swedenborg, dass diese große Veränderung in der geistigen Welt die äußere Gestalt der natürlichen Welt nicht verändern werde, wohl aber die Einstellung der Menschen zu den Dingen.

Dies begann in Amerika: Die Siedler Amerikas formierten sich in einem achtjährigen Unabhängigkeitskrieg zum Aufstand gegen ihr Mutterland England. Diese Befreiung von der Britischen Herrschaft machten die Vereinigten Staaten von Amerika ( USA ) zum Vorkämpfer gegen Tyrannei auf der ganzen Welt.

In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 heißt es hierzu ( sinngemäß ): Alle Menschen sind gleich. Sie werden von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet: Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Des Weiteren steht in dieser amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, dass ein Volk seine Regierung abwählen kann ... und dies war der Beginn des amerikanischen Sendungsbewusstseins, welches in der Verfassung von Amerika ( 1787 ) mit der Aufforderung nach "Selbstbestimmung und Freiheit des Menschen" zementiert wurde.

Damit wurde Amerika die erste reale Alternative zu den absoluten Monarchien des alten Europa. Dieser Funke der Freiheit sprang dann auch nach Europa über ... zuerst nach Frankreich.


Johannes Maria Vianney ( 1786-1859 ) - der heilige Pfarrer von Ars zu Beginn der Neuzeit


Somit kann man auch die Kirchengeschichte der Neuzeit unter dem Stichwort der Freiheit zusammenfassen. Doch welche Freiheit sollte hier eigentlich gemeint sein? Heinrich Heine ( 1797-1856 ) schreibt hierzu treffend: "Wir kämpfen nicht für die Menschenrechte des Volks, sondern für die Gottesrechte des Menschen." Ähnlich formulierte es ( sinngemäß ) auch der Reformator Martin Luther ( 1483-1546 ): Wenn der Glaube allein und das Wort Gottes ausreichen, dann ist der Mensch frei und muss nur seinem Gewissen gehorchen. Und der Kirchenhistoriker Ekkehard Mühlenberg definiert den Beginn der Zeitenwende, der Neuzeit, folgendermaßen: "Die Zeit der Revolutionen in Nordarmerika ( 1776 ) und in Frankreich ( 1789 ) ist die Neuzeit.

Sie ( die beiden Revolutionen ) zeigen nicht deswegen den Beginn einer neuen Epoche an, weil eine neue politische Form, die Demokratie, eingeleitet wurde, sondern sie markieren den Beginn einer neuen Epoche, weil von nun an Freiheit zum Ziel menschlicher Hoffnung und zum Kriterium menschlichen Handelns wurde."


Robert Blum ( 1807-1848 ) und die Revolution


Die Neuzeit, deren Rahmenbedingungen die Freiheitsbewegungen schufen, besteht darin, dass das Naturrecht an die Stelle der Bibel tritt. Gemäß diesem Naturrecht entstammt der Mensch einem anarchischen Urzustand, dessen chaotische Wirkung nur durch die Gründung des Staates eingeschränkt wird. Damit verzichtet der Mensch zugunsten persönlicher Sicherheit auf seine Freiheit und unterwirft sich einem Herrscher. Ziel dieser Gesellschaft ist aber auch die vollkommene Gleichheit der Menschen im Staat. Es kommt zur allgemeinen Gleichheit vor dem Gesetz, dem sich keine Person und kein Stand entziehen kann. Diese Gemeinschaft gründet sich nicht mehr auf dem christlichen Glauben, sondern auf dem ewigen Sittengesetz. ( "Der Mensch wird frei geboren, kann frei denken und doch ist er überall in Ketten. Das muss sich ändern." )

Obwohl im Zeitalter der Aufklärung und der Fortschrittsgläubigkeit die weltliche Heilserwartung ohne die Kirche besteht, bekommt am Ende der Geist beim Menschen dennoch das große Übergewicht. ( Die Tiefenpsychologie spricht hierzu heute aus psychotherapeutischer Erfahrung heraus von einem "Tiefstbewusstsein" im Menschen, das schlechthin allwissend ist. ) Das heißt: Der Mensch - einst von seinen eigenen Fähigkeiten berauscht - wird sich nun seiner Einbindung in die geistige Welt mehr und mehr bewusst, so dass sich wieder eine Gemeinschaft der seligsten Geister des Himmels mit den Menschen dieser Erde bilden kann. Denn es heißt ( Johannes 6, 45 ): "Sie sollen alle von Gott gelehrt sein."


Der "moderne" Mensch


Die Menschen werden also dazu kommen, ihre Gewohnheit zu durchbrechen, die die technische Welt wie ein Netz zwangloser Bedürfnisse über sie geworfen hat: Die tägliche Zeitung, die Nachrichten morgens, das Kino einmal in der Woche, den Drang, immer komfortabler wohnen zu wollen, es bequemer und leichter haben zu müssen. Die Faszination durch die Technik fällt weg, wenn der Mensch einmal in asketischer Wachheit ihrer Überflüssigkeit ansichtig wird und ihre Inanspruchnahme durch den Menschen auf das Unumgängliche reduziert: Askese also als bewusste Verarmung im Äußeren, als Verlust von Bedürfnissen, von Wünschen, von ökonomischen Sehnsüchten, als Erziehung zum Selbst, zur Selbstzucht.

Nur wer den Mut hat, die Einsamkeit zu wählen, den Schmerz des völligen Verlassenseins zu ertragen, auf alle Surrogate und Selbsttäuschungen zu verzichten, wird die Stimme Gottes wieder hören und durch sie lebendig werden. Denn die Askese, die auf die Erreichung dieses inneren Zustandes hinzielt, ist nicht Selbstzweck, sondern Übung in der Menschwerdung, Zubereitung darauf, dass das Jenseitige wieder in einen einzieht als eine lebendige Wirklichkeit des Geistes und der eigenen Seele. Es gibt keinen anderen Weg, der einen vor dem endgültigen Verlorensein, vor der chronischen Erkrankung des Leibes und der Seele retten wird.

Im Wachwerden dieses höheren Gesamtsinnes besteht hier die geistige Wiedergeburt. Der in diesem Sinne geistig Wiedergeborene gibt sein Leben ganz in die Hand Gottes. In gläubigem Vertrauen wird ihm die fortwährende Gegenwart Gottes, Seine Führung auch in den kleinsten Dingen des täglichen Lebens zur realen geistigen Seinserfahrung. Er hat es gelernt, in ständiger Verbindung mit der höheren Macht zu bleiben, und er weiß: Die höhere Macht ist immerwährend für die Menschen da. Wenn der Mensch sich ihr öffnet, wird sie in ihn einströmen. Siegreich kann sie überwinden, was immer einen bedrückt: Angst, Schwäche, Krankheit, Traurigkeit, Depression und kann einen dafür erfüllen mit Lebensmut, Stärke, Gesundheit, Frische und Freude.

Die zweite Ankunft - die ( allgemeine ) Wiederkunft Christi nach Seiner Auferstehung und Verherrlichung, die in den Evangelien beschrieben wird - leitet nach Emanuel Swedenborg die Ära einer neuen Christenheit und die Gründung einer neuen Kirche in der geistigen Welt ein. Auf diese Weise vollzieht sich dann in der irdischen Welt nach und nach die Veränderung des Denkens und Handelns jedes Einzelnen. Denn die irdischen Probleme in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind nicht mehr auf die herkömmliche Weise zu lösen, sondern nur durch einen grundlegenden Wandel im religiösen Bewusstsein der Menschen.

An einer Stelle seines Werkes über das Jüngste Gericht sagt Swedenborg, dass die irdischen Kirchen weitgehend unverändert bestehen bleiben würden - zumindest für eine gewisse Zeit. Swedenborg hat niemals versucht, eine neue kirchliche Körperschaft zu gründen oder sich Gedanken darüber gemacht, welche Form sie annehmen könnte. Hingegen erwartete er eine neue Freiheit des Denkens mit dem Ziel der höchstmöglichen Entwicklung des Menschen im gefühlsmäßigen, intellektuellen und verhaltensmäßigen Bereich.

Diese ( allgemeine ) Wiederkunft Christi vollzieht sich demnach nicht für alle Menschen sichtbar in den Wolken, sondern es werden von Gott Menschen erwählt, die die "neu und rein wiedergegebene Lehre aus den Himmeln" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 5 ) schriftlich festhalten und diese Lehre über die ganze Welt verbreiten: Alle Völker in der ganzen Welt sollen die Gelegenheit erhalten, das Evangelium kennen zu lernen, um errettet zu werden.

Und weiter heißt es: "Wenn auf diese Art Meine Lehre unter die Menschen, die eines guten Willens und tätigen Glaubens sein werden, gebracht sein wird und zum wenigsten ein Drittel der Menschen davon Kunde haben werden," ( Hinweis: Im Jahr 2000 gehören ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung dem christlichen Glauben an. ) "so werde Ich denn auch hie und da persönlich und leibhaftig sichtbar ( im verklärten Geistleib ) zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und nach Meiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und dafür auch den vollen und lebendigen Glauben haben werden.

Die Wiederkunft Christi

Und Ich werde aus ihnen Selbst Gemeinden bilden, denen keine Macht der Welt mehr einen Trotz und Widerstand zu bieten vermögen wird." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 6-7 ) Und in einer Kundgabe spricht der Herr über Gottfried Mayerhofer ( 1807-1877 ): "Die Gemeinschaft der Geisterwelt wird noch um das erhöht werden, dass Ich Selbst in Person zu Meinen Kindern sichtbar kommen werde, um sie zu trösten und ihnen faktisch zu beweisen, dass alles, was Ich einst sagte, was Meine Apostel schrieben, und was Johannes in seiner Offenbarung sagte, erfüllt werden wird." ( Die Wiederkunft Christi, "Erklärung der Offenbarung Johannis" )

Dies wird die sichtbare Wiederkunft Christi auf Erden sein, über die es dann an anderer Stelle heißt: "Wenn aber in kurzer Zeit die Herzen durchwärmt und durchleuchtet werden, dann wird auch Meine Hand einen Gewaltstreich gegen alle Welt ausführen und erstehen machen im großen Herzensglanze die Geweckten und mit Meinem lebendigen Geiste Getauften; und Ich Selbst werde nicht selten wieder sichtbar unter den Meinen anzutreffen sein und werde sie bereichern mit großer Macht über alle Dinge." ( Himmelsgaben, Bd. 3, Kundgabe v. 26.05.1843, V. 5 )

In einer einfachen und kurzen Geschichte heißt es hierzu anderer Stelle in der Neuoffenbarung: "Ein recht frommer Mann ging einst schon lange mit dem Gedanken um, ob es denn durchaus nicht möglich wäre, sich auf einen Augenblick nur auf der Welt der großen Gnade teilhaftig zu machen, dass er Mich – nur auf einen Augenblick – zu sehen bekäme.

Dabei dachte er sich aber auch, was alles er darum tun wolle, um zu dieser Gnade zu gelangen ... Daher beschloss er auch nach langem Umherirren seiner Gedanken, sich auf einem benachbarten ziemlich hohen Berge eine Stätte auszusuchen und dahin so oft zu wandeln und sich daselbst in anhaltendem Gebet zu sammeln, sooft es nur immer seine Zeit und andere Umstände gestatten möchten ...

Maria

Bei drei Jahre lang verfügte sich unser Mann, sooft es nur immer die Umstände zuließen, an diese Stelle und betete da allerinbrünstigst oft viele Stunden lang zu Mir um die Erhörung seiner Bitte. Sooft er sich aber in dieser Angelegenheit da befand, war er auch allzeit unsichtbarerweise weit und breit umringt von vielen Tausenden frommer Geister. Diese stärkten ihn nach Meinem Willen so sehr, dass er sich nach Verlauf von anderthalb Jahren schon vollkommen der inneren Sehe des Geistes bedienen konnte, und so war es ihm auch ein leichtes, sich daselbst mit gar vielen ihm verwandten Geistern zu besprechen über das, was ihm so außerordentlich am Herzen lag." ( Der Großglockner, Kap. 10. V. 3+7+10 )

In einem Gedicht heißt es an anderer Stelle in der Neuoffenbarung hierzu passend:

"Und seht, da ließ Ich's denn aus Liebe einst geschehen,
Damit die Liebe aus dem Glauben möcht' erstehen,
Dass so ein armer Mensch von Mir empfing das Licht,
Zu schauen inn're Dinge, so ein "zweit's Gesicht"!"

( Psalmen und Gedichte, "Eine kleine Szene", Vers 6 )

Und damit ein solcher Mensch nicht allzu sehr von der Ehrsucht in der Welt verführt wird, heißt es in diesem Gedicht etwas später weiter:

"Darum, um solches allzeit sicher zu vermeiden,
Betheil' Ich solche Kinder oft mit manchen Leiden,
Und mache sie ein wenig dumm und minder schön,
Damit sie solch' Versuchen leichter widersteh'n.

Doch in geheimen Stunden mach' Ich sie bescheiden,
Und gönne ihnen dann so manche stille Freuden;
Und wenn zu Mir gewendet haben Solch' ihr Herz,
So soll benommen werden ihnen aller Schmerz.

( Psalmen und Gedichte, "Eine kleine Szene", Vers 17-18 )

Die Wiederkunft ChristiÜber dieses Sehnen nach Gott heißt es bei den Hochlandbewohnern vom Planeten Saturn: "Der Älteste geht mehrere Schritte abseits und betet da allein, dass der Große Geist ihm einen Geist des Lichtes zukommen lasse, der ihm zu allen Zeiten den Willen des Großen Geistes kundgeben möchte. Bei solcher Begebenheit fallen dann alle anderen Familienmitglieder auf ihre Angesichter. Der Älteste hört nicht eher mit seinen Anrufungen auf, als bis der Große Geist ihm den erwünschten Geist des Lichtes gesandt hat." ( Der Saturn, Kap. 34, V. 4 ) Und weiterhin heißt es, "dass sich bei den Familien ( der Flachlandbewohner, die mit Vorliebe - wie Jesus am See Genezareth - am Wasser wohnen ) nicht selten himmlische Gestalten einfinden, das heißt: Engel des Himmels, und mitunter, wie gesagt, auch Ich ( Jesus ) selbst." ( Der Saturn, Kap. 11, V. 1 )

Gemäß dem Neuen Testament vollzog sich die Sichtbarwerdung Christi ( und Seiner Engel ) nach der Auferstehung Jesu: Christus erschien hier den Seinen ... und dies eher im Haus als auf dem öffentlichen Marktplatz ... und genauso wird es dann auch bei der Neuoffenbarung sein, wo das Missionsfeld der Apostel wohl eher das persönliche Umfeld einer kleinen Gemeinschaft sein wird.

Hinweis: Zur Verbreitung Seiner Lehre bezog sich Jesus zu Seiner Erdenzeit immer wieder auf das Fischerdasein, den Fischfang und das Instrument dazu, das Netz: Der Herr hat Seine Jünger zu Fischern im unbeständigen, sowohl Reichtum wie Gefahren bergenden Meer der Welt berufen ... Dieses Netz der Fischer besteht ( wie das Internet ) hier aus einem Haufen durch Knoten ( Router ) verbundener Schnüre ( Verbindungen ) und macht die Fischer zu einer "Netzgemeinde". Dabei gilt: Je unauffälliger das Netz ist, desto mehr erfüllt es die Absichten und die Zwecke des "großen Menschenfischers" und Seiner "Gehilfen".

Josephs Traum (Gaetano Gandolfi)

Diese "netzartigen" Gemeinschaften sind nicht - wie die Institutionskirche - durch einheitliche Regeln und Schwüre abgesichert, sondern bestehen als eine freie Theokratie ohne starre Verfassung. So geht auch die Lehre der Neuoffenbarung von einer zukünftigen Geistkirche, einer Kirche innerhalb der bestehenden Kirche, aus, die diese äußere "Stein"-Kirche erst lebendig macht.

Es heißt hierzu an einer anderen Stelle in der Neuoffenbarung: "Sage es den Kindern, und sage es allen, sie mögen sein, welcher Religion sie wollen - ob Römische, ob Protestanten, ob Juden, ob Türken ( Islam ), ob Brahmane ( Hinduismus ), ob finstere Heiden -, kurz für alle soll es gesagt sein: Auf der Erde gibt es nur eine wahre Kirche, und diese ist die Liebe zu Mir in Meinem Sohne, welche aber ist der Heilige Geist in euch und gibt sich euch kund durch Mein lebendiges Wort, und dieses Wort ist der Sohn, und der Sohn ist Meine Liebe und ist in Mir und Ich durchdringe Ihn ganz, und Wir sind eins, und so bin Ich in euch, und eure Seele, deren Herz Meine Wohnstätte ist, ist die alleinige wahre Kirche auf der Erde. In ihr allein ist ewiges Leben, und sie ist die alleinseligmachende ( Kirche ). Denn siehe, Ich bin der Herr über alles, was da ist!" ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 1, Kap. 4, V. 9-10 )

Das ist die göttliche Wahrheit, die alle Zäune und Barrikaden hinwegfegt, die Christen zwischen einander errichtet haben, und die das "Netz" sein könnte, das alle miteinander verbindet, denn es ist der Ruf Gottes, der sich allein an das Herz des Menschen wendet, und zwar an das Herz jedes einzelnen Menschen: Die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes, durch welche Gott aus einem jenseitigen und überweltlichen zu einem hiesigen wurde und dadurch die Befreiung des Menschen von der Herrschaft der rein mechanistischen und materialistischen Weltauffassung bewirkte.

Und so spielt sich das einzig spirituelle Erlebnis der ( persönlichen ) Wiederkunft Christi ... und damit die Befreiung von der Knechtschaft der rein diesseitigen Weltbezogenheit ... nach der Auslegung der Neuoffenbarung in der Seele eines jeden Menschen ab, sofern er es aus Liebe zu Gott und zum Nächsten zulässt. In der Bibel spricht hierzu der Herr ( Jeremia 29, 13-14 ): "Ihr werdet Mich suchen und finden: Denn wenn ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen."

Die Verkündigung (Giovanni Lanfranco)Die weiter oben zitierte Aussage der Neuoffenbarung, dass die Lehre "neu und rein" wiedergegeben wird, deckt sich mit der biblischen Aussage der zweiten Ankunft Christi im Buch Daniel 8, 14: "Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen um sind, dann wird das Heiligtum wieder geweiht ( gereinigt ) werden." Wenn ein Tag in sinnbildlicher Auslegung ein Jahr bedeutet ( 4. Mose 14, 34; Hesekiel 4, 6 ), dann wird aus 2300 prophetischen Tagen 2300 Jahre. Die Reinigung des Heiligtums bedeutet demnach, dass nach 2300 Jahren mit der ( allgemeinen ) Wiederkunft Christi die Lehre "neu und rein" wiedergegeben wird. Wenn man nun noch die Bibelstelle im Buch Daniel 9, 24-27 nimmt, in der ausgesagt wird, dass nach sieben Wochen, 62 Wochen und eine Woche ( = 70 Wochen = 70 x 7 Tage = 490 Tage => 490 Jahren ) der Gesalbte ( = Christus ) auf Erden kommt, so ist klar, dass die Bibel eine zeitliche Aussage über die ( allgemeine ) Ankunft Jesu Christi auf Erden macht.

Der Ausgangspunkt, von dem aus die oben genannten Jahre gezählt werden, ist nach der Erklärung des Engels Gabriel ( = Stärke Gottes ) in Daniel 9, 24 der Zeitpunkt, ab dem Jerusalem wiederhergestellt wird. ( "Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt." ) Der Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems ist laut Esra 7, 12-16 dem persischen Großkönig Artaxerxes ( 464 - 423 v. Chr. ) zu verdanken. Nach Esra 7, 8 wird dem Propheten Esra im siebten Jahr des Artaxerxes ( 464 - 7 = 457 v. Chr. ) erlaubt, eine viermonatige Reise, mit einer Anzahl von Israeliten, Priestern, Leviten, Sängern, Torwächtern und Tempeldienern nach Jerusalem zu unternehmen.

Wenn man nun vom Ausgangspunkt 457 v. Chr. die ( 7 + 62 = ) 69 Wochen ( = 69 x 7 Tage = 483 Tage => 483 Jahre ) aus Daniel 9, 25 rechnet, kommt man auf das Jahr 26 n. Chr. ( 483 - 457 = 26 ) ... und wenn man von da an noch eine Woche hinzuzieht, wie es im Buch Daniel 9, 27 ( "Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang." ) beschrieben wird, so kommt man auf den Zeitabschnitt 26 - 33 n. Chr., in dem Jesus auf Erden als Wanderprediger Seine sogenannten drei "Lehrjahre" verbrachte, die in "Das Große Evangelium Johannes" beschrieben werden. Das Ende der 490 Jahre lag 33 n. Chr., zum Zeitpunkt der Kreuzigung und Auferstehung Jesu: Der Gesalbte wurde gemäß Daniel 9, 26 zum Tod am Kreuz verurteilt, ohne dass Ihm eine Schuld nachgewiesen werden konnte.

Die Prophezeiung der Wiederkunft Christi in der Bibel

Jesus hat gemäß Daniel 9, 27 den Bund mit Gott neu geschlossen und gestärkt. Dass sich diese Bibelstelle auf das Wirken Jesu Christi bezieht, sagte auch Jesus in Matthäus 24, 15 selbst: Durch Sein kommen hörten die Schlachtopfer im Tempel auf, weil sie nicht mehr nötig waren. Sie wurden durch die Römer aufgehoben, die den Tempel zu einem Ort der Verwüstung und Greuel machten. Dies geschah unter Titus, der im Jahr 70 n. Chr. Jerusalem dem Erdboden gleichmachte.

Der Engel Gabriel sagt in Daniel 9, 24: "Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt." Das hier mit "bestimmt" wiedergegebene Wort bedeutet wörtlich übersetzt "abgeschnitten". Der Engel Gabriel erklärt, dass 70 Wochen ( => 490 Jahre ) abgeschnitten seien, als besonders den Juden gehörig. Wovon aber waren sie abgeschnitten? Da die 2300 Tage ( Daniel 8, 14 ) die einzige Zeitspanne ist, so müssen die 70 Wochen von diesem Zeitraum abgeschnitten sein und einen Teil der 2300 Tage ausmachen. ( Hinweis: Bei der folgenden Festlegung des Jahres 1843 verwendet man nicht den Ansatz einer historischen Rechnung, bei der auf das Jahr Eins vor Christus gleich das Jahr Eins nach Christus folgt. )

Geburt Jesu (Federico Barocci)Da 70 Wochen ( => 490 Jahre ) von den 2300 Jahren abgeschnitten sind, bleiben noch 1810 Jahre ( = 2300 - 490 ) übrig. Nach Beendigung der 490 Jahre mussten die 1810 Jahre noch erfüllt werden. Vom Jahre 33 n. Chr. erstrecken sich 1810 Jahre bis zum Jahr 1843. Nach dem Zeugnis des Engels Gottes soll zu diesem Zeitpunkt "das Heiligtum wieder geweiht werden." Dies muss nach der Bibel der Zeitpunkt der Wiederkunft Christi sein. ( 1843/44 wird über die Neuoffenbarung durch Jakob Lorber ( 1800-1864 ) das Werk "Die Jugend Jesu" ( Das Jakobus-Evangelium ) kundgegeben, in dem die Geburt und die Kindheit Jesu geschildert werden. 1844 wird noch der Menschheit der "verschollene" Loadizeabrief des Paulus ( Kolosser 4, 16 ) über das Innere Wort wiedergegeben. )

Kurzer Exkurs in die Naturwissenschaft:
Heute erinnert man sich an Isaac Newton ( 1643–1727 ) wegen seiner wissenschaftlichen Errungenschaften als Physiker und Mathematiker. Unter seinen vielen wissenschaftlichen Arbeiten finden sich aber auch die religiösen, 1733 veröffentlichten "Beschreibungen über die Prophezeiungen Daniels und die Apokalypse des Johannes": In dieser Arbeit spekuliert der Gottgläubige Naturwissenschaft Newton über das Millennium und die ( allgemeine ) Wiederkunft Christi.

Ein Jahrhundert nach Newton kann man feststellen, dass diese Theologie, die sich mit dem "Ende der Welt" ( Matthäus 13,40 ) beschäftigt, zu einem amerikanisches Phänomen des 19. Jahrhunderts wird: Viele Prediger aus Amerika, wie zum Beispiel der Baptist William Miller ( 1782-1849 ) und die Bewegung der Adventisten, veröffentlichen zu dieser Zeit Erkenntnisse über die Endzeit, die den Büchern "Daniels" und der "Offenbarung des Johannes" zu Folge der ( allgemeinen ) Wiederkunft Christi ( Matthäus 13,40 ) vorangeht. ( Vielleicht sollte man hierzu auch noch wissen, dass bis heute Amerika immer noch die größte Einzelquelle für die Finanzierung von Evangelisierungsbemühungen auf der ganzen Welt ist. )

Nicht umsonst heißt es deshalb in einer Kundgabe der Neuoffenbarung von 1842, in der es um die Auslegung einer Bibelstelle aus dem Buch Daniel geht: "Siehe nach Amerika hin! Dort hat der "zahlende Tag" schon einen Anfang genommen! – Hier aber ( d.h.: in Europa ) bricht er heran!" ( Himmelsgaben, Bd. 2, Kundgabe v. 30.07.1842, V. 2 ) Und an anderer spricht der Herr: "Ich werde nur in einem solchen Lande und an einem solchen Ort wieder zur Erde kommen, wo unter den Menschen noch der meiste und lebendigste Glaube und die meiste und wahrste Liebe zu Gott und zu den Nächsten bestehen wird." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 187, V. 4 )

Und womöglich ist Amerika auch das Land, von dem es in der folgenden Stelle der Neuoffenbarung heißt: "Es gibt ein gar großes Land im fernen Westen, das von allen Seiten vom großen Weltozean umflossen ist und nirgends über dem Meere mit der alten Welt zusammenhängt. Von jenem Lande ausgehend, werden die Menschen zuerst große Dinge vernehmen, und diese werden auch im Westen Europas auftauchen, und es wird daraus ein helles Strahlen und Widerstrahlen entstehen. Die Lichter der Himmel werden sich begegnen, erkennen und sich unterstützen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 14 )

Über eine Entwicklung, bei der das Neue ( und leider auch oft Bedrohliche ) aus dem Westen kommt, spricht schon der Kirchenlehrer Cyrill von Jerusalem. ( Nach damaliger Vorstellung drohten die Gefahren vom Westen her zu kommen, wo es am Tage zuerst dunkel wird. ) Deshalb schreibt er in seinen Taufkatechesen: "Zuerst ... musstet ihr stehend gegen Westen gewendet, die Hand erheben. Ihr habt dem Satan abgeschworen, als stünde er vor euch, und spracht: Ich widersage dir, Satan, und all deinem Pomp und Kult. Da der Westen die Region der sichtbaren Finsternis ist und Satan, dessen Anteil die Finsternis ist, darin auch sein Reich hat, so habt ihr durch die symbolische Hinwendung nach Westen diesem finsteren und dunklen Tyrannen abgeschworen."

Mont Saint Michel

Da - wie eben geschildert - die Nacht, das Unbekannte, das Bedrohliche vom Westen kommt, steht der Erzengel Michael im Westteil der Kirche, die oft durch ein großes Westwerk als Bollwerk gegen das Böse ausgestaltet ist, vor allem bei den romanischen Kirchen. In diesem Sinne ist der große Westturm einer romanischen Kirche Symbol für den schützenden Erzengel, der auch am Rande Europas, auf dem Mont Saint Michel, Wache hält. Überhaupt hat der Erzengel Michael im Westen ( wie zum Beispiel "im Geiste" in der "Neuen Kirche" der Swedenborgianer in den USA mit knapp 2 Millionen Mitglieder ) seinen Platz: Denn der Erzengel Michael ist schon ( geistig ) im Elias und im Johannes der Täufer ( ... und womöglich auch im Emanuel Swedenborg ) der Vorläufer Jesu ... In der Kirche ist der Erzengel Michael der himmlische Schutzherr gegenüber den Mächten des Bösen. ( Das Zeitalter der Aufklärung, das die Vernunft anstelle Gottes an die oberste Stelle rückte, nannte sich auch das "Zeitalter des Lichtes". Denn wenn etwas hell ist, dann können die Menschen es auch erkennen und durchschauen; dunkel sind dagegen die Unwissenheit und das Böse. In diesem Sinne betrieb Swedenborg im 18. Jahrhundert die "Aufklärung des Himmels": Der Mensch muss sich dem Licht Gottes öffnen und sich erleuchten lassen. )

Der Evangelist Johannes nennt den menschgewordenen Sohn Gottes "das Licht". Er schreibt ( Johannes 1, 4-5 ): "In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erfasst." Aus dieser Bedrohung der Finsternis heraus wurde auch auf den Fresken der Innenwand der Westwand oft ein und dasselbe Thema dargestellt: Das Erscheinen Jesu Christi beim Jüngsten Gericht ( zum Beispiel: Michelangelo Buonarrotis ( 1475-1564 ) beeindruckende Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Rückwand der Sixtinischen Kapelle in Rom ). Das gleiche Motiv des Letzten Gerichts findet man auch außen über den Portalen der Kathedrale: Denn wer durch das Portal schreitet, geht unter dem Weltgericht durch und gelangt damit in den Himmel, als den die Kathedrale konzipiert wurde.

Auffällig ist auch die Rosette ( ein großes Radfenster ) in den Hauptportalen ( das ist die Westfassade der riesigen Kathedralen ). Die Symbolik dieses Radfensters leitet sich vom Sonnenrad her. Deshalb ist eine Christusdarstellung meist im Zentrum dieser Rosette zu finden, da die Sonne für den auferstandenen Christus steht, dessen Licht vom Westen in die Kathedrale hereinleuchtet und somit im Innern neues ( heiliges ) Leben hervorbringt.

Heutzutage lebt der "Mensch im Westen" das Zeitalter der "Kommunikation" vor. Schließlich ist das "ARPANET", der Vorläufer des heutigen weltweiten Internets, eine Erfindung aus Amerika. ( "ARPANET" wurde 1969 vom Geheimdienst und Militär der USA zur Vernetzung ihrer Computer errichtet, um nicht Aktenordner hin und her schicken zu müssen. ) Noch nie war es - Dank der vielfältigen Möglichkeiten des Internets - so leicht, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten und Kontakte zu pflegen: Unzählige Nachrichten gehen um die Welt und in wenigen Stunden kann beinahe jeder Mensch dieselbe Information erhalten. Was früher - zur Zeit Jesu - unmöglich war, ist heute Realität: Das Evangelium kann in kürzester Zeit Milliarden von Menschen erreichen. Ja, es besteht sogar die Hoffnung, dass diese Welt eine bessere werden kann durch Menschen, die in Harmonie zueinander leben - über die Grenzen und Kulturen hinweg.

Und aus diesem Grund heißt es: "Das Liebelicht des neuen Wortes wird der göttlichen Liebe die Bahn brechen, und die Treue dieser Liebe wird alle Frevler, alle Ungläubigen und Lauen zuschanden machen." ( Himmelsgaben, Bd. 3, Kundgabe v. 25.07.1842, V. 7 )

Jesus Christus

Im "Großen Evangelium Johannes" heißt es - wie oben schon zitiert - zum Thema der ( allgemeinen ) Wiederkunft Christi, dass Jeus Christus persönlich und leibhaftig sichtbar ( im verklärten Geistleib ) zu denen kommen wird, die Ihn am meisten lieben und nach Seiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und dafür auch den vollen und lebendigen Glauben haben werden.

"Und Ich werde aus ihnen Selbst Gemeinden bilden, denen keine Macht der Welt mehr einen Trotz und Widerstand zu bieten vermögen wird; denn Ich werde ihr Heerführer und ihr ewig unüberwindlicher Held sein und richten alle toten und blinden Weltmenschen. Und also werde Ich die Erde reinigen von ihrem alten Unflate." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 7 )

Während Jesus also Seine Kinder unsichtbar in Seinem Geist begleitet, wird Er für einzelne im Geheimen sichtbar und persönlich wiederkommen. Einige Menschen stehen dann "in ununterbrochener Verbindung mit den Himmeln und haben fortwährend einen sichtbaren geistigen Verkehr. Ja, Ich ( Jesus ) Selbst weile zu öfteren Malen unter den Reinsten und Vollkommensten in der Liebe und Demut!" ( Die natürliche Sonne, Kap. 33, V. 23 ) Diese Menschen "haben ein zweites Gesicht und werden von innen aus von den Engelsgeistern in der Erkenntnis Gottes unterrichtet." ( Der Mond, Kap. 2, Vers 9 ) Und so kommt es vor, dass sich bei diesen Gottliebenden Menschen "nicht selten himmlische Gestalten einfinden, d.h. Engel des Himmels, und mitunter, wie gesagt, auch Ich ( Jesus ) selbst!" ( Der Saturn, Kap. 11, V. 1 ) Hierzu muss man wissen, dass, wenn in der Neuoffenbarung vom "Sehen" die Rede ist, - nach der Lehre der Entsprechungen - damit auch das geistige Verständnis gemeint ist.

Wie schon das Alte Testament die Inkarnation des göttlichen Wortes ist, wenngleich nur in der Vorstrahlung auf die künftige Fleischwerdung in Jesus Christus, wo das Unsichtbare sichtbar gemacht wurde, so wird auch durch die Inkarnation des Wortes in der Neuoffenbarung die künftige Sichtbarwerdung des göttlichen Wesens vorweggenommen. Das heißt: Die Inkarnation des Wortes im Fleische ( Jesus Christus ) wird fortgesetzt durch die Inkarnation des Wortes im Geiste ( Neuoffenbarung ), wobei mit jedem besseren Verständnis der Neuoffenbarung man zum hüllenlosen Schauen der Urwahrheit gelangt.

Das äußere Wort der Heiligen Schrift ist - laut der Neuoffenbarung - nur die verhüllte Offenbarung des Urwortes. Weil es aber in und mit sich das Göttliche führt, so kann der Mensch durch das äußere Wort im Eindringen in dessen inneren Sinn zur Anschauung der ewigen Wahrheit finden. Je tiefer deshalb der Mensch in die Verborgenheiten des Wortes eindringt, desto mehr weitet sich sein innerer Raum und wird des Wohnens und Wandelns Gottes.

Es heißt hierzu zum Beispiel an einer Stelle in der Neuoffenbarung: "Das aber ist die höhere Stufe, dass Ich euch in dieser Vorbetrachtung eine kleine Augensalbe gebe, vermöge welcher ihr ein wenig sehend werden sollet, und zwar in eurem Herzen, um hernach aus diesen Erscheinungen beständig zu denken in der Mitte eueres Herzens." ( Naturzeugnisse, Nachfolgende "große Diäten", Kundgabe v. 01.11.1840 )

Dieses zweite Kommen Christi unterscheidet sich - gemäß dieser Entsprechungslehre - nicht wesentlich von der niedrigen Verborgenheit Seines ersten Kommens auf Erden, wo Er kein Ansehen bei den Menschen suchte, sondern ein einfaches Leben als Zimmermann in dem unbedeutenden Städtchen Nazareth führte. Erst mit den drei Lehrjahren wählte Er das Leben als Wanderprediger und trat mehr in die Öffentlichkeit. Er berief hierzu eine Gruppe einfacher Fischer zu Seinen Jüngern und bewegte sich dabei nie in Eile, sondern immer in vollkommener Ruhe und Klarheit. Aus dieser Gelassenheit heraus wird auch Seine Verheißung verständlich, dass weder den Tag noch die Stunde Seiner sichtbaren und persönlichen Wiederkunft man wissen wird.

Gemäß der oben genannten "höheren Stufe" trifft mit der ( persönlichen ) Wiederkunft Christi bei den betroffenen Menschen eine absolute Gewissheit der Gegenwart Jesu Christi ein: Jesus erscheint hier Seinen Aposteln geistig vor Augen, die dann wiederum als wohlunterrichtete Lehrer ( des geistigen Verständnisses ) in Seinem Namen vor die Augen der Menschheit treten: "Sehet, das ist eine höhere Stufe, die Ich euch versprochen habe." ( Naturzeugnisse, Nachfolgende "große Diäten", Kundgabe v. 01.11.1840 )

In diesem Sinne fragt dann ein von Gott Erwählter: "Wie sollte ich fürs tiefere Verständnis des Gotteswortes meine geistige Sehe bewaffnen, um mit dieser seltenen Hilfe dahin bringen zu können, wo nun für mein gegenwärtiges Sehvermögen tiefe Nacht rastet?" ( Hier wird das tiefere Verständnis des Gotteswortes mit der geistigen Sehe gleichgesetzt. )

Und Gott antwortet daraufhin: "Der Glaube ist die gewöhnliche, unbewaffnete Sehe des Herzens. Der Glaube aber erweckt die Liebe, die ist das Feuer, die Wärme und das Licht, welche drei Dinge in der Einen Liebe alles ausdehnen, erweitern, stets mehr vergrößern und endlich völlig entfalten, gleich wie das Feuer, die Wärme und das Licht der Sonne es schon natürlich ersichtlich jährlich vor jedermanns Augen ausübt. Mit der Liebe gesellt sich die Geduld, das ist der Dünger, dann die Demut, das ist der fruchtbare Regen, und die Sanftmut, Erbarmung, Treue und Wahrhaftigkeit, das sind die guten Winde, die alle bösen Ungewitter vertreiben. Diese Dinge selbstwillig ins Herz gefasst und darnach getan, und die außerordentliche Bewaffnung der Geistessehe ist in aller Fülle zustande gebracht, mittels welcher jeder aus euch ... in der Fülle die inneren endlosen Wunder Meines gegebenen Wortes für ewig stets klarer und tiefer wird beschauen können, wozu jedermann geladen und berufen ist für ewig." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 11, Anhang zum Johanneswerk, "Erklärung" )

Im Neuen Testament heißt es hierzu ( 1. Korinther 12, 28 ): "Gott hat in der Gemeinde eingesetzt die einen erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; dann ( kommen ) Wunderkräfte, dann Heilungsgaben, Hilfeleistungen, Leitungsaufgaben, ( mancherlei ) Arten von Zungenreden."

Und in diesem Sinne sind auch für die Bewohner der Sonne, "die Lehrämter die ersten und vorzüglichsten Ämter, weshalb es auch eine zahllose Menge von den herrlichsten Lehrtempel auf den Höhen gibt, in welchen die Sonnenmenschen über alles mögliche allzeit belehrt werden. Ein zweites Hauptamt ist das Priesteramt; dieses besteht darin, dass diese Priester sich alleremsigst mit dem göttlichen Wesen und Seiner Ordnung bekanntmachen müssen." ( Die natürliche Sonne, Kap. 11, Vers 15-16 )

Durch die Neuoffenbarung erfahren wir so, dass Gott für den Menschen auf der irdischen Ebene einen Schleier des Geheimnisses über die Verhältnisse der geistigen Welt und ihre Beziehung zum Diesseits gelegt hat: Dem naturmäßigen, noch unvollendeten Menschen ist somit nicht nur die geistige Welt, sondern auch sein eigenes geistig-seelisches Werden und Wesen, nicht zuletzt auch das Wesen und Walten seines Schöpfers weislich darum verhüllt, damit er im Bedürfnis nach immer vollkommenerem Erkenntnislichte durch eifriges Forschen selbsttätig und schließlich völlig selbständig werde im gottähnlich freien und guten Denken, Wollen und Handeln, und dadurch sich die höchste Wonne eines wahrhaft göttlichen Lebens erlange. Je williger und demütiger dabei ein Mensch forscht und auf Gottes Stimme lauscht, und je williger er in der ihm offenbarten Ordnung Gottes zu handeln beginnt, desto mehr wird ihm der Schleier des Geheimnisses gelüftet.

Der von aller Selbstsucht geläuterten Seele öffnet sich schließlich durch die innige Verschmelzung mit dem Heiligen Geist das Wesen der ganzen Schöpfung. Solch ein Wiedergeborener kann dann die Bedeutung der Entsprechungen in der Neuoffenbarung erkennen und nun seinerseits die noch unentwickelt in der Materie schlummernden Brüder und Schwestern erwecken und auf die Wege des Lichts und des ewigen Lebens führen.

In einer weiterführenden geistigen Entsprechung - und in Analogie zu Paulus ( 1. Korinther 12, 27 ) - kann demnach auch die ganze Welt als ein Mensch ( "Leib Christi" ) dargestellt werden, bei dem jedes Land ein Organ ( "Glied" ) dieses Menschen repräsentiert. Gemäß dieser Sichtweise wäre zum Beispiel Amerika der Kopf - wie auch in einer anderen Neuoffenbarungsschrift der Großglockner als der "Bergvater" für die ihn umgebenden Berge genannt wird. Es heißt an dieser Stelle: "Denn gerade also ist auch das Verhältnis solcher Berge zum übrigen Lande, wie das des Kopfes ist zu dem übrigen Leibe. Geht auch das Leben nicht unmittelbar vom Kopf aus, so ist aber dennoch der Kopf das Hauptaufnahmeorgan des naturmäßigen Lebens, von welchem aus dann erst dasselbe, den ganzen Leib dirigierend, in alle Teile desselben ausgeht." ( Der Großglockner, Kap. 1, V. 12 )

Christus der Erlöser in Rio de Janeiro ( Brasilien )

Gemäß dieser geistigen Entsprechung wäre dann Amerika - von dem aus sich das oben beschriebene Liebelicht für die ganze Welt wie eine Feuerwalze ausbreitet - der Kopf ( das "Hauptaufnahmeorgan" ) eines Menschen, der das Licht von Gott ( von oben ) empfängt, um es dann im ganzen Körper zu verteilen. In diesem Sinne wird auch verständlich, wenn es heißt: "Von jenem Lande ( in diesem Fall: "Der Kopf" ) ausgehend, werden die Menschen zuerst große Dinge vernehmen, und diese werden auch im Westen Europas ( in diesem Fall: "Das Herz" ) auftauchen, und es wird daraus ein helles Strahlen und Widerstrahlen entstehen. Die Lichter der Himmel werden sich begegnen, erkennen und sich unterstützen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 14 )

Diese Herz und Verstand durchziehenden "Lichter der Himmel" empfängt der Mensch jedoch nur durch ein Leben "des Kreuzes nach dem Worte, welches da nichts als die Demut und die Liebe predigt. Wer aber da ist ein bloßer Hörer und tut nicht nach dem ihn zum Leben richten sollenden lebendigen Worte, der wird sich auch nicht vereinen können mit der positiv-lebendigen Kraft desselben, sondern wird verbleiben in seiner negativen Polarität des Todes, aus welcher da wohl schwerlich ewig je sich wieder ein positiv-polarisches Leben entwickeln wird." ( Die Fliege, Kap. 12, V. 20 )

Über das nun folgende Tausendjährige Reich heißt es: "Es ist eine Zeit, in welcher Ich bis ans Ende an der Spitze der Herrschaft verbleiben werde und zum Teile Selbst und zum Teile aber durch viele Meiner neu erweckten Knechte die Völker dieser Erde leiten und führen werde. Sie ( die Menschen in solch gesegneter Periode ) werden zwar auch ihre Freiheitslebensprobe durchzumachen haben, so wie jetzt, und werden mit der Materie viel zu kämpfen haben. Aber nach überstandenen Kämpfen werden sie mit dem Kleide der Unsterblichkeit angetan werden; und ihr stehet sonach in der großen Übergangszeit. Wohl jedem, der solches in seinem Herzen gläubig annimmt und sich nicht ärgert wegen der vielen nun in dieser Welt vorkommenden Teufeleien, denn sie werden nicht lange währen, – denn Ich werde sie Meiner Auserwählten wegen sehr abkürzen, und sie werden darob Mich loben und sehr frohlocken. Ich werde darum gerechte Herrscher oder Länderbeglücker nicht von ihren Thronen verstoßen, sondern sie mit Meinem Geiste erfüllen, und es wird dadurch Eine Herde und Ein Hirte sein, auf dass alles in Erfüllung gehe, was Ich bei Meiner irdischen Lebenszeit den Menschen geweissagt habe." ( Himmelsgaben, Bd. 3, Kundgabe v. 26.03.1864, V. 3-4 )

Die Missions-Bewegung wird demnach von geistig geweckten Menschen ausgehen, deren Herzen für Gott und den Nächsten weit offen sind. Es heißt: "Wer an Jesus glaubt, auf Ihn baut und vertraut, der geht niemals zugrunde." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 203, Vers 16 ) Im weltlichen Beruf werden diese Menschen mit dem Ziel arbeiten, sich selbst und ihren Angehörigen eine sorgenfreie weltliche Existenz zu begründen ... und sie werden sich nicht dem geselligen Beisammensein durch ein Eremitenleben entziehen. Denn ihre Aufgabe und Bestimmung liegt in den sozialen Verhältnissen, in die sie Gott gesandt hat. Wie kann dies dann aussehen? Vielleicht in einer Cyber-Planwirtschaft, in der viele vernetzte Supercomputer errechnen, wer wann wo welche Dienstleistungen und Waren braucht: Eine digitale Planwirtschaft, in der die technische Entwicklung dem sozialen Wohle aller dient.

Madonna mit Kind (Giuseppe Nuvolone)Und weiterhin stellt sich die Frage: Was bedeutet es, im Geistigen für den Nächsten zu arbeiten? Zum einen bedeutet dies die Ausübung der Nächstenliebe im glaubensvollen Gebet für das Wohl des Nächsten. Hierzu sagt Jesus Christus in der Neuoffenbarung: "Mir ist das allzeit wohlgefällig, so da aus purer Liebe jemand zu Mir mit einer gerechten Bitte kommt; diese soll niemals unerhört bleiben." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 101, Vers 2 ) Vielleicht ist sogar das Gebet die größte Möglichkeit, die Gott dem Menschen schenkt, um in seiner Umgebung zum Wohle aller Veränderungen zu bewirken. Von daher heißt es in der Bibel ( Jeremia 29, 7 ): "Suchet der Stadt Bestes ... und betet für sie zum Herrn; denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es auch euch wohl." Es sind bei diesem Gebet weniger die eigenen Worte, die Gott überzeugen, als vielmehr die innere Einstellung des Herzens, die der Bitte um Gottes Führung, Liebe und Schutz für den Nächten Wirkung verleit.

Sofern die Mittel vorhanden sind, sollte man auch mit der Tat oder einer Gabe wohltun. Dadurch erwärmt sich das Herz des Menschen, und da Wärme gleich Liebe, und Liebe das Leben des Geistes ist, so schafft sich der Mensch durch solche edelste Tätigkeit nach dem Willen Gottes einen wachsenden Reichtum an innerem Leben, welches eben die Liebe im Menschen ist ... und wo diese vorhanden, als lebendige Gottesliebesflamme, da ist doch wohl auch die rechte kindliche Zuversicht zum Vater und Seinen liebweisen Führungen und Schickungen, und somit Vertrauen im Vollmaße da. Es heißt: "Wenn jemand in einer Not steckt und zu euch kommt, so erweiset ihm die Nächstenliebe entweder geistig oder auch materiell; die geistige Nächstenliebe aber soll der materiellen vorangehen!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 159, Vers 12 )

Womit aber soll der Mensch bei der "geistigen Nächstenliebe" beginnen, wenn doch Jesus sagt: Öffentlich "soll nur der seine Nebenmenschen lehren, der es zuvor von Mir in seinem Herzen erlernt hat." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 185, Vers 6 )? Nun, Jesus will keine Furcht verbreiten, denn Er sagt auch: "So da aber jemand ernstlich seinen Nächsten über Mich zu belehren anfangen wird, da soll er nicht bei sich lange überlegen, wie er das etwa am fruchtbarsten beginnen werde. Denn Ich Selbst werde ihm die rechten Worte ins Herz und in den Mund legen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 185, Vers 4 )

Flucht nach Ägypten (Murillo)Es zählt - wie bei allem - die Absicht des Herzens: "Darum wird aus den Himmeln auch nur denen das Licht zur Erweckung ihres Geistes gegeben, die es suchen und als ein höchstes Lebensgut auch über alles lieben und hochschätzen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 180, Vers 6 ) Denn diese Menschen, die da ernsthaft suchen, suchen nicht die Weltgenusssucht, sondern das wahre Licht des Lebens ... und oft sind es solche Menschen, die schon mit allerlei Plagen und Gerichten heimgesucht wurden. Von daher heißt es: "Wenn ihr denn den Menschen das Evangelium predigen werdet, so prediget es zuerst den Armen und Elenden." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 180, Vers 8 )

Wie kann aber der Prediger zu solch einem Glauben gelangen? "Am sichersten durch die Offenbarung, durch das Anhören des Wortes Gottes und durch die Erkenntnis des Willens der ewigen Liebe. Hat der Mensch solchen Willen erkannt, so unterordne er seinen Willen ganz dem Willen der ewigen Liebe und höchsten Weisheit in Gott und lasse sich von dem Willen Gottes ... verzehren, so wird er dadurch vom Geiste Gottes ganz durchdrungen werden und aus ihm als eine neue Kreatur hervorgehen zum ewigen Leben." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 116, Vers 23 - 24 ) Und ergänzend heißt es: "Darum bleibet nur fest und unbeugsam in der Wahrheit; denn sie allein wird nicht nur euch, sondern am Ende auch alle Menschen frei machen vom alten, schweren Joch der Lüge und des Truges!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 185, Vers 13 )

Fortsetzung ( Band 10 )

[Seitenanfang]

[Vorwort] [Band 1] [Band 2] [Band 3] [Band 4] [Band 5] [Band 6] [Band 7] [Band 8] [Band 9] [Band 10] [Nachwort] [Zurück]



Sprachübersetzung