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Dieses Werk ( 10 Bände je 450 Seiten, entstanden: 1851-64 ) bildet
das Herz- und Hauptstück der Gottesbotschaft durch Jakob Lorber.




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Das Große Evangelium Johannes, Band 1:

Gleich im ersten Kapitel dieses Werkes unterscheidet der Herr zwischen zwei Arten des geistigen Verständnisses ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 1, Vers 4 ):

 Innerer seelisch-geistiger Sinn ( Das Heil der Gewissensansprache )

 Allerinnerster Himmelssinn ( Das Heil durch die geistige Taufe )

Die Neuoffenbarung unterscheidet demnach eine doppelte Erkenntnis Gottes, eine seelische, die über die Gewissensansprache vermittelt wird, und eine rein geistige. Während also die erste Stufe des biblisch-tieferen Verständnisses ( Werte und Moral ) diesem Erdenleben besonders zugute kommt, ist das ( tiefer gehende ) zweite Verständnis ( die geistige Wiedergeburt aus der Gottesliebe ) für die Unendlichkeit gedacht.

Im Zusammenhang über das nähere Verständnis des Buchstabensinns in der Heiligen Schrift heißt es hierzu bei Emanuel Swedenborg ( 1688-1772 ): "Es gibt zwei Sinne im Worte, welche in seinem buchstäblichen Sinne verborgen liegen, einen geistigen und einen himmlischen. Im geistigen Sinne bezieht sich alles, was im Worte enthalten ist, hauptsächlich auf die Kirche, und im himmlischen hauptsächlich auf den Herrn."( Lehre von der Heiligen Schrift, 80 )

Und in der Neuoffenbarung heißt es weiter: "Der allerinnerste, reinste Himmelssinn ... ist zu heilig und kann für die Welt unschädlich nur solchen erteilt werden, die ihn suchen durch ihren Lebenswandel nach dem Worte des Evangeliums." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 1, Vers 4 )

Demnach liegt im zweiten ( "allerinnersten" ) Verständnis verhüllt das rein göttliche Walten, "die Geistestaufe des Herrn" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 24, Vers 8 ), von der es an einer anderen Stelle in der Neuoffenbarung heißt: "Die Wiedergeburt des Geistes ist die einzige Bedingung dieses Erlebens, wie das Endziel alles freien Seins." ( Himmelsgaben, Bd. 2, Kundgabe v. 21.04.1842, V. 11 ) Und an anderer Stelle erklärt die Neuoffenbarung, dass Gott den Menschen in dem Moment einleuchtet, "wenn er zur Enthüllung des Geistes durch die Geist- und Feuertaufe gelangt, welche Taufe ist die volle Überkommung des ewigen Lebens." ( Himmelsgaben, Bd. 2, Kundgabe v. 22.06.1842, V. 8 ) Und genau dieses Erleuchtungserlebnis beschreibt auch der Mystiker Jakob Böhme ( 1575-1624 ) in seiner apologetischen Schrift "Libri apologetici" ( Schutz-Schriften wider Balthasar Tilken ): "Der Geist ging hindurch als ein Blitz und sah in den Grund der Ewigkeit - oder gleichwie ein Platzregen vorübergeht: Was er trifft, das trifft er."

Dieses Erlebnis der geistigen Wiedergeburt ist aber - laut der Neuoffenbarung - nicht durch das bloße Lesen und Hören des Evangeliums erfahrbar, sondern erst - und vor allem - durch das Handeln nach dem ersten Verständnis, der Gewissensansprache, ... und dem Gebet ( die Gottesliebe ) ... und im Grunde genommen ergibt sich auch diese Aussage der Neuoffenbarung aus der kurzen, leicht fasslichen, aber dennoch alles in sich enthaltenden Lehre des Neuen Testamentes ( Matthäus 22, 37-39 ): Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst.

Demnach verfolgen beide ( oben genannten ) Verständnisformen dasselbe Ziel: "Herr, so die Menschen von Deiner Lehre durchdrungen wären in allem und jedem, so wäre solch ein Land wirklich schön genug, um den Menschen ein Himmel zu sein!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 84, Vers 2 ) Und im Neuen Testament heißt es hierzu ( 1. Petrus 2, 8-10 ): "Sie stoßen sich an Ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das Sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht Sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden."

St. Matthäus und der Engel (Simone Cantarini)Der "allerinnerste, reinste Himmelssinn" ist demnach ein Geschenk der Gnade Gottes und verlangt in gewisser Weise auch die menschliche Mitarbeit, das heißt: Das  Erfüllen bestimmter Bedingungen. Aus diesem Grund sagt der Herr zu Seinen Jüngern: "Ich sage aber, dass du in der Hand des himmlischen Vaters eine Wurfschaufel bist, weil du und die anderen Jünger nun von Mir unterwiesen werden, die Menschen zur wahren Erkenntnis Gottes zu erheben. Die Menschen der Welt sind gleich Weizen, Gerste und Korn. Aber dies lebendige Getreide wächst nicht ohne Spreu und unflätigen Staub. Auf dass aber dieses Getreide, das heißt diese Weltmenschen, von ihrer Spreu und ihrem Unflat gereinigt und sodann als ein völlig reines Getreide in die ewigen Scheunen des Vaters gebracht werden möchten, werdet ihr nun zur rechten und lebendigen Wurfschaufel umgestaltet, durch die der Vater im Himmel Sein Getreide reinigen wird." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 109, Vers 12-13 )

Der Umgang mit der Welt ist somit klar: "Ich will aus euch keine Kopfhänger und Verflucher der Welt machen, sondern weise Benützer derselben nur! ... Die Welt ist für euch ein Werkzeug, mit dem ihr, recht zwecklich angewendet, überaus viel Gutes und Herrliches schaffen könnet! Aber ihr müsst als Meine Jünger dies Werkzeug also gebrauchen, wie Ich es euch gelehrt habe." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 83, Vers 6+8 )

Bei Emanuel Swedenborg heißt es hierzu: "Unter Früchten und Werken im Worte wird verstanden, dass man gerecht, aufrichtig, redlich sein und die Pflichten und Arbeiten seines Amtes recht erfüllen soll. Wenn jemand das tut, so hat er das allgemeine oder öffentliche Wohl, und so das Wohl seines Vaterlandes, der größeren oder kleineren Gesellschaft, und der Mitbürger, des Genossen und Bruders im Auge - welche der Nächste in einem weiteren und engeren Sinne sind." ( Divina Sapientia, Anhang zur Apocalypsis Explicata, XI, Nr. 4 )

Über diese Lehre erfährt man in der Neuoffenbarung immer wieder: "Nur wer sich von der Liebe, Sanftmut und Geduld leiten lässt, ist gleich einem Engel Gottes und ist wert, ein Kind des Allerhöchsten zu sein." ( Gr. Ev. Joh. Bd. 1, Kap. 76, Vers 3 ) ... "Also bleibet denn in der Liebe und nehmet nicht Kenntnis von dieser Welt, sondern von Mir aus den Himmeln!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 54, Vers 13 )

Und weiter heißt es: "Das Gewissen muss Mich in der Liebe zu Mir und allen Menschen und daraus die reinste Wahrheit zum Grunde des Grundes haben." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 68, Vers 19 ) ... "Gott der Herr verlangt von den Menschen nichts als nur, dass sie Ihn erkennen und aus allen ihren Kräften lieben möchten." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 50, Vers 4 )

Doch Jesus weiß auch über die Zukunft dieser Lehre auf der Erde zu berichten: "So wie es zu Noahs Zeiten war, so wird es auch dann sein; die Liebe wird abnehmen und völlig erkalten, der Glaube an eine aus den Himmeln an die Menschen geoffenbarte reine Lebenslehre und Gotteserkenntnis wird in einen finstersten toten Aberglauben voll Lug und Trug verwandelt werden, und die Machthaber werden sich der Menschen abermals wie der Tiere bedienen und werden sie ganz kaltblütig und gewissenlosest hinschlachten lassen, so sie sich nicht ohne alle Widerrede dem Willen der glänzenden Macht fügen werden!

Die Mächtigen werden die Armen plagen mit allerlei Druck und werden jeden freieren Geist mit allen Mitteln verfolgen und unterdrücken, und dadurch wird eine Trübsal unter die Menschen kommen, wie auf der Erde noch nie eine war! Aber dann werden die Tage verkürzt werden der vielen Auserwählten wegen, die unter den Armen sich vorfinden werden; denn wo dies nicht geschähe, könnten sogar die Auserwählten zugrunde gehen!

Es werden aber dahin von nun an ( zur Zeit Christi ) noch tausend und nicht noch einmal wieder tausend Jahre vergehen! Alsdann aber werde Ich dieselben Engel, so wie ihr sie nun hier sehet, mit großen Aufrufsposaunen unter die armen Menschen senden! Diese werden die im Geiste totgemachten Menschen der Erde gleichsam aus den Gräbern ihrer Nacht erwecken; und wie eine Feuersäule sich wälzt von einem Ende der Welt zum andern hin, werden diese vielen Millionen Geweckten sich hinstürzen über alle die Weltmächte, und nicht wird ihnen jemand mehr einen Widerstand zu leisten vermögen. Aber von da an nach einem Verlaufe von tausend Jahren wird der Fürst der Nacht einmal auf eine nur sehr kurze Zeit von sieben Jahren und etlichen Monden und Tagen der Zeit nach frei seiner selbst willen, entweder zum gänzlichen Falle oder zur möglichen Wiederkehr.

Im ersten Falle wird dann die Erde zu einem ewigen Kerker ihrem innersten Teile nach umgewandelt werden; aber die Außenerde wird ein Paradies verbleiben. Im zweiten Falle aber würde die Erde zum Himmel umgestaltet werden, und der Tod des Fleisches und der Seele würde für ewig verschwinden!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 72, Vers 2-6 )

Soviel - an dieser Stelle des ersten Bandes des "Großen Evangelium Johannes" - zur allgemeinen Prophezeiung der Neuoffenbarung ( Wiederkunft Christi ). Die individuelle Prophezeiung in der Neuoffenbarung sagt demgegenüber aus, dass jede Seele nach dem Tode von den Engeln in die himmlischen Geheimnisse eingeweiht wird. Das Aufrücken ( beziehungsweise: geistige Aufsteigen ) in höhere Kreise ist hierbei gleichbedeutend mit dem Eindringen in das tiefere Verständnis der geistigen Welt. Es kommt demnach zu einem stufenweisen Aufstieg durch die einzelnen Himmel bis vor das Angesicht Gottes. An diesem Ort geht von der Herrlichkeit Gottes ein Licht aus, das in die Menschen hineinleuchtet und dort alles erhellt. Es ist, als ob "sie ein Licht in ihren Leib haben fahren sehen". ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 218, Vers 21 ) Diese Erleuchtung Gottes im Innern der Seele ist das Ziel des ( mystischen ) Aufstieges - wie es auch in der Bibel heißt ( 1. Mose 1, 3 ): "Es werde Licht!"

Engel (Bradi Barth)Beim ( mystischen ) Aufstieg zur inneren Erleuchtung hat das stille Gebet in der Neuoffenbarung eine vorherrschende Stellung inne: Aller Verkehr der Gläubigen mit Gott vollzieht sich ( im geistigen Sinne ) nur in der Form des Gebetes. Durch das stille Gebet wird der Beter im Göttlichen heimisch. Von daher ist das Leben jedes Gläubigen, der von unstillbarer Sehnsucht nach Gott erfüllt ist, vom Gebete umspannt. Als einzige Voraussetzung alles Betens nennt die Neuoffenbarung hier die Würdigkeit, die der Betende auch wirklich besitzen muss, um einmal die Tatsache der Gebetserhörung zu erleben. Im persönlichen Umfeld heißt dies: Praktizierende Feindesliebe. Hierzu heißt es: "Wer da glaubt, dass er sich seines Feindes entledigt hätte, so er dessen Leib tötete, der ist mit einer zehnfachen Blindheit geschlagen! Denn erst dadurch hat er sich aus einen schwachen Feinde, den er sehen konnte, tausend unsichtbare gemacht, die ihn dann verfolgen Tag und Nacht und ihm Schaden zufügen an Leib und Geist! Siehe an einen Krieg, durch den nicht selten viele Tausende dem Leibe nach getötet werden! Der Sieger meint nun, er habe sich seiner Feinde entledigt, so er sie seiner blinden Idee nach leiblich vernichtet hat. Aber wie ungeheuer groß irrt er sich da! Die Seelen und Geister der Getöteten verheeren dann mehrere Jahre hindurch zufolge ihres unmittelbaren Einflusses auf die Witterung der Erde die Fruchtsaaten jeder Art und Gattung, rufen dadurch die unvermeidliche Teuerung der Nährmittel hervor, diese verursacht Hungersnot und diese allerlei tödliche Seuchen und Pestilenz! Diese rafft dann in kurzer Zeit mehr Menschen hinweg, als er seinem Feinde Krieger getötet hat. Darum ist es eine uralte Regel und Sitte, dass sich mit einem dem Leibe nach Sterbenden alle ihm Nächststehenden versöhnen und sich von ihm segnen lassen. Denn stirbt er als jemandes Feind, so ist der zu beklagen, der ihn als Gegenfeind überlebt. Denn fürs erste wird die freigewordene Seele des Überlebenden Gemüt ohne Unterbrechung in der Gestalt unausstehlich quälender Gewissensbisse martern, und fürs zweite wird sie alle auf den Überlebenden Bezug haben irdischen Umständen so leiten, dass dieser nicht leidlich wieder auf einen grünen Zweig kommen wird.

Der Herr aber lässt solches alles darum zu, auf dass den beleidigten Seelen die verlangte Genugtuung geschehe, und dazu für den Überlebenden es aber auch ums unberechenbare besser ist, dass er auf dieser Materiewelt für seine Hochmutstaten gepeinigt wird, als so er nach seines Leibes Tode sogleich in hunderttausend Hände feindlicher Geister geriete, die mit ihm als einem in jener Welt noch gänzlich Unerfahrenen sicher nicht freundlich umgehen würden! Darum ist es aber auch eben so überaus nötig, auf dieser Welt Liebe und wahre Freundschaft zu üben und irgend einem Feinde lieber Gutes als Böses zuzufügen und den zu segnen, der mir fluchet; denn ich kann nicht wissen, wann der Herr ihn von dieser Welt abberufen wird! War er auf der Welt mir so ganz einfach in gewisserart kleinen Dingen ein Feind, so wird er es mir nachher als Geist hundertfach in großen Dingen werden. David war doch von seiner Kindheit an ein Mensch und Mann nach dem Herzen Jehovas, aber er hatte nur einen Menschen, den Urias nämlich, sich zum Feinde wider den Willen des Herrn gemacht, und wie schwer hat sich dann mit der Zulassung des Herrn des Urias Geist an David gerächt! Und das ist und bleibt stets die unausbleibliche Folge einer feindlichen Handlung an einem Menschen wider den Willen Gottes! Ja, ganz was anderes ist es, so dich der Herr Selbst dazu beheißet, wie Er den David gegen die Philister beheißen hat, irgend schon des Satans gewordene Gottes- und Menschenkinder mit kriegerischer Gewalt zu schlagen und irdisch zu vernichten! Diese fallen jenseits sogleich in ein hartes Gericht und können sich wider des Gottesarm nicht und nimmer erheben; denn sie werden von des Herrn Macht gedemütigt. Ganz anders ist es mit jenen Feinden, die du dir in der Welt ohne Gottes Geheiß durch deine Unfreundlichkeit, durch deinen allfälligen Hochmut oder durch die höchst mangelhafte von den Menschen ersonnenen Gerechtigkeitspflege, von der es schon sprichwörtlich heißt, dass das höchste Recht zugleich das höchste Unrecht sei, zugezogen hast; diese werden nach Ablegung ihrer Leiber erst deine unversöhnbarsten Feinde werden! Ich gäbe dir tausend Leben, so ich sie hätte, darum, wenn du nur einen auf der Welt Glücklichen aufweisen kannst, dem ein Feind in die andere Welt vorangegangen ist! Mir ist noch keiner vorgekommen!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 79, Vers 7-16 )

Im Hinblick auf die Verbindung der Abgeschiedenen mit den Erdenmenschen schreibt ( in etwa zur gleichen Zeit ) der deutsche Physiker und Natur-Philosoph Gustav Theodor Fechner ( 1801-1887 ) im Jahr 1836 im seinem Werk "Das Büchlein vom Leben nach dem Tode": "Ein Mittel gibt's bewusster Begegnung zwischen den Lebenden und Verstorbenen; es ist das Andenken der Lebenden an die Verstorbenen ... Denkt eines Verstorbenen nur recht, und nicht bloß der Gedanke an den Verstorbenen, der Verstorbene selbst ist im Momente da. Ihr könnt ihm innerlich beschwören, er muss kommen, ihn festhalten, er muss bleiben, haltet nur Sinn und Gedanken auf ihn fest. Denkt seiner mit Liebe oder Hass; er wird es spüren; - mit stärkerer Liebe, stärkerem Hass, er wird es stärker spüren. Sonst hattet ihr wohl Erinnerung an die Toten; nun wisst ihr sie zu brauchen; könnt einen Verstorbenen noch wissentlich mit eurem Andenken beglücken oder plagen; euch mit ihm versöhnen oder unversöhnlich streiten, nicht euch bloß wissentlich auch ihm. Tut's stets im besten Sinne; und sorgt nun aber auch, dass das Andenken, was ihr selber hinterlasst, euch künftig selber fromme.

Wohl dem, der eine Schatz von Liebe, Achtung, Verehrung, Bewunderung im Andenken der Menschen hinter sich gelassen. Was er fürs diesseitige Leben hinter sich gelassen, gewinnt er mit dem Tode, indem er das zusammenfassende Bewusstsein für alles gewinnt, was die Nachgelassenen von ihm denken; hebt damit den Scheffel, von dem er im Leben bloß einzelne Körner zählte. Das gehört zu den Schätzen, die wir für den Himmel sammeln sollen. Weh dem, welchem Verwünschungen, Fluch, ein Andenken voll Schrecken folgen. Die ihm im Diesseits folgten, holen ihn im Tode ein; das gehört zur Hölle, die seiner wartet. Jedes Wehe, das ihm nachgerufen wird, ist ein ihm nachgesandter Pfeil, der in sein Inneres eindringt."

Die Liebe im Menschen wächst, je mehr man ihrer teilhaftig wird. Denn die Gnade strömt dem Menschen um so mehr zu, je liebender sie empfangen wird: Liebe entzündet sich an Gegenliebe immer stärker. Somit ist zum Beispiel der beste Schutz vor der Sünde des Neides das Nicht-Haften an irdischen Gütern, die Hingabe an das Göttlich-Grenzenlose.

Der Psychologe Carl Gustav Jung ( 1875-1961 ) drückt diese Wahrheit in seinen Lebenserinnerungen ( "Erinnerung, Träume, Gedanken" ) mit folgenden Worten aus: "Nur wenn ich weiß, dass das Grenzenlose das Wesentliche ist, verlege ich mein Interesse nicht auf Utilitäten und auf Dinge, die nicht von entscheidender Bedeutung sind. Wenn ich es nicht weiß, so insistiere ich darauf, um dieser oder jener Eigenschaft willen, die ich als persönlichen Besitz auffasse, etwas in der Welt zu gelten. Also vielleicht wegen "meiner" Begabung oder "meiner" Schönheit. Je mehr der Mensch auf falschen Besitz insistiert und je weniger das Wesentliche für ihn spürbar ist, desto unbefriedigender ist sein Leben. Er fühlt sich beschränkt, weil er beschränkte Absichten hat, und das schafft Neid und Eifersucht. Wenn man versteht und fühlt, dass man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, ändern sich Wünsche und Einstellung. Letzten Endes gilt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan. Auch in der Beziehung zum anderen Menschen ist es entscheidend, ob sich das Grenzenlose in ihr ausdrückt oder nicht."


"Never Say Goodbye" gesungen von Hayley Westenra


Der griechische Philosoph Platon ( 427-347 v. Chr. ) bezeichnete in diesem Zusammenhang den Tod als "Umzug der Seele". Mit dieser treffenden Umschreibung des Todesgeschehens brachte Platon ( 427–347 v. Chr. ) zum Ausdruck, dass das Lebensende kein Erlöschen des menschlichen Ichbewusstseins ist, sondern lediglich der Übergang in ein anderes Dasein jenseits der materiellen Existenzweise. In gleicher Weise stellt sich der Vorgang des Sterbens auch aus biblischer Sicht dar. Die Bibel bejaht dabei nicht nur das Fortleben des Menschen jenseits der Todesschwelle, sondern sie bezeugt auch, dass das irdische Leben nahtlos in ein ewiges übergeht.

Lediglich die sterbliche Leibeshülle wird dem Menschen genommen, sein unverwechselbares Aussehen und seine individuelle Persönlichkeit aber bleiben ihm erhalten. Man erinnere sich hierzu nur an die Worte Jesu, die Er zu einem Mitgekreuzigten sprach ( Lukas 23, 43 ): "Heute noch wirst du mit Mir im Paradiese sein."

Aus diesem Grund gilt auch folgende Empfehlung des Herrn in der Neuoffenbarung: "Darum lebet mit jedermann in Frieden und in Einigkeit! Es ist euch besser ein Unrecht zu erdulden als jemandem auch nur ein Scheinunrecht zuzufügen. Dadurch werdet ihr euch keine Rächer ziehen, und die Geister, die sonst eure Feinde geworden wären, werden dann eure Schutzgeister werden und abwenden vieles Unheil von euren Häuptern!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 80, Vers 2 )

Über Schutzengel heißt es weiterhin: "Übrigens ist einem jeden Menschen ein unsichtbarer Schutzgeist hinzugegeben, der den Menschen von seiner Geburt an bis zum Grabe hin zu geleiten hat! Solch ein Schutzgeist wirkt stets auf das Gewissen des Menschen ein und fängt erst dann an, sich ferner und ferner von dem ihm anvertrauten Menschen zu halten, so dieser, durch seine Eigenliebe geleitet allen Glauben und alle Liebe zum Nächsten freiwillig verlassen hat." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 92, Vers 14 )

Viele Menschen finden über diese Gewissensansprache ( "Innerer seelisch-geistiger Sinn" ) ihren Zugang zu Gott: Sie erfahren in ihrem Inneren das Wirken einer absoluten moralischen Autorität. Diese moralische Autorität warnt sie vor dem Bösen und spornt sie zum Guten an: Das Gewissen tadelt sie nach ihren bösen Taten und lobt sie nach ihren guten Taten. Der Schutzengel in ihrem Inneren bestärkt und tröstet sie, ermutigt und richtet auf. Und je mehr sie ihm folgen und gehorchen, desto mehr spüren sie, wie sie von ihm wunderbar geführt werden. Sie erleben, wie er sie in ihrem Inneren zum Guten, zum Licht und zum Heil leitet. Diesen Menschen wird bewusst, dass hinter dieser Autorität in ihrem Gewissen eine lebendige geistige Instanz steht: Sie spüren, dass sie von einem personalen Wesen geführt werden, das an ihnen interessiert ist und sie liebt.

Sie erkennen, dass das Gewissen unmöglich nur mit Hilfe von Instinkt, Genetik, Erziehung, Umwelt, Über-Ich erklärt werden kann: Alle diese Faktoren spielen gewiss eine bestimmte Rolle, aber sie können niemals die lebendige, persönliche "Stimme" in ihrem Gewissen erklären. Sie erleben, dass diese personale Autorität ihrem eigenen Ich gegenübersteht und dass sie hier einem unendlichen "Du" begegnen. Diese Autorität kann also unmöglich von ihnen selbst stammen und lässt sich auch nicht von ihren verschiedenen Erfahrungen und Prägungen herleiten. So erfahren und erkennen diese Menschen, dass sie in ihrem Gewissen dem lebendigen Gott begegnen, der sich ihnen zuwendet und sie anruft. Sie erleben in ihrem Inneren, wie dieser Gott sie voll Liebe führt, aber sie auch voll Gerechtigkeit tadelt und ermahnt.

Schutzengel (Lorenzo Lotto)

Unermüdlich zeichnet die Neuoffenbarung dieses Bild von einem Gotte, der liebevoll und geduldig dem Einzelnen nachgeht, ihn sucht und um ihn wirbt, schützend Seine Hand über ihn hält und ihn auch dann nicht lässt, wenn der Mensch sich selbst von Gott trennt, sondern ihn wieder zu sich ruft durch die Gewissensansprache. So heißt es über die Abkehr von Gott: "Der wahre Tod des Menschen ist die Selbstsucht, und deren Geist ist der Hochmut, der vor allem nach der Ehre geizet." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 103, Vers 2 )

Aus diesem Grund heißt es auch an anderer Stelle in der Neuoffenbarung: "Wer von euch Menschen aber ein Amt hat, der bilde sich darauf ja nichts ein als Mensch, sondern er versehe das Amt nach der Instruktion demütig, getreu und gewissenhaft und gehorche seiner Amtsvorstehung ohne Murren. Sollte die Amtsvorstehung aber hie und da Unbilliges verlangen, was gar wider Meine Gesetze der Ordnung wäre, so kann der Beamte ihr in aller Achtung und Liebe gegründete Vorstellungen machen.

Gibt sie diesen Gehör, so ist es wohl; gibt sie ihnen aber aus Hochmut kein Gehör, so handle der Beamte zwar nach dem Verlangen der Amtsvorstehung – er wird vor Mir ohne Schuld dastehen; aber Ich und die Amtsvorstehung werden sogleich miteinander Rechnung halten." ( Himmelsgaben, Bd. 3, Kundgabe v. 06.04.1849, V. 97 )

Dieser Gehorsam im Beruf ist auch übertragbar auf das Verhältnis von Gott zu Mensch: Der Mensch hört - nach der Neuoffenbarung - Gottes Wort im Gewissen, das ihn zur Besserung seines Lebens Anweisungen zu geben pflegt, denen er zu folgen hat. In der Neuoffenbarung gibt der Herr hierzu folgende Anleitung: "Ruhet und denket im stillen lebendig nach über euer Tun und Lassen, über den euch wohlbekannten Willen Gottes, und ob ihr demselben nachgekommen seid zu den verschiedenen Zeiten eures Lebens, so habt ihr euch innerlich selbst beschaut und dadurch stets mehr und mehr dem Eindringen des Satans in euch den Weg erschwert." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 224, Vers 10 )

Weigert der Mensch sich, dies zu tun, so findet die Neuoffenbarung gerade in diesem geflissentlichen Überhören der göttlichen Stimme die schwerste Sünde. Denn Sünde ist in der Neuoffenbarung der Willenswiderspruch gegen das Gewissen, das von Gott in die Seele gesandt wird, um dort Sein richtendes und erziehendes Amt zu walten.

Aus diesem Grund wird des Öfteren eindringlich vor den Hochmut gewarnt. Es heißt: "Wer bei Mir ist und bleibt, der ist wahrhaft in seiner wahren Heimat, und wer sich nicht diese allein wahre und ewig bleibende Heimat erwerben wird, der wird stets in wüster Fremde herumirren gleich einem verscheuchten Wild, das in der Wüste Fraß und Heimat sucht, aber nicht findet weder das eine noch das andere und endlich verschmachtet vor Hunger, Durst und Kälte und wird am Ende zur Beute der reißenden Tiere, deren Heimat die leere Wüste ist!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 87, Vers 2 )

Die Demut ist - nach der Lehre der Neuoffenbarung - ein Hauptkennzeichen der Vollkommenheit. Denn in der Demut spricht das Gewissen, das den Menschen mahnt, leitet und um dessen Wachsamkeit der Gläubige betet. Hierzu spricht der Herr: "Bruder, glaube es, wer Gutes im Sinne hat, wird stets von einem guten Wind geleitet sein; wer aber Schlechtes im Sinne hat, wird von einem schlechten Winde geleitet sein." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 204, Vers 4 )

Maria Verkündigung (Goya)Demnach ist die Erde eine Gotteskindschule. Hierzu heißt es: "Meinst du wohl, dass du mit Gott, deinem Schöpfer, zuvor keinen Kontrakt gemacht hast und nicht eingegangen bist in alle dir oft vorgehaltenen Bedingungen, die fürs Leben auf diesem Planeten überaus nötig sind? Siehe, Tor, das ist bereits der zwanzigste Weltkörper, auf dem du leiblich lebst; dein gesamtes fleischliches Alter beträgt schon an Jahren dieser Erde eine solch große Zahl, die die Zahl des feinsten Sandes in allen Meeren der Erde bei weitem übertrifft! Welch eine, für keinen im Leibe wandelnden Menschen möglich denkbare, nahe endlose Zeitendauer aber bestandest du als ein reiner Geist im vollsten Sein und klarsten Selbstbewusstsein im endlosen Raume mit zahllosen anderen Geistern freiest lebend und das freieste Leben in aller Kraft hoch und wohl genießend! Als du aber in der von dir im Fleische zuletzt bewohnten Sonnenwelt, der die Weisen dieser Erde den Namen Procyon geben, die auf ihrem weiten Boden aber von ihren Bewohnern den Namen Akka hat ..., den lebendigsten Wunsch an den Tag legtest, als du von einem Engel vernommen hast, dass der große, allmächtige, ewige Gott als der alleinige Schöpfer und Erhalter der Unendlichkeit und alles des in ihr Seienden auf einem der allergeringsten Planeten, die im endlosen Raume kreisen in zahllosesten Massen, Selbst Fleisch und volle Menschengestalt annehmen werde, womöglich auf denselben Planeten gesetzt zu werden, um dort zu sehen und zu hören Den, der dich erschaffen hat, da kam derselbe Engel, den du hier zu Meiner Rechten als den siebenten Menschen erschaust, der aber dennoch ein völlig freiester Geist ist, stellte dir haarklein und genau die schweren Bedingungen vor, die du zu erdulden bekommen werdest, so du ein Bewohner dieses Planeten, auf dem du nun stehst, werden wollest und auf demselben gewinnen die Kindschaft Gottes! Du nahmest alle Bedingungen an, auch diese, dass du als ein Bewohner des erwähnten Planeten aller Erinnerung an dein Vorleben in anderen Weltkörpern völlig bar sein werdest bis zur Zeit, da derselbe Engel dich dreimal bei deinem Namen, den du in der Akka geführt hast, rufen werde ... Ich sage Dir: Du bist angenommen! Denn wer da kommt, wird angenommen. Gehe aber zuvor hin und bringe deine Sachen in die von Mir verlangte Ordnung; dann komme und folge Mir; denn du sollst nicht hängen an dieser Welt, da du nicht von dieser Welt, als von unten her, sondern von einer anderen Welt, als von oben her, bist! Denn von all denen, die du um Mich her zählst bis auf wenige, sind eben auch einige von deiner Welt, aber andere von einer anderen Lichtwelt und wenige von dieser Welt; und diese wenigen heißen nicht viel; denn die Welt gilt ihnen noch mehr denn Ich. Darum vermögen sie auch nur wenig oder nichts. Ich habe eben darum diese Erde erwählt, weil deren Kinder die letzten und niedrigsten sind in der ganzen Unendlichkeit, und habe darum das Kleid der tiefsten Niedrigkeit angezogen, um es allen Geschöpfen in aller Meiner endlosen Schöpfung möglich zu machen, sich Mir zu nahen; von den alleruntersten Planetenbewohnern bis zu den allerhöchsten Urzentralsonnenbewohnern sollen alle auf einem und demselben Wege sich Mir nahen können. Es wundere dich daher nicht, dass du Mich auf diesem eigens unvollkommensten letzten Planeten der ganzen Schöpfung antriffst! Denn Ich Selbst will es ja also."( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 213-216 )

Wasserfall bei Terni (Jacob Philipp Hackert)Jesus Christus ist den Lockungen der Welt gegenüber unempfindlich. Seine Geisteshaltung entspringt dem im ersten Kapitel des großen Evangeliums Johannes genannten "allerinnerste Himmelssinn" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 1, Vers 4 ), zu dem es heißt: "Die drei Stadien, die ein jeder Mensch durchzumachen hat, um zur Wiedergeburt des Geistes zu gelangen, sind: zuerst die Bezähmung des Fleisches, dann die Reinigung der Seele durch den lebendigen Glauben, der sich natürlich durch die Werke der Liebe als lebendig erweisen muss, ansonst er tot ist, und endlich die Erweckung des Geistes aus der Grube des Gerichtes." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 2, Vers 16-17 )

In diesen Texten, die verhüllt den Weg zur geistigen Wiedergeburt darstellen, heißt es: "Ich gab euch hier Bilder, und ihr verschlinget bloß nur ihre Materie, die euch zu ersticken droht; aber von dem Geiste, den Ich in diese Bilder gelegt habe, scheinet ihr keine Ahnung zu haben." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 40, Vers 10 )

Über eine solche Stelle, wo verhüllt die geistige Wiedergeburt dargestellt wird, heißt es: "Aber zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel ziehet allerorts mutig hin! So ihr zu ihnen kommt, da predigt ihnen und sagt und zeiget es ihnen in verständlicher Weise, wie nun das Himmelreich nahe zu ihnen gekommen sei! Und so sie euch hören werden und werden annehmen eure Predigt, da machet dann gesund ihre Kranken, reiniget die Aussätzigen, wecket auf ihre Toten, - wo es nötig ist, wie es euch der Geist zeigen wird, dem Leibe nach, allenhalben aber und vor allem geistig! - ( Nota Bene: Dies hat Matthäus aus dem Grunde nicht niedergeschrieben, weil unter dem Gebote, die Toten zu erwecken, ohnehin hauptsächlich die geistige Erweckung zu verstehen ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 135, Vers 10-11 )

Maria Verkündigung (Goya)Bei den von Jesus erweckten Toten im großen Evangelium Johannis sind die Augen für einige Stunden verschlossen. Es heißt: "Da verlachten sie Mich und sprachen: "Ja, so sehen die Schlafenden aus! Wenn kein Atem und kein Puls mehr geht bei dritthalb Stunden und der ganze Leib kalt und farblos geworden und das Auge erloschen ist, da schläft man dann nach Deiner Kenntnis!? Ja, ja, das ist wohl auch ein Schlaf; aber aus diesem Schlaf erwacht kein Mensch mehr, außer am Jüngsttage!" Ich aber sagte zum Obersten: "Schaffe sie alle hinaus; denn ihren Unglauben kann Ich hier nicht brauchen!" Der Oberste tat das; aber das Tummelvolk gehorchte ihm nicht, und er bat Mich, dass Ich hülfe. Da trieb Ich sie alle hinaus gewaltsam, und sie liefen hinaus und zerstreuten sich. Ich aber ging dann mit dem Obersten, der traurigen Mutter und den vier Jüngern wieder in das Gemach, in dem das verstorbene Töchterchen lag, trat da sogleich an ihr Bett hin, ergriff sie bei der linken Hand und sprach zu ihr: "Talitha kumi!" - das heißt verdolmetscht: "Mägdlein! Ich sage dir: Stehe auf!" Und sogleich stand das Mägdlein auf, sprang heiter und munter von gezierten Bette und ging in ihrer früheren Lebhaftigkeit im Zimmer herum und liebkoste ihre verweinte Mutter und ihren Vater!" ... "Du bist nun ganz gesund und wirst fürder nicht mehr krank werden!" ... "Denn als sie schlief auf dem Bette, sah sie die Himmel offen und eine große Menge lichter Engel." ... "Das Mägdlein war wirklich tot und lebt nun!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 112, Vers 9-19 )

Und ergänzend heißt es: "Als Gott den Adam schuf pur aus Lehm, so war diese Schöpfung eine bloß materielle, und es war dabei nichts Geistiges außer Gott Selbst. Als aber hernach Gott in die tote Form eine lebendige Seele und in diese einen denkenden Geist einhauchte, so war das dann keine materielle, sondern sicher eine höchst geistige Arbeit Gottes in und an der Gestalt des ersten Menschen der Erde! Und wenn hier vor unseren Augen dieser Wunderarzt Jesus aus Nazareth dasselbe verrichtet an dem Töchterchen des Obersten, so wird das auch eine sehr geistige Arbeit und Versorgung sein." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 117, Vers 4-5 )

Jesus verfolgt mit der Totenerweckung folgendes Ziel: "Es ist aber die Tochter wohl völlig tot und auch schon kalt, aber Ich werde sie dennoch erwecken, auf dass sie dann die Herrlichkeit Gottes den armen Menschen verkünden kann." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 127, Vers 2 )

Nebenbemerkung: Zu dem, was Jesus unter "tot und kalt" allegorisch versteht, heißt es: "Er muss den irdischen Sach- und Fachleben ganz absterben und seiner irdischen Lebensverhältnisse nicht gedenken, ansonst er nicht taugt für und in Mein Reich!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 127, Vers 15 )

Die Krönung Mariens (Filippino Lippi)Aus den oben genannten Erklärungen Jesu zur Totenerweckung geht hervor, dass das Ziel einer solchen göttlichen Erweckung - und der damit verbundenen ( geistigen ) Krönung des Hauptes mit Seiner ewigen, unvergänglichen Weisheit und Liebe - der Verkündigungsauftrag an die Menschen ist: "Habt keine Scheu vor den Weltmenschen! Was Ich euch lehrte in der Nacht, das redet vor ihnen am Tage; und was Ich einem oder dem anderen aus euch sagte geheim ins Ohr eures Herzens, das verkündet nun auf den Dächern." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 138, Vers 21 ) ... "Wohl euch nun, die ihr da auszusäen habt an den Ufern des Sees; denn auf diesen Boden möget ihr eure Esel und Ochsen, das heißt euren Fleiß fürs Gute und Wahre, wofür Ich euch berufen und erwählt habe, ganz sicher umgehen lassen! Da werdet ihr auf keinen Narrenkönig stoßen und auf keine Weiber voll Stolz und Hochmut, sondern auf Arme, Kranke, Besessene, Lahme, Taube und Blinde, natürlich und noch mehr im Geiste; zu diesen gehet und predigt ihnen das Evangelium vom Gottesreich und heilet jeden, der glaubt, und verschweiget ihm Meinen Namen nicht!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 137, Vers 22 )

Und zur Heilung der Kranken heißt es erläuternd: "Als die Genesenen an die fünf Pharisäer stoßen, fragen diese die Jubelnden, ... wie sie geheilt wurden. Alle Geheilten, bei dreißig an der Zahl, aber erzählen ihnen einstimmig, ... dass sie ein Licht in ihren Leib haben fahren sehen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 218, Vers 21 )

Um diese Erweckung in uns selbst zu vollziehen, gibt der Herr folgende Lehre: "Jetzt aber wollen wir bis gen Mittag hin einige Übungen in der Sichselbstbeschauung ... halten! Denn wahrlich sage Ich euch: Nichts ist dem ganzen Menschen heilsamer als eine zeitweilige innere Sichselbstbeschauung! Wer sich und seine Kräfte erforschen will, der muss sich zu öfteren Malen selbst erforschen und innerlich beschauen" ... Es wissen aber einige nicht, wie sie es mit der inneren Selbstbeschauung anfangen sollen, und fragen Mich darum. Ich aber sage: "Ruhet und denket im stillen lebendig nach über euer Tun und Lassen, über den euch wohlbekannten Willen Gottes, und ob ihr demselben nachgekommen seid zu den verschiedenen Zeiten eures Lebens ... Machet darum von nun an bis gen Mittag eine solche Übung im stillen und lasset euch bis dahin durch keine äußere Erscheinung stören" ... Darauf begibt sich alles in die volle Ruhe, und jeder fängt an, recht kräftig sich selbst zu beschauen, und das Geschäft geht eine volle Stunde ganz ungestört fort ... Gegen das Ende der Ruhestunde aber kommt auf einmal ein mächtiges Ungewitter. Heftige Blitze durchzucken die Luft ... starke und schwere Regentropfen, mit Hagel vermengt, entfallen schon dem finsteren Gewölk ... "Ihr habt nun eine neue Art und Weise gesehen, wie der Mensch von der Materie ins stets reiner und reiner Geistige übergehen, und wie er auf diesem Wege ein Herr über sich selbst und dadurch am Ende auch über die ganze äußere Weltnatur werden kann.

Darum pflegt von Zeit zu Zeit diesen Weg in Meinem Namen, und ihr werdet zu einer großen Macht über eure Leidenschaften und daraus über die ganze Naturwelt und jenseits über alle Kreatur gelangen ... Seid ihr aber einmal wiedergeboren aus dem Geiste, dann hat der Satan alle Macht über euch für ewig verloren" ... Fragt Petrus: "Wie wird man den wiedergeboren? Muss am Ende Seele und Geist wieder in eines neuen Weibes Leib und aus demselben wieder neu geboren werden? Oder wie ist das zu verstehen?" Sage Ich: "Das kannst du nun noch lange nicht völlig fassen. Wann Ich aber einmal werde aufgefahren sein dahin, von wo Ich gekommen bin, und Mein Geist deinen Geist frei machen wird, dann wirst du des Geistes Wiedergeburt schon fassen und in aller Tiefe und Fülle begreifen. Aber jetzt wäre dir solches noch nicht möglich und keinem aus euch. Aber durch die Befolgung Meiner Lehre und durch solche Lebensübungen wirst du am Ende aus und in dir selbst zu solchem Lichte gelangen." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 224-226 )


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