Geistheilung

 

"Wer nicht wiedergeboren wird, der wird nicht in das Reich der Himmel eingehen!" ( Die Geistige Sonne, Band 1, Kapitel 79, Vers 12 )

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(22:00 Uhr)


Jesus hatte zu Seiner Zeit Zeichen und Wunder getan: Er hatte die Menschen geheilt  ...  und zwar auf geistigem Wege.


Wer Jesus begegnete oder sich an Ihn wandte, konnte etwas kraftvoll Unmittelbares spüren: Seine Heilkraft, Seine Macht über Dämonen und über Naturkräfte, über Krankheit und Tod ... Von Ihm "ging eine geistige Kraft aus, die die Menschen heilte" ( Lukas 5, 17 ) und sie in Verbindung mit Gott stellte: Jesus offenbarte sich hier als "der Arzt für die Kranken" ( Markus 2, 17 ), denn Er heilte "alle Krankheiten und Leiden im Volk" ( Markus 1, 34 ). Auch heilte Er alle Leidenden und erfüllte damit die Prophezeiung von Jesaja 53, 4: "Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten."

In der Neuoffenbarung spricht hierzu Jesus Christus: "Ich bin ein Heiland; wie, fragen sich die toten und daher stockblinden Menschen, kann Mir doch solches möglich sein? Und Ich sage es euch, dass Ich keines Menschen Fleisch heile, sondern wo irgendeine Seele noch nicht zu mächtig mit ihrem Fleische vermengt ist, mache Ich nur die Seele frei und erwecke, insoweit es sich tun lässt, den in der Seele begrabenen Geist. Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Moment in die normale Ordnung zu setzen. Das nennt man dann eine Wunderheilung, während das doch die allerordentlichste und natürlichste Heilung des Fleisches von der Welt ist!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 3, Kap. 12, V. 8-9 )

Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen! sagt ein Sprichwort ... und so kamen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten mit ihrer Not zu Jesus und erlebten eine körperliche Heilung, wo es medizinisch eigentlich keine Hoffnung mehr gab. Blinde konnten wieder sehen, Gelähmte standen von ihrem Lager auf, unheilbare Krankheiten wie Epilepsie, Ausschläge und Lepra verschwanden: Sie alle wurden auf unerklärliche Weise wieder gesund und brachten durch ihre Heilung die Grenzen des damaligen Wissens ins Wanken.

Jesus wandte zur Genesung dieser Menschen keine medizinische Technik an, denn Er brauchte hierzu keine Diagnose im medizinischen Sinn. Allein durch Sein gesprochenes Wort ( und das sich dahinter verbergende Wirken Gottes ) wurden die Menschen gesund: Die Wunder Jesu wurden durch die Macht Gottes, die sich auf die Seelen anderer heilend auswirkte, hervorgerufen. Dieses Wunder über das gesprochene Wort Jesu war kein leibliches, materielles Einwirken, sondern ein Geistiges, das von Gott her bewerkstelligt wurde und die Geheilten zur Gesundung und zum Glauben führte ... das heißt: Zu einem Wissen von der Gegenwart und Liebe Gottes.

Hierzu schreibt der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus ( 354-430 ): "Wunder geschehen nicht im Widerspruch zur Natur, wohl aber zu dem, was wir von der Natur wissen." Doch was wissen die Menschen eigentlich von der Natur? Hirnforscher haben heutzutage herausgefunden, dass die Sinnesorgane, mit dem, was sie aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten, wie zum Beispiel das, was das Auge sieht und das Ohr hört, nur mit weniger als 10 Prozent an dem beteiligt sind, was die eigentliche Wahrnehmung ausmacht. Über 90 Prozent der eigenen Wahrnehmung ist davon bestimmt, durch welche "Brille" man schaut. Also welchen Vorurteilen, Weltanschauungen und Stimmungen man anhängt.

Die wichtigste Eigenschaft des Gehirns ist, in jedem Augenblick die eigene Wirklichkeit zu erschaffen. Dafür nimmt es 90 Prozent der Informationen aus dem eigenen Fundus. Demnach muss das, was man für wahr hält, bei jedem etwas anderes sein ... Für die Menschen zur Zeit Jesu manifestierte sich in ihrer ( damaligen ) Wahrnehmung der Heilungen Jesu Christi das "Erbarmen Gottes", so dass Christus als die "Vera unica medicina", die wahre Medizin, galt.

Und das Erstaunliche ist: Diese Heilungskraft, die Jesus damals einsetzte, steht auch heute noch zur Verfügung ... das heißt: Gott heilt auch heute Menschen, die Hilfe bei Ihm suchen. Der Apostel Paulus schreibt ( 1. Korinther 12, 8-9 ): "Einer erhält vom Geist die Gabe, göttliche Weisheit zu verkünden, der andere, Erkenntnis Gottes zu vermitteln. Derselbe Geist gibt dem einen besondere Glaubenskraft und dem anderen die Kraft zu heilen." ( Beim Apostel Paulus erfährt man aber auch, dass er den Epheser Trophimus "in Milet krank zurückgelassen" ( 2. Timotheus 4, 20 ) hatte. Diese Aussage ist wichtig, weil sie zeigt, dass der Apostel zwar die Vollmacht zur Wunderheilung hatte, diese aber nicht immer benutzte. Das heißt: Der Wunderheilung hatte man sich nie bedient, um persönlich bequemer leben zu können. Vielmehr war sie ein Zeugnis für die Wahrheit des Evangeliums gegenüber ungläubigen Juden gewesen. )

Zur Zeit Jesu gab es hauptsächlich zwei Gruppen von Heilern: Die professionellen Ärzte, die einen schlechten Ruf hatten ( Markus 5, 26 ), und die "Wunderheiler", die sehr beliebt waren. Wer Jesus damals erlebte, sah in Ihm demnach nicht nur den Prediger, sondern auch den Heiler, der mit Geistern kämpfte und stärker war als sie. Kein böser Geist hatte gegen Ihn eine Chance. So wurde Sein Erdenweg zu einem einzigen Siegeszug: Heilungen an jedem Tag, in jeder Stadt, im ganzen Land. Denn die Lehre Jesu ist nicht nur ein theologisches Oberseminar, sondern auch praktische Lebenshilfe.

Die Heilungskraft geht hier allein von Jesus Christus und dem "Erbarmen Gottes" aus ... und wo dieses hinkommt, da verändert es die Weltanschauung der Menschen ... und wo die Weltanschauung der Menschen durch das "Erbarmen Gottes" verändert wird - indem die Menschen beginnen, Jesus ähnlicher zu werden - da wird auch deren Psyche verändert ... und die Psyche wiederum hat Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Umwelt. Doch wie sieht nun diese Umwelt zum Beispiel in Deutschland heutzutage aus, wo über dem Plenarsaal des Bundestages ein riesiger ( Bundes- ) Adler, das Tiersymbol des Evangelisten Johannes, zu sehen ist? ( Der Adler steht für die geistige Kraft des Menschen und wird deshalb dem vierten Evangelisten zugeschrieben, weil dessen Evangelium mit dem Hymnus über den göttlichen Logos beginnt. )

Die westliche Welt ist in eine neue geschichtliche Epoche eingetreten! Die Veränderungen, die sich aus dem Wechsel vom Industriezeitalter in das Informations- oder Wissenszeitalter ergeben, sind ähnlich tiefgreifend wie zu jener Zeit als Deutschland aus der Agrar- in die industrielle Epoche eintrat. Matthias Horx, Deutschlands Trendguru Nr. 1, machte bereits 1999 deutlich, wie sich dieser Veränderungsprozess auswirken kann. Er schreibt in seinem Werk "Die acht Sphären der Zukunft": "Die Wohlstandsgesellschaft der Zukunft wird eine 60:20:20-Gesellschaft sein. 60 Prozent leben aus verschiedenen Einkommensquellen in einer "mixed economy", einem aus diversifizierten Quellen gemischten Wohlstand. 20 Prozent leben in den Zwängen der alten Erwerbsökonomie, weil sie nicht gebildet, gerissen oder skrupellos genug sind, ihr Einkommen anders zu organisieren. Der Rest besteht aus jener Klientel, um die sich unser Sozialstaat kümmern muss."

Wie reagieren nun die Menschen auf diesen Trend ... und wie viele können sich tatsächlich noch an Werktagen ( die heute in der Realität häufig schon wieder sechs, bald vielleicht sieben Tage betreffen ) regelmäßig mit Gott beschäftigen? Denn eines ist klar: Nur noch etwa 20 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten ausschließlich in den klassischen "eight-to-five" Jobs. Viele müssen sich mit flexiblen Arbeitszeiten arrangieren, sind projektorientiert mit Arbeitszeitkonten beschäftigt oder müssen ihr Familieneinkommen durch Zweitjobs auf Niveau bringen. Nicht selten und immer häufiger arbeiten Menschen drei oder vier Tage in der Woche an einem hunderte von Kilometern entfernten Ort oder jetten im Auftrag der Firma über den Globus. In dieser post-industriellen Arbeitswelt kann die pastorale Versorgung weder durch die in den 50-iger und 60-iger Jahren übliche Bibel- und Gebetsstunde noch durch die in den 70-iger und 80-iger Jahren hoch effektive Hauskreisarbeit gewährleistet werden. Diese Methoden der Belehrung und christlichen Gemeinschaft haben der damals gängigen Arbeitswelt entsprochen und waren deshalb auch wirksam und durchsetzbar. Heute greifen diese Vorgehensweisen nur noch bedingt. Die Arbeitswelt hat sich verändert und die Missionsarbeit wird sich darauf einstellen müssen, will sie weiterhin wirkungsvoll bleiben.

Soll man nun den "guten alten Zeiten" nachjammern, die Missionsarbeit des Industriezeitalters konservieren? Oder soll man diesen "Gezeitenwechsel" und den damit verbundenen Schmerz als Chance und gesunde Herausforderung für die Gemeinde Jesu sehen? Vielleicht befinden sich ja die heutigen Menschen in einer ähnlichen Herausforderung wie die junge Gemeinde in Jerusalem zur Zeit Jesu, die sich in ihrem eingenisteten Bequemlichkeitschristentum plötzlich durch die Verfolgung von Saulus unter Veränderungsdruck befand und "in die Welt" hinein zerstreut wurde.

Könnte es sein, dass Gott die Gläubigen heute wieder "zerstreut" - in eine säkularisierte und spirituell doch so sehnsüchtige Arbeitswelt? Wie dem auch sei: Das Evangelium Christi ermutigt die Menschen jedenfalls, wo auch immer sie sind - und das schließt die Arbeitswelt mit ein - Gemeinde Jesu zu leben. Denn das ist die Folge des Evangeliums, das Jesus den Menschen gebracht hat: Wenn die Menschen das Evangelium offenen Herzens annehmen, dann tut sich auch etwas ... zum Beispiel in der Krankenquote der Arbeitswelt. Denn schließlich gibt es hierzu biblische Wahrheiten über den Zusammenhang von Leistung und Gesundheit.

Und was ist die Folge dieses Evangeliums? Indem die Menschen ( geistige ) Bildung erhalten, wird das ( meist geistige ) Leiden der Krankheit behoben, ... und je mehr Menschen durch dieses Evangelium ausgebildet werden, um so mehr werden sie auch fähig sein, sich dieser Arbeitswelt ( geistig ) zu erheben ... und - als Multiplikatoren - anderen zu helfen: Denn diese Menschen gehen mit dem Evangelium ( geistig ) gegen die Kräfte ( Vorurteile, Weltanschauungen und Stimmungen ) an, die sie körperlich ( an ihrer Krankheit ) leiden lassen.

Wer sich demnach heutzutage mit dem "Erbarmen Gottes" etwas näher beschäftigt, wird recht schnell erkennen, dass Heilungen auf geistigem Wege Realität sind. Wichtig ist dabei vor allem die neue Sichtweise: Denn der Geistheiler konzentriert seine Aufmerksamkeit darauf, die Menschen von kranken Zellen, Ballast und Blockaden auf geistigem Wege zu befreien. Seine Hände versinnbildlichen dabei nur, was er auf der geistigen Ebene den Menschen heilend antut. Die Wirklichkeit liegt hierbei nicht in dem, was die Menschen bei dieser Heilung zu sehen bekommen, sondern da, wo die geistige Leistung stattfindet: Im "Erbarmen Gottes", mit dessen Hilfe der Geistheiler auf den physischen Körper einwirkt.

Den Menschen ist die Weltanschauung abhanden gekommen, dass sie zuerst geistige und nicht körperliche Wesen sind ... Ja, diese Weltanschauung ist vergleichbar mit der geistigen Schau des Elisa, bei der - mit dem "Erbarmen Gottes" - den Menschen die Augen für die spirituelle Welt geöffnet wurden ( 2. Könige 6, 17 ) ... oder wie es ( in Anlehnung an Epheser 1, 18 ) heißt: "Die Welt, die wir mit geöffneten Augen sehen, ist nicht die wahre Welt." Laut Paulus ist die unsichtbare Welt die eigentliche Realität. Die sichtbare ist die Auswirkung dessen, was unsichtbar geschieht ( 2. Korinther 4, 18 ). So gesehen, gibt es immer zwei Wahrheiten ...

Doch wie wird man sehend für diese andere ( unsichtbare ) Wahrheit? Ganz einfach: Indem man lernt, mit den Augen des Herzens zu sehen. Denn auffällig ist, dass seit alter Zeit Menschen mit großen geistigen Fähigkeiten oft aus dünn besiedelten Gebieten kommen, wo das psychische Leben stark von der einsamen Landschaft und dem Rhythmus der Natur geprägt wird. Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Auf der Welt verhält sich alles verkehrt! Wo ihr viel Lebendigkeit sehet auf der Erde, da ist auch ebensoviel des Todes; wo ihr aber glaubt, es sei alles in einen ewigen Tod versunken, da herrscht zumeist des Lebens größte Fülle und eine unberechenbar eifrigste Tätigkeit desselben." ( Der Großglockner, Kap. 1, V. 38 )



The Living Matrix ( 2009 )


In dichter besiedelten Gegenden treten demnach Menschen mit geistigen Begabungen weniger oft hervor, denn "das so genannte "Zweite Gesicht" ist ... ein Eigentum jener Menschen, die stets ... in natürlicher Abgezogenheit von der Welt leben." ( Himmelsgaben, Bd. 1, Kundgabe v. 20.03.1841, V. 1 ) ... und an anderer Stelle in der Neuoffenbarung heißt es: "Die Welt zieht durch ihre schnellen, industriellen Fortschritte das Geistige mit zum desto schnelleren Verfalle." ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 3, Kap. 36, V. 5 ) Statt nach dem Heil schreit deshalb bei den Menschen der Großstädte alles nur noch nach Heilung. Es ist deshalb verständlich, dass - laut der Neuoffenbarung - der im Egoismus verlorene und in der Genusssucht verirrte ( weil in materialistischem Wahne befangene ) Mensch nur durch die Rückkehr zur reinen ( göttlichen ) Liebe das wahre Leben wieder gewinnen kann.

Vielleicht ist es demnach so, dass stille Einkehr in sich selbst eine der wichtigsten Vorraussetzungen für das "Erbarmen Gottes" ist? In den vorherigen Jahrhunderten jedenfalls wurden diese einsamen Gegenden durch die voranschreitende Motorisierung ( Eisenbahn, Flugzeug, Auto ) der Zivilisation aus ihrer Isolierung herausgelöst. Je erschlossener nun diese abgelegenen Landstriche, je mehr ihre Bewohner den "Segnungen" der Zivilisation teilhaftig wurden ( und das bedeutet unter anderem, dass sie immer mehr den "Kampf ums Dasein" zu führen hatten ), um so mehr veränderte sich ihre Geisteshaltung.

Hinzu kommt, dass die heutige Welt der Arbeit sich in einem stetigen Wandel befindet. Während früher vornehmlich technische Probleme im Vordergrund standen, wirken sich heute hoher Termindruck, Stress, ständige Erreichbarkeit, Arbeitsklima und weitere Themen in immer stärkerem Maße auf die psychische Belastbarkeit der Menschen aus. Psychische Erkrankungen machen heute ( offiziell ) etwa 10 Prozent der Erkrankungen aus und zeigen die höchsten Steigerungsraten. Darum sagt schon zu Recht der große Renaissance-Arzt Paracelsus ( 1493-1541 ): "Das Gegenmittel für alle Krankheiten ist der Seelenadel."

Die nunmehr sich abzeichnende Veränderung in der Arbeitswelt bewirkt, dass die im Menschen angelegte geistige Begabung - aufgrund der fehlenden Zeit - immer weniger Gelegenheit hat, sich zu offenbaren ... und von daher ist es nicht erstaunlich, dass sich die Anzahl der einfachen Menschen mit außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten in den letzten Jahrhunderten stark verringert hat ... Ja, vielleicht ist diese Begabung sogar "zivilisationsflüchtig"?

Und wenn man die geistige und heilerische Begabung genauer betrachtet, so stellt man fest, dass hier ( gegenüber der Schulmedizin ) ein viel weniger materieller Zugang zur Heilung geschaffen wird: Was Heilmittel bei der Schulmedizin mittelbar heilen, kann der Geist bei der Geistheilung unmittelbar heilen. Dabei baut man auf dem auf, was Jahrtausende lang bereits geglaubt, geahnt, gespürt, gewusst und als Tradition weitergegeben wurde. Die Methoden haben von daher ihren Ursprung in den langjährigen Heilungs- Erfahrungen der Menschheit.


Der Film "Joni" ( 1979 )


Ein gutes Beispiel hierfür sind Menschen, die durch Handauflegen oder durch bestimmte so genannte magnetische Striche heilend auf den kranken Organismus eines Menschen einwirken können. Dieses Heilverfahren, das übrigens seit uralten Zeiten bereits von eingeweihten Menschen angewandt worden ist, ist durch den Arzt Franz Anton Mesmer ( 1734-1815 ) zur allgemeinen Kenntnis gelangt, und wird nach ihm bisweilen Mesmerismus genannt. Zehn Jahre später entdeckte Marquis de Puységur ( 1751-1825 ) den magnetischen Schlaf, das heißt den künstlichen Somnambulismus beziehungsweise die Hypnose.

Mesmer, der 1734 in Iznang am Bodensee geboren war und nach theologischen und rechtswissenschaftlichen Studien ein medizinisches Studium im Jahre 1766 in Wien mit der Promotion abgeschlossen hatte, erhob den Anspruch, Personen und Gegenstände durch sein eigenes Fluidum magnetisieren zu können. Er stellt im 18. Jahrhundert die These auf, dass das ganze Universum von einer bisher unentdeckten Energie durchdrungen sei. Diese Energie nannte er Magnetismus. Ferner behauptete er, dass alle Krankheiten die Folge eines gestörten Gleichgewichtes dieser Energie sei, die sich im kranken Menschen in einer disharmonischen Verfassung befinde. Der kranke Mensch kann geheilt werden, wenn das gestörte Gleichgewicht wieder ausgewogen wird. Dazu ist es notwendig, dass diese geheimnisvolle, unbekannte Kraft den Körper des kranken Menschen von außen her zugeführt wird. Diese Zufuhr hat durch einen Magnetiseur zu geschehen, der imstande ist, diese geistige Kraft als Antenne in sich aufzunehmen, durch sich hindurchfließen und dem Körper des kranken zukommen zu lassen. Das bedeutet, dass der Magnetiseur diese geheimnisvolle, unbekannte Kraft in sich aufnimmt und sie durch magnetisierte Gegenstände oder direkt auf das magnetische Fluidum des kranken Körpers überleitet und dafür sorgt, dass es wieder regelmäßig im Körper verteilt wird.

Mesmer hat seine Gedanken 1814 in seinem Werk "Mesmerismus" veröffentlicht und verteidigt: Der Heilungsprozess des Mesmerismus bestand darin, dass ein energetisches Gleichgewicht im kranken Menschen wiederhergestellt wird, indem eine ( geistige ) Kraft von einem Menschen zum anderen überfließt, die die Lebens- und Heilkraft des kranken Menschen unterstützt und so zur Heilung mithilft. ( Diese Ausstrahlung, die besonders aus den Fingerspitzen ausströmt, hat man bereits auf einem hoch lichtempfindlichen Fotofilm feststellen können. )

Zum Wesen des Mesmerismus schrieb der oben genannte Marquis de Puységur: "Die ganze Lehre vom tierischen Magnetismus ist in den zwei Worten enthalten: Glauben und Wollen." Puységur erkannte, "dass Mesmers Lehre von dem physikalischen Fluidum nichtig war", und begriff, "dass das wirklich Wirksame bei der Heilung der Wille des Magnetiseurs war". Ähnlich sieht es auch die Neuoffenbarung: "Der Magnetismus oder vielmehr das magnetische Fluidum ist in allem Ernste nichts anderes als Mein eigener, Meine Gedanken fortwährend erhaltener und leitender Wille" ( Der Mond, Kap.6, V. 25 ). "Ihr wisst, dass zum so genannten Magnetisieren ein fester Wille in der überzeugenden Kraft des Glaubens erforderlich ist, um jemandem auf diese Art zu helfen." ( Der Mond, Kap. 6, V. 26 ).



Prof. Dr. Sabine Bobert: "Mystik - Den Sand aus dem Getriebe schütteln.
Wie Meditieren unseren Geist klärt."


Online-Vorträge



"In sich selbst ruhen und Gottes Gegenwart im Alltag spüren"



"Die heilende Kraft des Gebets"

Teil I:  

Teil II: 



"Ausgegossen in Himmel und Hölle.
Ethik und kontemplatives Mitgefühl"



Vortragende: Prof. Dr. Sabine Bobert
( Theologischen Fakultät der CAU in Kiel )


Diese Geistheilung wirkt insofern religiös, als es ihr gelingt, die Menschen für die Begegnung mit dem Transzendenten zu sensibilisieren ... und ihnen das "Erbarmen Gottes" als heilende Kraft nahe zu bringen. ( Das Wort "Heil" stammt übrigens vom gotischen Wort "hails" ab, was "ganz" oder "vollständig" bedeutet. "Heil" oder "Unheil" ist somit nicht so sehr eine äußerliche Beschreibung eines Zustands, sondern betrifft vor allem den inneren Menschen, seinen Seelenzustand: Gott schenkt Erlösung von allem Unheil an Leib und Seele, und der Glaubende erfährt sein neues Leben als "Leben für Gott". )

Diese Heilung durch den Geist scheint nun auch langsam in die Schulmedizin einzudringen. So wurden zum Beispiel psychiatrisch auffällige Patienten und eine entsprechende Kontrollgruppe während eines achtwöchigen Meditationskurses neurophysiologisch untersucht und eine stark verbesserte Durchblutung und entsprechend verstärkte Reaktionen auf akustische Reize festgestellt. Auch wurde das vormalige Grübeln zugunsten neuer Aufmerksamkeiten verändert. Die dabei erstellten Messkurven des Elektroenzephalogramms ( abgekürzt: EEG ) passten wunderbar zu den Erfahrungen der Studienteilnehmer: Viele von ihnen konnten endlich wieder klar denken. Das "medizinische" Meditieren, das heute schon an verschiedenen Kliniken zur Behandlung von Patienten eingesetzt wird, um primär eine Besserung der Symptome ( und nicht eine spirituelle Erleuchtung ) herbeizuführen, half den Studienteilnehmern, ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Dadurch verloren sie sich weniger häufig in negative Gedanken.



Wunder von Lourdes


Zur Erforschung der Heilkraft des Geistes wurde der sogenannte Vagusnerv untersucht. Dieser zehnte Hirnnerv läuft vom Hirnstamm den Hals entlang durch die Brusthöhle bis zu den Eingeweiden und endet in vielen Verästelungen. Er versorgt die äußeren Gehörgänge, den Schlund, den Kehlkopf, die Lunge, den Magen, den Darm und das Herz. Beim Einatmen schlägt das Herz oftmals etwas schneller als beim Ausatmen. Der Unterschied ergibt den Spannungszustand des Vagusnervs. Das heißt: Ein hoher Tonus bürgt für eine geregelte Verdauung und ist unverzichtbar für soziale Kontakte. Der Blick in die Augen, das einfühlsame Lächeln und das zustimmende Nicken - all das läuft ebenfalls über den Vagusnerv. Die Neurowissenschaftler kamen somit zu dem Ergebnis: Wer sich mit guten Gefühlen versorgt, der verbessert den Tonus des Nervus vagus ... und das wiederum ist mit guter Gesundheit verbunden - und könnte zu einem längeren Leben führen.

Aus diesem Grund predigte auch Jesus schon vor 2000 Jahren über die Wichtigkeit des Gebets. Er redete in diesem Zusammenhang von einer bevorstehenden Erlösung, von der kommenden geistigen Welt und der Notwendigkeit, sich von der bloßen Buchstaben- und Gesetzesgläubigkeit zu lösen und zu Gott in ein neues Verhältnis zu treten, sich zur "Kindschaft" zu bekennen mit allem, was dazu gehört: Liebe, Demut, Güte, Offenheit, Mildtätigkeit. Alles, was dem entgegen steht, kann aus religiöser Sicht nur als Feigheit bezeichnet werden. Denn es heißt doch ( Psalm 96, 2-3 ): "Verkündigt von Tag zu Tag Sein Heil und erzählt unter allen Völkern Seine Wundertaten!"

Das sittliche Gesetz des Neuen Bundes zeigt sich deutlich und leicht fassbar mit allen seinen Folgerungen. Nicht die glänzenden Eigenschaften des Menschen zählen, sondern die verborgenen und unscheinbaren Tugenden, die jeder verwirklichen kann. In diesem Sinne haben medizin-wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass ca. 50 Prozent aller körperlichen Krankheiten ihre Ursache in psychischem Fehlverhalten haben. Gegen 90 Prozent körperlich Kranker würden Heilung oder Besserung erleben, wenn sie seelisch gesunden könnten ( ... und nicht mehr den rein weltlichen Werten folgen, die sie zerstören. ) Nachweislich leidet jeder Sechste in Deutschland an einer psychischen Erkrankung ( z.B.: Angsterkrankung, Depression und psychosomatische Erkrankung, etc. ) und bedarf dringend ärztlicher Hilfe. Von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Viele Menschen suchen deshalb Heilung, indem sie in der Bibel lesen ( ... und dadurch erkennen, wo das Wertesystem dieser Welt Besitz von ihnen ergriffen hat ... und worin Gottes Werte liegen ). Ein indisches Sprichwort sagt hierzu: "Krank ist nur der Geist, der Körper wird es erst dadurch."

Wer demnach mit Gott geht, weiß sich getragen und geborgen, weiß immer um den Ort der Hilfe und des Heils. Wer in der Sünde lebt, also von Gott abgewendet, wird die Heilung von Krankheit, die sich als Folge des Gottesverlustes eingestellt hat, im Äußeren begehren, und es wird nicht endgültig helfen. Der Glaube an die Krankheit, an ihren Verlauf, die Gedanken über die Dauer der Krankheit werden dem von Gott abgewendeten Menschen wichtiger als alles andere. Er wird Bücher lesen, verschiedne Ärzte aufsuchen, wird mit Menschen reden und sich in Selbsthilfegruppen zusammentun, die ihr Leben nach dem Motto gestalten: Mit der Krankheit leben.

Wer dagegen für die Aufhebung der Krankheit betet, weist der Krankheit den rechten Platz zu. An die Krankheit glauben, stellt demnach eine Form des Aberglaubens und der Götzenanbetung dar. Gesundung realisiert sich in dem Maße, wie man versteht, dass man ein Teil Gottes ist, ein Baustein am Christusleib. Gott und Christus können aber nicht krank sein, das geht nicht. Deshalb gilt es, sich selbst im Innersten zu überprüfen, um das Problem, das die Krankheit verursacht hat, zu lösen.


Psychologie für den Alltag



Teil 1: "Wie funktioniert Mensch-Sein?"



Teil 2: "Die Wahrnehmung"



Teil 3: "Das Innehalten: Gewahr-Werden"



Teil 4: "Das Unbewusste - Kreative Möglichkeiten"



Teil 5: "Das Unbewusste - Altlasten"



Teil 6: "Was sind Emotionen?"



Teil 7: "Unser Umgang mit Emotionen"



Teil 8: "Innere Ökologie: Gesunder Umgang mit Idealen"



Teil 9: "Drei Arten von Motivation"



Teil 10: "Körperliches Wohlsein als innere Mitte"



Teil 11: "Die drei Alternativen im Umgang mit unserem Umfeld"



Teil 12: "Gespräch: Verwaltung des inneren Raums"



Teil 13: "Unser Umgang mit Anderen"


Weil Krankheiten sehr oft Fehlhaltungen anzeigen, weil sie auf psychische Widrigkeiten zurückgehen, deshalb müssen sie ein Anlass zur Besinnung und zur Kurskorrektur sein, zum Nachdenken darüber, wie man harmonischer und menschenwürdiger leben kann. Der kranke Mensch muss seine Einstellung zum Leben grundlegend ändern.

Die unheilvolle Lebenshaltung, die die Krankheit hervorgerufen hat, muss aufgearbeitet und in den Dienst der Entwicklung der Seele, damit aber des Heiles, gestellt werden. Die Krankheit kann nur geheilt werden, wenn sich in der Seele die unendliche Kraft verwirklicht, die der Christ Gott nennt, die man nicht begreifen kann, deren Drängen man jedoch in sich verspürt, wenn in ihr jener innere Wachstumsprozess wieder in Gang gesetzt wird, der durch die Krankheit ins Stocken geraten ist. Der Mensch muss daher umkehren und so den inneren Frieden zurückgewinnen.

Man kann der Krankheit den Glauben entziehen, indem man zunächst nach der Botschaft der Krankheit forscht und dann alles daran setzt, seine Glaubenshaltung auf den richtigen Kurs zu bringen ( Jeremia 17, 14 ): "Heile Du mich, Herr, so werde ich heil, hilf Du mir, so ist mir geholfen." In diesem Sinne sollte man demnach seine Glaubenskräfte mit der Gewissheit tränken, dass Gott einen immer nur Heil und Heilung schenken will.


Der Film "Das Innenleben einer Zelle" ( 2006 )


Das Schlagwort, mit dem heute schon die überwiegende Mehrzahl der Krankheiten kennzeichnend eingestuft wird, heißt "psychosomatisch". Die Psyche ist die Seele, der Begriff Soma meint den Körper. Psychosomatisch bedeutet dann nichts anderes als die Erkenntnis, dass Krankheit eine außerhalb des Körpers liegende Ursache hat. Krankheit wird in diesen Fällen nicht mehr gleichgesetzt mit einem zufälligen Funktionsausfall eines Teiles des Körpers. Krankheit wird hier schon als Ausdruck eines Problems gesehen, welches auf einer anderen Ebene als der des Körpers entstanden ist.

Der Mensch, der krank ist und daraufhin behandelt wird, ist ein Patient: Der Begriff kommt vom lateinischen Wort für dulden her und hängt mit Leid zusammen. Der Patient leidet und möchte manches Mal Mitleid. Was aber die wenigsten wollen, ist, selbst Verantwortung zu übernehmen im Sinne der Erkenntnis: Ich habe etwas nicht beachtet, ich habe etwas falsch gemacht und muss mich ändern. Und Erkennen ist das, was für eine Änderung an erster Stelle erforderlich ist. Wer ist schon bereit, der Wahrheit ins Auge zu sehen?

Zu Kriegszeiten, wenn einer Stadt ein Angriff bevorsteht, heulen die Sirenen. Das ist ein erstes Zeichen, dem jeder Mensch, der am Überleben interessiert ist, seine Aufmerksamkeit schenkt. Niemand würde auf die Idee kommen, die Sirenen zu entfernen, um sich dann ruhig im Sessel zurückzulehnen mit dem Gefühl: "Nun kommt kein Angriff mehr." Die Krankheiten sind die Sirenen des Innenlebens, der Angriffzustände auf der seelisch-geistigen Ebene des Menschen. Die ärztlichen Eingriffe und die Verabreichung von Medikamenten kommen manches Mal dem Entfernen der Sirenen gleich. Mit dem Entfernen der Sirenen hat man noch keinen Angriff entgegengewirkt. Der Angriff findet auch weiterhin statt.

Geistheilen heißt somit hier nicht, die körperlichen Symptome mit Medikamenten wegzudrücken. Geistheilen bedeutet in diesem Fall, die Botschaften des Körpers als Signale des Innenlebens anzunehmen und ernst zu nehmen. Denn wahre Heilung kann nur im Kontakt mit der schöpferischen Ebene des Menschen geschehen. Es gilt, die falschen Muster des Verstandes aufzulösen und dem Verstand das von der Liebe beseelte Geistprinzip vorzuschalten. Es gilt, den Menschen mit sich selbst, seinem Selbst, dem Prinzip der in ihm wohnenden Liebe, in Verbindung zu setzen.

In der mittelalterlichen Philosophie und in der Scholastik wurde hierzu, anknüpfend an Aristoteles ( 384-322 v. Chr. ), die Seele dreigeteilt gedacht: Die anima vegetativa, die pflanzlichen Wachstumskräfte, die anima sensitiva, die tierisch-triebhaften, und die anima cognitiva, die denkend-rationalen Kräfte. Die Menschen dieser Zeit sagten: "Anima est forma corporis" ( "Die Seele ist das formgebende Prinzip des Körpers" ). Die das vegetative, animale und denkerische Leben umfassende Seele greift als übergeordnetes Gestaltungsprinzip formend in den menschlichen Leib ein.

Angeregt wird diese Seele durch den Geist, der auf allen Gebieten Intuitionen und zu jeder Zeit Wandlungsimpulse schenken kann. Der Geist wirkt, wie man dies auch seit dem letzten Jahrhundert mittels eines "Lügen-Detektors" nachweisen kann: Selbst die kaltblütigsten Verbrecher und gerissensten Schwindler können vor einem solchen Apparat keine Unwahrheit sagen, ohne dass dieser eine Veränderung der Körperwärme, der Herztätigkeit und des Blutdrucks aufzeichnet. Denn im Mechanismus des Körpers wird vom Geist eine unwillkürliche Reaktion ausgelöst, wenn die Harmonie verletzt, das heißt: Die "innere Wahrheit" verfälscht wird. Die körperliche Veränderungen, die diese Disharmonie bewirkt, werden durch einen solchen Apparat registriert.


Der Film "Teresa von Avila - Teil 1" ( 1983 )


Wer ein Leben gegen diese "innere Wahrheit" führt, wird auf Dauer ( körperlichen ) Schaden erleiden. Selbst Unfälle können solche Gründe haben, - wie man weiß, gibt es manchmal ein Unglück, wenn man innerlich erregt ist. Dann gehorchen einem die Muskeln nicht und man macht einen falschen Tritt. ( Regel: Man unternehme nichts, solange man noch Ärger, Groll oder Zorn in sich verspürt. Zuerst finde man sein inneres Gleichgewicht wieder und handle dann. ) Und so ist es dann auch, wenn man unter inneren Spannungen steht. Dauert dieser Zustand an, so kommt es zu weiteren Spannungen, und der Teufelskreislauf ist geschlossen.

Um diesen Kreislauf zu brechen, wirkt die Kraft des Gebetes ebenso rasch und unmittelbar wie irgendein äußeres Mittel ( der Schulmedizin ). So kann zum Beispiel für Menschen, die in ununterbrochener Hochspannung leben und überhaupt nicht mehr fähig sind, sich zu entspannen, folgendes Gebet gelten: "Lieber Vater, ich will versuchen, nicht mehr alle Fäden selbst in der Hand zu behalten. Wenn ich mich abends zur Ruhe lege, gib mir einen sanften Schlummer, so dass ich mich nicht mehr ruhelos umherwerfe und dauernd daran denke, wie ich alles machen will. Gib mir bitte die Gnade, Dir das Regiment zu überlassen, damit ich selbst frei bin."

Durch dieses Gebet lernt der Betende, ohne Anspannung und unnötigen Kraftaufwand zu leben, und erfährt gleichzeitig, was nicht in Übereinstimmung mit der "inneren Wahrheit" ist. Denn schon Thomas von Kempen ( 1380-1471 ) schreibt in dem Werk "Die Nachfolge Christi" über das "Erbarmen Gottes": "Selig die Ohren, die das leise Wehen des göttlichen Geistes vernehmen und auf das Geräusch dieser Welt nicht achten!"

Nur in der Sphäre des Gebetes wächst der Mensch empor aus der engen Ichbezogenheit zu einer Persönlichkeit, die Gott ganz in Seinen Dienst nehmen kann. Das heißt: Der Mensch leidet an einer Krankheit, um etwas aus dem Leiden zu erfahren: Ist man ungehorsam gewesen, dann hat man wohl eine Weile dafür zu büßen, bis man seine Lektion gelernt hat. Dann wird Gott das von einem nehmen, was Er einem zu diesem Zweck geschickt hat: Wenn man lernt und hört und gehorcht, dann wird man nicht mehr leiden müssen. Man braucht dann auch nicht mehr zu beten: "Ach, Herr, was habe ich getan oder unterlassen? Führe Du mich und gib mir Klarheit."

Viele Menschen denken hier wie Hiob in der Bibel: "Ich habe ein frommes Leben geführt und bin allen Vorschriften gehorsam gewesen. Ich weiß, dass es einen Gott gibt und bewundere Seine gewaltigen Werke. Gesündigt habe ich nicht und gebe nicht zu, dass meine eigenen Sünden die Ursache meines Leidens sein sollen." Diese Menschen denken aber nur an die groben Sünden, und hier liegt ihr Irrtum. Diese oder jene handgreifliche Sünde haben diese nicht begangen. Aber die kleinen und verborgenen Sünden sehen sie nicht, da sie oft nur im Unbewussten liegen. So ist es hier zum Beispiel das allerverborgenste Gefühl, von Gott getrennt zu sein, was diese Sünde ausmacht. Solche Menschen haben Gott nicht mit dem Herzen gesucht, sondern allein mit dem Verstand und der Vernunft, und so lässt sich das "Erbarmen Gottes" nicht finden. In diesem Sinne heißt es ( Jesaja 59, 1-2 ): "Siehe, des Herrn Hand ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könne, und Seine Ohren sind nicht hart geworden, dass Er nicht höre; sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure Sünden verbergen Sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehöret werdet."

Wenn also bei der Krankheit die Ursache im Geistigen ( im Denken und Fühlen ) zu suchen ist, dann muss auch hier ( im Geistigen ) eine Veränderung eintreten, damit das Leben wieder in Harmonie mit dem göttlichen Willen, der "inneren Wahrheit", stattfinden kann. Oft liegt jedoch die Ursache so tief im Unbewussten, dass eine tiefgehende Erforschung durch Meditation und Gebet erforderlich ist. Um sich ( geistig ) befreien und heilen zu lassen, ist in einem ersten Schritt die innere Stimme als solche wahrzunehmen, damit diese in einem zweiten Schritt als Gnadenquelle in die äußere Gestaltung des eigenen Lebens einfließen kann ... ( Das heißt: Nur wenn der Seelenfrieden mit der "inneren Wahrheit" wiederhergestellt ist, kann hier eine Gesundung am Körper eintreten. )

Alles Sichtbare ist hier ( wie im Höhlengleichnis von Platon ) Ausdruck einer Idee und somit Mittler zum Unsichtbaren. Im Sichtbaren ( dem Körper ) drückt sich das Unsichtbare ( die Seele ) aus ... und tritt damit in Kommunikation mit dem Verstand des Menschen. Es liegt nun am Verstand ( und Willen ) des Menschen, diese Kommunikation der Seele zu akzeptieren. Das heißt: Der Körper ist gemäß dieser Sichtweise nur Mittel zum Zweck. Er ( der Körper ) tut nichts aus sich selbst heraus, sondern reagiert so, wie es ihm die unsichtbare Seele vorgibt. Liegt für die Seele eine Belastung ( zum Beispiel: verdrängte Konflikte im Bewusstsein ) vor, so signalisiert sie dies über den Gesundheitszustand des Körpers. ( So wie es sich im Körper zeigt, so ist es auch in der Seele. ) Der Verstand hat nun die Aufgabe, diese Krankheit zu hinterfragen und nach der Ursache derselben zu forschen: "Was mache ich falsch? Welche Konflikte werden verdrängt? Wie muss ich meine Denkweise und Lebensgewohnheiten ändern?"

Hinter diesen Fragen verbirgt sich auch die Auffassung der Neuoffenbarung, dass der Ursprung des Leidens im Geistigen zu suchen ist: Wer seine Gedanken korrigiert, der wird geheilt. Denn die Krankheit ist ein Unglaube und hat ihre Ursache in einem falschen Denken. Wer dagegen sein Denken korrigiert, wird befreit von der Krankheit.

Wenn also die Ursache der Krankheit im Geistigen zu suchen ist, so hat dieser Geist auch die Kraft, die Krankheit zu überwinden. Dabei ist wichtig, zu wissen: Der Geist handelt nicht aus sich selbst heraus, sondern wird durch Gedanken von innen und Meinungen von außen gehandhabt. Was auch immer man in eine Sache hineinlegt, das kann man auch aus ihr herausholen. Denn der Geist besteht aus Ideen, die im Geist behalten werden. Wenn man sich auf ein einziges Prinzip konzentriert, wird diese Konzentration den Geist auf geheimnisvolle Weise verändern und ihm dazu verhelfen, sich vertrauensvoll über viele seiner früheren Vorstellungen und Ängste zu erheben.

Das heißt: Wenn man an eine Sache glaubt, erfolgt die entsprechende Wirkung, ob man daran denkt oder nicht. Jesus sagt hierzu ( Markus 9, 23 ): "Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt." Und an anderer Stelle sagt Er ( Markus 16, 17-18 ): "Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In Meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben; und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden." Und als die Jünger Jesus fragten, warum sie verschiedene Fälle nicht heilen konnten, war Seine klare Antwort ( Matthäus 17, 20 ): "Um eures Unglaubens willen."

In diesem Sinne lehrt auch die Neuoffenbarung den Weg des Heils mit größtem Nachdruck im Glauben und in der ununterbrochenen innigen Lebensverbindung mit Gott. Es heißt hierzu: "Ich sage es euch: Gott weiß um alles und sorgt auch für alles! Aber da die meisten Menschen in dieser Zeit Gott gar nicht mehr kennen und nichts von Ihm wissen, wie sollen sie dann darum wissen, was Gott tut, und was Er verordnet zu ihrem möglichen Heile?! Würde Gott auf die Sünden der Menschen nicht die entsprechenden Krankheiten zugelassen haben, so ginge mehr denn die halbe Menschheit gänzlich zugrunde, und die Erde würde ganz zur Hölle werden." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 6, Kapitel 55, Vers 6-7 ) Das heißt: Alles Leid dieser Welt ist dadurch entstanden, dass der Mensch sich gegen Gott und Seine Gebote entschieden hat. Da die Menschen durch ihr Tun immer wieder zeigen, dass sie von Gott entfremdet leben, müssen sie auch mit den Folgen, die daraus entstehen, leben. Es heißt hierzu in der Neuoffenbarung:


"Der Schmerz ist als Feger von Mir euch gegeben;
Er läutert den Leib und die Seele vom Streben
Nach eitlen nichtigen irdischen Dingen,
Und hilft euch ein schmerzloses Leben erringen."
( Psalmen und Gedichte, "Der Schmerz", Vers 2 )

 

Der Film "Teresa von Avila - Teil 2" ( 1983 )


Nach den Lehren der Neuoffenbarung ist der Mensch eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib, wobei der Leib in diesem Dreiklang von mehr untergeordneter, dienender Bedeutung ist. Er hat keine weitere Aufgabe, als der Seele und dem Geist ein Gefäß und taugliches Werkzeug zu sein, durch dessen Aufbau, Erhaltung und weisen Gebrauch die Seele unter Leitung des göttlich erleuchteten Geistes den willigen und gesegneten Dienst in der Ordnung Gottes lernen soll. Das heißt: Der Geist beeinflusst das Befinden des Leibes.

Da in der ganzen Welt nichts ohne einen weisen, im Willen und in der Ordnung Gottes gelegenen Grund geschieht, so gibt es auch keine Störung, Unregelmäßigkeit oder Schadhaftigkeit im kunstvollen Organismus des Leibes, die nicht letzten Endes geistig begründet wäre.

Von daher ist nicht der wichtigste Teil der Gesundung, dass der physische Körper geheilt wird, sondern die seelische Gesundheit ist für den Menschen wichtiger als die körperliche: Wer seelisch ausgeglichen und erfüllt ist, kann sich auch in einem kranken oder behinderten Körper wohl fühlen; wer dagegen an seiner Seele leidet, dem ist auch ein gesunder Körper kein großer Trost: Gesundet die Seele, gesundet der Leib.

Worin liegen also nun die Gründe, wenn der Mensch in seinem Körper Unstimmigkeiten und infolgedessen Schmerzen oder Unwohlsein fühlt? Hierzu heißt es - wie oben schon beschrieben - in der Neuoffenbarung: "Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in eine Not und in ein Elend verfallen. Wenn ihr sonach auch in euren Nachkommen stets in und bei Mir im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleiben werdet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen; denn des Leibes Krankheiten sind allzeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen allzeit klar ausgesprochen gegebenen Gebote. Wer diese schon von seiner Jugend an treu zu halten anfängt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 9, Kapitel 35, Vers 5-7 )



Das wahre Ziel der Geistheilung ist es demnach, die Seele des Menschen zu berühren. Denn der Mensch ist ein Geistwesen mit einem physischen Körper und nicht ein Körper mit einem Geist. Dies erschließt sich schon allein daraus, dass die Atome unseres Körpers zu 90 ( vielleicht auch 99 ) Prozent aus leerem Raum ( Geist ) bestehen ... und zu 10 ( vielleicht auch nur 1 ) Prozent aus Materie ( Atomkernen und Elektronen ). Das heißt: Die Welt ist durchsetzt von unvorstellbare kleinen Teilchen, den Elektronen, die um ihre Kerne wirbeln, von ihnen jedoch durch Entfernungen getrennt sind, die hunderttausendmal größer als ihr eigenes Volumen sind. Vergrößert man zum Beispiel den Atomkern so weit, dass sein Durchmesser einen Meter beträgt, dann würden die ihm zunächst schwebenden Elektronen in 10 km Abstand, die äußersten Elektronen des Atoms in etwa 100 km Entfernung kreisen ... Und dazwischen - nichts: Von diesen wenigen verlorenen Teilchen abgesehen, ist das Innere des Atoms leer ... und dies wiederum heißt: In allem, was man sieht, dominiert ( volumenmäßig ) ein leerer Raum ( der Geist ): Würde man diesen Geist aus den Atomen des Körpers entfernen, dann müsste man den Menschen mit dem Mikroskop suchen, so winzig wären er.

Wie oben - so unten! Dieser Satz gilt für das ganze Universum. Denn die Atomphysik entdeckte im winzigen Sandkorn eine Klein-Sterneninsel von Trillionen Atom-Sonnenwelten, deren jede wieder von Elektronen-Planeten umkreist wird. Das heißt: Wie die Planeten die Sonne, so umschwirren die Elektronen den Kern des Atoms - Und zwar mit Geschwindigkeiten von 10.000 km in der Sekunde, was bei der Winzigkeit des ganzen Atoms bedeutet, dass die Elektronen in jeder Sekunde etwa sechs Billionen Mal um den Atomkern rotieren.

In der Neuoffenbarung ( aus dem Jahr 1847 ) heißt es hierzu: "Wäre es euch möglich, ein solches atomistisches Tierchen ( das heißt: Atomkern ) untersuchend zu betrachten, freilich mehr mit geistigen als wie mit den schärfst bewaffneten Leibesaugen, da würdet ihr in einem jeden solchen atomistischen Tierchen eine Miniaturhülsenglobe ( das heißt: Ein Miniatur-Weltsystem ) entdecken, in welcher im kleinsten Maßstabe das ganze Universum wie abgebildet zum Vorscheine kommt." ( Erde und Mond, Kap. 18, V. 8 )

Die gesamte Materie baut sich demnach aus solchen Miniatur-Weltsystemen, den Atomen, auf, die man als lebendige Wesenheiten, als "Tierchen", nur biologisch verstehen kann ... und der gesamte menschliche Körper besteht aus ihnen. Das heißt: So klein und nichtig der Mensch im Vergleich zu den unendlichen Weiten des Universums erscheint, so ist er diesem Sternenall zutiefst verwandt ... und besteht zum größten Teil aus Geist.

Aus diesem Grund sollte sich der Mensch mehr mit seinem Geist befassen ( während die Schulmedizin sich allein auf die 10 ( vielleicht auch nur 1 ) Prozent Materie konzentriert ): Ist der Geist in Ordnung, dann wird auch der Körper ( Materie ) in Ordnung sein ... aber wenn der Geist nicht in Ordnung ist, kann auch der Körper nicht in Ordnung sein.

Doch wie gelangt nun der Mensch aus der Welt der Materie in die Welt des Geistes? Es vollzieht sich in zwei Schritten: Der erste Schritt ist der, dass man die Welt der Materie völlig vergisst und sich dabei ruhig, entspannt und behaglich fühlt. In einem zweiten Schritt gilt es, seinen Denkprozess auszuschalten. Dabei versucht man, einen Bewusstseinszustand zu erlangen, der jenseits der Vernunft und über aller Verstandestätigkeit liegt, so dass die Gedanken in das Schweigen, das man sucht, nicht störend einbrechen können.



Wunder in Deutschland


Wer dies eine Weile praktiziert, wird automatisch in die Stille geführt, wo es nur darauf ankommt, intensiv zu lauschen. Auf diese Weise fühlt man sich nun emporgehoben in eine verdünnte Höhenluft, in der alle Zweifel und Schwierigkeiten hinter einem liegen. In diese Höhenluft können die diesseitigen Sorgen nicht mit hinauf gelangen ... Und so fühlt man sich plötzlich wundervoll frei, gelöst und aufgeschlossen dafür, dass man in Ehrfurcht vor Gott steht ( beziehungsweise: sitzt. )

Wenn man so vor Gott tritt, überkommt einen das Empfinden, Ihm ganz nahe zu sein. Man fühlt den Trost und die tiefe Geborgenheit in Seiner Liebe ... und man wird geliebt, umsorgt, behütet und gestärkt. Plötzlich ist man abgestimmt auf die große Harmonie und man ist eins mit der Gnadenquelle des Lebens. Das heißt: Man erfährt das "Erbarmen Gottes".

Für den Kranken ist es demnach viel wichtiger, in ein richtiges Verhältnis zu Gott und Seinem Reich zu kommen, als nur um Gesundheit zu beten. Ein Kranker kann freilich um Gesundheit beten, aber dabei doch immerhin im Herzen unbußfertig sein und den Keim seines Übels weiter mit sich herumtragen. Anders aber ist die Sache bei jenem Bußfertigen, der sein Herz Gott öffnet und damit den Geist Gottes in sein ganzes Wesen einströmen lässt: Dieser wird ein neuer Mensch werden im Geiste, und die Rückwirkung vom Geist auf den Körper wird diesen dann ebenfalls gesund machen und die Krankheit in ihrer Wurzel verdorren machen. Der Geist, die eigenen Gedanken, die Ausrichtung und Reinheit des eigenen Herzens, das ist das Entscheidende - diesem folgen alle anderen Dinge im eigenen Leben ursächlich nach.

   

Fazit: Voraussetzung für das "Erbarmen Gottes" ist, dass sich göttliche und irdische Gedanken im Einklang befinden. Tun sie es nicht, spiegelt sich diese Disharmonie im Körper des Menschen wieder, und Krankheit und Leiden folgen. So kommt es,

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dass viele Krankheiten ihre Ursache in einem nicht gottgemäßen Denken und Handeln haben ( Neid, Eifersucht, Furcht und Besitzgier sind Krankheiten des Geistes ... und diese beeinträchtigen leicht das Wohlbefinden: So bringen Ängstlichkeit und Sorgen z.B. Herzstörungen ),

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dass die Hauptfunktion der Geistheilung es ist, als richtungsweisende Fürbitte tätig zu sein: Die wahre Geistheilung erfolgt in der Berührung der Seele durch das "Erbarmen Gottes",

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dass die Hauptaufgabe der Geistheilung nicht ist, die Wirkung der Krankheit zu heilen, sondern die Ursache des Leidens zu entfernen.

Die Heilung einer Krankheit, deren Ursache im Seelischen liegt, kommt demnach nur durch eine Veränderung der Seele des Menschen zustande: Ehe nicht bei einer solchen Erkrankung die Seele geheilt wird, ist die Behandlung des Körpers eigentlich völlig nutzlos. Denn die wahre Genesung erfolgt durch die Heilung der Seele mit geistigen Mitteln und durch die oben beschriebene innere Umkehr: Durch das "Erbarmen Gottes", die Selbsterkenntnis und die Bereinigung des eigenen Fehlverhaltens.

Unter Selbsterkenntnis ist in der Neuoffenbarung in erster Linie nicht die Erkenntnis der empirischen Beschaffenheit des menschlichen Körpers gemeint, sondern vielmehr die Einsicht, dass der menschliche Körper einst Staub und Asche sein wird und dass Gottes Majestät der menschlichen Nichtigkeit gebietend gegenübertritt. So liegt es am Menschen, sich durch ein "Selbst-Herabsetzen" das Fundament für eine innere geistige Entwicklung zu schaffen.

Denn seine Krankheit hat auch etwas - wie oben schon beschrieben - mit dem eigenen Fehlverhalten zu tun, mit einem Verstoß gegen die göttlichen Gesetze. Wenn Jesus Christus laut der Neuoffenbarung jemand heilt, so erweckt Er den in der Seele begrabenen Geist: "Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Moment in die normale Ordnung zu setzen. Das nennt man dann eine Wunderheilung." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 3, Kapitel 12, Vers 8-9 )

Dieses "Erbarmen Gottes" kann man mit fünf einfachen Worten beschreiben. Sie klingen genaugenommen wie eine Botschaft zur Heilung ... und diese lautet: "Man wird, was man denkt!" Denn das seelische Befinden hat Einfluss auf den Körper ... In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich der Heilungssuchende - wie oben erläutert - an einen ruhigen Platz zurückzieht, wo er ungestört und in entspannter Sitzhaltung die Botschaft von oben - die innere, mutmachende Stimme - zur richtigen Lebensführung ( Ernährung, Hobbys, Lebensziele ) empfangen kann ... und dieser Stimme uneingeschränkt vertraut. Denn diese Stimme will die Krankheit nicht nur lindern, sondern vollständig heilen.

In diesem Sinne verkündete Jesus vor ca. 2000 Jahren tiefste Wahrheiten und höchste Erkenntnisse jedem Menschen - ohne Ansehen der Person. Denn jeder ist zur höchsten Vollkommenheit berufen ... Es heißt hierzu ( Jesaja 43, 1-3 ): "Fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist Mein. Wenn du durchs Wasser gehst, Ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen. Denn Ich bin der Herr, dein Gott, Ich, der Heilige Israels, dein Retter."

Jeder, der sich diesem Ziel der Gotteskindschaft stellt, wird erkennen, dass er es nicht allein aus eigenem erreichen kann ( durch so genannte "Selbstheilungskräfte" oder "körpereigene Heilkräfte" ), sondern dass der Vater Seinen Kindern dabei hilft ( das "Erbarmen Gottes" ). Entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen und sich der Frohbotschaft zu öffnen ... zu öffnen für eine spirituelle Heilung ... durch Gebet und Meditation.

Das anbetende Herz habe dabei stets die Verherrlichung Gottes und nicht sich selbst zum Mittelpunkt. Denn der eigentliche Sinn menschlichen Daseins ist es, Gott zu verherrlichen und sich jetzt und in alle Ewigkeit an Ihm zu erfreuen, dass Er einen erlöst hat. Darum kommt die wahre Anbetung, die Gott gefällt, aus dem Herzen eines Menschen, das Gott erlöst hat.

In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "So ihr vernehmet, dass da in der Ferne ein Freund krank darniederliegt, dann betet über ihn und legt im Geiste die Hände auf ihn, und es soll besser werden mit ihm! Dabei bestehe das im Herzen ausgesprochene Gebet in wenigen Worten: "Jesus der Herr wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!" So ihr das voll Glauben und Vertrauen zu Mir über einen noch so ferne weilenden kranken Freund aussprechen und dabei über ihn im Geiste eure Hände halten werdet, so wird es mit ihm zur Stunde besser werden, wenn es zu seinem Seelenheile dienlich ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 43. Vers 8-9 ) Die Heilung durch die Auflegung der Hände ist laut der Neuoffenbarung auch ein Erkennungszeichen der von Gott gesandten wahren Lehrer: "Ein jeder rechter Himmelsbote wird von Mir aus die Fähigkeit erhalten, jeden Kranken zu heilen durch die Auflegung seiner Hände." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 4, Kap. 165, Vers 13 )

Bei einer Geistheilung ist es demnach das Ziel, das "Erbarmen Gottes" auf den Menschen hin zu lenken: Durch das Auflegen der Hände, durch das Aufsagen von Gebeten oder durch die "Fernheilung" gilt es in der Geistheilung den Geist des Menschen zu heilen und ihn wieder in die gottbestimmte Ausgewogenheit, in die Versöhnung mit Gott zurückzuführen: Heilungsprozesse gehen dabei oftmals mit einer Transzendenz-Erfahrung oder einer ( mystischen ) Gottesbegegnung, dass das Leben des Kranken grundlegend verwandelt, einher.

Demnach predigte Jesus nicht über eine äußere, soziologisch und politisch erfassbare Realität, sondern über eine innere, geistige Wirklichkeit, die nur mit den Augen des Glaubens erkennbar ist. Der Mensch ist dazu berufen, ein Ebenbild Gottes zu sein, ein Geistwesen, das seine Wohnstätte "im Haus des Vaters" und nicht "in der Welt" hat. In dieses "Haus des Vaters" gehen die Menschen "aus Gnade" ein, nicht weil sie ein Recht darauf haben oder für ihre Leistungen belohnt werden und es sich verdient haben.

Zu dieser Rückverbindung mit Gott sind alle Menschen eingeladen. Niemand ist dabei bevorzugt, entscheidend ist allein die Bereitschaft sich mit dem Vater versöhnen zu lassen und in die bereitete Wohnung heimkehren zu wollen. Jesus sagte ( Matthäus 10, 8 ): "Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch."

Die Macht zu Heilen überraschte die Zeitgenossen Jesu ... wobei Jesus selbst Seine Macht des Heilens auf göttliche Vollmacht zurückführte. Von daher ist Heilenkönnen eine der Geistgaben, jedoch nicht allen Glaubenden gegeben ( Matthäus 10, 1 ): "Und Er rief Seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie sie austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen."

Die Bibel sieht die irdische Welt umschlossen und durchdrungen von der so genannten unsichtbaren Welt, in der die Engel leben, die sich unterscheiden in reine und unreine Geister, in Engel Gottes und Engel des Teufels. Letztere sind in Sünde gefallen und versuchen die Gläubigen von Gott zu trennen. Sie treten als dämonische Kräfte an den Tag in Form von Süchten, Manien, seelisch-geistigen Störungen, dem Trieb zum Bösen. Auch darüber ist Jesus Herr. Er bedient sich der Schöpfung als ihr Meister und sieht sich selbst als "Arzt der Kranken" ( Markus 2, 17 ).



Exkurs

Wenn auch das griechische Wort daimonia im allgemeinen als "Teufel" übersetzt wird, so wäre es doch richtiger, "Dämonen" zu sagen. Denn es gibt nur einen Teufel ( griechisch: diabolos ), d.h. Satan. Die Wirklichkeit und die Persönlichkeit der Dämonen bezeugen die Schriften des Neuen Testaments im überreichlichen Maße.



Besessen von bösen Geistern


Unter der Voraussetzung, dass zwischen allgemeiner Krankheit und dämonischer Besessenheit ein Unterschied besteht, lässt sich hier zusammenfassend sagen:


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Dämonen sind Geister ( Matthäus 12, 43-45 ), Satans Gesandte ( Matthäus 12, 26-27 ); sie sind so zahlreich, dass die Macht Satans praktisch überall wirksam ist ( Markus 5, 9 ).

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Sie sind fähig, in Menschen und in Tieren einzugehen und sie zu beherrschen ( Markus 5, 2; 5, 11-13 ); sie suchen ernstlich nach Behausung, ohne welche sie scheinbar machtlos sind, Böses zu tun ( Matthäus 12, 43-44; Markus 5, 10-12 ).

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Dämonischer Einfluss und dämonische Besessenheit werden im Neuen Testament unterschieden ( Matthäus 4, 24; 9, 32; 12, 22; Markus 1, 32; 5, 15-18; Lukas 8, 36; Apostelgeschichte 8, 7; 16, 16 ).

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Dämonen dürfen nicht verwechselt werden mit den Engeln, die in 2. Petrus 2, 4 und Judas 6 erwähnt werden. Denn sie sind unrein, finster, gewalttätig und bösartig ( Matthäus 8, 28; 9, 33; 10, 1; 12, 43; Markus 1, 23; 5, 3-5; 9, 17-20; Lukas 6, 18; 9, 39 ).

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Sie kennen Jesus Christus als den allerhöchsten Gott und anerkennen Seine höchste Autorität ( Matthäus 8, 31-32; Markus 1, 23-24; Apostelgeschichte 19, 15; Jakobus 2, 19 ).

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Sie wissen um ihr ewiges Geschick, dass sie ewige Qual erwartet ( Matthäus 8, 29; Lukas 8, 31 ).

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Sie fügen körperliche Krankheit zu ( Matthäus 12, 22; 17, 15-18; Lukas 13, 16 ). Aber seelische Krankheit muss unterschieden werden von der Verwirrung des Gemüts durch dämonische Herrschaft.

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Dämonischer Einfluss kann sich im Asketentum zeigen ( 1. Timotheus 4, 1-3 ), das in Unreinheit ausarten kann.

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Das Zeichen dämonischen Einflusses in der Religion ist das Abfallen vom Glauben, d.h. von dem Ganzen der geoffenbarten Wahrheit in der Schrift ( 1. Timotheus 4, 1 ).

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Die Dämonen führen einen Kampf gegen Gläubige, die ein geistliches Leben führen wollen ( Epheser 6, 12; 1. Timotheus 4, 1-3 ). Die Zuflucht des Gläubigen ist das Gebet und die geistliche Selbstzucht ( Matthäus 17, 21 ), genannt "die Waffenrüstung Gottes" ( Epheser 6, 13-18 ).

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Alle Ungläubigen stehen der dämonischen Besessenheit offen ( Epheser 2, 2 ).

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Exorzismus ( Austreibung ) in dem Namen Jesu Christi ( Apostelgeschichte 16, 18 ) wurde bei dämonischer Besessenheit angewandt.

In der Neuoffenbarung heißt es über die Ursache der Besessenheit: "Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben, ursprünglich schon, darunter zu begreifen sind die Kinder Gottes. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den besonders ungesegneten Zeugungen in den Leibern der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleich wie die Kinder des Lichtes aus der geistigen Sphäre der Himmel, in diese Welt geboren werden. Nun, solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste, das heißt von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen, besessen zu werden, was aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu verhüten.

Du fragst nun freilich, wie solches der Hölle denn doch einen Schmerz verursachen könne; denn eine solche Seele müsse der Hölle gegenüber ja doch noch ums Unnennbare kleiner und geringfügiger sein, als da ist ein Härchen am Menschen dem ganzen Menschen gegenüber. Und Ich sage dir, dass dies allerdings richtig geurteilt ist; aber ergreife du an deinem Leibe das kleinste Härchen und raufe es aus, und du wirst dabei gewahr werden, dass du beim Akte des Haarausraufens nicht bloß an der Stelle des Härchens, sondern wohl im ganzen Leibe einen unausstehlichen Stechschmerz verspüren wirst, der dich zur Verzweiflung brächte, so er nur eine Stunde gleichfort währte. Aus dieser dir nun gegebenen Erklärung kannst du nun schon ein wenig tiefer einsehen, warum auf der Erde das Besessensein vorkommt und bis ans Ende dieser Erde vorkommen wird. Dieses Besessensein aber hat für den Besessenen auch sein entschieden Gutes; denn eine solche Seele, deren Leib von irgendeinem Teufel in Besitz genommen wird, wird durch die Qualen ihres Fleisches offenbarst geläutert und vor dem bösen Eingehen in ihren Leib bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann total gewonnen für den Himmel." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 2, Kapitel 169, Vers 3-7 )

Der amerikanische Arzt Dr. Carl Wickland ( 1862-1937 ) vertrat hierzu die Meinung, dass ein Großteil psychischer Erkrankungen durch die Besessenheit von Seelen Verstorbener verursacht wird. Seiner Ansicht nach wurden viele Patienten zu unrecht als geisteskrank eingestuft, da die Ursache an anderer Stelle zu suchen sei, nämlich in der Besetzung des Betroffenen durch Seelen von Toten, die ihren Weg ins Jenseits noch nicht gefunden haben und deshalb nach einer Art "Träger" in Form eines Lebenden suchen, um sich bei ihm festzusetzen. Mit Hilfe seiner medial veranlagten Ehefrau nahm er Kontakt zu den Seelen der Verstorbenen auf, von denen viele Insassen seiner Nervenheilklinik besessen waren und konnte auf diesem Weg einige spektakuläre Heilungen erreichen. In seinem 1924 erschienenen Buch "Thirty Years Among The Dead" ( "Dreißig Jahre unter den Toten" ) beschreibt er die Geschichte einiger Patienten und wie ihnen geholfen werden konnte ... indem nämlich die besessenen Patienten aus der Verflechtung ihrer Aura mit der Aura eines unselig Verstorbenen herausgelöst wurden.



Paulus schreibt ( 1. Korinther 12, 4-28 ): "Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem anderen wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern, Wunder zu tun ...

Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einen jeglichen seines zu, nach dem Er will. Denn gleichwie ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viel sind, doch ein Leib sind: also auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geist getränkt. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele ...

Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, darnach die Wundertäter, darnach die Gaben, gesund zu machen ..."

Jesus Christus hat Seinen Jüngern Anteil gegeben an Seiner Sendung. In Seinem Namen verkündigten sie das Evangelium und trieben "Dämonen aus und salbten viele mit Öl und heilten sie" ( Markus 6, 13 ). Die Jünger wurden gesandt, den Kranken die Hände aufzulegen, damit sie gesund werden ( Markus 16, 18 ).

Doch eins muss hier auch klar gesagt werden: In den oben genannten Heilstaten stand nicht isoliert die Fähigkeit, Kranke wunderbar zu heilen, im Vordergrund; es ging um die zeichenhafte Vermittlung und Erfahrung des "Erbarmen Gottes": Das Öl, das die Jünger bei ihrem Krankendienst verwendeten ( Jakobus 5, 14 ), war stets ein Zeichen für das Wirken Gottes an den Menschen, die etwa zu Priestern, Königen und Propheten gesalbt wurden: Der Messias war der mit Gottes Geist Gesalbte. Zu dem kann das Öl auch ein Zeichen der Heiligung und der Entsündigung sein.

 

 

Die Messianität Jesu Christi lässt sich somit nicht durch sensationelle Heilungen und spektakuläre Exorzismen beweisen. Erst vor dem Hintergrund von Passion und Ostern war es möglich, das Wesen Jesu vollständig zu erfassen ( Markus 9, 9-10 ): Die wahre Bedeutung von Jesus von Nazareth wurde erst nach Seinem Tod und nach Seiner Auferstehung ( mit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten ) voll und ganz begriffen.

In diesem Sinne heißt es ( Apostelgeschichte 16, 31 ): "Glaube an den Herrn Jesus Christus, dann wirst Du gerettet". Errettet ist man erst, wenn man geistlich wiedergeboren ist: Diese Wiedergeburt ist das grösste Geschenk, das ein Mensch überhaupt erhalten kann, ein Geschenk, das unendlich mal mehr wert ist als aller Reichtum dieser Welt. "Das Gnadengeschenk Gottes ist das ewige Leben" ( Römer 6, 23 ).

 

       

 

 

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