Geistheilung

 

"Wer nicht wiedergeboren wird, der wird nicht in das Reich der Himmel eingehen!" ( Die Geistige Sonne, Band 1, Kapitel 79, Vers 12 )

 
(22:00 Uhr)


Jesus hatte zu Seiner Zeit Zeichen und Wunder getan: Er hatte die Menschen geheilt  ...  und zwar auf geistigem Wege.


Wer Jesus begegnete oder sich an Ihn wandte, konnte etwas kraftvoll Unmittelbares spüren: Seine Heilkraft, Seine Macht über Dämonen und über Naturkräfte, über Krankheit und Tod ... Von Ihm "ging eine geistige Kraft aus, die die Menschen heilte" ( Lukas 5, 17 ) und sie in Verbindung mit Gott stellte: Jesus offenbarte sich hier als "der Arzt für die Kranken" ( Markus 2, 17 ), denn Er heilte "alle Krankheiten und Leiden im Volk" ( Markus 1, 34 ).

Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen! sagt ein Sprichwort ... und so kamen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten mit ihrer Not zu Jesus und erlebten eine körperliche Heilung, wo es medizinisch eigentlich keine Hoffnung mehr gab. Blinde konnten wieder sehen, Gelähmte standen von ihrem Lager auf, unheilbare Krankheiten wie Epilepsie, Ausschläge und Lepra verschwanden: Sie alle wurden auf unerklärliche Weise wieder gesund und brachten durch ihre Heilung die Grenzen des damaligen Wissens ins Wanken.

Jesus wandte zur Genesung dieser Menschen keine medizinische Technik an, denn Er brauchte hierzu keine Diagnose im medizinischen Sinn. Allein durch Sein gesprochenes Wort ( und das sich dahinter verbergende Wirken Gottes ) wurden die Menschen gesund: Die Wunder Jesu wurden durch die Macht Gottes, die sich auf die Seelen anderer heilend auswirkte, hervorgerufen. Dieses Wunder über das gesprochene Wort Jesu war kein leibliches, materielles Einwirken, sondern ein Geistiges, das von Gott her bewerkstelligt wurde und die Geheilten zur Gesundung und zum Glauben führte ... das heißt: Zu einem Wissen von der Gegenwart und Liebe Gottes.

Hierzu schreibt der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus ( 354-430 ): "Wunder geschehen nicht im Widerspruch zur Natur, wohl aber zu dem, was wir von der Natur wissen." Doch was wissen die Menschen eigentlich von der Natur? Hirnforscher haben heutzutage herausgefunden, dass die Sinnesorgane, mit dem, was sie aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten, wie zum Beispiel das, was das Auge sieht und das Ohr hört, nur mit weniger als 10 Prozent an dem beteiligt sind, was die eigentliche Wahrnehmung ausmacht. Über 90 Prozent der eigenen Wahrnehmung ist davon bestimmt, durch welche "Brille" man schaut. Also welchen Vorurteilen, Weltanschauungen und Stimmungen man anhängt.

Die wichtigste Eigenschaft des Gehirns ist, in jedem Augenblick die eigene Wirklichkeit zu erschaffen. Dafür nimmt es 90 Prozent der Informationen aus dem eigenen Fundus. Demnach muss das, was man für wahr hält, bei jedem etwas anderes sein ... Für die Menschen zur Zeit Jesu manifestierte sich in ihrer ( damaligen ) Wahrnehmung der Heilungen Jesu Christi das "Erbarmen Gottes", so dass Christus als die "Vera unica medicina", die wahre Medizin, galt.

Und das Erstaunliche ist: Diese Heilungskraft, die Jesus damals einsetzte, steht auch heute noch zur Verfügung ... das heißt: Gott heilt auch heute Menschen, die Hilfe bei Ihm suchen. Der Apostel Paulus schreibt ( 1. Korinther 12, 8-9 ): "Einer erhält vom Geist die Gabe, göttliche Weisheit zu verkünden, der andere, Erkenntnis Gottes zu vermitteln. Derselbe Geist gibt dem einen besondere Glaubenskraft und dem anderen die Kraft zu heilen."

Zur Zeit Jesu gab es hauptsächlich zwei Gruppen von Heilern: Die professionellen Ärzte, die einen schlechten Ruf hatten ( Markus 5, 26 ), und die "Wunderheiler", die sehr beliebt waren. Wer Jesus damals erlebte, sah in Ihm demnach nicht nur den Prediger, sondern auch den Heiler, der mit Geistern kämpfte und stärker war als sie. Kein böser Geist hatte gegen Ihn eine Chance. So wurde Sein Erdenweg zu einem einzigen Siegeszug: Heilungen an jedem Tag, in jeder Stadt, im ganzen Land. Denn die Lehre Jesu ist nicht nur ein theologisches Oberseminar, sondern auch praktische Lebenshilfe.

Die Heilungskraft geht hier allein von Jesus Christus und dem "Erbarmen Gottes" aus ... und wo dieses hinkommt, da verändert es die Weltanschauung der Menschen ... und wo die Weltanschauung der Menschen durch das "Erbarmen Gottes" verändert wird - indem die Menschen beginnen, Jesus ähnlicher zu werden - da wird auch deren Umwelt verändert. Doch wie sieht nun diese Umwelt zum Beispiel in Deutschland heutzutage aus, wo über dem Plenarsaal des Bundestages ein riesiger ( Bundes- ) Adler, das Tiersymbol des Evangelisten Johannes, zu sehen ist? ( Der Adler steht für die geistige Kraft des Menschen und wird deshalb dem vierten Evangelisten zugeschrieben, weil dessen Evangelium mit dem Hymnus über den göttlichen Logos beginnt. )

Die westliche Welt ist in eine neue geschichtliche Epoche eingetreten! Die Veränderungen, die sich aus dem Wechsel vom Industriezeitalter in das Informations- oder Wissenszeitalter ergeben, sind ähnlich tief greifend wie zu jener Zeit als Deutschland aus der Agrar- in die industrielle Epoche eintrat. Matthias Horx, Deutschlands Trendguru Nr. 1, machte bereits 1999 deutlich, wie sich der Veränderungsprozess auswirken kann. Er schreibt in seinem Werk "Die acht Sphären der Zukunft": "Die Wohlstandsgesellschaft der Zukunft wird eine 60:20:20-Gesellschaft sein. 60 Prozent leben aus verschiedenen Einkommensquellen in einer "mixed economy", einem aus diversifizierten Quellen gemischten Wohlstand. 20 Prozent leben in den Zwängen der alten Erwerbsökonomie, weil sie nicht gebildet, gerissen oder skrupellos genug sind, ihr Einkommen anders zu organisieren. Der Rest besteht aus jener Klientel, um die sich unser Sozialstaat kümmern muss."

Wie reagieren nun die Menschen auf diesen Trend ... und wie viele können sich tatsächlich noch an Werktagen ( die heute in der Realität häufig schon wieder sechs, bald vielleicht sieben Tage betreffen ) regelmäßig mit Gott beschäftigen? Denn eines ist klar: Nur noch etwa 20 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten ausschließlich in den klassischen "eight-to-five" Jobs. Viele müssen sich mit flexiblen Arbeitszeiten arrangieren, sind projektorientiert mit Arbeitszeitkonten beschäftigt oder müssen ihr Familieneinkommen durch Zweitjobs auf Niveau bringen. Nicht selten und immer häufiger arbeiten Menschen drei oder vier Tage in der Woche an einem hunderte von Kilometern entfernten Ort oder jetten im Auftrag der Firma über den Globus. In dieser post-industriellen Arbeitswelt kann die pastorale Versorgung weder durch die in den 50-iger und 60-iger Jahren übliche Bibel- und Gebetsstunde noch durch die in den 70-iger und 80-iger Jahren hoch effektive Hauskreisarbeit gewährleistet werden. Diese Methoden der Belehrung und christlichen Gemeinschaft haben der damals gängigen Arbeitswelt entsprochen und waren deshalb auch wirksam und durchsetzbar. Heute greifen diese Vorgehensweisen nur noch bedingt. Die Arbeitswelt hat sich verändert und die Missionsarbeit wird sich darauf einstellen müssen, will sie weiterhin wirkungsvoll bleiben.

Soll man nun den "guten alten Zeiten" nachjammern, die Missionsarbeit des Industriezeitalters konservieren? Oder soll man diesen "Gezeitenwechsel" und den damit verbundenen Schmerz als Chance und gesunde Herausforderung für die Gemeinde Jesu sehen? Vielleicht befinden sich ja die heutigen Menschen in einer ähnlichen Herausforderung wie die junge Gemeinde in Jerusalem zur Zeit Jesu, die sich in ihrem eingenisteten Bequemlichkeitschristentum plötzlich durch die Verfolgung von Saulus unter Veränderungsdruck befand und "in die Welt" hinein zerstreut wurde.

Könnte es sein, dass Gott die Gläubigen heute wieder "zerstreut" - in eine säkularisierte und spirituell doch so sehnsüchtige Arbeitswelt? Wie dem auch sei: Das Evangelium Christi ermutigt die Menschen jedenfalls, wo auch immer sie sind - und das schließt die Arbeitswelt mit ein - Gemeinde Jesu zu leben. Denn das ist die Folge des Evangeliums, das Jesus den Menschen gebracht hat: Wenn die Menschen das Evangelium offenen Herzens annehmen, dann tut sich auch etwas ... zum Beispiel in der Krankenquote der Arbeitswelt. Denn schließlich gibt es hierzu biblische Wahrheiten über den Zusammenhang von Leistung und Gesundheit.

Und was ist die Folge dieses Evangeliums? Indem die Menschen ( geistige ) Bildung erhalten, wird das ( meist geistige ) Leiden der Krankheit behoben, ... und je mehr Menschen durch dieses Evangelium ausgebildet werden, um so mehr werden sie auch fähig sein, sich dieser Arbeitswelt ( geistig ) zu erheben ... und - als Multiplikatoren - anderen zu helfen: Denn diese Menschen gehen mit dem Evangelium ( geistig ) gegen die Kräfte ( Vorurteile, Weltanschauungen und Stimmungen ) an, die sie körperlich ( an ihrer Krankheit ) leiden lassen.

Wer sich demnach heutzutage mit dem "Erbarmen Gottes" etwas näher beschäftigt, wird recht schnell erkennen, dass Heilungen auf geistigem Wege Realität sind. Wichtig ist dabei vor allem die neue Sichtweise: Denn der Geistheiler konzentriert seine Aufmerksamkeit darauf, die Menschen von kranken Zellen, Ballast und Blockaden auf geistigem Wege zu befreien. Seine Hände versinnbildlichen dabei nur, was er auf der geistigen Ebene den Menschen heilend antut. Die Wirklichkeit liegt hierbei nicht in dem, was die Menschen bei dieser Heilung zu sehen bekommen, sondern da, wo die geistige Leistung stattfindet: Im "Erbarmen Gottes", mit dessen Hilfe der Geistheiler auf den physischen Körper einwirkt.

Den Menschen ist die Weltanschauung abhanden gekommen, dass sie zuerst geistige und nicht körperliche Wesen sind ... Ja, diese Weltanschauung ist vergleichbar mit der geistigen Schau des Elisa, bei der - mit dem "Erbarmen Gottes" - den Menschen die Augen für die spirituelle Welt geöffnet wurden ( 2. Könige 6, 17 ) ... oder wie es ( in Anlehnung an Epheser 1, 18 ) heißt: "Die Welt, die wir mit geöffneten Augen sehen, ist nicht die wahre Welt." Laut Paulus ist die unsichtbare Welt die eigentliche Realität. Die sichtbare ist die Auswirkung dessen, was unsichtbar geschieht ( 2. Korinther 4, 18 ). So gesehen, gibt es immer zwei Wahrheiten ...

Doch wie wird man sehend für diese andere ( unsichtbare ) Wahrheit? Ganz einfach: Indem man lernt, mit den Augen des Herzens zu sehen. Denn auffällig ist, dass seit alter Zeit Menschen mit großen geistigen Fähigkeiten oft aus dünn besiedelten Gebieten kommen, wo das psychische Leben stark von der einsamen Landschaft und dem Rhythmus der Natur geprägt wird. Hierzu heißt es in der Neuoffenbarung: "Auf der Welt verhält sich alles verkehrt! Wo ihr viel Lebendigkeit sehet auf der Erde, da ist auch ebensoviel des Todes; wo ihr aber glaubt, es sei alles in einen ewigen Tod versunken, da herrscht zumeist des Lebens größte Fülle und eine unberechenbar eifrigste Tätigkeit desselben." ( Der Großglockner, Kap. 1, V. 38 )

In dichter besiedelten Gegenden treten demnach Menschen mit geistigen Begabungen weniger oft hervor, denn "das so genannte "Zweite Gesicht" ist ... ein Eigentum jener Menschen, die stets ... in natürlicher Abgezogenheit von der Welt leben." ( Himmelsgaben, Bd. 1, Kundgabe v. 20.03.1841, V. 1 ) ... und an anderer Stelle in der Neuoffenbarung heißt es: "Die Welt zieht durch ihre schnellen, industriellen Fortschritte das Geistige mit zum desto schnelleren Verfalle." ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 3, Kap. 36, V. 5 ) Statt nach dem Heil schreit deshalb bei den Menschen der Großstädte alles nur noch nach Heilung. Es ist deshalb verständlich, dass - laut der Neuoffenbarung - der im Egoismus verlorene und in der Genusssucht verirrte ( weil in materialistischem Wahne befangene ) Mensch nur durch die Rückkehr zur reinen ( göttlichen ) Liebe das wahre Leben wieder gewinnen kann.

Vielleicht ist es demnach so, dass stille Einkehr in sich selbst eine der wichtigsten Vorraussetzungen für das Offenbarwerden geistiger Kräfte ist? In den vorherigen Jahrhunderten jedenfalls wurden diese einsamen Gegenden durch die voranschreitende Motorisierung ( Eisenbahn, Flugzeug, Auto ) der Zivilisation aus ihrer Isolierung herausgelöst. Je erschlossener nun diese abgelegenen Landstriche, je mehr ihre Bewohner den "Segnungen" der Zivilisation teilhaftig wurden ( und das bedeutet unter anderem, dass sie immer mehr den "Kampf ums Dasein" zu führen hatten ), um so mehr veränderte sich ihre Geisteshaltung.

Hinzu kommt, dass die heutige Welt der Arbeit sich in einem stetigen Wandel befindet. Während früher vornehmlich technische Probleme im Vordergrund standen, wirken sich heute hoher Termindruck, Stress, ständige Erreichbarkeit, Arbeitsklima und weitere Themen in immer stärkerem Maße auf die psychische Belastbarkeit der Menschen aus. Psychische Erkrankungen machen heute ( offiziell ) etwa 10 Prozent der Erkrankungen aus und zeigen die höchsten Steigerungsraten.

Diese veränderte Arbeitswelt bewirkt, dass die im Menschen angelegte geistige Begabung - aufgrund der fehlenden Zeit - immer weniger Gelegenheit hat, sich zu offenbaren ... und von daher ist es nicht erstaunlich, dass sich die Anzahl der einfachen Menschen mit außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten in den letzten Jahrhunderten stark verringert hat ... Ja, vielleicht ist diese Begabung sogar "zivilisationsflüchtig"?

Und wenn man die geistige und heilerische Begabung genauer betrachtet, so stellt man fest, dass hier ( gegenüber der Schulmedizin ) ein viel weniger materieller Zugang zur Heilung geschaffen wird: Was Heilmittel bei der Schulmedizin mittelbar heilen, kann der Geist bei der Geistheilung unmittelbar heilen. Dabei baut man auf dem auf, was Jahrtausende lang bereits geglaubt, geahnt, gespürt, gewusst und als Tradition weitergegeben wurde. Die Methoden haben von daher ihren Ursprung in den langjährigen Heilungs-Erfahrungen der Menschheit. Sie sind insofern religiös, als es ihnen gelingt, die Menschen für die Begegnung mit dem Transzendenten zu sensibilisieren ... und ihnen Gott als heilende Kraft nahe zu bringen. ( Das Wort "Heil" stammt übrigens vom gotischen Wort "hails" ab, was "ganz" oder "vollständig" bedeutet. "Heil" oder "Unheil" ist somit nicht so sehr eine äußerliche Beschreibung eines Zustands, sondern betrifft vor allem den inneren Menschen, seinen Seelenzustand: Gott schenkt Erlösung von allem Unheil an Leib und Seele, und der Glaubende erfährt sein neues Leben als "Leben für Gott". )

Aus dieser Intention heraus predigte Jesus. Er redete von der bevorstehenden Erlösung, von der kommenden Welt und der Notwendigkeit, sich von einer bloßen Gesetzesgläubigkeit zu lösen und zu Gott in ein neues Verhältnis zu treten, sich zur "Kindschaft" zu bekennen mit allem, was dazu gehört: Liebe, Demut, Güte, Offenheit, Mildtätigkeit. Alles, was dem entgegen steht, kann meines Erachtens nur als Feigheit bezeichnet werden. Denn es heißt doch ( Psalm 96, 2-3 ): "Verkündigt von Tag zu Tag Sein Heil und erzählt unter allen Völkern Seine Wundertaten!"

Das sittliche Gesetz des Neuen Bundes zeigt sich deutlich und leicht fassbar mit allen seinen Folgerungen. Nicht die glänzenden Eigenschaften des Menschen zählen, sondern die verborgenen und unscheinbaren Tugenden, die jeder verwirklichen kann. In diesem Sinne haben medizin-wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass ca. 50 Prozent aller körperlichen Krankheiten ihre Ursache in psychischem Fehlverhalten haben. Gegen 90 Prozent körperlich Kranker würden Heilung oder Besserung erleben, wenn sie seelisch gesunden könnten ( ... und nicht mehr den rein weltlichen Werten folgen, die sie zerstören. ) Nachweislich leidet jeder Sechste in Deutschland an einer psychischen Erkrankung ( z.B.: Angsterkrankung, Depression und psychosomatische Erkrankung, etc. ) und bedarf dringend ärztlicher Hilfe. Von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Viele Menschen suchen deshalb Heilung, indem sie in der Bibel lesen ( ... und dadurch erkennen, wo das Wertesystem dieser Welt Besitz von ihnen ergriffen hat ... und worin Gottes Werte liegen ).

In diesem Sinne lehrt auch die Neuoffenbarung den Weg des Heils mit größtem Nachdruck im Geistigen und in der ununterbrochenen innigen Lebensverbindung mit Gott. Es heißt hierzu: "Ich sage es euch: Gott weiß um alles und sorgt auch für alles! Aber da die meisten Menschen in dieser Zeit Gott gar nicht mehr kennen und nichts von Ihm wissen, wie sollen sie dann darum wissen, was Gott tut, und was Er verordnet zu ihrem möglichen Heile?! Würde Gott auf die Sünden der Menschen nicht die entsprechenden Krankheiten zugelassen haben, so ginge mehr denn die halbe Menschheit gänzlich zugrunde, und die Erde würde ganz zur Hölle werden." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 6, Kapitel 55, Vers 6-7 ) Das heißt: Alles Leid dieser Welt ist dadurch entstanden, dass der Mensch sich gegen Gott und Seine Gebote entschieden hat. Da die Menschen durch ihr Tun immer wieder zeigen, dass sie von Gott entfremdet leben, müssen sie auch mit den Folgen, die daraus entstehen, leben. Es heißt in der Neuoffenbarung:

"Der Schmerz ist als Feger von Mir euch gegeben;
Er läutert den Leib und die Seele vom Streben
Nach eitlen nichtigen irdischen Dingen,
Und hilft euch ein schmerzloses Leben erringen."
( Psalmen und Gedichte, "Der Schmerz", Vers 2 )

Nach den Lehren der Neuoffenbarung ist der Mensch eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib, wobei der Leib in diesem Dreiklang von mehr untergeordneter, dienender Bedeutung ist. Er hat keine weitere Aufgabe, als der Seele und dem Geist ein Gefäß und taugliches Werkzeug zu sein, durch dessen Aufbau, Erhaltung und weisen Gebrauch die Seele unter Leitung des göttlich erleuchteten Geistes den willigen und gesegneten Dienst in der Ordnung Gottes lernen soll.

Da in der ganzen Welt nichts ohne einen weisen, im Willen und in der Ordnung Gottes gelegenen Grund geschieht, so gibt es auch keine Störung, Unregelmäßigkeit oder Schadhaftigkeit im kunstvollen Organismus des Leibes, die nicht letzten Endes geistig begründet wäre.

Der wichtigste Teil der Gesundung ist demnach nicht, dass der physische Körper geheilt wird: Die seelische Gesundheit ist für den Menschen wichtiger als die körperliche: Wer seelisch ausgeglichen und erfüllt ist, kann sich auch in einem kranken oder behinderten Körper wohl fühlen; wer dagegen an seiner Seele leidet, dem ist auch ein gesunder Körper kein großer Trost: Gesundet die Seele, gesundet der Leib.

Worin liegen nun der Gründe, wenn der Mensch in seinem Körper Unstimmigkeiten und infolgedessen Schmerzen oder Unwohlsein fühlt? Hierzu heißt es - wie oben schon beschrieben - in der Neuoffenbarung: "Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in eine Not und in ein Elend verfallen. Wenn ihr sonach auch in euren Nachkommen stets in und bei Mir im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleiben werdet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen; denn des Leibes Krankheiten sind allzeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen allzeit klar ausgesprochen gegebenen Gebote. Wer diese schon von seiner Jugend an treu zu halten anfängt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 9, Kapitel 35, Vers 5-7 )

Das wahre Ziel der Geistheilung ist es demnach, die Seele des Menschen zu berühren. Denn der Mensch ist ein Geistwesen mit einem physischen Körper und nicht ein Körper mit einem Geist. Dies erschließt sich schon allein daraus, dass die Atome unseres Körpers zu 90 ( vielleicht auch 99 ) Prozent aus leerem Raum ( Geist ) bestehen ... und zu 10 ( vielleicht auch nur 1 ) Prozent aus Materie ( Atomkernen und Elektronen ). Das heißt: Die Welt ist durchsetzt von unvorstellbare kleinen Teilchen, den Elektronen, die um ihre Kerne wirbeln, von ihnen jedoch durch Entfernungen getrennt sind, die hunderttausendmal größer als ihr eigenes Volumen sind. Und dazwischen - nichts: Von diesen wenigen verlorenen Teilchen abgesehen, ist das Innere des Atoms leer ... und dies widerum heißt: In allem, was wir sehen, dominiert ( volumenmäßig ) ein leerer Raum ( der Geist ): Würde dieser Geist aus unseren Atomen unseres Körpers entfernt werden, dann müsste man uns mit dem Mikroskop suchen, so winzig wären wir.

Aus diesem Grund sollte sich der Mensch mehr mit seinem Geist befassen ( während die Schulmedizin sich allein auf die 10 ( vielleicht auch nur 1 ) Prozent Materie konzentriert ) ... Wenn der Geist in Ordnung ist, dann wird auch der Körper ( Materie ) in Ordnung sein ... aber wenn der Geist nicht in Ordnung ist, kann auch der Körper nicht in Ordnung sein.

   

Voraussetzung für den gesunden Geist ist es, dass sich göttliche und irdische Gedanken im Einklang befinden. Tun sie es nicht, spiegelt sich diese Disharmonie im Körper des Menschen wieder, und Krankheit und Leiden folgen. So kommt es,

bullet

dass viele Krankheiten ihre Ursache in einem nicht gottgemäßen Denken und Handeln haben ( Neid, Eifersucht, Furcht und Besitzgier sind Krankheiten des Geistes ... und diese beeinträchtigen leicht das Wohlbefinden: So bringen Ängstlichkeit und Sorgen z.B. Herzstörungen ),

bullet

dass die Hauptfunktion der Geistheilung es ist, als richtungsweisende Fürbitte tätig zu sein: Die wahre Geistheilung erfolgt in der Berührung der Seele durch den Geist Gottes,

bullet

dass die Hauptaufgabe der Geistheilung nicht ist, die Wirkung der Krankheit zu heilen, sondern die Ursache des Leidens zu entfernen.

Die Heilung einer Krankheit, deren Ursache im Seelischen liegt, kommt demnach nur durch eine Veränderung der Seele des Menschen zustande: Ehe nicht bei einer solchen Erkrankung die Seele geheilt wird, ist die Behandlung des Körpers völlig nutzlos. Die äußere Genesung erfolgt durch die Heilung der Seele mit geistigen Mitteln und durch eine innere Umkehr, durch die Selbsterkenntnis und die Bereinigung des eigenen Fehlverhaltens.

Unter Selbsterkenntnis ist in der Neuoffenbarung in erster Linie nicht die Erkenntnis der empirischen Beschaffenheit des menschlichen Körpers gemeint, sondern vielmehr die Einsicht, dass der menschliche Körper einst Staub und Asche sein wird und dass Gottes Majestät der menschlichen Nichtigkeit gebietend gegenübertritt. So liegt es am Menschen, sich durch ein "Selbst-Herabsetzen" das Fundament für eine innere geistige Entwicklung zu schaffen.

Denn seine Krankheit hat auch etwas mit einem Fehlverhalten zu tun, mit einem Verstoß gegen die göttlichen Gesetze. Wenn Jesus Christus laut der Neuoffenbarung jemand heilt, so erweckt Er den in der Seele begrabenen Geist: "Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Moment in die normale Ordnung zu setzen. Das nennt man dann eine Wunderheilung." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 3, Kapitel 12, Vers 8-9 )

Diesen Zusammenhang kann man mit fünf einfachen Worten beschreiben. Sie klingen genaugenommen wie eine Botschaft zur Heilung ... und diese lautet: "Man wird, was man denkt!" Denn das seelische Befinden hat Einfluss auf den Körper ... In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass sich der Heilungssuchende an einen ruhigen Platz zurückzieht, wo er ungestört und in entspannter Sitzhaltung die Botschaft von oben - die innere, mutmachende Stimme - zur richtigen Lebensführung ( Ernährung, Hobbys, Lebensziele ) empfangen kann ... und dieser Stimme uneingeschränkt vertraut. Denn diese Stimme will die Krankheit nicht nur lindern, sondern vollständig heilen.

In diesem Sinne verkündete Jesus vor ca. 2000 Jahren tiefste Wahrheiten und höchste Erkenntnisse jedem Menschen - ohne Ansehen der Person. Denn jeder ist zur höchsten Vollkommenheit berufen ... Es heißt hierzu ( Jesaja 43, 1-3 ): "Fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist Mein. Wenn du durchs Wasser gehst, Ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen. Denn Ich bin der Herr, dein Gott, Ich, der Heilige Israels, dein Retter."

Jeder, der sich diesem Ziel der Gotteskindschaft stellt, wird erkennen, dass er es nicht allein aus eigenem erreichen kann ( durch sogenannte "Selbstheilungskräfte" oder "körpereigene Heilkräfte" ), sondern dass der Vater Seinen Kindern dabei hilft ( "Heilung durch Gott" ). Entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen und sich der Frohbotschaft zu öffnen ... zu öffnen für eine spirituelle Heilung ... durch Gebet und Meditation.

Das anbetende Herz habe dabei stets die Verherrlichung Gottes und nicht sich selbst zum Mittelpunkt. Denn der eigentliche Sinn menschlichen Daseins ist es, Gott zu verherrlichen und sich jetzt und in alle Ewigkeit an Ihm zu erfreuen, dass Er einen erlöst hat. Darum kommt die wahre Anbetung, die Gott gefällt, aus dem Herzen eines Menschen, das Gott erlöst hat.

In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "So ihr vernehmet, dass da in der Ferne ein Freund krank darniederliegt, dann betet über ihn und legt im Geiste die Hände auf ihn, und es soll besser werden mit ihm! Dabei bestehe das im Herzen ausgesprochene Gebet in wenigen Worten: "Jesus der Herr wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!" So ihr das voll Glauben und Vertrauen zu Mir über einen noch so ferne weilenden kranken Freund aussprechen und dabei über ihn im Geiste eure Hände halten werdet, so wird es mit ihm zur Stunde besser werden, wenn es zu seinem Seelenheile dienlich ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 43. Vers 8-9 ) Die Heilung durch die Auflegung der Hände ist laut der Neuoffenbarung auch ein Erkennungszeichen der von Gott gesandten wahren Lehrer: "Ein jeder rechter Himmelsbote wird von Mir aus die Fähigkeit erhalten, jeden Kranken zu heilen durch die Auflegung seiner Hände." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 4, Kap. 165, Vers 13 )

Bei einer Geistheilung ist es demnach das Ziel, Gottes Hilfe und Kraft auf den Menschen hin zu lenken: Durch das Auflegen der Hände, durch das Aufsagen von Gebeten oder durch die "Fernheilung" gilt es in der Geistheilung den Geist des Menschen zu heilen und ihn wieder in die gottbestimmte Ausgewogenheit, in die Versöhnung mit Gott zurückzuführen: Heilungsprozesse gehen dabei oftmals mit einer Transzendenz-Erfahrung oder einer ( mystischen ) Gottesbegegnung, dass das Leben des Kranken grundlegend verwandelt, einher.

Demnach predigte Jesus nicht über eine äußere, soziologisch und politisch erfassbare Realität, sondern über eine innere, geistige Wirklichkeit, die nur mit den Augen des Glaubens erkennbar ist. Der Mensch ist dazu berufen, ein Ebenbild Gottes zu sein, ein Geistwesen, das seine Wohnstätte "im Haus des Vaters" und nicht "in der Welt" hat. In dieses "Haus des Vaters" gehen die Menschen "aus Gnade" ein, nicht weil sie ein Recht darauf haben oder für ihre Leistungen belohnt werden und es sich verdient haben.

Zu dieser Rückverbindung mit Gott sind alle Menschen eingeladen. Niemand ist dabei bevorzugt, entscheidend ist allein die Bereitschaft sich mit dem Vater versöhnen zu lassen und in die bereitete Wohnung heimkehren zu wollen. Jesus sagte ( Matthäus 10, 8 ): "Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch."

Die Macht zu Heilen überraschte die Zeitgenossen Jesu ... wobei Jesus selbst Seine Macht des Heilens auf göttliche Vollmacht zurückführte. Von daher ist Heilenkönnen eine der Geistgaben, jedoch nicht allen Glaubenden gegeben ( Matthäus 10, 1 ): "Und Er rief Seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie sie austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen."

Die Bibel sieht die irdische Welt umschlossen und durchdrungen von der sogenannten unsichtbaren Welt, in der die Engel leben, die sich unterscheiden in reine und unreine Geister, in Engel Gottes und Engel des Teufels. Letztere sind in Sünde gefallen und versuchen die Gläubigen von Gott zu trennen. Sie treten als dämonische Kräfte an den Tag in Form von Süchten, Manien, seelisch-geistigen Störungen, dem Trieb zum Bösen. Auch darüber ist Jesus Herr. Er bedient sich der Schöpfung als ihr Meister und sieht sich selbst als "Arzt der Kranken" ( Markus 2, 17 ).



Exkurs

Wenn auch das griechische Wort daimonia im allgemeinen als "Teufel" übersetzt wird, so wäre es doch richtiger, "Dämonen" zu sagen. Denn es gibt nur einen Teufel ( griechisch: diabolos ), d.h. Satan. Die Wirklichkeit und die Persönlichkeit der Dämonen bezeugen die Schriften des Neuen Testaments im überreichlichen Maße.

Unter der Voraussetzung, dass zwischen allgemeiner Krankheit und dämonischer Besessenheit ein Unterschied besteht, lässt sich hier zusammenfassend sagen:


bullet

Dämonen sind Geister ( Matthäus 12, 43-45 ), Satans Gesandte ( Matthäus 12, 26-27 ); sie sind so zahlreich, dass die Macht Satans praktisch überall wirksam ist ( Markus 5, 9 ).

bullet

Sie sind fähig, in Menschen und in Tieren einzugehen und sie zu beherrschen ( Markus 5, 2; 5, 11-13 ); sie suchen ernstlich nach Behausung, ohne welche sie scheinbar machtlos sind, Böses zu tun ( Matthäus 12, 43-44; Markus 5, 10-12 ).

bullet

Dämonischer Einfluss und dämonische Besessenheit werden im Neuen Testament unterschieden ( Matthäus 4, 24; 9, 32; 12, 22; Markus 1, 32; 5, 15-18; Lukas 8, 36; Apostelgeschichte 8, 7; 16, 16 ).

bullet

Dämonen dürfen nicht verwechselt werden mit den Engeln, die in 2. Petrus 2, 4 und Judas 6 erwähnt werden. Denn sie sind unrein, finster, gewalttätig und bösartig ( Matthäus 8, 28; 9, 33; 10, 1; 12, 43; Markus 1, 23; 5, 3-5; 9, 17-20; Lukas 6, 18; 9, 39 ).

bullet

Sie kennen Jesus Christus als den allerhöchsten Gott und anerkennen Seine höchste Autorität ( Matthäus 8, 31-32; Markus 1, 23-24; Apostelgeschichte 19, 15; Jakobus 2, 19 ).

bullet

Sie wissen um ihr ewiges Geschick, dass sie ewige Qual erwartet ( Matthäus 8, 29; Lukas 8, 31 ).

bullet

Sie fügen körperliche Krankheit zu ( Matthäus 12, 22; 17, 15-18; Lukas 13, 16 ). Aber seelische Krankheit muss unterschieden werden von der Verwirrung des Gemüts durch dämonische Herrschaft.

bullet

Dämonischer Einfluss kann sich im Asketentum zeigen ( 1. Timotheus 4, 1-3 ), das in Unreinheit ausarten kann.

bullet

Das Zeichen dämonischen Einflusses in der Religion ist das Abfallen vom Glauben, d.h. von dem Ganzen der geoffenbarten Wahrheit in der Schrift ( 1. Timotheus 4, 1 ).

bullet

Die Dämonen führen einen Kampf gegen Gläubige, die ein geistliches Leben führen wollen ( Epheser 6, 12; 1. Timotheus 4, 1-3 ). Die Zuflucht des Gläubigen ist das Gebet und die geistliche Selbstzucht ( Matthäus 17, 21 ), genannt "die Waffenrüstung Gottes" ( Epheser 6, 13-18 ).

bullet

Alle Ungläubigen stehen der dämonischen Besessenheit offen ( Epheser 2, 2 ).

bullet

Exorzismus ( Austreibung ) in dem Namen Jesu Christi ( Apostelgeschichte 16, 18 ) wurde bei dämonischer Besessenheit angewandt.

In der Neuoffenbarung heißt es über die Ursache der Besessenheit: "Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben, ursprünglich schon, darunter zu begreifen sind die Kinder Gottes. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den besonders ungesegneten Zeugungen in den Leibern der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleich wie die Kinder des Lichtes aus der geistigen Sphäre der Himmel, in diese Welt geboren werden. Nun, solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste, das heißt von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen, besessen zu werden, was aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu verhüten.

Du fragst nun freilich, wie solches der Hölle denn doch einen Schmerz verursachen könne; denn eine solche Seele müsse der Hölle gegenüber ja doch noch ums Unnennbare kleiner und geringfügiger sein, als da ist ein Härchen am Menschen dem ganzen Menschen gegenüber. Und Ich sage dir, dass dies allerdings richtig geurteilt ist; aber ergreife du an deinem Leibe das kleinste Härchen und raufe es aus, und du wirst dabei gewahr werden, dass du beim Akte des Haarausraufens nicht bloß an der Stelle des Härchens, sondern wohl im ganzen Leibe einen unausstehlichen Stechschmerz verspüren wirst, der dich zur Verzweiflung brächte, so er nur eine Stunde gleichfort währte. Aus dieser dir nun gegebenen Erklärung kannst du nun schon ein wenig tiefer einsehen, warum auf der Erde das Besessensein vorkommt und bis ans Ende dieser Erde vorkommen wird. Dieses Besessensein aber hat für den Besessenen auch sein entschieden Gutes; denn eine solche Seele, deren Leib von irgendeinem Teufel in Besitz genommen wird, wird durch die Qualen ihres Fleisches offenbarst geläutert und vor dem bösen Eingehen in ihren Leib bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann total gewonnen für den Himmel." ( Das Große Evangelium Johannes, Band 2, Kapitel 169, Vers 3-7 )

Der amerikanische Arzt Dr. Carl Wickland ( 1862-1937 ) vertrat hierzu die Meinung, dass ein Großteil psychischer Erkrankungen durch die Besessenheit von Seelen Verstorbener verursacht wird. Seiner Ansicht nach wurden viele Patienten zu unrecht als geisteskrank eingestuft, da die Ursache an anderer Stelle zu suchen sei, nämlich in der Besetzung des Betroffenen durch Seelen von Toten, die ihren Weg ins Jenseits noch nicht gefunden haben und deshalb nach einer Art "Träger" in Form eines Lebenden suchen, um sich bei ihm festzusetzen. Mit Hilfe seiner medial veranlagten Ehefrau nahm er Kontakt zu den Seelen der Verstorbenen auf, von denen viele Insassen seiner Nervenheilklinik besessen waren und konnte auf diesem Weg einige spektakuläre Heilungen erreichen. In seinem 1924 erschienenen Buch "Thirty Years Among The Dead" ( "Dreißig Jahre unter den Toten" ) beschreibt er die Geschichte einiger Patienten und wie ihnen geholfen werden konnte ... indem nämlich die besessenen Patienten aus der Verflechtung ihrer Aura mit der Aura eines unselig Verstorbenen herausgelöst wurden.



Paulus schreibt ( 1. Korinther 12, 4-28 ): "Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem anderen wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern, Wunder zu tun ...

Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einen jeglichen seines zu, nach dem Er will. Denn gleichwie ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viel sind, doch ein Leib sind: also auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geist getränkt. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele ...

Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, darnach die Wundertäter, darnach die Gaben, gesund zu machen ..."

Jesus Christus hat Seinen Jüngern Anteil gegeben an Seiner Sendung. In Seinem Namen verkündigten sie das Evangelium und trieben "Dämonen aus und salbten viele mit Öl und heilten sie" ( Markus 6, 13 ). Die Jünger wurden gesandt, den Kranken die Hände aufzulegen, damit sie gesund werden ( Markus 16, 18 ).

Doch eins muss hier auch klar gesagt werden: In den oben genannten Heilstaten stand nicht isoliert die Fähigkeit, Kranke wunderbar zu heilen, im Vordergrund; es ging um die zeichenhafte Vermittlung und Erfahrung der Heilsgemeinschaft mit Gott: Das Öl, das die Jünger bei ihrem Krankendienst verwendeten ( Jakobus 5, 14 ), war stets ein Zeichen für das Wirken Gottes an den Menschen, die etwa zu Priestern, Königen und Propheten gesalbt wurden: Der Messias war der mit Gottes Geist Gesalbte. Zu dem kann das Öl auch ein Zeichen der Heiligung und der Entsündigung sein.

 

 

Die Messianität Jesu Christi lässt sich somit nicht durch sensationelle Heilungen und spektakuläre Exorzismen beweisen. Erst vor dem Hintergrund von Passion und Ostern war es möglich, das Wesen Jesu vollständig zu erfassen ( Markus 9, 9-10 ): Die wahre Bedeutung von Jesus von Nazareth wurde erst nach Seinem Tod und nach Seiner Auferstehung ( mit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten ) voll und ganz begriffen.

In diesem Sinne heißt es ( Apostelgeschichte 16, 31 ): "Glaube an den Herrn Jesus Christus, dann wirst Du gerettet". Errettet ist man erst, wenn man geistlich wiedergeboren ist: Diese Wiedergeburt ist das grösste Geschenk, das ein Mensch überhaupt erhalten kann, ein Geschenk, das unendlich mal mehr wert ist als aller Reichtum dieser Welt. "Das Gnadengeschenk Gottes ist das ewige Leben" ( Römer 6, 23 ).

 

       

 

 

Sprachübersetzung