Die Gnadenquelle Jesus Christus

 

 






 

 

 

 

 

 

Liebe(r) Web-Seite-Besucher(in),

Sie haben diese Web-Seite angeklickt. Das sollten Sie aber besser nicht tun. Darum klicken Sie am besten ganz schnell wieder weg! Denn hier geht es um Dinge, mit denen Sie - gemäß den allgemeinen gesellschaftlichen Konversationsregeln - auf gar keinen Fall in Berührung kommen dürfen.

Sie wollen trotzdem weiterlesen? Alle Achtung: Sie trauen sich was! Doch Vorsicht! Diese Web-Seite hat es in sich: Denn sie behandelt christliche Themen, über die man in der heutigen Gesellschaft gerne den Mantel des Schweigens ausbreitet: Man denke hier zum Beispiel nur an die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt ... und: Warum leben wir eine gewisse Zeit, um letztlich zu sterben? ( Solche Fragen sind selbst für ältere Menschen oftmals tabu, speziell in Deutschland. Hinweis: Deutschland hat die älteste Bevölkerung in Europa - und die zweitälteste der Welt. )

Darum richte ich an Sie noch einmal die eingangs gestellte Frage: Lesen oder nicht lesen? Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen ... Doch wenn Sie schon mal bis hierher gekommen sind, so gehe ich doch davon aus, dass Sie sich zur Lektüre entschlossen haben. Ich begrüße das! Denn schließlich erhalten Sie hier unter anderem auch eine Antwort auf die bereits oben schon gestellte Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod ... oder: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem, was der Mensch jetzt tut, und dem, was nachher in der jenseitigen Welt kommen wird?

Soviel darf aber an dieser Stelle schon als Antwort auf diese beiden Fragen vorweg genommen werden: Der "Tod" ( das persönliche Weltende eines jeden Menschen ) bedeutet hier eine Verwandlung in eine andere Art des Seins. Das heißt: Jeder Tod - der Psalm 90, 10 spricht in diesem Zusammenhang von 70-80 Jahren als normaler Lebensspanne - bedeutet auf dieser Web-Seite kein Zerstören von allem, was da ist, sondern es beginnt für jeden einzelnen eine neue Phase des Lebens.


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Das irdische, menschliche Leben ist zutiefst vom Phänomen des Todes geprägt. Der Tod steht nicht nur am Ende des Lebens, er ist dem Leben in all seinen Phasen präsent. Und obwohl die Menschen wissen, dass alles Irdische vergänglich ist, stehen sie doch in ständiger Versuchung, das Irdische, das direkt Erfahrbare als die eigentliche Wirklichkeit zu sehen und an einer jenseitigen Welt zu zweifeln. Aus diesem Grund fragte schon vor Tausenden von Jahren im Alten Testament Hiob ( Hiob 14, 14 ): "Wenn ein Mensch verscheidet, wird er wieder lebendig?"

Diese Frage ist seither zweifellos von Millionen von Menschen gestellt worden. Die Wahrheit ist jedoch, dass es einen Tod im Sinne eines "Verlöschens" gar nicht gibt. Denn das Leben der Seele ist die eigentliche Realität ... und diese ( geistige ) Realität stirbt nie.

Zwar hat der menschliche Körper einen Anfang und auch ein Ende. Wenn aber der Körper stirbt, lebt die Seele, die ihn geistig erfüllt hat, weiter. ( Diese Tatsache ist meines Erachtens durch viele Nahtoderlebnisse unbestritten erwiesen. )


Ist der Tod das Ende?

Demnach kann es nur eine unsichtbare jenseitige Welt geben, dass heißt: Es gibt zwischen Himmel und Erde mehr, als der natürliche Mensch mit seinen natürlichen Augen sehen kann.

Die sich hieraus entwickelnde Sehnsucht nach Spiritualität und dem Erforschen dieser jenseitigen Welt ist dabei so alt wie die Menschheit selbst. ( Hinweis: In den verschiedenen Völkern und deren Religionen gab und gibt es zahlreiche Rieten und Praktiken, um mit dieser jenseitigen Welt in Verbindung zu kommen. )

Und genau um diese Sehnsucht nach Spiritualität geht es auf dieser Web-Seite: Sie bemüht sich, die eigentliche ( geistige ) Realität zu erfassen ... und unterteilt sich - aus Gründen der besseren Lesbarkeit - in folgende drei Kapitel:


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Ausgangslage

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Prophezeiung

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Wiederkunft Christi




Ausgangslage: Der Mensch weiß um seine Zeitlichkeit, er weiß um den Tod, dem er unaufhaltsam entgegengeht ... und er erschrickt vor dem Nichts, in das hinein der Tod ihn ihn zu stürzen scheint. Schließlich hat er keine Gewissheit, was ihm nach seinem irdischen Leben widerfahren wird.

Man wird nicht leugnen, dass der Tod und die Hoffnung auf das Leben danach ein entscheidender Motor für das menschliche Leben sind. Das hängt damit zusammen, dass der Tod den Menschen am härtesten und unmittelbarsten mit der Sinnfrage konfrontiert, der Tod als solcher, in existentieller Weise der eigene Tod und der Tod eines nahestehenden Menschen.

Im Sinn des Todes enthüllt sich der Sinn des Lebens. Erkennt man keinen Sinn im Tod, so wird auch das Leben sinnlos. Wenn die Seele sterblich ist und mit dem Leib stirbt, so bleibt nur noch die Resignation oder das "carpe diem", wobei sich vor allem die sinnliche Lust anbietet, um den Leben wenigstens vordergründig einen Sinn zugeben.

Doch was sagt hierzu eigentlich die Wissenschaft? Die Naturwissenschaft ist zunächst einmal eine systematische Beobachtung von Ursache und Wirkung ( Kausalität ). Die Ergebnisse dieses Beobachtens ( und des Nachdenkens ) werden hierbei zur höchsten Gewissheit gesteigert. Um das zu bewerkstelligen, beschreitet man einen besonderen Weg und entwickelt eine besondere Methode: Wenn dann zwischen Ursache und Wirkung ein gesetzmäßiger Zusammenhang zu bestehen scheint, spricht man von einem Naturgesetz.


"DU" - Ein Film über Dich

Die Wertschätzung, die diese Naturgesetze im Allgemeinen erfahren, beruhen demnach auf ihrer Beweisbarkeit, auf ihrer Nachprüfbarkeit und auf der Unwiderlegbarkeit ihrer Ergebnisse, eben auf der Perfektion ihrer Erkenntnisse, weshalb man im Allgemeinen im Vertrauen auf die Naturgesetze eine sichere Richtschnur für erfolgverheißendes Handeln erkennt.

Als Ideal aller Wissenschaften wird deshalb heute die Naturwissenschaft angesehen. Das ist verständlich, weil sie konsequent vom Experiment und von der Nachprüfbarkeit aller Erkenntnisse bestimmt ist. Die Wertschätzung der Naturwissenschaft geht heute vielfach allerdings so weit, dass man mit ihr alle anderen Wissenschaften in Frage stellt, dass man die Naturwissenschaft verabsolutiert und nur sie allein noch als Wissenschaft im eigentlichen Sinn betrachtet.

Dabei ist die Naturwissenschaft nur allein darin bemüht, die Dinge aus ihren Gründen zu erkennen. ( Man spricht hier von einer "cognitio rerum ex causis". ) Und dies heißt in der Konsequenz: Das oben genannte Naturgesetz kann keine Ereignisse erzeugen und auch nicht erklären, warum es sie eigentlich gibt.

Dies wiederum hat zur Folge, das seit dem "Zeitalter der Aufklärung" in der Wissenschaft behauptet wird, dass es das, was man nicht erklären kann, auch nicht gibt.

Dabei würde die Existenz einer jenseitigen Welt viele Ereignisse erklären, die sonst keinen Sinn machen würden. Das heißt: Es macht doch viel mehr Sinn, von einer intelligenten Schöpfung auszugehen, als sich vorzustellen, dass das ganze Universum aus dem Nichts, durch puren Zufall, also ohne planendes Denken, ohne Intelligenz entstanden sei. Dazu ist ein viel stärkerer Glaube notwendig als der Glaube an einen Schöpfergott.


Mohandas Karamchand Gandhi ( 1869-1948 )

Das Universum spricht ausnahmslos von einem genialen Plan, und ein Plan spricht von Intelligenz. Aus diesem Grund sprach auch Albert Einstein ( 1879-1955 ), der 1932 noch Atheist war, im Jahr 1950: "Ich kann kein Atheist mehr sein, denn es gibt einen Gott. Es muss einen Gott geben. Das Universum besteht aus mathematischen Gesetzen und Prinzipien, und hinter mathematischen Gesetzen und Prinzipien muss Intelligenz stehen, und wo es Intelligenz gibt, da muss es auch eine Person geben."

Für Einstein war also klar, dass hinter dem Auto, das er sieht, ein Konstrukteur existiert. Und wenn er ein Gemälde sieht, ist ihm auch klar, dass es einen Künstler gibt, der das Bild gemalt hat. Und wenn er ein Buch liest, ist ihm natürlich klar, dass es einen Autor geben muss, der dieses Buch geschrieben hat. Im Psalm 19, 1 heißt es hierzu: "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk Seiner Hände."

Vor diesem Hintergrund schockierte der britische Astronom und Mathematiker Fred Hoyle ( 1915-2001 ) eine Menge Leute in wissenschaftlichen Kreisen, als er 1984 folgendes sagte: "Wir müssen zugeben, dass die Wahrscheinlichkeit, das Leben durch Evolution zufällig entsteht, so wahrscheinlich ist, wie wenn ich mit einem Würfel fünf Millionen Mal hintereinander eine sechs würfle. Lasst uns wissenschaftlich ehrlich sein und zugeben, dass die Chance, dass Leben zufällig entstehen könnte, vergleichbar ist mit der Chance, dass ein Wirbelsturm über einen Schrottplatz fegt und dabei rein zufällig eine Boing 747 zusammenbaut." Das heißt: Zielloser und unpersönlicher Zufall wird niemals komplexes Leben erzeugen.


Barry und Batya Segal: "Kadosh" ( Jesaja 6, 3 )

Aus diesem Grund hat selbst auch der Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin ( 1809-1882 ), zugegeben: "Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, dass die Entwicklungstheorie absolut versöhnlich ist mit dem Glauben an Gott. Die Unmöglichkeit des Beweisens und Begreifens, dass das großartige und über alle Maßen herrliche Weltall ebenso wie der Mensch zufällig geworden ist, scheint mir das Hauptargument für die Existenz Gottes."

In diesem Sinne schrieb schon im 17. Jahrhundert der deutsche Mathematiker und Philosoph Athanasius Kircher ( 1601-1680 ) - er gilt als Erfinder der Laterna Magica: "Sie wollen nicht glauben, dass dieser kleine Globus von selbst entstanden sei; wie können sie dann glauben, dass das große Original aus sich selbst durch Zufall so geworden sei, wie wir es jetzt sehen und bewundern?"

Ebenso schrieb der englische Mathematiker, Physiker und Astronom Isaak Newton ( 1643-1727 ) - er gilt als der Entdecker der Gravitationsgesetze: "Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plan eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis."

Die Wissenschaft spricht von Naturgesetzen, aber eigentlich gibt es keine Gesetze der Natur, sondern nur Gesetze Gottes, denen die Natur folgen muss. Und wenn der Mensch aufmerksam lebt, so müsste ihm zum Bewusstsein kommen, dass er sich nicht sich selbst verdankt, sondern dass er sein Dasein vielmehr empfangen hat. Das heißt: Es müsste ihm zum Bewusstsein kommen, dass er sich vorfindet in der Welt, dass nicht nur seine Vergangenheit ihm zuteil geworden ist, sondern dass ihm auch seine Zukunft zuteil wird, sofern sie ungewiss und unsicher ist.


Vortrag von Prof. Gerald Hüther: "Glücksgefühle"

Es gehört nun zu der Eigenart des Menschen, dass er stets nach dem Grund dessen fragt, was ihm begegnet, und dass er folglich auch nach dem Grund dieses seines abhängigen Daseins fragt. Das Fragen ist ein Wesenskonstitutiv des Menschen als eines geistigen Wesens. Immer fragt der Mensch, auch wenn er keine Antwort findet oder finden zu können vermeint. Denn der Mensch lebt in vielfältigen Bedingtheiten und Abhängigkeiten, biologisch, geistig und sozial, aus denen er nie herauskommt. Er lebt in Verhältnissen, die er sich größtenteils nicht selbst ausgesucht hat ... Das heißt: Sein Dasein ist abhängig: Es ist als solches keineswegs selbstverständlich. Es ist ungesichert und bedroht, von Angst und Sorge bestimmt.

Der Mensch erlebt sein Leben zutiefst als überantwortet: Es ist ihm geschenkt worden, ohne dass man ihn gefragt hat, ob er es wolle, es ist ihm aufgedrängt worden. Seine Existenz ist ihm wie ein Rätsel, das ihn stets begleitet. Ungefragt ist er, ungefragt stirbt er. Er wird bestimmt und geprägt durch eine Herkunft, die er nicht selber verfügt hat, er ist eingewiesen an einen geschichtlichen und epochalen Ort, den er nicht selber gewählt hat, er steht unter Gegebenheiten, Gesetzen und Verfügungen, die er nicht oder nur zum Schaden seiner selbst überspringen oder verletzen kann. Immer neu erfährt er seine unübersteigbare Passivität, seine Begrenzung und seine Endlichkeit: Der Mensch erkennt, dass er zwar verfügen kann, dass er jedoch in erster Linie ein Wesen ist, über das verfügt wird und wurde. Jeder Mensch muss es deshalb immer wieder als eine erstaunliche Tatsache empfinden, dass er sich ungefragt aus dem Nichts ins Dasein gestellt sieht und sich so selbst zum Rätsel wird.

Der Mensch wird hineingeboren in eine Welt voller Zweifel und Ungewissheit. Der Propheten gibt es viele, und die Religionen rühmen sich alle der Wahrheit. Doch welcher soll man Glauben schenken, welche der vielen Offenbarungen hat Gültigkeit? Ganz besonders die Kardinalfrage, das Überleben des leiblichen Todes betreffend, ängstigt und quält die Menschheit und verleitet sie zu den verschiedensten Spekulationen.

Deshalb wird die Frage nach einer jenseitigen Welt und nach einem Fortleben nach dem Tode von vielen Menschen als eine völlig wertlose mit Entschiedenheit abgelehnt. Man sagt: Da die Wissenschaft uns über diese Frage keine Auskunft gegeben hat, so lohnt es sich nicht der Mühe, sich darüber in Vermutungen zu ergehen. Ignoramus, ignorabimus: Wir wissen es nicht, und wir werden es niemals wissen.

Zur Zeit Jesu waren dieser Auffassung die Sadduzäer, die auf diese Weise die Auferstehung des Leibes und die Unsterblichkeit der Seele ablehnten. Sie waren - man würde heute sagen - reine Rationalisten. Als Freidenker ihrer Zeit hatten sie, wie heute die liberalen Theologen, ein System von Zweifel und Leugnung aufgebaut, mit dem sie die Existenz der Engel und Geister und das ewige Gericht bestritten.

Dieser Skeptizismus ist aber noch nicht der einzige Grund, warum Menschen sich nicht mit dem Thema des Fortlebens nach dem Tode beschäftigen und es vielfach ablehnen. Es sei, so sagt man, gefährlich, über diese Dinge zu grübeln, da man über diesem Sinnieren den Boden unter den Füßen verlöre und dem Leben der realen Welt entfremdet würde. ( Schon der Apostel Paulus schilderte diese diesseitsorientierte Einstellung und deren Begründung mit den folgenden Worten ( 1. Korinther 15, 32 ): "So die Toten nicht auferstehen, lasset uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!" Auf diese Weise schrumpfte das Christentum in den meisten Familien bis heute auf eine einzige Frage zusammen: Wer bringt Tante Frieda unter die Erde? Also: Man brauchte das Christentum nur noch für einen ehrenvollen Abschied vom Leben. )

Und doch wird die Frage: "Gibt es ein Fortleben nach dem Tode?" immer wieder in den Herzen der Menschen lebendig. Es lebt tief in der Menschenbrust die unausrottbare Sehnsucht nach einem unvergänglichen Leben und nach der religiösen Entfaltung der eigenen Persönlichkeit frei von den Zwängen dieser diesseitsorientierten Welt mit all ihren Ängsten ( zum Beispiel: Arbeitslosigkeit, Klimakatastrophe, Krebs, und so weiter ).

Es soll an dieser Stelle aber nicht behautet werden, dass sich hinter den soeben genannten Ängsten keine realen Bedrohungen befinden. ( Denn das Leben scheint ja geradezu voll von Bedrohungen zu sein. ) Doch bedenke man auch: Menschen mit Angst sind leichter zu manipulieren und somit ökonomisch sinnvoller ... Und spätestens hier sollten sich bei jedem folgende Fragen einstellen ( Johannes 18, 38 ): "Was ist Wahrheit?" Woher kommt der Mensch? Wohin geht der Mensch? Wofür ist er eigentlich hier auf Erden?

Kein Mensch kann an diesen Fragen vorübergehen. Ob er sie nun von der Natur, der Religion, der Philosophie oder der Wissenschaft her zu lösen versucht, sie drängen sich einem in immer neuen Variationen auf. ( Und so haben auch alle Ängste ihre Ursache darin, dass der Mensch blind gegenüber der Beantwortung dieser Fragen geworden ist. Denn wenn der Mensch wüsste, wer er in Wahrheit ist, wie könnte er dann noch Angst haben? )

In der Bibel gibt es hierzu eine ganz klare Antwort ( Psalm 27, 1-2 ): "Der Herr ist mein Licht und meine Rettung, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken? Dringen Übeltäter auf mich ein, mein Fleisch zu fressen, meine Gegner und meine Feinde, sie müssen straucheln und fallen."

Da entscheidet sich jemand für die Grundhaltung des Vertrauens. Er ist keineswegs naiv, denn er weiß sehr wohl, dass es da draußen Leute gibt, die ihn mit Haut und Haaren verschlingen wollen, die ihn zu einer Beute ihrer Interessen machen, ihn total instrumentalisieren wollen. Und dennoch: Ganze Armeen von Meinungsmachern können seine Zuversicht nicht erschüttern.

Und doch gibt es leider - gerade im religiösen Bereich - noch sehr viele Menschen, die - theologisch betrachtet - sich in Unfreiheit befinden, da sie keine Gemeinschaft mit Gott kennen beziehungsweise erstreben, sondern stattdessen - in ihrem Hochmut - als Schöpfer ihrer selbst leben: Sie rufen lieber nach Zerstreuung, wo Sammlung Not täte, und stürzen sich ins Vergnügen als Ersatz für Ihre verlorene Fähigkeit, wahre Freude zu empfinden. Dabei ist ihnen doch klar: In der Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse und in dem Auskosten von fleischlichen Genüssen liegt keineswegs das Ziel menschlichen Lebens: Wer sein Leben nur auf dem Ausleben seiner Triebe aufbaut, der verfehlt den eigentlichen Zweck des irdischen Daseins und dient dem Verfall der Sitten.

Doch wie konnte es nur dazu kommen, dass so viele Menschen diesen geistigen Tod vorziehen und - theologisch betrachtet - das Ziel ihres irdischen Lebens verfehlen, von dem es in der Bibel heißt ( Psalm 27, 4 ): "Eines nur habe ich vom Herrn erbeten, dies eine begehre ich: Zu wohnen im Hause des Herrn alle meine Tage, zu schauen die Freundlichkeit des Herrn und nachzusinnen in Seinem Tempel."?

Immanuel Kant ( 1724-1804 ), der Vater des philosophischen Idealismus, bei dem sich das Sein vom Bewusstsein ableitet und die äußere Welt nur ein Resultat der eigenen Vorstellungen ist, stellt hierzu in seinem Werk "Was ist Aufklärung?" - aus einer rationalistischen Betrachtung heraus - folgende These auf: "Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch zeitlebens unmündig bleibt; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, und so weiter, so brauche ich mich ja selbst nicht zu bemühen. Ich habe nicht nötig, zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen."

Ähnlich äußert sich hierzu auch Jesus Christus in der Neuoffenbarung: "Und sieh, das ist aber nun auch der totale Inbegriff Meiner gesamten neuen Lehre, die aber im Grunde des Grundes eigentlich eine allerälteste Lehre seit Anbeginn des Menschen auf dieser Erde ist! Sie ist durch die Trägheit der Menschen nur verlorengegangen und wird von Mir als das verlorene uralte Eden ( Je den = es ist Tag ) den Menschen, die eines guten Willens sind, nun wieder als neu gegeben." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 5, Kap. 215, V. 7 )

Die Ursache für den Verlust der inneren Freiheit liegt demnach in der Trägheit und Mutlosigkeit der Menschen. Ja, es ist so, wie es 1952 der englische Psychiater Maurice Nicoll ( 1884–1953 ) in seinen "Psychological Commentaries" beschrieben hat: "Einmal wagte ich, in einer der am Sonntag stattfindenden Unterrichtsstunden, in denen wir uns unter der Anleitung des Schulleiters mit dem griechischen Neuen Testament beschäftigten, trotz meines Stotterns nach der Bedeutung eines bestimmten Gleichnisses zu fragen. Die Antwort war so verworren, dass ich den ersten Augenblick von Bewusstheit erlebte - das heißt, mir wurde plötzlich klar, dass niemand etwas wusste ... und von dem Augenblick an begann ich, für mich selbst zu denken, oder vielmehr, ich begriff, dass ich es konnte ... Ich sehe dieses Klassenzimmer noch deutlich vor mir, die hohen Fenster, die so angelegt waren, dass wir nicht hinaussehen konnten, die Schulbänke, das Podest, auf dem der Schulleiter saß, sein schmales Gelehrtengesicht, seine Angewohnheit, zu gestikulieren und nervös mit den Mundwinkeln zu zucken - und plötzlich diese Enthüllung in meinem Innern, ich wusste, dass er nichts wusste - das heißt, nichts von den Dingen, auf die es wirklich ankam. Das war meine erste innere Befreiung von der Macht des äußeren Lebens. Von da an wusste ich bestimmt - und das bedeutete stets durch wahrhaft eigene innere Wahrnehmung, die die einzige Quelle wirklichen Wissens darstellt -, dass all mein Abscheu gegen die Religion, so wie man sie mich gelehrt hatte, berechtigt war."

Maurice Nicoll hat also gemerkt, dass sein Schulleiter "nichts von den Dingen wusste, auf die es wirklich ankam" und dass auch er selbst etwas so Wesentliches erkennen kann! Vor diesem Hintergrund hat sich Immanuel Kant des Öfteren gefragt, warum die Menschen dieses Genie in sich so wenig achten und wertschätzen und es folglich verhungern lassen. Er schreibt übrigens über seine Erkenntnisse sehr aufschlussreich: "Der Anfang des Lebens ist die Geburt. Diese ist aber nicht der Anfang des Lebens der Seele, sondern des Menschen. Das Ende des Lebens ist der Tod. Dieser ist aber nicht das Ende des Lebens der Seele, sondern des Menschen. Geburt, Leben und Tod sind nur Zustände der Seele. Mithin bleibt Substanz, wenngleich der Körper vergeht, und also muss die Substanz gewesen sein, als der Körper entstand."

Die Vertreibung von Adam and Eva (Giuseppe Cesare)

Für Immanuel Kant ist somit der Tod kein Abschluss, sondern ein Neuanfang. Er schreibt weiterhin: "So wahr es uns gibt und unser kritisches Nachdenken, so wahr sind für uns auch die Ergebnisse, zu denen dieses Nachdenken zwangsläufig führen muss. Die Gewissheit, eine freie Seele zu besitzen, deren Unsterblichkeit in Gott begründet ist, von Ihm kommt und zu Ihm führt, ist kein Glaube im Sinne einer unbewiesenen und ungewissen Hoffnung, sondern ein echtes Wissen im Sinne letztmöglicher Wirklichkeit für unsere Vernunft. Zweifel daran sind also nur Unvernunft und Dummheit."

Immanuel Kant hielt somit noch fest an den zwei philosophischen Grundwahrheiten einer jeden Religion: Die Existenz Gottes und die Existenz der unsterblichen Seele des Menschen. Aber sie waren bei ihm nicht Erkenntnisse der Vernunft, sondern Postulate. Für die theoretische und logisch denkende Vernunft hatte er sie als unzugänglich erklärt und sie nur als Postulate der praktischen Vernunft oder als Forderungen des sittlichen Bewusstseins gelten lassen. Beziehungslos stehen bei ihm das philosophische System und der Glaube einander gegenüber, da die Philosophie sich auf die Deutung der Erfahrungswelt beschränkt und sein Agnostizismus ihr die Möglichkeit abspricht, Erkenntnisse über eine erfahrungsjenseitige Wirklichkeit zu gewinnen. Es herrschte seither die Meinung, dass Religion und Vernunft nichts miteinander zu tun haben.

Das heißt: Zu den Wahrheiten des Daseins Gottes und des Daseins der unsterblichen Geistseele des Menschen konnte der Mensch nicht mehr auf dem Weg der theoretischen Vernunft gelangen, sondern nur noch auf dem Weg der praktischen Vernunft. Metaphysik war nun nicht mehr möglich, weil Kant das Erkennen des Menschen auf die Welt der Erscheinungen, auf das sinnenhafte Erkennen eingeschränkt hatte.

Der deutsche Philosoph Max Scheler ( 1874-1928 ) schrieb hierzu passend in seinem Werk "Vom Ewigen im Menschen" ( 1921 ): "Nichts ist vielleicht heute – wo sonst die religiösen Stellungnahmen so tief auseinandergehen wie nur je – einheitlicher und sicherer angenommen von allen, die sich mit Religion verständnisvoll beschäftigen, als dies: Dass Religion einen von Philosophie und Metaphysik grund- und wesensverschiedenen Ursprung im Menschengeist hat, dass die Stifter der Religionen – die großen homines religiosi - völlig andere menschliche Geistestypen gewesen sind denn Metaphysiker und Philosophen; dass ferner ihre großen historischen Umbildungen niemals und nirgends erfolgt sind kraft einer neuen Metaphysik, sondern auf grundverschiedene Weise."

Die fatale Konsequenz einer solchen philosophischen Äußerung ist dann die folgende Behauptung des Jesuiten und Zen-Meisters Hugo Enomyia-Lasalle ( 1898-1990 ), die er in seinem Werk "Wohin geht der Mensch?" ( 1981 ) aufgestellt hatte: "Es gibt nicht nur eine Wahrheit, diese Annahme ist schon im Ansatz falsch." Bei solch einer gewagten Theologie stellt sich doch die Frage, was diese wiederum in der Welt bewirken wird? Fakt ist jedenfalls: Nicht wenige Menschen sind heute der Meinung, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt beziehungsweise dass sie die theologische Wahrheit nicht erkennen können.


Platons Höhlengleichnis

Die Offenheit Kants bezüglich des jenseitigen Lebens ist trotz seines Agnostizismus aber bemerkenswert. Denn er befindet sich ja gerade im Zeitalter der Aufklärung, das mit seinem zweckrationalen Denken die Allgemeinheit zur Trägheit und Mutlosigkeit - bezogen auf die geistliche Einkehr ( und damit: auf die innere Freiheit ) - geführt hatte: Das begann bereits im Zeitalter der Renaissance, entfaltete sich aber vor allem in der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts: Man ließ ab diesem Zeitpunkt nur noch das gelten, was der menschlichen Vernunft verständlich und zugänglich war, was die menschliche Vernunft begründen und erklären konnte, die technische Vernunft.

Damit einher entwickelte sich die neuzeitliche Bibelkritik: Sie begann im 17. Jahrhundert, als die Sozinianer eine rationalistische Bibelerklärung entwickelten. Die Sozinianer leiteten sich her von dem italienischen Theologen Fausto Sozzini ( 1537/39-1604 ). Es handelte sich hier um eine Sekte, die ihren Ausgang von Polen nahm und sich über ganz Europa verbreitete. Neben dem Schriftprinzip forderten die Sozinianer die Anerkennung der Vernunft als Glaubenskriterium. Die Vereinbarkeit mit der Vernunft galt ihnen als entscheidender Maßstab. Was sich diesem Maßstab nicht einordnen lies, wurde preisgegeben, so etwa das Dogma von der Trinität und von der Inkarnation. Man opferte sozusagen die dogmatische Tradition, um die Autorität der Schrift und die Autorität der Vernunft im vollen Umfang erhalten zu können. Dabei wurden allerdings nicht die Wunderberichte der Bibel in Frage gestellt, da man ja nicht die Schrift mit der Vernunft kritisieren, sondern mit der Schrift und mit der Vernunft die Dogmen kritisieren wollte. Es ging hier also, wohlverstanden, nicht um Bibelkritik mit Hilfe der Vernunft - diese erfolgte erst später - sondern um Dogmenkritik mit Hilfe von Vernunft und Schrift.

Die Kritik an der Heiligen Schrift mit Hilfe der Vernunft erfolgte ein wenig später, zum ersten Mal durch den niederländischen Philosophen Baruch de Spinoza ( 1632-1677 ). Dieser veröffentlichte im Jahre 1670 anonym den "Tractatus theologico-politicus", in dem er die Bibel als ein rein menschliches Buch wie jedes andere literarische Werk beurteilte. Als Aussageabsicht blieb übrig die Anleitung der Menschen zur Liebe und zur Gottesverehrung. Die Wunder suchte Spinoza natürlich zu erklären.

Die nächste Stufe dieser Entwicklung war mit dem Namen des französischen Theologen Richard Simon ( 1638-1712 ) verbunden, den man heute als Vater der historisch-kritischen Methode betrachtet. Er erkannte, dass die biblischen Erzählungen schriftliche Fixierungen älterer mündlicher Traditionen sind. Die Unsicherheit des Textes und die Divergenzen der Überlieferung betrachtete er als Argument gegen das Schriftprinzip der Reformatoren.

Die Anregungen Simons griff im protestantischen Raum der evangelische Theologe Johann Salomo Semler ( 1725-1791 ) auf. Er polemisierte gegen die Verbalinspiration der protestantischen Orthodoxie und gegen die Identifikation von Schrift und Offenbarung. Den Kanon verstand er als geschichtlich gewachsene Größe, die Bibel legte er aus nach den Regeln der profanen Kritik. Kräftige Impulse erhielt die Bibelkritik nun durch den Deismus, von dem der protestantische Theologe Ernst Troeltsch ( 1865-1923 ) gesagt hatte, er sei die "Religionskritik der Aufklärung".

In diesem Kontext stand auch der Hamburger Gymnasialprofessor Hermann Samuel Reimarus ( 1694-1768 ), dessen Werk der deutsche Dichter Gotthold Ephraim Lessing ( 1729-178 1) in den Jahren 1774-1778 als "Fragmente eines Wolfenbütteler Ungenannten" herausgegeben hatte. Hier findet man eine rationalistische Deutung der Wunder und eine Aufreihung vieler angeblicher Widersprüche in den Evangelien. Reimarus wusste unter anderem auch, dass Jesus Christus sich als weltlich-irdischer Messias verstanden hatte, und dass Seine Jünger Ihn nach Seinem Tod zu einem geistlichen Erlöser umstilisiert hatten.

Den Rationalismus des Reimarus führte der evangelische Theologe und Universitätslehrer Heinrich Eberhard Gottlob Paulus ( 1761-1851 ) weiter, wenn er die Wunder Jesu Christi als bloße Sinnestäuschungen weginterpretierte und für die Auferstehung Jesu Christi wie auch für die Totenerweckungen der Evangelien die Scheintodhypothese vortrug.

Der evangelische Theologe Friedrich Schleiermacher ( 1768-1834 ) führte den Ansatz Semlers fort, wenn er die Hermeneutik als allgemeine Kunstlehre des Verstehens begründete. Damit plädierte er dafür, dass die Texte aus dem Lebenszusammenhang ihres Autors und aus dem Geist seiner Epoche heraus zu interpretieren sind. Diese Hermeneutik wollte er auch auf die Bibel angewandt wissen.


Jesus Christus lebt in Dir

Aufgrund eines solchen prometheischen Strebens des Menschen - wie sie zum Beispiel in der Schriftauslegung zum Ausdruck kommt - stellte schon der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte ( 1762-1814 ), der neben Friedrich Wilhelm Joseph Schelling ( 1775-1854 ) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel ( 1770-1831 ) bis heute als wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus gilt, mit Nachdruck fest, dass diese Empörung des Menschen gegen Gott immer nur mit der Selbstvernichtung des Menschen enden wird. Denn in der Konsequenz heißt dies für ihn: Wird der Mensch das Maß und die Norm für die Wirklichkeit und ihre Werte, so hat ihm auch die Religion zu dienen.

Johann Gottlieb Fichte erkannte "als Quelle des höchsten Unglücks ... die höchste Unmoralität", die "Empörung gegen die uns warnende göttliche Ordnung", die "Auflehnungen unseres Willens" gegen den göttlichen Willen. Er sah in dem Eigenwillen des Menschen jenes störende Element, das der Liebe widerstreitet, die allein zum seligen Leben führt. Er meinte, solange der Mensch abseits von der höheren in seinem Wesen angelegten Bestimmung noch etwas für sich selbst sein wolle, verhindere diese falsche Selbstliebe, dass sich in ihm das wahre Sein und Leben entwickle, weshalb ihm die Seligkeit verschlossen bleibe. Für Fichte war nämlich das eigene Sein "nur Nichtsein und Beschränkung des wahren Seins".

Demgegenüber lehrte Hegel - in Übereinstimmung mit seinem Jugendfreund Schelling - mehr den geschichtlichen Prozess: Das Entscheidende war für ihn nicht die Person Jesu Christi, sondern die mit ihr gegebene Idee, die Idee der Gottmenschheit beziehungsweise die Idee der Menschwerdung Gottes. Er schreibt: "Das Entscheidende ist nicht die Person Jesu, sondern die mit ihr gegebene Idee. Macht exegetisch und geschichtlich aus Jesus, was ihr wollt, es fragt sich allein, was die Idee ist."

Die Philosophie Hegels ist als Ganze vom so genannten inkarnatorischen Prinzip bestimmt. Für Hegel ist die Idee des Gottmenschen nicht nur eine Wirklichkeit, sondern eine Notwendigkeit. Daher spielt in diesem System Christus, der Gottmensch, eine überragende Rolle. Für Hegel gilt: "Alle Geschichte geht zu Christus hin und kommt von Ihm her. Die Erscheinung des Gottessohnes ist die Achse der Weltgeschichte." Hegel will das Geschichtliche aus der Sphäre des Zufälligen in die Sphäre des Sinnvollen hinaufheben. Er lehrt, den Einzeldingen der Welt liege das Allgemeine, das Geistige, der Logos, die absolute Vernunft zugrunde. Sie ist das Wesen der Welt oder Gott. Die Weltwirklichkeit ist das Ergebnis der Entwicklung dieser absoluten Vernunft. Im Denken des Menschen entfaltet sie ihren geistigen Gehalt und kommt so zum Bewusstsein ihrer selbst. In der Entfaltung der Geschichte tritt somit die Menschwerdung Gottes zutage. Die Gottmenschwerdung hat ihre höchste Vollendung gefunden in der Jesusgestalt. In ihr ist die Weltvernunft zum vollkommensten Bewusstsein ihrer selbst gelangt.


Was ist Idealismus?

Hegel hat die geschichtliche Existenz Jesu Christi nicht geleugnet. Im Jahre 1795 hat er selber ein "Leben Jesu" geschrieben. Mit dem oben zitierten Satz: "Macht exegetisch und geschichtlich mit Jesus, was ihr wollt" drückt er seine Gleichgültigkeit gegen alles Geschichtliche aus. An die Stelle der Geschichte tritt die Idee. Denn bei Hegel ist die Welt eine Erscheinungsweise Gottes: Gott verwirklicht sich in den Dingen und identifiziert sich mit dem Werden beziehungsweise mit den Erscheinungen des Werdens. Nach Hegels Philosophie entwickelt sich Gott durch den Werdeprozess der Welt in den Dingen und gelangt so zum Selbstbewusstsein.

Hegel schrieb: "Das Geistige allein ist das Wirkliche". Dies ist ein zentraler Satz in Hegels Denken, der die idealistische Position auf den Begriff bringt. Die gesamte Wirklichkeit, alles das, was die Menschen sehen: Die Tiere, die Natur, die Welt - sie alle sind letztlich geistigen Charakters - wie dies auch schon einige Jahrzehnte vor Hegels Veröffentlichung der "nordische Seher" Emanuel Swedenborg ( 1688-1772 ) in seinem Werk "Himmlische Geheimnisse" schrieb: "Alle Dinge, die in der Natur entstehen, von ihrem Kleinsten, bis zu ihrem Größten, sind Entsprechungen, denn die natürliche Welt mit all dem ihrigen entsteht und besteht aus der geistigen Welt. Alles, was in der geistigen Welt existiert, ist Ursache der irdischen Wirkungen. Ein Natürliches, das nicht seinen Ursprung im Geistigen hätte, gibt es nicht. Von daher stammen die Verschiedenheiten der einzelnen Formen. Von daher die Ordnung aller Dinge, ihre Funktionen insgesamt und im einzelnen. Sie entsprechen genau den erhabensten und den geistigen Ursachen, sie sind die äußersten Bilder. An keinem Tiere findet sich ein Härchen, an keinem Vogel ein Federfäserchen, an keinem Fisch ein Floßgrätchen, das nicht vom Geistigen herrührte. Weil nun alles und jedes vom Göttlichen besteht, das heißt fortwährend entsteht, und alles und jedes, was davon her ist, nichts anderes sein kann als Bild derjenigen Dinge, durch welche es entstanden ist, so folgt, dass das sichtbare Weltall nichts anderes ist als eine Schaubühne, die das Reich des Herrn abbildet und dass dieses Reich wiederum eine Schaubühne ist, die den Herrn selbst abbildet. Das Irdische bildet das letzte, in das der göttliche Einfluss sich endigt."

Der Kirchenvater Aurelius Augustinus ( 354-430 ) schrieb hierzu passend in seinem Kommentar zum Johannesevangelium: "Die Wunder, die unser Herr Jesus Christus vollbracht hat, sind göttliche Taten, die den menschlichen Geist bewegen, Gott aus dem Sichtbaren zu erkennen ... Die Wunder, durch die Gott die Welt regiert und die ganze Schöpfung leitet, sind für uns durch die Alltäglichkeit so abgestumpft, dass fast niemand es mehr für wert erachtet, den wunderbaren und erstaunlichen Werken Gottes in jedem Getreidekorn Aufmerksamkeit zu schenken. Daher hat Er getreu Seiner Barmherzigkeit sich vorbehalten, zu gegebener Zeit einige Dinge zu vollbringen, die außerhalb des gewöhnlichen Verlaufs und der Ordnung der Natur liegen, damit die Menschen, die gegen das Wunder der Alltäglichkeit abgestumpft sind, durch das Sehen eines nicht größeren, aber ungewöhnlicheren Ereignisses getroffen werden. Tatsächlich ist die Ordnung des ganzen Weltalls ein größeres Wunder als die Sättigung von 5.000 Menschen durch fünf Brote. Und doch wundert sich über das eine niemand, indessen das andere die Menschen in Staunen versetzt, nicht weil es ein größeres, sondern weil es ein selteneres Wunder ist. Wer ernährt auch jetzt die ganze Welt, wenn nicht jener, der aus einigen Getreidekörnern ganze Ernten reifen lässt? Er hat also gehandelt wie Gott selbst. Mit der gleichen Macht, mit der Er einige Getreidekörner zu einer Ernte vermehrt, hat Er in Seinen Händen die fünf Brote vermehrt. Die Macht dazu lag in Christi Händen; und fünf Brote waren die Saaten, die jedoch diesmal nicht der Erde anvertraut wurden, sondern die vermehrt wurden durch Ihn selbst, der die Erde gemacht hat. Dies hat sich vor unseren Sinnen abgespielt, auf dass unser Geist sich daran erbauen mag. Es wurde unseren Augen gezeigt, auf dass unser Verstand sich damit befassen möge, auf dass wir mit Staunen in Seinen sichtbaren Werken den unsichtbaren Gott gewahren, zum Glauben erweckt und durch den Glauben gereinigt, auf unsichtbare Weise Ihn zu sehen verlangen, den wir durch die sichtbaren Dinge als den Unsichtbaren kennengelernt haben." Mit Recht schließt Augustinus von den Wirkungen auf die Ursachen. Große Wirkungen haben bedeutende Ursachen, nichts anderes meint das Schriftwort ( Matthäus 7, 16 ): "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen."


Die Welt des Idealismus

Während der deutsche Idealismus noch danach strebte, das Unfassbare ( Gottes Wesen ) irgendwie begrifflich fassbar zu machen, hat die aufkommende Naturwissenschaft ( und ihre materialistische Einstellung ) die Welt säkularisiert und tiefgreifend gewandelt. Sie hat dem Menschen klar gemacht, dass die Welt durch eigene Gesetze und Kräfte bestimmt wird, die der Mensch immer mehr rational durchschaut und technisch in seine Gewalt bekommt, dass sie eine Welt ist, die er beherrschen und manipulieren kann, die immer mehr aus natürlichen Ursachen erklärbar wird. Diese Erkenntnis führt dann - konsequenter Weise - immer wieder zu der Meinung, man brauche Gott nicht mehr, der Gottesgedanke sei überholt.

Der evangelische Theologe Rudolf Bultmann ( 1884-1976 ) schrieb deshalb bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert: "Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparate benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen, und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testamentes glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muss sich klarmachen, dass er, wenn er das für die Haltung christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht."

Infolge der rasanten Entwicklung der Naturwissenschaften und der wachsenden Dominanz der Technik und angesichts der sich infolgedessen ausbreitenden Überzeugung von der Machbarkeit aller Dinge ist der Mensch an die Stelle Gottes getreten: Die Welt begegnet einen eher als eine Welt des Menschen, denn als eine Welt, die Gott geschaffen hat, weil der Mensch durch die fortschreitende Entwicklung der Naturwissenschaften und in ihrem Gefolge durch die Technik immer mehr gelernt hat, die Natur zu beherrschen. Doch ebenso wie auf wissenschaftlichem Gebiet, wird dadurch auch im allgemein-menschlichen Bereich "Gott" immer weiter aus dem Leben zurückgedrängt, Er verliert gleichsam immer mehr an Boden.


Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Der Philosoph und DDR-Politiker Robert Havemann ( 1910-1982 ), der später zum Regime-Kritiker geworden ist, schreibt 1956: "Die Natur mit irgendeiner Art von Gott zu erklären, ist zwar einfach und bequem, aber es hält uns in Unwissenheit, versperrt uns die Wahrheit und steht im Grunde auf gleicher Stufe wie das Märchen vom Klapperstorch." So denken heute viele, auch die sonst wenig denken. Gott ist demnach eine unnötige Hypothese, die wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist. Sie ist sogar für den gebildeten und intelligenten Menschen zu einem Hindernis für das "aufgeklärte" Denken geworden.

Johann Gottlieb Fichte meinte deshalb, diese Selbstherrlichkeit führe ins Unglück, doch die Hingabe an Gott schenke die Erfüllung und das wahre Glück ... und dies wiederum ist eine typisch christliche Aussage: Fichte sah den eigentlichen Grund des Elends des Menschen darin, "dass das Bild Gottes, die Menschheit, besudelt und erniedrigt, und in den Staub getreten" ist. Und er meinte, nur wenn "der Mensch durch die höchste Freiheit seine eigene Freiheit und Selbständigkeit" aufgebe und verliere, werde er "des einigen wahren, des göttlichen Seins und aller Seligkeit, die in denselben enthalten" sei, teilhaftig. Das heißt, an die Stelle der Selbstherrlichkeit des Menschen müsse das Selbstopfer aus Liebe treten. Dann erst finde der Mensch seine Vollendung. Der Mensch müsse seinen Eigenwillen aufgeben und seine ihm eigentümliche Bestimmung ergreifen, die darin bestehe, dass er nichts anderes sein wolle, als was er "zufolge seiner höheren Natur", eben "des Göttlichen in ihm" sein solle.

Das Fazit dieser Überlegungen ist, dass die Auflehnung gegen Gott den Horizont vollständig auf die Eigenwelt des Menschen verengt, so dass man zum Beispiel jede geistliche Einkehr nur noch für Leerlauf und vergeudete Zeit hält. Deshalb heißt es hierzu in dem Buch "Die Wolke des Nichtwissens", einem einflussreichen, anonym geschriebenen religiösen Dokument der Mystik, das im England des vierzehnten Jahrhunderts auftauchte: "So wie Martha sich über ihre Schwester Maria beschwerte, so beschweren sich bis zum heutigen Tag aktive Menschen über besinnliche. Wo immer man jemand findet, ... der sich durch Gottes Gnade oder Führung berufen fühlt, alle äußere Aktivität aufzugeben und ein kontemplatives Leben aufzunehmen, ... tauchen alsbald seine Brüder, Schwestern, besten Freunde und allerlei andere mit schweren Vorwürfen auf, tadeln ihn und sagen ihm, dass er seine Zeit verschwendet. Sie werden alle möglichen Geschichten erzählen, einige wahre und einige falsche, in denen berichtet wird, wie Männer und Frauen, die sich in der Vergangenheit einem solchen Leben hingegeben haben, zu Fall kamen. Von denen, denen es damit gut geht, wird nie erzählt."


Theaterstück: Ein Leben ohne Gott

Durch den Verlust der Innerlichkeit folgt man in der ( "aufgeklärten" ) Gesellschaft einem mehr oder minder platten Rationalismus, der beim Menschen die transzendente Wirklichkeit völlig ausgeklammert und die frohe Botschaft Christi auf ihren Weltbezug reduziert: So wird ein vor ca. 2000 Jahren glühender Glaube gegen die Kälte des Verstandes ausgetauscht und die wahren Kulturwerte, die stets einen Hauch der Unvergänglichkeit ausströmten, von einem aufdringlichen und zumeist atheistischen Kulturbetrieb verdrängt, der die Seele leer und das Gemüt gefrieren lässt: Dieser Kulturbetrieb besitzt nicht mehr die geistige Symbolkraft, sondern unterliegt vorzugsweise dem oberflächlichen Reiz der Unterhaltung und verfällt der Selbstgenügsamkeit, die unreflektiert einfach das Leben der Massen in der heutigen Industriegesellschaft bestimmt. Man lebt und versucht, das Leben zu genießen, soweit es möglich ist. Diese Lebensmaxime beschreibt bereits das Alte Testament, wenn es heißt ( Prediger 9, 9 ): "Genieße dein Leben mit dem Weibe, das du liebst, alle Tage deines eitlen Lebens, die Gott dir gibt unter der Sonne! Denn das ist dein Anteil an deinem Leben und an deiner Mühe, mit der du dich plagst unter der Sonne."

Der erfolgreiche Gegenwartsmensch, der in Politik, Wirtschaft und Kultur den Ton angibt, tut alles, um sich vor der Selbsterkenntnis zu hüten und beachtet den als seinen Feind, der ihm die hilfreiche Wahrheit sagt. Besonders eindrucksvoll stellt hier der Schriftsteller Albert Camus ( 1913-1960 ) - 1957 erhielt er den Nobelpreis für Literatur - diesen Atheismus der Selbstgenügsamkeit und Gleichgültigkeit dar, wenn er in seiner Erzählung "Der Fremde" die Hauptfigur angesichts der bevorstehenden Hinrichtung zum Gefängnisgeistlichen sagen lässt: "Ich glaube nicht an Gott." Darauf fragt ihn der Geistliche, ob er dessen ganz sicher sei, und der andere erwidert: "Ich brauche mich das nicht zu fragen, ich finde das ganz unwichtig. Ich habe nur noch wenig Zeit. Und die will ich nicht mit Gott vertrödeln." ( Passend hierzu hatte Aurelius Augustinus schon einige Jahrhunderte vor der Veröffentlichung des Romans "Der Fremde" ( im Jahr 1942 ) folgendes feststellen können: "Der Tod, den die Menschen fürchten, ist die Trennung der Seele vom Körper. Den Tod aber, den die Menschen nicht fürchten, ist die Trennung von Gott." )

Die Religion ist somit nicht mehr das Lebensprinzip dieser Gesellschaft ... und das heißt: Statt sich zu Gott hinzuwenden, traut man dem begabten, erfinderischen und vernünftigen Menschengeist alles zu. Man glaubt, grenzenlos geworden zu sein, während man sich selbst in das Gefängnis des Materialismus gesperrt hat und darin der Unwissenheit frönt, ein Besessener, der sich Herrscher dünkt. Denn trotz großer wissenschaftlicher Erkenntnis lässt man sich freiwillig die Luft, die man atmet, verpesten, verschmutzt man mutwillig das Wasser, das man trinkt, verödet man sinnlos den Boden, der einen nährt.

Vor diesem Hintergrund heißt es in dem Pabstbrief an die Bischöfe der Weltkirche vom 10. März 2009: "Das eigentliche Problem unserer Geschichtsstunde ist es, dass Gott aus dem Horizont der Menschen verschwindet und dass mit dem Erlöschen des von Gott kommenden Lichts Orientierungslosigkeit in die Menschheit hereinbricht, deren zerstörerische Wirkungen wir immer mehr zu sehen bekommen."

In diesem Sinne stellte auch die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Schriftstellerin Christa Meves als Ergebnis ihrer therapeutischen Arbeit fest, mit der gegenwärtigen Entgottung der Gesellschaft greife die Lebensangst mehr und mehr um sich, eine Vielzahl der Menschen sei krank vor Angst, vor Angst könnten sie nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, nicht mehr arbeiten, sich nicht mehr konzentrieren, sie befänden sich in einem dauernden Zustand der Erregung. Ähnliche Erfahrungen bezeugte der Schweizer Mediziner und Psychologe Carl Gustav Jung ( 1875-1961 ), der Begründer der Analytischen Psychologie, wenn er erklärt: "Man kann mit Sicherheit sagen, dass all meine Patienten über 35 Jahre krank wurden, weil sie as verloren hatten, was die lebendigen Religionen ihren Anhängern gegeben haben. Und keiner von ihnen, der seine religiöse Lebenshaltung nicht wiedererlangte, wurde wirklich geheilt."


"Angels we have heard on high"

In dem geistigen Vakuum, das aus der oben beschriebenen Aufklärung und der Hinwendung zu einer Ich-zentrierten Lebenswahrnehmung entstanden ist, wird der einzelne zum Mittelpunkt all seiner Aktivitäten: "Fit for fun" lautet dementsprechend das Lebensmotto der erlebnishungrigen und körperbetonten Generation zu Beginn des 21. Jahrhunderts: "Ich habe einen Körper, also bin ich" ist ihr Glaubensgrundsatz. In diesem Sinne schreibt der evangelische Theologe Albert Schweitzer ( 1875-1965 ): "Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt." Am Ende einer solchen Religiosität steht dann der Nervenkitzel wie zum Beispiel das Bungee-Springen, hinter dem sich der Traum vom "surfenden Lebensstil" ohne An-Bindung und Haftung an eine transzendente Welt verbirgt ... Gott ist hier irgendwie uninteressant geworden.

Der Neuplatoniker Plotin ( 203-270 ) schreibt hierzu schon im dritten Jahrhundert: "Die meisten Menschen üben von Ihrer Geburt an mehr ihre sinnliche Wahrnehmung als ihren Geist und sind durch die Not gezwungen, ihre Aufmerksamkeit zuerst auf die sinnlichen Dinge zu richten ... Die einen bleiben dabei und verbringen ihr Leben, ohne nach etwas Weiterem zu suchen. Sie betrachten dieses Leben als das Schlechte, die Vergnügungen als das Gute. Sie schließen daraus, dass man das eine vermeiden, dem anderen fortwährend nachjagen müsse. Hierin bestehe die Weisheit und Lebenskunst, glauben jene unter ihnen, die sich einbilden, "vernünftig" zu sein ... Erst mit der Hinwendung nach innen stellt sich aber das "Er-innern" - das Innewerden des wirklichen Wesens und der geistigen Heimat - allmählich wieder ein."

Wer erinnert sich hier nicht an Platons ( 427-347 v. Chr. ) Ideenlehre, wonach alles Wissen nur "Wiedererinnerung" ist? Und aus diesem Grund liegt auch für den Neuplatoniker Plotin in der "Er-Innerung" das Geheimnis der Befreiung. Diese "Er-Innerung" wird geweckt durch ein Heimwehgefühl, das sich durch das ganze Leben zieht. Mit anderen Worten: Obwohl man schöne Zeiten erlebt, spürt man immer wieder diese tiefe Sehnsucht nach einem Platz, wo man hingehört und sich wirklich zu Hause fühlt. Doch nirgendwo sonst wird man dieses "nach Hause kommen" finden als in der Gemeinschaft mit Gott. Dafür hat Gott ja schließlich den Menschen erschaffen, damit dieser eine persönliche Beziehung zu Ihm aufbaut. Für jeden Menschen gilt demnach: Ein Leben ohne Gott ist ein vertanes Leben - wie auch Jesus Christus sagt ( Matthäus 16, 26 ): "Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert?"

Aus dieser Sicht heraus ergibt sich folgende Erwachsenenbildung: Von Geburt an wird das Leben des Menschen durch das äußere Umfeld geprägt: Der Mensch erwacht zuerst einmal über die Körpersinne und wird dabei in die Außenwelt gezogen. Die Frage nach den geistigen Werten und Gesetzmäßigkeiten hat sich die Seele noch nicht gestellt, da ihr der Leib realer und näher ist als ihr innerer Geist. Dieser ruht noch eingehüllt und verschlossen in der Seele, bis diese erwacht und den ersten Gedanken denkt, der über den Leib und das Alltägliche hinausgeht. Es ist dann dieser heilige und belebende Moment, wo die Seele den Anruf des Geistes in sich verspürt und sich selbst ein wenig von den Banden ihres Leibes ( dem "Gefängnis der Materie" ) lockert, um die ersten Gehversuche in der Gemeinschaft mit der göttlichen Einsprache zu unternehmen: Denn der Zweck des Lebens ist es, das ganze Streben dem Geiste zuzuwenden und die Seele von ihm durchdringen zu lassen.

Ja, es ist dieser Geist, in dem die göttliche Intuition und die eigentliche Wahrheit für die Seele wurzeln, die zwischen dem Leib und dem göttlichen Geist steht. So vermag eine Seele, die in der Ordnung Gottes lebt, auch den Leib bei steter Gesundheit zu erhalten. Doch dem Weltmenschen von heute bangt es vor der Einstrahlung des Geistes, weil das Leben sich von Grund auf verändert, sobald diese Einstrahlung zu wirken beginnt. Die gewohnte Trägheit, das Sich-zu-Hause-fühlen in den materiellen Dingen schwindet. Man fühlt sich fremd in den irdischen Bezügen. Man "spielt nicht mehr mit", wie es in der herrschenden Gesellschaft heute heißt. Der vom göttlichen Geist beherrschte Mensch wird äußerlich einsam. Er wird gemieden und verlacht beziehungsweise missverstanden.

So kann der Mensch auf zweierlei Art die Wirklichkeit wahrnehmen: Zum einen kann er forschen mit dem Herzen ( das heißt: über die geistliche Empfindung ) und zum anderen über die äußerlichen Sinneseindrücke und die dann einsetzende Logik des Verstandes. Wer dagegen die Wahrnehmung der Wirklichkeit zu sehr auf die körperlichen Sinneseindrücke beschränkt ( und so der transzendenten Einsprache den Rücken kehrt ), darf sich nicht wundern, wenn er von den reingeistigen Dingen nichts mehr fassen und verstehen kann. Bezogen auf die heutige Zeit bedeutet dies, dass die Mensch gespalten leben: Zum einen wissen sie vieles vom Universum und von der aktiven Freizeitgestaltung, doch von sich selbst und der transzendenten Welt wissen sie nur wenig.

Der moderne Mensch lebt demnach viel zu sehr mit der Logik des Verstandes in einer meist körperbetonten Sinnenwelt, die sich nur ungern geistig binden will: Seine ganze Aufmerksamkeit und sein Forschen hat er eher in das Äußere und die Weite verlegt, statt in das Innere und die geistige Tiefe - wie es schon die alten Epikuräer unter der Devise eines Genussmenschen taten: "Lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot" ... und dennoch wartet immerzu der Geist Gottes, um sich in der Seele des Menschen zu entfalten, sie zu erwecken und zu führen.

Das Wort von Novalis ( 1772-1801 ): "Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg" gehört aus diesem Grund nicht nur Weltraumfahrern, sondern auch Touristen unserer Tage ins Stammbuch geschrieben, denen kein Kontinent weit genug entfernt ist. Ihr Streben nach Weite zeigt, dass bei ihnen die so genannten "Adventures" ( die äußeren Erfahrungen ) im Vordergrund stehen. So lassen sich viele von Reiseprospekten und Werbeversprechen verführen. Urlaub wird hier immer häufiger zum durchgestylten Event, das vielen dazu dient, ihren Sozialstatus auszudrücken. Man fährt in die Dominikanische Republik oder nach Thailand, weil das halt chic ist. Um die kostbare Zeit des Jahres effektiv in Erholung zu verwandeln, ist jedoch zunächst ein Ausflug nach innen erforderlich. Denn was will die menschliche Seele eigentlich wirklich? Novalis schreibt hierzu in seiner Schrift "Blütenstaub":

Wir träumen von Reisen durch das Weltall -
ist denn das Weltall nicht in uns?
Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht -
nach Innen geht der geheimnisvolle Weg.
In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten -
die Vergangenheit und Zukunft.

Es soll hiermit aber nicht alles verworfen werden, was der Mensch in Eigenliebe tut, sondern zum Ausdruck gebracht werden, dass die Eigenliebe einen besonderen Stellenwert in der Welt hat. Denn dieses Leben wurde dem Menschen von Gott gegeben, damit er geistig reife, sein Urteilsvermögen festige und das wirkliche Leben für die Ewigkeit bewahre: Nicht im Sinne einer Abgötterei oder der übertriebenen Genusssucht, sondern im Sinne eines tiefen Respekts vor der göttlichen Ordnung: So muss auch jeder Mensch danach trachten, über Gut und Böse ein gerechtes Wissen zu erlangen. Schließlich gehört es zur Ordnung Gottes, dass der Mensch zu unterscheiden versteht.

In diesem Sinne kommt es auf das rechte Maß in allen Dingen an: Ein Zuviel ist dabei genauso schädlich wie ein Zuwenig, weil beides nicht zu Gott führen kann. Ein Begehren und Lieben über das zugeteilte Maß der göttlichen Ordnung bedeutet nämlich nicht nur eine Übertreibung, sondern wird von Gott sogar als Sünde angesehen - Sünde verstanden als eine Absonderung von der göttlichen Ordnung.

Ein Zuviel würde zur Überbetonung des leiblichen Wohls, zur reinen Genusssucht und damit zum Hochmut führen, ein Zuwenig in die Minderwertigkeit ( ... und womöglich zum Selbstmord ). Zwischen beiden Polen wird sich die Eigenliebe des Menschen bewegen müssen. Und es wird sicherlich auch von der jeweiligen Lebenssituation abhängig sein, wie groß die Fürsorge um sich selbst sein kann und muss. Paulus schreibt hierzu ( 1. Thessalonicher 5, 23 ): "Unversehrt bleibe euch Geist, Seele und Leib bewahrt."

Wenn man allerdings diese Fürsorge vernachlässigt, wird nur die Orientierungslosigkeit und Verunsicherung unter den Menschen zunehmen. Der Glaube an Gott verkommt dann zu einer Phantasievorstellung, die man bei den Menschen gewähren lassen kann, weil sie im Grunde nicht schadet. Denn die Religion ist hier nur ein dem Pöbel einzuimpfendes System von Einbildungen, das als sehr klug und notwendig empfunden wird - ein Mittel, um das schlechte Gewissen zu beruhigen und über den wirklichen Zustand hinwegzutäuschen: Der wahre Zustand ist, dass man Gott nur noch der äußeren Form nach dient: Im Grunde genommen kommt Gott im durchschnittlichen europäischen Denken gar nicht mehr vor.

Paulus schreibt hierzu ( Philipper 2, 21 ): "Sie suchen alle das Ihre, und nicht, was Jesu Christi ist." Diese Worte charakterisieren sehr treffend den heutigen Zeitgeist. Denn wer nimmt heutzutage noch Kenntnis von Richtlinien des Evangeliums? Für immer mehr Mensch ist der biblische Gott längst tot. Im Allgemeinen meint man mit dem Tod Gottes die existentielle Erfahrung der Abwesenheit Gottes. Nachdrücklich hat der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber ( 1878-1965 ) diese artikuliert in seinem 1953 erschienenen Buch "Gottesfinsternis", wenn er da schreibt, die Gottesfinsternis sei "in der Tat der Charakter der Weltstunde, in der wir leben". Buber erklärt, er habe bewusst das Wort "Gottesfinsternis" gewählt, weil er damit anspielen wolle auf die Sonnenfinsternis, bei der die Sonne zwar vorhanden sei, aber durch das Dazwischentreten des Mondes nicht mehr gesehen werde.

Text auf dem Herz am Kreuz: "Die Seele ist nicht ohne Geleit der Engel."

Es ist wohl Gottlieb Wilhelm Friedrich Hegel gewesen, der als erster vom Tode Gottes gesprochen hat, allerdings nicht als Behauptung, sondern zur Charakterisierung der Menschen seiner Zeit. Hegel sagt: "Gott selbst ist tot" und erklärt in seinem Traktat "Glauben und Wissen", dieser Satz spreche aus, worauf die Religion der neuen Zeit beruhe. Mit der Rede vom Tode Gottes will er nicht eine Aussage über Gott machen, sondern über den Menschen, der sich von Gott abgewendet hat. Dementsprechend schreibt der deutsche Philosoph Martin Heidegger ( 1889-1976 ): "Nicht Gott ist tot, sondern das menschliche Interesse für Gott ist erstorben." Das heißt: Der Tod Gottes wird hier zum bildhaften Ausdruck für die säkularisierte Welt ohne Gott.

Mit der soeben bei Hegel beschriebenen "Religion der neuen Zeit" wächst auch die Zahl der Selbstgerechten, jener Menschen, die meinen, keines Erlösers mehr zu bedürfen. Mammongier und Vergnügungssucht heißen die Götter, an die sie glauben. Sie haben sich dafür entschieden, sich ein Leben nach ihrer Weise zu schaffen, außerhalb der Gebote Gottes. Die Welt ist nur noch dazu da, ihre diversen Begehrlichkeiten zu befriedigen, und der Sinn des Lebens erschöpft sich darin, seinen Spaß zu haben. Die trügerischen Verheißungen der Welt sind dem heutigen Menschen ungleich wertvoller als der Heilszuspruch Gottes.

Herausgelöst aus den religiösen Bindungen hofft der Mensch mit Hilfe von Wissenschaft und Technik die Verwirklichung des Paradieses auf Erden zu erreichen. Denn Wissenschaft und Technik haben mit ihren Entdeckungen und Erfindungen den Menschen in ihren Bann gezogen und alle höheren geistig-religiösen Werte verdrängt: In dem Maße, wie den Fortschrittsideen der Maschinenkultur gehuldigt wurde, wuchs auch die Glaubens- und Lieblosigkeit unter den Menschen. Schrankenloses Wirtschaftswachstum und unbegrenzter Konsum sind zu den alles bestimmenden Steuerungsprinzipien der maßlosen und gottfernen Welt geworden. Die Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts haben die Maschinen und den Computer zu ihren Gottheiten erhoben und sich selbst zu ihren Sklaven gemacht.

An die Stelle eines gemeinschaftlichen Lebens mit Gott in Demut ( das Wort "Dienmut" bedeutet hier den "Mut" zu "dienen" und sich ein- und unterzuordnen unter den Willen Gottes ) ist nun der Glaube an den grenzenlosen wissenschaftlichen Fortschritt getreten, in dessen Folge Roboter und Vollautomatisierung stehen, die den Menschen überflüssig machen. Denn alles untersteht nunmehr einer knallharten Kosten-Nutzen-Analyse, da es in dieser Welt allein auf den Geschäftsvorteil ankommt. Der Mensch wird als "Arbeitskraft" zu einem Objekt der Gewinnkalkulation des Unternehmers ( Kapitalisten ) herabgewürdigt.

Die Ursache für dieses hemmungslose Gewinnstreben einzelner liegt in der oben genannten materialistischen Weltanschauung ( dem "Gefängnis des Materialismus" ), bei der man in der Materie den Grund aller sichtbaren Wirklichkeit sieht; und zwar nicht allein der stofflichen, sondern auch der seelischen und geistigen Realität. Auf dieser Grundlage entstand im 19. Jahrhundert nicht nur ein egoistisch agierender Kapitalismus, sondern auch - als dessen Gegenströmung - der Marxismus, bei dem der Grundsatz von Friedrich Engels ( 1820-1895 ) gilt: "Die Materie ist nicht ein Erzeugnis des Geistes, sondern der Geist ist selbst nur das höchste Produkt der Materie ... Außer der Natur und dem Menschen existiert nichts." Demnach ist Gott nur eine Erfindung der Menschen, so dass Wladimir Iljitsch Lenin ( 1870-1924 ) sagt: "Wir müssen die Religion bekämpfen. Das ist das A und O des gesamten Materialismus und folglich auch des Marxismus." Und ebenso unverblümt heißt es bei Karl Marx ( 1818-1883 ): "Der Kommunismus gibt die ewigen Wahrheiten auf, er schafft alle Religionen und jede Moral ab."

Marx und Engels entwickelten ein Modell des "praktischen Entwicklungsprozesses" der menschlichen Geschichte, die sie im Gegensatz zu den Hegelianern nicht als Entwicklungsgang des Geistes, sondern als Geschichte menschlicher Praxis und der sozialen Beziehungen verstehen. Der Ursprung dieses historischen Materialismus, der vor allen die sozialen und materiellen Triebkräfte der Geschichte betont, liegt unter anderem auch in der Hegelkritik Ludwig Feuerbachs ( 1804-1872 ), der in seiner Schrift "Das Wesen des Christentums" ( 1841 ) schreibt, die Religion sei nur eine Durchgangsphase für die Menschheit, sie sei als solche notwendig gewesen, damit die Menschheit zu einem erwachsenen Selbstbewusstsein hätte kommen können. Die religiöse Phase sei gleichsam die Kindheitsphase der Menschheit in ihrer Geschichte, und sie gehe der Phase der Philosophie voraus. Die religiöse Verfremdung habe zwar in der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins ihre Bedeutung und eine gewisse Berechtigung, aber fortgeschrittener sei die Phase der Philosophie, denn in der Philosophie wage es der Mensch, sein Wesen direkt zu betrachten, während er dieses Wesen in der religiösen Phase als das Wesen eines anderen betrachte und kenne.

In der Konsequenz erhebt Ludwig Feuerbach somit den Vorwurf, dass Gott eine Projektion des Menschen ist. Er meint, wie jedes Volk sich in seiner mythischen Dichtung Helden schaffe, die die Ideale des Volkes verkörpern, so schaffe es sich auch seinen Gott als das ins Übermenschliche gesteigerte Bild aller ersehnten Vollkommenheit und Macht. Daher sei es eben nicht so, wie die Bibel sage, dass Gott den Menschen nach Seinem Bild und Gleichnis geschaffen habe, sondern umgekehrt: Der Mensch schaffe Gott nach seinem Bild und Gleichnis, wodurch jede Religion als kindliches Traumdenken entlarvt und abgetan sei. Das heißt: Der absolute Geist, der ehemals göttliche Geist, wird durch den menschlichen Geist ersetzt, der dann - Jahrzehnte später - in der Psychoanalyse eines Sigmund Freud ( 1856-1939 ) seine eigenen Tiefen durchforscht.

Während noch der Naturalismus des Ludwig Feuerbach behauptet, die Gottesvorstellung sei als solche überholt, vertritt schon als nächstes der Materialismus des Karl Marx die Behauptung, die Vorstellung von Gott sei heutzutage nicht mehr zu akzeptieren. Denn für den Marxismus ist die Idee Gottes ein Ausdruck der Entfremdung des Menschen. Das heißt: In der Religion flieht der Mensch aus der schlechten, ja unerträglichen Wirklichkeit in ein Jenseits, in eine vorgestellte heile Welt. Das aber ist ein Selbstbetrug, der zudem von der notwendigen Veränderung der gegenwärtigen Verhältnisse ablenkt. Realistisch ist, so der Marxismus, angesichts dieser Situation allein die soziale Revolution.

Im Marxismus wird Gott konsequent funktionalisiert. Für den Marxismus gibt es nicht Gott, wohl aber den Menschen, der Gott braucht - aus welchen Gründen auch immer -, anders ausgedrückt: Für den Marxismus gibt es nicht Gott, sondern den Menschen, der meint, er habe Gott nötig. In diesem Verständnis ist Gott eine schöne Illusion, mit der man leben kann, in der man aber nicht der Wahrheit gemäß lebt. Man kann so leben, mit der Gottesvorstellung, aber eigentlich ist das unsinnig. Richtiger ist es, den Unsinn des Gott-Brauchens zu beenden und dem Menschen das zukommen zu lassen, wofür Gott nur einen Ersatz darstellt.


Wissen mittelalterlicher Mystik für unsere Zeit

Im diesem Gottesverständnis betrachtet man Gott als so etwas wie ein Scheinmedikament, wie ein Placebo. Scheinmedikamente, Placebos, wirken nur dann, wenn der Patient nicht um die Täuschung weiß, die diese Medikamente darstellen. Ein Placebo ist nur eingebildet oder vorgestellt wirksam. Ein Placebo kann nur so lange eingenommen werden und wirken, wie seine eingebildete Wirksamkeit nicht durchschaut wird. Es kann nur wirken, solange der Patient von der objektiven Wirksamkeit des Mittels, die es jedoch objektiv nicht gibt, überzeugt ist. Gott wird in diesem Sinne als Placebo interpretiert. Das heißt: Er behält einen Platz im Leben der Menschen, so lange diese nicht seine Funktion für sie durchschauen, nämlich die, das minimale Emotionsquantum in ihrem Leben sicherzustellen. Wann immer der Mensch das jedoch erkennt, wird Gott für ihn überflüssig, dann aber braucht er einen Ersatz für Ihn.

Während also Karl Marx noch davon ausging, dass die Religion den Menschen zum Verlust seiner Identität führe, sie ihn knechte und ihn einer illusorischen Fremdbestimmung unterwerfe, hatte Georg Friedrich Wilhelm Hegel dagegen noch in seiner Philosophie der Weltgeschichte den großen Versuch unternommen, die Existenz Gottes angesichts des oben beschriebenen Übels ( zum Beispiel: Die von Karl Marx mit Recht angeprangerte soziale Schieflage in der industriellen Revolution ) in der Welt zu rechtfertigen, indem er die widersprüchliche Weltgeschichte als den geschichtlich-dialektischen Gang des göttlichen Weltgeistes zu verstehen suchte.

Demgegenüber wird immer wieder von den Atheisten behauptet, es könne keinen göttlichen Weltgeist geben, und zwar deshalb, weil die Welt voller Unzweckmäßigkeiten und Widerwärtigkeiten sei, weil sie schlechthin übel, grausig und absurd sei und daher die Existenz eines allmächtigen und allgütigen Gottes, der diese Welt geschaffen habe, der sie lenke und regiere, grundsätzlich ausgeschlossen sei. Dabei weist man klagend und anklagend hin auf die Tragik, die man überall in der Welt vorfindet, auf Hunger und Leid, Elend und Krieg, Bosheit und Brutalität, auf Zuchthäuser und Krankenhäuser, Altenheime und Waisenhäuser.

Man legt den Finger auf die unwürdigen Daseinsbedingungen, denen nicht wenige Menschen schutzlos ausgeliefert sind, auf die gigantischen Zerstörungen von Menschenleben und Kulturgütern durch Naturereignisse und Kriege und auf die Leiden der Unschuldigen. So spricht etwa Fjodor Michailowitsch Dostojewski ( 1821-1881 ), wohl einer der bedeutendsten Literaten des 19. Jahrhunderts, in seinem Roman "Die Brüder Karamasow" von den "Tränen der Menschen, mit denen die Erde von ihrer Rinde bis zum Mittelpunkt durchtränkt ist".


Die Weisheit der Bibel als spiritueller Weg

Teil 1

Teil 2

Teil 3


Nach dem Kirchenlehrer Aurelius Augustinus lässt Gott dieses physische Übel nicht nur zu, sondern will es auch. Er beabsichtigt es positiv, um dadurch höhere Ziele zu erreichen, während Er das Böse nie positiv wollen kann, weil es dem letzten Sinn der Schöpfung, der Verherrlichung Gottes durch die innere Entfaltung und Vervollkommnung der Lebewesen, widerstreitet.

Der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel hat von daher ein tiefes Gesetz des Wirklichen entdeckt, wenn er im Widerspruch den großen Motor der Geschichte erkannt hat. Für ihn ist alles Übel und selbst das Böse der notwendige Durchgangspunkt zur unendlich entfernten Durchdringung alles endlichen Seins mit der "Ratio". ( Heute begegnet einen dieser Seinsoptimismus - ein exzessiver Seinsoptimismus, würden man sagen, im Unterschied zum christlichen Seinsoptimismus -, heute begegnet einen dieser Seinsoptimismus in der Gestalt eines verbreiteten Fortschrittsoptimismus, der vom Glauben an die Allmacht der Technik geprägt ist. Politisch-wirtschaftlich begegnet er einen heute im Liberalismus oder auch - in etwas anderer Akzentuierung - im Marxismus. )

Das oben geschilderte moralische Übel kann - nach Augustinus - nicht von Gott gewollt sein. Würde Gott das moralische Übel wollen oder wäre es von Ihm beabsichtigt, geriete Er damit in einen inneren Widerspruch zu Sich Selbst. Das moralische Übel kann also nur zugelassen sein von Gott.

Die Frage des physischen Übels tangiert demnach auch die Frage des moralischen Übels, also die Frage nach der Gerechtigkeit. Denn der Mensch hat ein tiefes Bewusstsein, ein tiefes Empfinden für Gerechtigkeit. Dieses Empfinden ist nach Aussage der Psychologen und Psychiater das letzte menschliche Empfinden, das dem Menschen verbleibt, wenn ihn alles verlässt. Wird dieses Empfinden enttäuscht, schlägt es um in Ressentiment und Empörung. Das Empfinden für Gerechtigkeit ist tief verankert im Menschen. Iwan Karamasow sagt in dem Roman "Die Brüder Karamasow" von Dostojewski: "Ich lehne mich nicht gegen Gott auf, ich nehme nur seine Welt nicht an".

Neben dieser Ablehnung der Welt Gottes und dem oben schon genannten dialektischen Materialismus marxistischer Prägung entstanden ab dem 19. Jahrhundert unter anderem auch noch die Geistesrichtungen des Naturalismus und des Empirismus, bei dem nur das als wirklich angesehen wird, was mit naturwissenschaftlichen Methoden erfassbar und nachweisbar ist.

In diese Richtung passt dann auch die darwinistische Erklärung, nach der die Entstehung der Arten einer Evolution unterliegt. Demnach wäre die Welt aus reinem Zufall entstanden und hätte sich über die Mutationen weiterentwickelt. Für diese These fehlt jedoch zum Beweis die Übergangsform, das fehlende Zwischenglied ( Missing link ). Stattdessen weisen alle Fakten zwingend darauf hin, dass ein Schöpfer am Werk war, der die einzelnen Arten erschaffen hat, und zwar stufenweise in immer höhere Formen: Nicht die Materie ist somit das Ursprüngliche, sondern der Geist steht am Anfang. Denn selbst das Denken ist nicht ein Produkt des Gehirns, sondern des Geistes, wie auch das Klavier nicht die Neunte Symphonie hervorgebracht hat, sondern Ludwig van Beethoven ( 1770-1827 ). Das Klavier bildet hierbei lediglich die Voraussetzung für das Spielen, wie auch das Gehirn lediglich die Voraussetzung zum Denken ist: Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale und Wirkliche, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist der Urgrund der Materie ... und das Denken ( mit der Gabe der Intuition ) bleibt somit auch ein "geistiges" Geschehen. Das Gehirn hat hierbei nur eine untergeordnete Funktion. Seine Aufgabe ist es, die höhere Wirklichkeit ins gewohnt Materielle zu übersetzen.

Die Materie, die übrigens auch für die Inder nur eine Scheinwelt ( Maja ) darstellt und auf Sinnestäuschung zurückzuführen ist, geht einzig und allein aus dem Geist hervor: Gott ist die Urquelle aller Erscheinungsformen, und die Urelemente des geschaffenen Universums sind nichts anderes als eine Gedankenkraft des Geistes, so dass man hinter der sichtbaren Schöpfung, sofern man es will, ein geistiges Konzept erkennt. Von daher ist es nun auch an der Zeit, sich von der Zwangsjacke zu befreien, die der Materialismus des 19. Jahrhunderts dem allgemeinen philosophischen Weltbild auferlegte.

Der Darwinismus ist demnach keine wissenschaftliche Tatsache mehr, sondern reine Spekulation. Zwar ist der Mensch, was den Körper anbelangt, bis in die tiefsten Wurzeln mit dem Tierreich verbunden; aber durch das Besondere seiner "Innerlichkeit, den Geist" ist er als das ganz Andere im Reiche der Lebendigen dem Tierreich weitgehend entrückt - wie es auch in der Bibel heißt ( 1. Mose 1, 27 und 1. Mose 2, 7 ): "Gott schuf sich den Menschen nach Seinem Bilde ... Und Gott blies ihm den lebendigen Odem ( hebräisch Ruach: Geist ) ein."

In diesem Zusammenhang muss man zur Frage des Weltbildes des Alten Testamentes grundsätzlich festhalten, dass die Bibel keine naturwissenschaftliches Kenntnisse vermitteln will, dass beispielsweise der Schöpfungsbericht alles andere ist als eine Weltentstehungstheorie, dass er vielmehr die grundlegenden Wahrheiten über den Menschen und seine Welt in ihrer Beziehung zu Gott darstellen will, und zwar in einer Weise, die dem Vorstellungsvermögen des damaligen Menschen angepasst ist. In diesem Verständnis ist die Urgeschichte der Bibel beständige Gegenwart.

Im Schöpfungsbericht der Bibel erfährt man demnach, dass alles, was ist, von Gott stammt, dass Er es geschaffen und durch Sein Wort ins Dasein gerufen hat, dass alles Geschaffene gut ist, weil Gott gut ist, und dass das Böse seinen Ursprung im Ungehorsam des Menschen gegenüber dem Willen Gottes hat. Man erfährt darin, dass der Mensch unendlich erhaben ist über das Tier, sofern er als erkennendes und verantwortliches Wesen, das heißt: Mit Intellekt und Freiheit begabt, durch die geistige Seele zum Ebenbild Gottes geworden ist. Und endlich erfährt man, dass die Erde der Mittelpunkt der Welt ist, sofern sie die Wohnstätte des Menschen ist, der von Gott zum Herrn der sichtbaren Welt bestellt wurde.

Über die Naturvorgänge spricht die Bibel so, wie es dem Augenschein entspricht, ohne damit etwas über naturwissenschaftliche Zusammenhänge aussagen zu wollen. Die Naturvorgänge werden hier allesamt unmittelbar auf Gott zurückgeführt. Das Aufgehen der Sonne, der Regen, das Gewitter und dergleichen, darin sieht man das unmittelbare Wirken Gottes. Damit übergeht man aber auch die innerweltlichen Ursachen, die ohnehin dem antiken Menschen weithin unbekannt waren. Man denkt in der Bibel also immer sogleich an die "causa prima" ( Erstursache von allem, was wirkt und geschieht ) und übergeht dabei die "causae secundae" ( Zweitursache ). Das ist nicht falsch, aber das ist eine sehr grobe Sicht der Wirklichkeit. Immerhin trifft die Bibel die Wirklichkeit anders als jene, die nur den Blick auf die "causae secundae" richten und dabei die "causa prima" vergessen oder nicht beachten oder gar ausdrücklich leugnen, wie das heute oft geschieht.

Vor diesem Hintergrund der materialistischen Naturwissenschaft ( und der Leugnung Gottes ) steht das 21. Jahrhundert im Zeichen der technischen Perfektion gepaart mit dem Atheismus: Dahinter verbirgt sich eine Wissenschaft, die allergisch auf alles reagiert, was nach Geist und Seele riecht, weil sie so etwas nicht messen und berechnen kann. Stattdessen kommt eine Technik zum Vorschein, die alles als machbar ansieht ... und zum Ungeist wird, weil sie die Arbeit abschafft und die Menschen dazu bringt, dass sie zukünftig um ihre nackte Existenz Krieg führen müssen.

Während es der naturwissenschaftlich orientierte Mensch von heute überaus schwer hat, an Wunder zu glauben, erkennt der religiös-suchende Mensch aus diesem inneren Zustand der Welt, wie nahegerückt jene Endzeit ist, von der die Apokalypse ( Die Offenbarung des Johannes ) mit ihren Posaunen und Zornesschalen weissagt. Denn diese, von der Menschheit selbst verschuldete katastrophale Zuspitzung hat ihren Ursprung in der geistigen Krise. Und so lässt sich angesichts der unaufhaltsamen Zerstörung der Umwelt - dem biologischen Eingriff in die Natur durch Vernichtung der Wälder und Verseuchung der Gewässer - eines mit Bestimmtheit feststellen: Der Mensch hat nur dann eine Zukunft, wenn auch die Umwelt eine Zukunft hat ... und diese Zukunft ist nicht nur eine Aufgabe des wissenschaftlichen und technischen Kalküls, sondern vielmehr der sittlichen Verantwortung.

So sterben jeden Tag 100 Tier- und Pflanzenarten aus und täglich geht ( durch die Abholzung der tropischen Regenwälder ) unwiederbringbar mehr fruchtbarer Boden verloren, als in 100 Tagen entstehen kann. Der russische Dichter Fjodor M. Dostojewski ( 1821-1881 ) schreibt hierzu: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt" ... und durch das Gewissen kommen einem selbst folgenden Fragen auf: Wo bleibt in diesem umweltsensiblen 21. Jahrhundert die dringend notwendige Bekehrung beziehungsweise: die geistige Erneuerung? Denn ist nicht die besorgniserregende Umweltverschmutzung eine äußere Manifestation der inneren Seelenverschmutzung? Weist nicht die Ausbeutung der natürlichen Lebensräume in gravierender Art auf den missbräuchlichen Umgang des Menschen mit sich selbst und seinen Mitmenschen hin?

Prophezeiung: So wie die Menschheit vor circa zweitausend Jahren am Beginn des nun zu Ende gegangenen "Fische-Zeitalters" stand, so steht sie jetzt - astrologisch gesehen - am Beginn des zweitausendjährigen Sonnenzeitalters des Wassermanns: Das "Fische-Zeitalter" begann 150 v. Chr. und endete nach 2100 Jahren ( genau: 2160 Jahren ) ... und dauerte somit von 150 v. Chr. bis 1950 n. Chr. ( genau: 2010 n. Chr. ).

Aufschlussreich hat hierzu der Abt Joachim von Fiore ( 1130-1202 ) die Geschichte in drei Zeitalter gegliedert, welche er auf diese Weise mit der Dreieinigkeit Gottes in Verbindung bringt: Es ist zum einen das Zeitalter des Vaters ( Altes Testament ), dann des Sohnes ( das "Fische-Zeitalter", das ungefähr mit dem Neuen Testament beginnt ) und schließlich des Heiligen Geistes ( "Wassermann-Zeitalter" ), wobei für dieses Dritte Zeitalter die geistige "Wiederkunft Christi" verheißen ist: Die Geburt der Liebe, der Weisheit und des Friedens in allen Menschen, die guten Willens sind. Weil sich jedoch auch Ungezählte wissentlich und mit Willen diesem Erwachen des Christusgeistes in sich verschließen, darum wird für solche das nahende "Weltgericht" nicht die Umwandlung und Vergeistigung bedeuten.

Joachim von Fiore schreibt hierzu: "Dem Zeitalter des Vaters, das von Abraham bis Christi Geburt dauerte, folgte das zweite Zeitalter des Sohnes seit der Geburt des Heilands. Ein drittes, abschließendes Zeitalter wird kommen, das des Heiligen Geistes. Das Gesetz des ersten ist in den Büchern des Alten Testaments, das des zweiten in den Schriften des Neuen Testaments geschrieben. Das Gesetz des dritten und letzten Zeitalters wird das "Ewige Evangelium" der Johannesoffenbarung ( Kapitel 14, Vers 6 ) sein, der Ichbegriff aller in der Christuslehre verborgenen höheren Wahrheit."

Und Angelus Silesius ( 1624-1677 ) dichtet hierzu über das Ende des "Zeitalters des Sohnes" im "Cherubischen Wandersmann":

Der Vater war zuvor, der Sohn ist noch zur Zeit,
Der Geist wird endlich sein am Tag der Herrlichkeit.

Und der deutsche Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling ( 1775-1854 ) verkündete hierzu in seinem Werk "Philosophie der Mythologie und Offenbarung": "Das Gesetz des dritten Zeitalters ( des "Geistzeitalters" nach Joachim von Fiore ) wird das neue Evangelium sein, das "Ewige Evangelium" der Johannes-Offenbarung, der Inbegriff aller in der Christuslehre verborgenen höheren Wahrheit."

Zu den entscheidenden Phasen der Endzeit zählt also nach der Offenbarung des Johannes ein aus den Himmeln angekündigtes "Ewiges Evangelium". Es heißt ( Offenbarung 14, 6 ): "Und ich sah einen anderen Engel fliegen durch die Himmelsmitte, der hatte ein "Ewiges Evangelium" zu verkünden über die Erdbewohner und über alle Nationen und Stämme und Sprachen und Völker." Demnach wird die Bibel mit der Wiederkunft Christi eine neue Offenbarung ( Neuoffenbarung ) erhalten: Israel hatte das Alte Testament, die Gemeinde Jesu hatte das Neue Testament ... und die Völker der Erde erhalten das "Ewige Evangelium", in welchem die Ordnungen und Lehren Gottes verzeichnet sind. Dann werden die Völker der Erde aufhorchen und ausrufen: "Ja, da ist es, wonach wir uns schon lange gesehnt haben."

Doch dem religiösen Menschen stellt sich nunmehr die Frage: Wie kann dieses kommende "Ewige Evangelium" ( Evangelium aeternum ) Einzug bei den Menschen halten, wenn nicht zuvor der gesamte irdische Lebensbereich gereinigt wird von all dem Unrat, in dem die Menschheitsentwicklung von Jahr zu Jahr tiefer zu versinken droht? Ja, ist dieses "Ewige Evangelium" überhaupt schon verkündet worden? Und wie soll in einer Gesellschaft, in der als Maximen für das schöne Leben Fitness und Wellness, Leistung und Mobilität, Beschleunigung und heiterer Konsum propagiert werden, noch die christliche Glaubensweitergabe für eines der wichtigsten Erziehungsziele gelten? Dies kann doch nur dann funktionieren, wenn man sich dem Einstrom des geistigen Lichts immer mehr öffnet - und nicht, indem man sich von der Grundlage immer mehr entfernt.

Erkennbar ist, dass die fortschreitende Technisierung in der Kultur ( Sportsensationen, Reisefieber und leere Freizeitgestaltung ) den "modernen" Menschen immer mehr wegreißt von dem Weg der Verinnerlichung, die allein Freude und Harmonie von Geist und Seele vermitteln kann ... und die Folgen sind offensichtlich: Man denke hier nur an all die psychologischen Verkaufstricks und Werbestrategien, die doch nur dazu führen, dass die Menschen immer mehr geistig abstumpfen. Am Ende wird dann das Gesetz von Ursache und Wirkung, von Saat und Ernte, gelten: Wer Blödsinn sät, wird einst Wahnsinn ernten?

Aus diesem Grund ist es das zentrale Anliegen dieser Web-Seite, das Gute und Wahre den Menschen nahezubringen, indem sie zur Zentrierung auf Jesus Christus anregt. Denn schon Lucius Annaeus Seneca ( 1-65 ) schreibt im ersten Jahrhundert: "Zwischen dem Guten und der Gottheit besteht ein unlösbares Band." Der Mensch, der sein Leben auf das Gute hin ausrichtet, wird dann auch nicht mehr auf Kosten der anderen Bewohner dieses Planeten die Erde untertan machen, sondern stattdessen ein Leben gemäß der göttlichen Gesetze führen.

In der heutigen Zeit kommt es so zur Scheidung der Geister für oder wider Gott und die Liebe: Gemeint ist hier zum einen der Mensch, der sich innerlich von den bösen Mächten der Herrschsucht und materiellen Habgier fernzuhalten weiß und sein Herz für alle Gebote der Liebe und Menschlichkeit noch aufgeschlossen hält. Und zum anderen ist hier derjenige gemeint, der zum Untergang bestimmt ist, weil er sich gegen die ewigen Gebote der göttlichen Menschenwürde vergeht. Dieser betet innerlich die bösen Geister an ( Hass, Rachgier, Neid ). Seine Götzenbilder sind Macht und Geld als die höchsten Werte des Lebens ... und seine Taten sind dementsprechend Krieg, Raub, Einschüchterung, Fälschung und Unterwerfung.

Es gilt aber festzustellen: So wie der Mensch denkt und handelt, so reagiert auch seine Umwelt auf ihn. Denn nur auf diesem Wege ist es dem Menschen möglich, aus seinen Erfahrungen folgerichtige Schlüsse und Verhaltensweisen zu entwickeln. Das heißt: So wie die Staatsgesetze die Menschen in bestimmte Bahnen oder Verhaltensweisen lenken wollen, damit es der Gemeinschaft wohl ergehe, so tun dies auch die göttlichen Gesetze. Auf beiden Gesetzesebenen wird der Mensch stets korrigiert, so er ein Fehlverhalten zeigt oder "aus der richtigen Lebensbahn" läuft.

Im Grunde genommen erschließt sich dem religiösen Menschen immer wieder: Gott ist die Liebe und will den Menschen mit dem Heiligen Geist versiegeln ( Epheser 1, 13 ). Versiegeln heißt hier: Mit dem Eigentumsstempel Gottes versehen ... das heißt: Man gehört Ihm ... und muss sich nicht mehr allein auf dieser Erde zurechtfinden und sich ängstigen, sondern lebt aus der Beziehung zu Gott friedfertig in Seiner Schöpfung. Dazu bedarf es nur des Glaubens und der Buße. ( Das hebräische Wort für Buße ist übrigens "kaphar", was "Bedeckung" bedeutet. )

Was bedeutet jedoch diese "Bedeckung", wenn Jesus hierzu sagt ( Markus 1, 15 ): "Tut Buße und glaubt an das Evangelium!"? Wird es etwa für jeden, der Buße tut, besondere Gnaden von "oben" geben, die einen dann bedecken, oder tritt etwa der Herr selbst in ganz besonderer Weise ( über ) einem sichtbar in Erscheinung? Nun, der in der Bibel geschilderte Vorgang der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger des Gott-Menschen Jesus Christus ist vielen Menschen ein unerklärliches Geschehen und wird vielfach als dieses eine Mal vorkommend betrachtet.

In dieser irrtümlichen Betrachtung hängt aber auch gerade die Ursache des anscheinend "Unerklärlichen". Denn die Versiegelung mit dem Heiligen Geist ist eigentlich das Zeichen der Versöhnung mit Gott ... mit Jesus Christus, an dessen Niederkunft auf Erden vor ca. zweitausend Jahren ( "Gott ist Mensch geworden" ) diese Web-Seite erinnern will.

Der Gegenstand dieser Web-Seite ist somit der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in der Person und Geschichte Jesus von Nazareth: In Ihm hat Sich der unsichtbare Gott entschlossen, die biblischen Prophezeiungen durch Tod und Auferstehung wahr werden zu lassen, zu dem sich über zwei Milliarden Christen bekennen. Das sind rund Prozent der Weltbevölkerung.

Dieses Drittel ( rund Prozent ) der Weltbevölkerung - circa 18 Prozent davon ( also: Etwas mehr als die Hälfte der Christenheit ) gehören der römisch-katholischen Kirche an, 12 Prozent gehören den Protestanten und Orthodoxen an - unterstützt die Weitergabe der christlichen Religion durch Bekenntnis und Praxis des Glaubens an Gott, der in Seiner Güte beschlossen hatte, Sich in der Menschwerdung Jesu Christi Selbst zu offenbaren und das Geheimnis Seines Willens den Menschen kundzutun ( Epheser 1, 9 ). Durch Jesus Christus haben seither die Gläubigen im Heiligen Geist den Zugang zum himmlischen Vater erhalten ( Epheser 2, 18 ) und werden - gemäß der heiligmachenden Gnade - teilhaftig der göttlichen Natur ( 2. Petrus 1, 4 ).

Wenn Jesus Christus der Protestant von Anfang an war - ein Mann des Zeugnisgebens ( auf Lateinisch: protestare ), wie sieht es dann heutzutage mit der wichtigen Weitergabe der göttlichen Offenbarung durch "Apostel und Propheten" ( Epheser 2, 20 ) aus ... und wie sieht es derzeit speziell in Deutschland, dessen Nationalsprache durch Martin Luthers ( 1483-1546 ) Bibelübersetzung entstanden ist, mit dem Bekenntnis und der Praxis des christlichen Glaubens aus? Auch wenn das Christentum hierzulande noch in vielfältiger Weise ( zum Beispiel durch Kirchtürme ) sichtbar und in der Kultur ( zum Beispiel durch Feiertage ) präsent ist, ist es doch innerlich vielen Menschen fremd geworden. Das Wissen um den christlichen Glauben schwindet, so dass immer mehr Menschen in diesem Land das Christentum nur noch als Außenstehende betrachten. Es ist, als ob man in einem Land lebt, dessen Vorfahren sich als Schutzpatron den Erzengel Michael erwählt haben, und dessen heutige Bewohner Gott nahezu vergessen haben oder zumindest nicht mehr über Ihn sprechen. Von dem deutschen Theologen Karl Rahner ( 1904-1984 ) stammt von daher hierzu folgender Satz: "Wir leben in einem Heidenland mit christlicher Vergangenheit und christlichen Restbeständen."

Doch Jesus sagt ( Johannes 15, 1-2 ): "Ich bin der wahre Weinstock, und Mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an Mir, die keine Frucht bringt, wird Er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird Er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe." Angesichts dessen, dass mittlerweile ca. Prozent der Erwachsenen in Deutschland glauben, Weihnachten sei ein Märchen der Gebrüder Grimm, und Umfragen zufolge nur die Hälfte der Bundesbürger die ursprüngliche Bedeutung von Karfreitag und Ostern kennt ( den Sinn von Pfingsten: 50 Tage nach Ostern wurde den Jüngern der Heilige Geist gesandt, damit sie das Evangelium verbreiten, kennt nur jeder vierte ), stellt diese Web-Seite dem "christlichen Abendland" einmal die Frage: Was bedeutet Ihnen eigentlich Jesus Christus, die meist dargestellte Person in der westlichen Kunstgeschichte, noch heute? Werfen Sie den christlichen Glauben ( und damit Weinstock und Weingärtner ) fast völlig über Bord? Jesus sagt hierzu ( Johannes 15, 5 ): "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in Mir bleibt und in wem Ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von Mir könnt ihr nichts vollbringen." Das heißt mit anderen Worten: Wie man mit Gottes Wort umgeht, so geht auch Gott mit einem um.

Man nehme zum Beispiel die Auferstehung Jesu Christi. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "polis" zeigt: Für mehr als die Hälfte der Deutschen spielt das Thema "Kirche" an den österlichen Feiertagen keine Rolle mehr. Im Westen besuchen 63 Prozent der Bundesbürger zu Ostern keinen Gottesdienst mehr, im Osten sind es sogar mehr als 80 Prozent. Für die meisten Deutschen ist der höchste kirchliche Feiertag vor allem ein harmonisches Familienfest, verbunden mit gutem Essen und Trinken, und jeder dritte Deutsche sieht in Ostern nicht mehr als eine weitere gute Gelegenheit für einen schönen Kurzurlaub.

Im Jahr 1950 waren noch fast alle Deutsche Mitglieder in der evangelischen oder katholischen Kirche: 98 Prozent. Und heute? Der Anteil der christlichen Kirchenmitglieder ist mit den Fünfzigern von Jahr zu Jahr zurückgegangen: 1950: 98 Prozent, 1970: 92 Prozent, 1990: 72 Prozent. 2010 sind im Schnitt nur noch 60 Prozent aller Deutschen in der Kirche.

Sollte dies nicht ( angesichts der vorherrschenden Ent-christlichung und Ver-weltlichung ) in Deutschland zu denken geben - ein Land, in dem ein Drittel der Menschen keiner Konfession mehr angehört? Denn es kann doch folgendes festgestellt werden: Keine andere Person hat auf den Verlauf der Menschheitsgeschichte eine so tiefgreifende Wirkung hinterlassen - wie Jesus Christus ... und keine andere Person ist dabei im Laufe der Zeit so verehrt und auch so verachtet beziehungsweise kontrovers eingeschätzt worden - wie Er. Wer allein die Zahl jener betrachtet, die sich der christlichen Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlen ( man sagt: rund Prozent der Weltbevölkerung ), kommt nicht umhin, Sein Leben als "das einflussreichste Leben, das je gelebt wurde", zu bezeichnen: Jesu Tod und Auferstehung sind die beiden wichtigsten und größten Ereignisse der Menschheitsgeschichte. Sie waren so bedeutsam, dass man den Kalender neu zu schreiben begann. Ja, eine neue Zeitrechnung sollte beginnen ... und alle schreiben heute das Jahr nach Christi Geburt.

Hinweis: Wenn die Menschen die Jahre "nach Christus" zählen, wenn man sagt "im Jahr des Herrn", "anno Domini", so kommt darin die Überzeugung zum Ausdruck, dass die Geburt Christi, die Geburt des "Kyrios", des "Herrn", die Geburt im Zusammenhang mit dem Leben Christi die Achse der Weltgeschichte ist. Diese Zählung der Jahre erfolgt seit dem 6. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts hat der Mönch Dionysius Exiguus ( 470–544 ) den alten römischen Kalender auf den heute gebräuchlichen christlichen umgestellt. Dieser Kalender wurde zwar immer wieder revidiert und korrigiert, aber in seiner Grundstruktur blieb er erhalten. Leider hat Dionysius Exiguus sich hinsichtlich der Errechnung der Geburt Jesu Christi um ein paar Jahre verrechnet. Wie man heute weiß, wurde Jesus Christus im Jahre 7 oder 6 vor Christus geboren.

Es gibt seither keine andere Gestalt der Weltgeschichte, die so viele Menschen in ihren Bann gezogen hat - wie Jesus Christus. Über keine andere Persönlichkeit der Weltgeschichte sind so viele Bücher geschrieben worden - wohl mehr als 100.000. Das Neue Testament, das von dem Leben und Wirken Jesu Christi berichtet, ist das meistgelesene Buch der Welt. Teile der Bibel wurden bis heute in nahezu 2000 Sprachen übersetzt, das ganze Neue Testament wurde in weit über 1000 Sprachen übertragen, die ganze Bibel in an die 500.

Und noch etwas: Zweitausend Jahre nach Seinem Tod bezweifelt heute kein ernstzunehmender Forscher mehr, dass Jesus wirklich gelebt hat. Die Evangelien sind zwar keine exakten Protokolle, auch keine Biographie Jesu im modernen Sinn. Doch es sind Schriften von Menschen, die an Jesus als den Messias ( den Gesalbten ) glauben und diesen Glauben in erzählender Form zum Ausdruck bringen, indem sie von dem, was im irdischen Leben Jesu geschah, berichten ... dass heißt: Die Bibel ist nicht Jesus Christus, aber sie weist auf Ihn hin. Denn in ihr sind alle heilsrelevanten Wahrheiten zu finden.

Jesus sagt von der Schrift des Alten Testaments ( Johannes 5, 39 ): "Sie ist es, die von mir zeugt." Wer also die Bibel verstehen will, fange am besten mit Jesus Christus als Zentrum an. Alles übrige wird dann durch Ihn erhellt werden, und allmählich wird dieses Licht auf einen selbst übergehen. Der Alltag, das ganze Leben wird von diesem Licht erleuchtet werden ... dass heißt: Niemand bleibt unverändert, der mit Ernst und Aufmerksamkeit die Bibel liest.




Doch die Schriften sind nicht alles. Denn Jesus sagt ( Matthäus 4, 4 ): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt". Wohlgemerkt: Jesus sagt hier nicht "das aus dem Mund Gottes »kam«" ... und Er sagt auch nicht: "durch die »Heiligen Schriften« kommt". Jesus meint hier vielmehr das prophetische Wort, das im Gebet zum Menschen spricht und ihn im göttlichen Feuer des Heiligen Geistes tauft beziehungsweise versiegelt ( Epheser 1, 13 ).

Die Bibel bedeutet demnach einen unermesslichen Reichtum, aber sie ist kein Götze. Sie ist der entscheidende Brief Gottes an die Menschen, aber sie ist kein vom Himmel gefallenes Buch. Sie ist der Schlüssel zum Vaterhaus, aber nicht das Vaterhaus selbst. Oder anders gesagt: Die Bibel lehrt nicht so sehr den Weg des Himmels, sondern vielmehr den Weg zum Himmel im Menschen. Sie ist kein göttliches Diktat, sondern vielmehr ein menschliches Zeugnis, das Gottes Offenbarungen enthält, reflektiert und weitergibt. In diesem Sinne geht auch die Mehrheit der Christen davon aus, dass die Bibel von Gott inspiriert ist, die Verfasser vom Heiligen Geist bewegt und vor Fehlern bewahrt wurden.

Die Verfasser nennt man auch "Propheten" ( altgriechisch "pro-phetes": "Fürsprecher", "Sendbote" ), da sie den Willen Gottes verkünden. Sie repräsentieren gewissermaßen das soziale Gewissen und setzen sich für die soziale Gerechtigkeit ein, rufen zur Umkehr und zur Beseitigung von Missständen auf. Sie wenden sich auf religiöser Ebene meist gegen einen sinnentleerten Opferkult, auf gesellschaftlich-politischer Ebene scharf gegen die Anhäufung von Reichtum sowie gegen luxuriösen Lebensstil und Ausbeutung der besitzlosen Arbeiter.

Dem allgemeinen Sprachgebrauch nach gelten Propheten als Menschen, die in der Lage sind, die Zukunft vorauszusehen, sie zu prophezeien. Das Wesen der biblischen Prophetie ist jedoch ein anderes: Die Propheten und Seher des Alten Testaments sind Männer, die von Gott den Auftrag haben, ihrem Volk eine Botschaft zu übermitteln. Sie sind demnach weniger Zukunftsdeuter als vielmehr Lehrer, Mahner und Warner des Volkes. Sie treten immer dann auf, wenn die Menschen Gefahr laufen, Gott zu vergessen und Seine Weisungen in den Wind zu schlagen. Ihre Aufgabe ist es, das Volk aufzurütteln und zur Umkehr aufzurufen, es zum Gehorsam gegen Gott und Seine Gebote zu bewegen. Oftmals ist ihrem Auftrag auch die Ansage des Gerichts verbunden, um den Menschen bei Nichtbeachtung des göttlichen Willens die schrecklichen Konsequenzen ihres Handelns vor Augen zu halten. Hinter dem prophetischen Ruf steht die Liebe Gottes, der die Menschen dazu bringen möchte, Seine Gebote zu halten, um sie Seiner Gnade und Seines reichen Segens teilhaftig zu machen.

Die Botschaft erhalten die Propheten durch Eingebung, durch Hören ( Audition ) oder Sehen ( Vision ) direkt von Gott. Ihr Engagement ist nicht institutionalisiert, im Gegensatz zur Tätigkeit von Tempel- und Kultpropheten, die zum staatlichen oder königlichen Beamtenapparat gehören, und Hofpropheten, bei denen man "Gottessprüche" bei besonderen Gelegenheiten ( Kriege, Vertragsabschlüsse ) regelrecht abfragen kann - selbstverständlich gegen Geschenke, Lohn oder Geld. Gegen diese grenzen sich die biblischen Propheten ab, weil sie ausschließlich "predigen, es werde gut gehen, wenn man ihnen zu fressen gibt; wer ihnen aber nichts ins Maul gibt, dem predigen sie, es werde ein Krieg kommen" ( Micha 3, 5 ).

Zu den bedeutenden Propheten des Alten Testaments zählt auch Elia, der "Vater aller Einsiedler und Mönche". So beruft sich auf diesen Propheten unter anderem der Karmeliterorden, da Elia das Ideal für das kontemplative Leben in Einsamkeit, Zurückgezogenheit und Schweigen darstellt. Die damit verbundene Zeit der Stille und des Alleinseins mit Gott stand auch für die Karmelitin Teresa von Avila ( 1515-1582 ) im Vordergrund ihres Lebens. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe ( 1749 - 1832 ) dichtet hierzu in seinem Gedicht "Selige Sehnsucht" aus dem Werk "West-östlicher Divan":

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Da Teresa von Avila durch ihr Leben und Werk in eindrucksvoller Weise den Weg zu Gott über Jesus mit dem Heiligen Geist aufzeigt, wurde sie am 27. September 1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt. In Ihrem Hauptwerk "Die Seelenburg" findet sich zum Beispiel eine ausgewogene Zusammenschau und Entfaltung des geistlichen Reifungsweges eines Menschen, der sich ernsthaft bemüht, im Alltag mit Gott in Freundschaft zu leben. Die Burg dient dabei als Bild der Seele, die viele Wohnungen hat, die eine oben, die anderen unten, andere an den Seiten. Und in der innersten Mitte von allen diesen Wohnungen liegt die vornehmste, in der die höchst geheimnisvollen Dinge zwischen Gott und der Seele vor sich gehen. Denn im Zentrum dieser schönsten Wohnung findet die Begegnung mit dem Herrn statt. Teresa schreibt hierzu: "Das Eingangstor zu dieser Burg ist das innere Beten und die Betrachtung."

Für Teresa von Avila gab es nicht den geringsten Zweifel, dass der auferstandene Heiland gegenwärtig ist: In ihrem persönlichen Leben hatte sie erfahren, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, Realität ist ... und dass Er die Gemeinde durch die verschiedenen Gaben des Geistes leitet und regiert. Jesus Christus kann grundsätzlich jedes Glied der Gemeinde erfassen, denn die Gnadengaben sind keineswegs auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt. Ein jeder soll Träger des Herrn sein. Paulus schreibt ( 1. Korinther 14, 12 ): "Bemüht euch um die Gaben des Geistes, trachtet danach, dass ihr alles reichlich habet, auf dass ihr die Gemeinde bessert."

In diesem Sinne sprach schon Jesus Christus in Seinen Prophezeiungen bezüglich Seiner Wiederkunft davon, dass diese zuallererst eine Wiederkunft im Wort sein wird. Das heißt, bevor der Heiland sichtbar erscheinen wird, wird Er sich den Menschen aufs neue durch das prophetische Wort, dem "Geist der Wahrheit" ( Johannes 16, 13 ), offenbaren und so Seine Ankunft vorbereiten.

Und so heißt es zum Beispiel in der Offenbarung des Johannes ( Kapitel 19, Vers 10 ): "Das Zeugnis Jesu ist der Geist prophetischer Rede." Demnach ist im prophetischen Wort Jesus Christus selbst gegenwärtig ... und wenn man die Prophezeiung des Zisterzienserabtes Joachim von Fiore im 12. Jahrhundert für wahr erachtet, so steht die Menschheit vor dem Anbruch einer dritten Heilszeit, dem Zeitalter des Geistes, in welchem sich die äußere Kirche in eine innere Kirche des Geistes ( "Ecclesia spiritualis" ) verwandelt. Nach Joachim von Fiore wird die anbrechende "Herrschaft des Heiligen Geistes" den Menschen zu einer neuen "Freiheit" leuchten. Welche einzigartige Rolle in diesem Geschehen der Lieblingsjünger des Herrn, Johannes, spielen wird, drückt der Zisterzienserabt mit den Worten aus: "Die Funktion dieses Apostels beginnt mit der Wiederkunft des Herrn, also mit dem letzten Zeitalter der Kirche."

Die Bibel sagt darüber hinaus, dass Jesus sichtbar, mit großer Kraft und in Herrlichkeit wiederkommen wird. Es heißt ( Lukas 21, 25-27 ): "Es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen geschehen und auf Erden werden die Völker vor Angst und Schrecken sein, denn das Meer wird donnern und toben und die Menschen werden vergehen vor Furcht in der Erwartung der Dinge, die über die ganze Erde kommen sollen; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und dann werden sie den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit."

Mittlerweile braucht man keinen Fernseher mehr, um sich ein Bild von Naturkatastrophen zu machen. Sie finden direkt vor der eigenen Haustür statt! Neben Überflutungen und Wirbelstürmen sind Erdbeben, Erdrutsche, Wirbelstürme und Hitzewellen fast an der Tagesordnung. Manch einer fragt sich mit Sorge, wie lange es noch gehen mag, bis ihn diese Naturkatastrophen erreichen werden.

Und er fragt sich: Ist dies der Ruf Gottes an die Menschen zur Besinnung und Umkehr zu Ihm? Denn nach christlichem Glauben besteht ein Zusammenhang zwischen den Naturkatastrophen und der allgemeinen Abkehr der Menschen von Gott und Seinem Wort. Es heißt ( Galater 6, 7 ): "Der Mensch erntet, was er gesät hat." Oder anschaulich gesagt: Gottlosigkeit zieht Gottes Gericht nach sich.

Das heißt: Vor dem Ende wird der große Abfall kommen. Er besteht darin, dass die Menschen nicht mehr Gott Glauben schenken und sich nicht mehr Seiner Führung anvertrauen, sondern sich gänzlich der Erde und ihren Kräften überlassen. An die Stelle des Gottesglaubens tritt somit gleichsam der Weltglaube. Die Menschen begnügen sich mit der Erde. Dieser Weltglaube hat in neuerer Zeit - wie schon oben beschrieben - paradigmatisch Ausdruck gefunden in der Dichtung eines Rainer Maria Rilke ( 1875-1926 ) sowie in der Philosophie eines Friedrich Nietzsche ( 1844-1900 ) und eines Martin Heidegger. In den materialistischen Massenbewegungen hat er seit dem 19. Jahrhundert auch eine politische Heimat gefunden. In diesem Weltglaube wird Gott immer mehr an den Rand des Bewusstseins der Menschen gedrängt.

Nach Auskunft des 2. Thessalonicherbriefes ( 2, 3-4 ) sendet Gott den gottlos Gewordenen zur Strafe einen "Führer", der sie noch tiefer in ihre Gottlosigkeit hineinführt. Dieser verschafft sich eine große Anhängerschaft, die ihrerseits in Feindschaft zu Gott steht, der seinerseits von den Menschen Anbetung und Unterwerfung fordert. Der "Gesetzlose" ist der König der gottlos Gewordenen, ja, er ist ihr Gott. In hohem Maß erfüllt er die Erwartungen der Weltgläubigen. Mit Erfolg versucht er, sich als Messias zu legitimieren.

Der "Gegenchristus", der "Antichrist" oder der "Widersacher" versucht nach Aussage der relevanten Stellen des Neuen Testamentes, eine neue Weltordnung zu schaffen, eine Weltordnung, die ohne Christus, ja, die in heftigstem Kampf gegen Ihn gestaltet wird. Dabei wird er der Welt klarmachen, dass Christus der Hauptfeind der Menschheit ist.

Die Didache, eines der ältesten Zeugnisse der altchristlichen Literatur – sie gehört noch dem ersten nachchristlichen Jahrhunderts an – zieht daraus die Konsequenz: "Wacht über euer Leben! Eure Lampen sollen nicht ausgehen und eure Lenden nicht schlaff werden, sondern seid bereit! Denn ihr kennt nicht die Stunde, in der unser Herr kommt. Versammelt euch zahlreich ... denn die ganze Zeit eures Glaubens wird euch nichts nützen, wenn ihr im letzten Augenblick nicht vollkommen sein. Denn in den letzten Tagen werden die Pseudo-Propheten und die Verführer an Zahl zunehmen, und die Schafe werden sich in Wölfe verwandeln, und die Liebe wird sich in Hass verkehren ... Und dann wird der "Weltverführer" erscheinen als Gottes Sohn, und er wird Zeichen und Wunder tun, und die Erde wird in seine Hände gegeben werden, und er wird Freveltaten begehen, wie sie seit Anbeginn niemals geschehen sind ... Die aber in ihrem Glauben ausharren, werden ... gerettet werden."

So gehören Pest, Hunger und Krieg, Erdbeben und Hagel, Seuche, Tod und Qual zu den Vorzeichen des Kommens Christi. Sie werden zu Drangsalen, welche der "Widerchrist" den Christusgläubigen zugedacht hat, zu Weltdrangsalen. In ihnen vollzieht sich zugleich das Gericht Gottes über die Selbstherrlichkeit der Welt. Dabei werden die Schrecken mit der fortschreitenden Geschichte immer größer.

Vor diesem Hintergrund kündigen Propheten und Naturkatastrophen die Wiederkunft Christi an. Das heißt: Jesus Christus kommt wieder! Denn Er ist nicht im Grab geblieben, sondern auferstanden. Somit ist der Tod nicht der Endpunkt des Lebens: Es gibt ein Weiterleben nach dem Tod ... und eine Ewigkeit - wie es auch Jesus Christus vorausgesagt hat ... und Seine Worte sind zuverlässig und wahr. Denn es heißt ( Johannes 17, 17 ): "Dein Wort ist die Wahrheit."

Schließlich enthält die Bibel über 3000 prophetische Aussagen, die sich bereits erfüllt haben. Als ein gut nachvollziehbares Beispiel sei hier nur die in 5. Mose 28, 64-65 von Gott angekündigte Zerstreuung des Volkes Israel genannt ... und dann die in Jeremia 16, 14-15 zugesagte Rückkehr in das verheißene Land, die im Jahr 1948 nach fast 2000 Jahren durch die Staatsgründung Israels in Erfüllung ging. Diese Qualität weist kein anderes Buch der Weltgeschichte auf: Die Bibel ist das einzige Buch, in dem sich nachweislich 3268 lange zuvor genannte Prophetien in späterer Zeit erfüllt haben.

In diesem Sinne wissen sich auch Propheten von Gott berufen. Denn ihr Auftraggeber ist Gott Selbst ... und sie sprechen oder schreiben, wozu sie der Geist Gottes antreibt: Ihr Mund ist Gottes Mund, wenn es heißt ( Hosea 12, 11 ): "Ich, der Herr, rede zu den Propheten, und Ich bin es, der viel Offenbarung gibt und durch die Propheten Sich kundtut". Das Wort des Propheten ist ebenso Gottes Wort, als würde der ewige Gott durch Seinen Eigenen Mund zu den Menschen sprechen. Wenn der Prophet häufig spricht: "So spricht der Herr ..." und sich dabei der göttlichen Ichform bedient, so hat man es hier mit dem "Ich" Gottes unmittelbar zu tun.

Wiederkunft Christi: Die große Mehrheit der Menschen in den heutigen Städten hält sich viel darauf zugute, dass sie nicht mehr "abergläubisch" sind. Für die "bedauernswerten" Landleute, die noch an Naturgeister glauben, haben sie nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Dieser Prozess der "Entzauberung" der Welt ( Säkularisierung ), dessen Wurzeln wohl in der Reformation zu suchen sind, erreichte seinen Höhepunkt in der Aufklärung des 18. Jahrhunderts: Der aufgeklärte Mensch sah nun keinen Grund mehr darin, warum er den biblischen Erzählungen mehr Glauben schenken sollte als den Geschichten über Natur- und Berggeistern der ländlichen Bevölkerung. ( Das heißt: Die Religion ist deshalb unwahr, weil sich ihre Behauptungen nicht mit wissenschaftlichen Methoden überprüfen lassen. Demnach wird seitdem alles in Zweifel gezogen, was nicht durch die wissenschaftliche Forschung bestätigt ist. )

Während Marcus Tullius Cicero ( 106-43 v. Chr.) noch die Meinung vertrat, es stehe bei allen Völkern das Dasein Gottes unumstößlich fest und auch noch der Reformator Johannes Calvin ( 1509-1564 ) geschrieben hat, er halte es für eine unumstrittene Tatsache, dass dem Menschengeist ein natürlicher Sinn der Erkenntnis Gottes innewohne, ist Gott mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts für viele prinzipiell fragwürdig geworden.

Die Aufklärung war eine Bewegung, die ihren irreführenden Namen der Annahme verdankte, dass man die Welt allein mit dem Verstand begreifen könne ... und es war auch die Zeit, in der die Naturwissenschaft die Theologie und Philosophie verdrängte, die bis dahin die Grundlage der vorherrschenden Weltsicht der westlichen Gesellschaft gewesen waren. ( Die modernen Naturwissenschaften haben die Gesetze der Welt und ihre Kräfte erforscht und sich in der Technik zunutze gemacht. Sie haben die Welt als solche enträtselt, beherrschbar und manipulierbar gemacht. Daher ist Gott in der modernen Welt nicht mehr sichtbar und erfahrbar. Auf diese Weise sind viele Stützen weggefallen, die früher die Bejahung Gottes erleichtert haben: Es steht seither die Entscheidung für Gott und für seine Offenbarung mehr auf sich selbst, wodurch sie allerdings auch wiederum reiner wird. Während man früher in den Naturvorgängen das unmittelbare Wirken Gottes erfuhr, im Donner etwa, im Regen und in den Jahreszeiten, erklärt man diese Vorgänge heute natürlich, wenn auch nur systemimmanent. Aber warum sollte man aus dem System ausbrechen? )

Auch wenn der geniale Mathematiker und Physiker Isaak Newton sagte: "Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean", wird die Welt dank der systematischen Erforschung entgöttert. Das bedeutet: Die Menschen leben fortan in einer Welt, die auch ohne Gott erklärt werden kann, in die Gott nicht mehr einzugreifen scheint, die gottfern, gottfremd oder gottlos geworden ist. Demgemäß spielt Gott auch im öffentlichen Leben keine Rolle mehr. Man spricht nicht mehr von Ihm. Man meint Ihn nicht mehr nötig zu haben. Man denkt nicht mehr an Ihn und fragt nicht mehr nach Ihm. Wenn aber Gott in der Erfahrungswelt des Menschen nicht mehr vorkommt, dann ist es verständlich, dass er mit Ihm nicht mehr rechnet und dass er mit Ihm nicht mehr viel anfangen kann, dann ist es verständlich, dass er mit dem Begriff "Gott" keinen Sinn mehr verbindet. ( Also: Wichtige Stützen für den Gottesgedanken sind dem Menschen heute entzogen durch den Fortschritt der Naturwissenschaften, die die Welt und das Universum enträtselt haben, wenigstens bis zu einem gewissen Grad. Diese Stützen waren allerdings zeitbedingt und gründeten in mangelndem "Aufgeklärtsein". Deshalb braucht man ihnen auch nicht nachzutrauern, zumal der Gottesgedanke ohne diese Stützen gereinigt wird, was zur Folge hat: Man nimmt heute als Christ viel deutlicher zur Kenntnis, dass Gott nicht eine weltliche Ursache, eine Ursache neben anderen ist, sondern dass Er vielmehr hinter allen weltlichen Ursachen steht. )


Der Mann aus Nazareth

In dieser so genannten "aufgeklärten" Welt erkaufte sich die christliche Theologie ihr Überleben damit, dass es ihre Glaubensinhalte rationalisierte, ein Prozess, der die Kirchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts viele Anhänger kostete. Die Aufklärung hatte freilich noch kaum ihren Höhepunkt erreicht, als mit dem Aufkommen der Romantik schon eine Gegenbewegung einsetzte. Denn die Bewegung der Romantik war eine Reaktion auf die Betonung des Verstandes und des Intellekts - dem Merkmal der Aufklärung. Die Romantiker legten dagegen den Nachdruck auf Gefühl und Emotion, das Herz statt den Kopf.

In dieser Zeit der Romantik wurde wohl die bedeutendste Kundgabe ( Neuoffenbarung ) von Jesus Christus in den letzten Jahrhunderten einem demütigen und einfachen Musiker namens Jakob Lorber ( 1800-1864 ) in die Feder diktiert. Die zentrale Theologie ( "Rede von Gott" ) dieser Neuoffenbarung ist - genau wie in der "Altoffenbarung" ( die Bibel ) - die Fleischwerdung des Wortes Gottes ( Johannes 1, 14 ) und die grenzenlose Liebe des himmlischen Vaters zu Seinen Kindern. Somit steht im Zentrum der Neuoffenbarung die Gestalt Jesu, des Christus, - man denke hier nur an das Hauptwerk "Das Große Evangelium Johannes" - in dem Gott gemäß dem christlichen Glauben ein Mensch geworden ist, der Mensch geworden ist um der Erlösung der Menschheit willen. In Anlehnung an Johannes 7, 17 heißt es an einer Stelle in diesem "Großen Evangelium Johannes": "Ich will Meine Lehre aber also stellen, dass durchs bloße Lesen oder Hören des Evangeliums niemand auf den Grund der lebendigen Wahrheit gelangen soll, sondern allein nur durchs Handeln nach Meiner Lehre; die Handlung erst wird jedem zu einer Leuchte werden!" ( Gr. Ev. Joh., Bd. 1, Kap. 113, Vers 13 )

Und an anderer Stelle heißt es: "Denket nicht, dass man nur durch ein vieles Lesen und Studieren den göttlichen Geist in sich erweckt; denn dadurch tötet man eher denselben und trägt ihn als einen Leichnam zu Grabe. Seid aber dafür tätig nach der Grundregel des Lebens, so wird euer Geist lebendig und wird in sich alles finden, was ihr sonst durch das Lesen von tausend Büchern sicher nicht gefunden hättet! Wenn aber der Geist lebendig ist, so möget ihr auch lesen, und ihr werdet dann durch das Lesen oder durch das Anhören Meines Wortes Früchte sammeln, welche einen lebendigen Kern oder Grund haben. Ohne die frühere ( das heißt: vorhergegangene ) Erweckung des Geistes aber erntet ihr nur leere Hülsen der Frucht, darin kein lebendiger Kern ist; der lebendige Kern aber ist das innere, lebendige geistige Verständnis." ( Schrifttexterklärungen, Kap. 8, V. 18-19 )

Und um genau diese Erweckung des geistigen Verständnisses unter den Menschen ( 1. Mose 1, 3 ) geht es auf dieser Web-Seite, die als wahren Sinn des christlichen Lebens den Empfang des Heiligen Geistes ( Hesekiel 36, 27 ) betont.

In diesem Sinne geht es in dem oben schon erwähnten "Dritten Zeitalter des Heiligen Geistes" ( Joachim von Fiore ) nicht mehr darum, dass die Menschen äußerlich unterrichtet werden: Es werden zu dieser Zeit weder Bücher geschrieben noch Predigten gehalten werden, da in den Christen der Geist Gottes als vollkommener Lehrer schon wohnt. Die Aktion wird von der Kontemplation abgelöst ... und das mystische Leben, sonst das Außerordentliche, wird zur Norm des Christen werden. Es erfüllt sich der göttliche Rat an Israel, als Ganzes ein Volk von Priestern zu sein ( 2. Mose 19, 6 ): Alle sollten Priester sein. Das heißt: Alle sollten in direkter Verbindung mit Gott stehen, ohne einen Mittler.

In dieser Zeit wird Jesus sichtbar und plötzlich wiederkommen. Es heißt ( Matthäus 24, 27 ): "Wie ein Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes." In einem einzigen Augenblick wird Er auf der gesamten Erde gleichzeitig zu sehen sein. In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "Der Tag Meiner abermaligen Wiederkunft wird gleich sein einem Blitze, der vom Aufgange bis zum Niedergange oben am Wolkenhimmel fährt und über alles leuchtet, was unter dem Himmel ist." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 70, Vers 5 ) Der Vorgang der Wiederkunft Christi wird hier als gewaltiger und unerwarteter Einbruch in dieser Welt geschildert. Doch es heißt auch: "Ich aber werde zuerst unsichtbar kommen in den Wolken des Himmels, was so viel sagen will als:

Ich werde vorerst Mich den Menschen zu nahen anfangen durch wahrhaftige Seher, Weise und neuerweckte Propheten, und es werden in jener Zeit auch Mägde weissagen und die Jünglinge helle Träume haben, aus denen sie den Menschen Meine Ankunft verkünden werden, und es werden sie viele anhören und sich bessern; aber die Welt wird sie für irrsinnige Schwärmer schelten und ihnen nicht glauben, wie das auch mit den Propheten der Fall war ... Wenn aber auf diese Art Meine Lehre unter die Menschen, die eines guten Willens und tätigen Glaubens sein werden, gebracht sein wird und zum wenigsten ein Drittel der Menschen davon Kunde haben werden, so werde Ich denn auch hie und da persönlich und leibhaftig sichtbar zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und nach Meiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und dafür auch den vollen und lebendigen Glauben haben werden." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 9, Kap. 94, Vers 3+6 )

Demnach wird sich die Wiederkunft Christi zuerst in den berufenen Seelen ereignen. Denn sie können Ihn auf innerer Ebene begegnen und auf der äußeren Sein Kommen vorbereiten. Sie sind es, die Christi Erscheinen ankündigen werden. Nicht weil man sie dazu auffordert, sondern weil sie Sein Nahen fühlen und die Welt zur Buße aufrufen wollen.

In der Neuoffenbarung heißt es über diese Menschen: "Eine frei sehende und frei fühlende Seele durchschaut schnell alle Verhältnisse, Bedingungen und die möglichen Hindernisse, wie auch zugleich die besten und sicheren Mittel, durch welche die Hindernisse sicherst zu beseitigen sind, und so muss ja das, was sie sich vorgenommen hatte, auch in der bestimmten Zeit geschehen. Und siehe, darin liegt denn auch die Vorhersehungsfähigkeit einer freieren und reineren Seele nicht nur für das, was sie zunächst angeht, sondern auch für das, was außer ihr irgend in der Welt geschehen, werden und vor sich gehen wird, weil sich eine solche rein-, fein- und fernsehende und -fühlende Seele den Verband aller für die kommenden Ereignisse schon lange vorhanden seienden Verhältnisse, Bedingungen und Ursachen mit ihren bestimmten Wirkungen unverhüllt und also auch wie plastisch vollendet vorstellen kann, was bei einer unfreien und noch sehr materiellen Seele unmöglich der Fall sein kann." ( Gr. Ev. Joh., Bd. 8, Kap. 135, Vers 11-12 )

Durch Christi persönliches ( sichtbares ) Erscheinen auf der Erde werden die Kenntnisse dieser Menschen nicht mehr über den Verstand, sondern direkt über das Gefühl übergeben. Von einem rein verstandesmäßigem Studium ist hier also keine Rede mehr: Alles wird intuitiv ( geistig ) aufgefasst und daher echt angeeignet und sogleich praktisch verwertet: Wenn ein Mensch dem anderen begegnet, so sagt ihm sein Gefühl, was der andere denkt. Das heißt: Das, was der andere wissen soll, fühlt er sofort, da der Geist Gottes in seiner Seele wohnt.

Das Leben des vollendeten Christen bedeutet demnach die vollständige Wiederherstellung des ursprünglich gottebenbildlichen Wesens, wobei dieser Zustand durch eine "heilige Hochzeit" von Seele und Geist herbeigeführt wird.

Heute sieht man gewöhnlich in Christus nur einen der großen Religionsstifter der Menschheit, sieht in Jesus ein Vorbild, dem man menschlich nachstreben müsse, betont meistens einseitig die Morallehre des Christentums, die christlichen Gebote, wie man zu sagen pflegt, das Gebot: Liebe deinen Nächsten und liebe Gott über alles! Aber der wahre Charakter des Christentums liegt nicht im Gebot, sondern in einem lebendigen Erlebnis geistiger Erweckung. Und aus diesem geistigen Erweckungserlebnis quillt dann ganz von selbst alles Gute, was der Mensch tut. Ohne das geistige Erweckungserlebnis bleibt alles im Leben des Menschen mehr oder minder abstrakt.

In diesem Sinne möchte diese Web-Seite die Menschen zur Gnadenquelle Jesus Christus führen und Ihnen mit Wort und Bild die allerwichtigste Frage Ihres Lebens stellen ... Die Frage lautet: Sind Sie erlöst?


Es handelt sich nicht darum, ob Sie ein Mitglied einer bestimmten Kirche sind, sondern: Sind Sie erlöst? Es kommt nicht darauf an, wie gut Sie sind, sondern die Frage ist: Sind Sie erlöst? Ja, sind Sie durch den Geist Gottes zu einer neuen Kreatur und Bewohner einer neuen, geistigen Schöpfung geworden?

Es geht hier also nicht um eine Mitgliedschaft in einer äußeren ( christlichen ) Kirche durch die Wassertaufe, sondern um die Mitgliedschaft in der inneren Geistkirche durch die so genannte Geisttaufe, die übrigens nicht nur in der Heiligen Schrift, sondern auch in der Neuoffenbarung im Vordergrund der Erlösung steht. ( Jesus Christus Selbst hat während Seines irdischen Wirkens mehrmals davon gesprochen, dass Er mit dem Heiligen Geist taufen werde ... und jeder Christ weiß seitdem, dass diese Taufe des Geistes letztlich das große Gnadengeschenk zu Pfingsten ist, das die Menschen zu wahren Gotteskindern macht. )

Diese Geisttaufe ist quasi die zweite Geburt des Menschen: Durch die erste Geburt wird man ein Menschenkind. Durch die zweite Geburt wird man ein Gotteskind. Durch die erste Geburt wird man ein Menschenkind, weil man von einem Menschen gezeugt wurde. Durch die zweite Geburt wird man ein Gotteskind, weil man von Gott durch den Heiligen Geist gezeugt wurde.

So war mit der Taufe Jesu die Zeit der Erlösung gekommen ... und mit Erlösung meinte Jesus Christus nicht eine kirchlich-konfessionelle Befreiung, sondern die Versöhnung mit Gott. Jeder, der Buße tut, der zu Gott umkehrt, erhält Vergebung und ein neues Leben. Hierfür war Jesus Christus der Auserwählte Gottes, auf den die Juden so lange warten mussten ... und in Seiner Lehrmitte stand: Der Ruf zur Umkehr, die Einladung zur Erlösung.

Denn das Christentum ist eine Erlösungsreligion: Niemand kann Gottes Segen erfahren oder das Himmelreich ererben, ohne erlöst zu sein. Jesus Christus sagt deshalb zum Nikodemus ( Johannes 3, 7 ): "Ihr müsst von neuem geboren werden". Und Gott zeigt uns durch Seinen Sohn den Weg zu Ihm - ein Weg, der sich bei jedem von uns in aller Stille vollzieht: Ein mystisch, eindrückliches Gefühlserlebnis, das die Gewissheit der Erlösung vermittelt.

Gegründet auf den Glauben, der in der Heiligen Schrift seinen authentischen Ausdruck findet, reflektiert die christliche Theologie in erster Linie über die Erlösung des Menschen durch Gott in Jesus Christus. Die Wissenschaft dieser Theologie enthält deshalb im Kern die mystischen Begegnung mit Gott und spricht von dem kontemplativen Menschen, der Gott in der betenden Betrachtung begegnen will, wo die Wasser der Gnade fließen.

Frage: Gemäß dem Neuen Testament werden wir erlöst ...
... durch die unverdiente Gnade Gottes
... durch unsere eigenen guten Werke
... indem wir nie einen Fehler begehen


Die unverdiente Gnade Gottes ist der Inbegriff der ganzen gott-menschlichen Begegnung in der Selbstoffenbarung des himmlischen Vaters, der Menschwerdung des Sohnes und der Ausgießung des Heiligen Geistes in die Herzen der "Erwählten". Ohne diese Erlösergnade kann niemand gerettet werden. Denn erst die verändernde Kraft des Geistes Gottes bewirkt die Neuschöpfung im Menschen, die vollkommene Überführung aus dem Status des Sünders in den Status des Gerechtfertigten in Christus, die Erwählung zur Gotteskindschaft.

Doch von was muss eigentlich der Mensch erlöst werden? Und mit was muss er versöhnt werden? Der Mensch muss vor allem von seinem Egoismus und seiner Selbstzentriertheit erlöst werden, die ihn in die Einsamkeit führen ... und er muss erlöst werden von der Angst vor dem Tod durch die Überwindung des Todes, welches die Versöhnung des Geistes Gottes mit der Seele des Menschen bewirkt.

Vor diesem Hintergrund lautet die existentielle Heilsfrage: "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott, das heißt: Wie gelange ich zum ewigen Leben?" Diese Frage nach dem ewigen Leben scheint für die meisten Menschen zu irrelevant, utopisch oder zu weltfremd zu sein, um für sie überhaupt Gegenstand von Überlegungen zu sein. Doch ich glaube, dies ist wohl die Frage, die jeder Mensch sich einmal stellen muss ... und um diese Frage geht es auch auf dieser Web-Seite.

Pater Pio ( 1887-1968 ) sagte hierzu: "Wer Bücher liest, der sucht Gott; wer aber betet und betrachtet, der findet Ihn". Aus diesem Grund ist diese Web-Seite auch als eine Stätte der Ruhe und Betrachtung im Internet gedacht. Sie möchte Sie zum andächtigen Lauschen und zum innigen Verweilen einladen ... ähnlich wie dies auch Jesus Christus tat, von dem es in der Neuoffenbarung heißt, dass Er "tagtäglich eine Zeit von drei Stunden der allgemeinen Ruhe in Gott" ( Schrifttexterklärungen, Kap. 8, V. 14 ) widmete.

Bitte nehmen Sie sich zu diesem andächtigen Lauschen etwas Zeit ... und erlauben Sie Ihrer Seele, loszulassen, zuzulassen und sich einzulassen auf das, was diese Web-Seite in Ihnen hervorrufen möchte: Denn diese Web-Seite ist als ein Ort spiritueller Kraft im Internet angelegt - quasi wie eine Heilquelle, aus der Sie das "Wasser des Lebens" trinken können - nämlich indem Sie beim Betrachten dieser Web-Seite die Kraft des Heiligen Geistes in sich aufnehmen. Es heißt ( Apostelgeschichte 19, 2 ): "Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?" ( In der unrevidierten Elberfelder Bibel lautet dieser Vers sogar: "Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?" )

Die sich nunmehr entwickelnde seelische Erneuerung gilt demnach nur für die, die da glauben ( beziehungsweise: gläubig geworden sind. ). Wer nicht glauben will, der wird auch keine heilende Wirkung für Seele und Geist in sich verspüren ... ein Phänomen, das Paulus folgendermaßen beschreibt ( 1. Korinther 2, 4 ): "Meine Botschaft und meine Predigt waren schlicht, ich gebrauchte keine klugen Worte und versuchte auch nicht euch zu überreden, sondern die Kraft des Heiligen Geistes hat unter euch gewirkt."

Diese Kraft des Heiligen Geistes durchströmt alles Leben auf der Erde ... und es liegt am Menschen, wie Er sich von dieser Kraft führen lässt: "Der Mensch denkt und Gott lenkt." Ja, dies ist die Verantwortung, die der Mensch trägt. Darin liegt sein freier Wille: Die Gedanken sind frei und durch seine Gedanken bestimmt der Mensch, ob die Kraft des Heiligen Geistes Gutes in ihm hervorruft oder Übles in der Welt zulässt. In der Neuoffenbarung heißt es hierzu: "Alles wird davon abhängen, dass die Seele sich durch die Demut über die Befreiung ihres Geistes hermacht. Hat sie diesen frei gemacht, dann wird auch sie frei von allem durch ihn; hat sie aber das nicht, so wird sie selbst gefangen bleiben ..." ( Die Erde, Kap. 51, V. 16 )

Demnach gilt es, das vom Zeitgeist geprägte Denken durch das Denken Gottes zu ersetzen ... sich durch Gottes Gedanken und Sichtweisen verändern zu lassen. Denn nur so kann man zur Ehre Gottes leben ( Römer 12, 1-2 ), was ja die Bestimmung des menschlichen Lebens ist ... Es heißt ( Psalm 31, 16 ): "Meine Zeit steht in Deinen Händen".

Nun, Sie zweifeln das an und glauben dem nicht ... und doch sagt die Bibel ( Psalm 139, 2 ): Gott kennt jeden Ihrer Bedürfnisse. Er kennt Ihre geheimsten Gedanken! Er kennt Sie durch und durch. Testen Sie es und führen Sie folgenden Klick aus ...

In diesem Sinne möchte diese Web-Seite Sie gedanklich "entführen" auf eine virtuelle Reise in eine andere und - wie ich finde - wirklichere Welt. Es ist zum einen die Welt der Erinnerung an Jesus Christus, über dessen Existenz schon 73 n. Chr. der syrischer Heide Mara Bar-Serapion in einem Brief an seinen Sohn schreibt. In diesem Brief, der im Britischen Museum aufbewahrt wird, vergleicht er die Morde von Sokrates, Pythagoras und Christus: "... welchen Vorteil hatten die Juden davon, dass sie ihren weisen König hinrichteten? Es geschah genau danach, dass ihr Königreich zugrunde gerichtet wurde. Gott rächte diese drei weisen Männer auf gerechte Art und Weise: ... Die Juden ruiniert und aus ihrem Land vertrieben, leben in vollständiger Zerstreuung ... Auch starb der weise König nicht für immer; Er lebte fort in der Unterweisung, die Er gegeben hatte."

Und es ist zum anderen die Welt der Erinnerung an die noch bevorstehende sichtbare Wiederkunft Christi, von der es in der Neuoffenbarung heißt: "Und so werde Ich kommen sieben Male; aber zum siebenten Male werde Ich kommen im Feuer Meiner Heiligkeit ( Endzeit ) ... Sehet, einmal war Ich schon da im Anfange der Welt, um zu erschaffen alle Dinge wegen euch und euch wegen Mir. Bald werde Ich wiederkommen in großen Wasserfluten ( die Sintflut ), um zu waschen die Erde von der Pest ( der sittlichen Verderbnis ). Und Ich werde zum dritten Male vielfach kommen, wie jetzt ungezählt zu euch, bald sichtbar und bald wieder unsichtbar im Worte des Geistes, um vorzubereiten Meine Wege ( Propheten des Alten Testaments ).

Und Ich werde zum vierten Male kommen in großer Not körperlich in der großen Zeit der Zeiten ( Jesus Christus ). Und Ich werde kommen gleich darauf zum fünften Male im Geiste der Liebe und aller Heiligung ( Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten ). Und Ich werde zum sechsten Male kommen innerlich zu jedem, der nach Mir in seinem Herzen ein wahres, ernstliches Verlangen tragen wird, und werde da sein ein Leiter dessen, der voll Liebe sich wird gläubig von Mir ziehen lassen zum ewigen Leben ( unsichtbare Wiederkunft durch das Wort der Mystiker ). Und Ich werde aber auch sodann fern sein der Welt; wer aber da wird aufgenommen werden, der wird leben, und Mein Reich wird mit ihm sein ewig. Und endlich werde Ich noch einmal kommen, wie schon gesagt; doch dieses letzte Kommen wird allen sein ein bleibendes Kommen ..." ( Die Haushaltung Gottes, Bd. 1, Kap. 46, V. 19-22 )

Gott ist der Herr der Geschichte, und das Vertrauen der Christen auf Ihn wird nicht enttäuscht. Das heißt: In erster Linie geht es darum, den Gläubigen die Gewissheit zu vermitteln, dass sie, wo immer sie verfolgt werden, in Gottes Hand sind, mag da kommen, was da will. Das ist der Grundgedanke der Offenbarung des Johannes, in dessen 22 Kapitel, allgemein gesprochen, der Kampf zwischen Gott und Luzifer oder der Kampf zwischen Gut und Böse thematisiert wird. Dies ist auch das Grundthema der Geschichte des Christentums in den Jahrhunderten, die seit den Tagen des Urchristentums als Endzeit verstanden wird, der Endzeit, die - so gesehen - eigentlich schon mit dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi begonnen hat ( aber erst richtig mit dem 19. Jahrhundert begann ) und mit der Wiederkunft Christi endet.

Damit ist ausgesagt: Das Gute wird nach einem langen Kampf mit dem Bösen endgültig siegen: Jesus Christus wird diese Welt, die Luzifer von Gott losgerissen hat und mit allen Mitteln für sich zu erobern sucht, zu Gott heimholen.


"Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!" ( 1. Petrus 5, 8-9 )

Damit Luzifer aber seinen Besitz herausgibt, muss er zuerst überwunden werden, was sich als sehr schwer erweist, da er prinzipiell lügt: Er lügt auch dann noch weiter, wenn er merkt, dass die Menschen seine Lüge als solche erkennen: Schamlos und ohne Scheu lügt er weiter.

Passend hierzu ist die Aussage von Dr. George Wald ( 1906-1997 ), Professor für Biologie an der Harvard Uni, Nobelpreis der Medizin. Er schrieb 1958 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Scientific American über die Entstehung des Lebens: "Wenn wir über die Entstehung des Lebens nachdenken, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:


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1. Spontane Entstehung mit fortschreitender Evolution. Das wäre die eine
Möglichkeit: Peng - und es war plötzlich da und hat sich weiterentwickelt.

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2. Die andere Möglichkeit ist eine übernatürliche Schöpfung Gottes.


Es gibt keine dritte Alternative. Entweder spontane Entstehung oder übernatürliche Schöpfung Gottes. Die erste Möglichkeit - spontane Entstehung - wurde vor 120 Jahren durch Louis Pasteur ( 1822-1895 ) und andere nachweislich als wissenschaftlich unmöglich bewiesen. Wir wissen, dass es keine spontane Entstehung von Leben geben kann. Das lässt uns nur die andere Möglichkeit: übernatürliche Schöpfung Gottes. Die kann ich nicht akzeptieren, weil ich nicht an Gott glauben kann."

"Komfortable Lügen" gegenübergestellt "Unangenehme Wahrheiten"

Das ist erschütternd. Der Wissenschaftler sagt, dass Leben unmöglich ohne Schöpfungsakt Gottes entstehen kann, sagt dann aber, dass er den Glauben an Gott nicht akzeptieren kann oder will. Er sagte weiter: "Ich entschied mich, an das zu glauben, was wissenschaftlich unmöglich ist: spontane Entstehung mit nachfolgender Evolution."

Paulus kommentierte diese Denkweise einst so ( Römer 1, 22 ): "Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden." Und das Sprichwort sagt passend hierzu: "mundus vult decipi" - "die Welt will betrogen werden" ... Und weil der Mensch nicht aus diesen Dingen lernt, wiederholt sich diese Geschichte auch immer wieder neu.

Luzifer arbeitet mit List und mit Terror: Über alle, die ihm nicht folgen, verhängt er den wirtschaftlichen Boykott. "Sie können weder kaufen noch verkaufen" ( Offenbarung 13, 17 ), sie sind also der Verelendung preisgegeben, wenn sie ihn, den Lügenpropheten, nicht weiter anbeten. ( Der wirtschaftliche Druck Luzifers war noch immer ein wirksames Mittel, die Menschen ihre Verantwortung vergessen zu machen. Das heißt: Man gibt das ewige Heil preis um irdischer und materieller Werte willen. )

Und so hat Luzifer immer wieder versucht, die Einflussnahme der Bibel durch Feuer, Verspottung oder Pseudo-Wissenschaft zu vernichten, aber nichts hat zu dem gewünschten Erfolg geführt. Statt die Bibel zu vernichten, wurde sie zu dem meistverbreiteten Buch der Menschheitsgeschichte. Etwa 200-300 Millionen Exemplare werden pro Jahr in Umlauf gebracht.


Mitgefühl ist die wahre Kommunikation

( Dieser TV-Spot thematisiert die edelste Form des Gebens, die allein mit dem Herzen durchgeführt werden kann: Wenn das Herz - wie in diesem Film ohne eine Gegenleistung zu erwarten - gibt, gibt es trotz der Unterschiede in Bezug auf Rasse, Sprache, Gesellschaft, Ideen und Kultur keine Notwendigkeit mehr für weitere Worte. )

Um die Massen auf seine Seite zu bringen, wendet Luzifer also Gewalt und Zwang an. Anders ist das bei Gott. Er respektiert die Freiheit des Menschen und will sogar das Heil aller. Es wäre hier jedoch widersprüchlich, wenn Gott den Menschen als freies Wesen schafft und ihm das Heil schenken würde, das er - im Geist der Verneinung - gar nicht will. ( Denn diese Menschen haben allein die Lüge angebetet, sofern sie nur für das Irdische gelebt haben, für Ehre und Macht, Besitz und Genuss - wohl wissend, dass sie nicht für die Abkehr von Gott geschaffen sind. So finden sie auch im Genuss der Sinne nicht ihre letzte Befriedigung. )

Für Luzifer gibt es nur den vollendeten Egoismus. Das Glück der Seligen dagegen besteht wesentlich in dem liebenden Miteinander sowie in der liebenden Verbundenheit mit Gott. Das heißt: Die Menschen dürfen beziehungsweise sollen die Güter der Erde gebrauchen, doch dürfen sie nicht ihre Sklaven werden. Oder anders ausgedrückt: Die Menschen sollen herrschen über die Güter dieser Welt, nicht aber sollen die Güter über die Menschen herrschen. Passend hierzu heißt es im Alten Testament ( Sirach 6, 10-15 ): "Mancher ist ein Freund als Tischgenosse. Aber zur Zeit deines Unglücks siehst du ihn nicht. Solange es dir gut geht, ist er wie du und verkehrt vertraut mit deinen Hausgenossen. Kommt aber Unheil über dich, dann wendet er sich ab von dir und lässt sich nicht mehr bei dir sehen. Halte dich fern von deinen Feinden und sei auf der Hut vor deinen Freunden."

Diese Web-Seite möchte Sie aber nicht nur über die Endzeit und die den Menschen noch bevorstehende ( sichtbare ) Wiederkunft informieren, sondern auch zu einem besonderen Erlebnis anregen, das Sie noch lange in guter Erinnerung behalten werden: Es ist die Erweckung im Heiligen Geist.

Diese Erweckung ist es vor allem, aus der heraus für diese Welt eine neue Wirklichkeit entsteht. Denn erst durch die "Gnadenquelle Jesus Christus" formt sich in der Geisttaufe die Wirklichkeit, das heißt: Diese ( geistige ) Taufe - dem Symbol des "Wieder-Eins-Werdens" mit Gott - vermittelt eine neue Sicht und Bewertung allen Geschehens ... und ein neues Verständnis von Gott. Man sieht quasi die Welt mit anderen Augen und ist gleichsam "neu geboren". Man ist erlöst vom Geist des Egoismus in einer Welt der Lügen und Täuschungen und eingegliedert in das Reich Gottes ... in einem Leben im Geiste der Liebe und Wahrheit.

Wie umgewandelt sind die Jünger Jesu Christi nach dem Pfingstereignis. Da zeigen diese Fischer und Bauern einen unerhörten Mut ( Apostelgeschichte 4, 20 ): "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben." Wenn alle Menschen in diesem Geist Christi leben, dann kann diese Welt ein anderes Gesicht erhalten: Sie wird menschlicher, gerechter, liebevoller, friedlicher ... Denn "Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit" ( 2. Timotheus 1, 7 ).

Möge diese Web-Seite einen Beitrag dazu leisten, indem sie jedem Besucher die Möglichkeit und die Chance gibt, sich ein präzises Bild von dem Wirken der "Gnadenquelle Jesu Christi" zu machen wie auch von dem Geheimnis, wie man dieses Wirken - so Gott will - für sich gewinnen kann: Das Geheimnis ( lateinisch: Sacramentum ) der Salbung durch den Heiligen Geist, der Christus ähnlich macht. Denn dazu muss man im Grunde genommen nur eines tun: Wer im Geiste Gottes gesalbt werden will, muss sich für eine gewisse Zeit der Stille an einen ruhigen Platz zurückziehen und schweigen können ... denn schließlich kann man bekanntlich in ein volles Gefäß auch kein neues Wasser gießen!

In diesem Sinne wünscht diese Web-Seite Ihnen, dass Sie Gottes liebende Stimme hören, wie Er um Sie wirbt, um Sie für Sich zu gewinnen. Er spricht zu Ihnen ganz persönlich, aber es liegt an Ihnen, wie Sie auf Sein Rufen reagieren: Jesus Christus spricht: "Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand Meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde Ich zu ihm hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir" ( Offenbarung 3, 20 ).




 

 

   

 

 

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