Betrachtet die Blumen auf dem Felde ...
Die Blume steht da im Brautschmuck; das Feinste, am meisten dem Lichte Verwandte,
ist eingekleidet in zarte Blätter, die noch mit einer Masse kleiner Saugadern vom Lichte aufsaugen, was für ihr neubegonnenes Werk nötig
ist; denn die Blume - ihren Brautstand errungen habend - bleibt dabei nicht stehen; vorwärts drängt sie, höher und höher stets zu anderen
geistigen Zwecken; immer musste das Feinere vom Gröberen geschieden werden.
So sieht man die Blume am frühesten Morgen, wenn der erste Sonnenstrahl ihr Auge trifft, sich zum Emporsteigen vorbereiten, singend und
jubelnd steigt sie höher und höher, und je höher sie steigt - desto leichter wird es ihr, desto mehr kann sie den in der Brust gefangenen
Gefühlen Luft machen, desto eher kann sie sich ihres Gott gewidmeten Lobliedes entledigen, bis sie, wie ein kleiner Punkt in der Höhe
angekommen, Gott die letzten Grüße sendet.